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Ich gehe einen langen Gang entlang. Er zielt auf eine eiserne Tür, aus welcher ich nie wieder lebendig hinaustreten werde, sobald ich diese durchschritten habe.

Ich befinde mich auf dem Weg zu meiner Exekution. Und dies nur, da ich ein Menschenleben genommen habe. Sie nennen mich einen Mörder, ein Monster, oder auch eine Bestie. Doch haben all jene, welche es sich nun anmaßen über mich zu richten schon unzählige Morde begangen. Versteht mich bitte nicht falsch, sie haben keine Menschen ermordet oder dergleichen. Ich möchte auch nicht die Tatsache der Exekution als Mord darstellen. Meine Überlegung ist von weit simplerer Natur. Denn was ist Mord überhaupt? Laut Definition ist Mord doch lediglich das Beenden eines Lebens, oder irre ich?

Sind denn Spinnen, oder Insekten keine Lebewesen? Selbst Blumen und das Gras, welches wir täglich zertreten sind lebendige Organismen. So ist es ebenso Mord eine Blume zu zertreten, oder einen Arachniden zu zerquetschen. Doch sind diese Handlungen in unserer ach so feinen Gesellschaft etwas, das den Normen entspricht. Denn in ihren Augen ist das Leben eines Menschen um so vieles kostbarer, als jenes eines Insektes, oder eines Arachniden. Doch wer gibt uns das Recht zu entscheiden, welche Form des Lebens einen höheren Wert besitzt? Niemand! Wir nehmen uns dieses Recht einfach heraus, da wir uns als etwas Besseres und Wertvolleres erachten. Also weshalb sollte mich das Töten eines Menschen in einem so größeren Maße anwidern, oder mich schuldiger sprechen, als das Töten eines Insektes oder eines anderen Lebewesens?

Ich empfinde weder Schuldgefühle, noch eine Form von Abneigung dem Morde gegenüber. Wir Menschen sind doch nur Tiere. Nichts weiter! Es liegt in unserer Natur zu töten. Somit stört es mich nicht im geringsten das Leben eines Menschen zu beenden, so wie es euch/mich nicht stört das Leben eines Tieres zu beenden. Jedes Leben besitzt denselben lächerlichen Wert. Ob Mensch, ob Tier Leben bleibt Leben und tot bleibt tot. ...

Ich betrete nun den Raum hinter der Tür. Ich werde beschimpft und angespuckt. Man bezeichnet meiner Selbst als Mörder. Dabei sind sie doch alle miteinander Mörder. So wollen sie mich nun für etwas richten, was sie täglich vollführen. Welch Ironie nicht?

Ich werde auf den Stuhl gesetzt und festgeschnallt.

Ein Priester tritt an meine Wenigkeit heran und fragt, ob ich für meine Tat Reue empfinde und um Vergebung bitten möchte. Ich antworte : „Empfinden Sie denn Reue für all Ihre Taten?“ Der Priester verfällt nun für einige Sekunden in ein tiefes Schweigen, dann fragt er abermals: „Empfindest du Reue für deine Taten?“ Ich lächle und antworte ein letztes Mal.

Nein!

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