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Kennst du das, wenn du nachts wach liegst und nicht schlafen kannst? Wenn der Mond monoton durch dein Fenster plätschert und seine silbernen Strahlen deine Umgebung in Vergessenheit tauchen, wie unter einem samtenen Schleier?  Wenn es den Anschein hat, dass es nie wieder Tag werden wird? So geht es mir auch, viel öfter als du dir vorstellen kannst. Beinahe jede Nacht sitze ich hier, den Mond beobachtend und mich nach der Freiheit sehnend, lechzend nach einer Bewegung, einem Geräusch, irgendetwas das mich aus meiner Melancholie reißt aber es passiert nicht. Die Zeit scheint still zu stehen.

Ich bin alleine mit der Dunkelheit und den Fantasien, die mich Nacht für Nacht quälen, Erinnerungen die mich verfolgen, mich heimsuchen wie wütende Geister aus meiner Vergangenheit. Ich versuche sie aus meinem Gedächtnis zu verbannen. Es ist nicht meine Schuld.  Sie wollten mir nicht glauben. Schoben es auf meine "blühende Fantasie" als ich ihnen von Emily erzählte und lachten. Lachten als ob ich einen dummen Witz gemacht hatte anstatt ihnen zu erzählen, dass sie mir befahl all diese Dinge zu tun. 

Sie schoben es auf die Pubertät, als sie meine Haut aufschnitt bis meine Unterarme von Narben übersät waren, blassrote Wunden auf schneeweißer Haut. Sie schoben es auf die Medien als sie aufhörte zu essen, mich abmagerte bis mein Körper dem eines Kindes glich und meine Rippen spitz hervortraten, ebenso wie meine Beckenknochen, meine Haare büschelweise ausfielen und mein Gesicht mehr und mehr einer ausgemergelten Fratze glich.  

Ich wurde für psychisch krank erklärt und sie beschlossen, mich wegzusperren, in diese Klinik wo sie sich einredeten mich und meine "beunruhigenden Wahnvorstellungen" unter Kontrolle zu haben.

Wir mussten ihnen beweisen das sie real war.  So real wie die schmutzig grauen Gitter vor meinem Fenster durch die das Mondlicht wirre Schatten an die Wände malt. Vermutlich sollen sie uns davon abhalten, uns in den Tod zu stürzen. Schattenkinder wie wir verdienen keine Erlösung, keinen ewigen Schlaf hinter einer Mauer aus Glas.          

Wir sind verdammt dazu Nacht für Nacht vor diesen Gittern zu sitzen, den wirren Blick starr auf den Mond gerichtet, Sklaven unseres eigenen Wahnsinns.  

Sie schlossen mich weg als könne meine Krankheit sie infizieren, wie Maden über ihre Haut kriechen und sich schließlich in den Tiefen ihres Verstandes einnisten um sie Stück für Stück in den Wahnsinn zu treiben. Sie verleugneten, meine Warnungen ignorierend, immer wieder ihre Existenz also hatten wir gar keine Wahl.

 War sie immer noch ein Produkt meiner Fantasie, Mama, als wir dich im Schutze der Dunkelheit besuchten?  Als wir dir dein Geschenk brachten, silbrig glänzend im fahlen Licht des Mondes?  Dein Blick, Mama, immer noch sehe ich die Fassungslosigkeit in deinen Augen als sich die bleiche Haut deines Halses auftat wie eine rasch blühende Blume. Wir sahen dir in die ersterbenden Augen Mama, als du deinen letzten Atemzug tatest, wir hielten deine Hand und küssten dich zum Abschied auf die kalte Wange.  Ich wollte nie dass es soweit kommt, das musst du mir glauben. Doch wie solltest du?

Du hast mich für verrückt erklärt, meine Warnungen ignoriert. Auch du musstest büßen für die Verleugnung ihrer Existenz, Mama, das müssen sie alle. 

Emily wird schnell wütend, weißt du?

           

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