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Der Stahl der Schwerter schlug mit einem lauten und falschen metallenen Knall gegeneinander. Das Blut der bereits Gefallenen spritzte durch die Luft und vereinzelte Tropfen der Flüssigkeit liefen in meinen Mund. Ich schmeckte keinen Unterschied mehr, die Anstrengung und das Leid hatten mich bereits abgestumpft, meine Seele und mein Mitleid davongewaschen und hatten nichts mehr zurückgelassen, als eine gefühlslose Puppe, welche bereit war alles zu tun, nur um ihrem Herrn das zu geben, was er wollte. Ich sah ihm in seine Augen, die Schwerter scharrten aneinander, doch das wilde Geschrei in verschiedensten Sprachen, das wilde marschieren über Blut und Leichen und die feinen Geräusche von Metall, das durch Fleisch schneidet und das darauffolgende klirren der fallenden Körper übertönte die Bitten des Jungen, welche seine Lippen formten. Meine Finger griffen fester um das warme und von meinem Schweiß aufgeweichte Leder, mein gesamter Körper war angespannt, langsam zwang ich ihn in die Knie. In seinen Augen sah ich Angst, er wusste, dass er mir nicht gewachsen war, dieser kleine unschuldige Junge, doch dennoch war er in diese Schlacht gezogen. In die Schlacht gezogen für einen Mann, einen machtgierigen und verlogenen Herrscher, denn er nie getroffen hatte, der ihm nie gedankt hatte, dass dieses junge Leben hier verlöschen würde, einfach lächerlich.

Seine Menschlichkeit, seine Grenzen dessen was man nie tun würde und schließlich sein gesamtes Leben aufzugeben, nur um im Tod den Ansprüchen seiner Traditionen und natürlich auch der Menschen die über einem stehen zu entsprechen. Einfach lächerlich… Das erste Knie berührte die Lache von Blut, in der wir beide standen, zum Teil selbst verschuldet, zum Teil nicht. Ein Moment der Unachtsamkeit, ich nutze ihn. Der Griff meines Breitschwertes schlug gegen den Helm des Winzlings, es schleuderte ihn über den Boden, der braune Stoff wurde rot, der Helm flog durch die Luft und verschwand in den mordenden Massen um uns. Er stand nicht mehr auf, an wen dachte er wohl zu diesem Moment? Dachte er an seine Familie? Seine liebe Mutter, seine über alles vergötterte Frau, oder doch sogar an seine Kinder? Seine Tochter, oder seinen Sohn? Dachte er, er würde hier für sie sterben? Wenn, dann lag er falsch, er starb hier für die gelüste einer Person, die sich nie um die kleinen geschert hatte, die jederzeit den Kopf seiner treusten Gefolgen gegen eine Gold Dublone getauscht hätte. Dessen Königreich nicht nur auf dem Land fremder, sondern auf dessen Leichen gebaut worden war. Einfach lächerlich. Wieder diese Bitten seiner Lippen, er soll damit aufhören! Ich kann sie nicht hören, meine Ohren bluten von all diesen Schreien, diesen Geräuschen des sinnlosen Sterbens, den Geräuschen des Todes. Könnte ich sie überhaupt noch hören, wenn ich es denn versuchen würde? Ich stürmte auf ihn los, er viel auf seinen Bauch, versuchte zu fliehen, kroch wie eine kleine Made vor mir davon. Ich hob mein Schwert, es schoss gen Erde und durchschlug seine Brust.

Ich könnte schwören ich hörte sein keuchen, spürte durch die Klinge, durch den Griff, durch das Leder, durch meinen Arm sein Leben, wie es direkt in meine Herz wanderte. Ich würde dafür bezahlen müssen, irgendwann… Ich zog die Klinge aus ihm, die Wunde öffnete sich nun vollends und vor lauter fließendem Blut war nicht mehr zu erkennen, dass er überhaupt ein Feind gewesen war. Doch war er das je gewesen? Was hatte er getan? Er war nur eine Fließe, über die sein Herrscher stolziert war um sein Bad aus Milch zu erreichen. Nun war mein Schwert es gewesen, dass über ihn getrampelt war und ich konnte so mein Bad aus Blut erreichen. Das Blut meiner Feinde? Nein. Das Blut eines Gegners? Nein. Das Blut eines dummen Jungen, der sich durch das lügnerische und falsche Geschwätz einer hoch geborenen Schlange hatte einlullen lassen? Schon eher. Ich zuckte zusammen und sah nach unten. Was war das? Etwas blitzendes, in meiner Brust, durch meine Brust. Der Kupferne Geschmackwurde wieder stärker, das getrocknete Blut anderer in meinem Mund wurde durch mein eigenes, frisches Blut ersetz. Ich ließ den Griff meines Schwertes los. Das Geräusch eines sterbenden Gefolgsmanns, so klang es. Dieses Klirren. Er zog es wieder aus mir, es rieb an meinem Herz, ich spürte jedes Pulsieren an der Klinge. Ich fiel nach vorne, landete auf dem Jungen. Das Geräusch sterbender Menschen, so klang es. Diese fallenden Körper. Ich war anders gestorben als der Junge, ich hatte inne gehalten, ich war gut, ich hatte mich nicht bestechen lassen von der Macht meines  Herrschers. Doch Moment! Es wurde dunkel um mich. Was tat ich denn auf diesem Schlachtfeld? Hatte ich etwas anderes getan als er, nur weil ich gewonnen hatte? Nein, denn hier gab es keine Sieger. Nur tote und noch lebende Leichen…

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