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Vorläufig letzter Teil. Vorher: Marie (Rache - Revenge IV)

Das flackern des Neonlichtes war nervtötend und ich konnte einfach nicht aufhören, es über die Schulter des Mannes anzustarren. Er hatte mir seinen Namen genannt, doch ich hatte ihm nicht zugehört, da ich nur angepisst war, dass sie Maries Vorgesetzen von dem Fall abgezogen hatten. Weil er zu „emotional involviert“ war hatten sie gesagt. Blödsinn, er kannte mich doch überhaupt nicht. Auch jetzt hörte ich ihm nicht zu, aber das war nicht seine Schuld. Genau genommen, war nichts hiervon seine Schuld, es war meine. Ich hatte mir das eingebrockt und jetzt wurde ich von der Polizei verhört. Eigentlich eher zu gelabert, hörte dieser Typ auch mal auf zu reden? Ich verdrehte die Augen und sah ihm direkt ins Gesicht. „Eine Reaktion!“ Versucht er sich über mich lustig zu machen? Heißt das, sie werden nun kooperieren und uns sagen, wieso sie es getan haben?“ ich konnte mein Grinsen nicht unterdrücken, diese Vollidioten hatten überhaupt nichts verstanden. „Oh, sie finden das lustig? Ist das der Grund, warum sie es getan haben? Weil es lustig war?“ Seine riesige Hand knallte Fotos auf den Tisch. Auf dem obersten war die verstümmelte Leiche eines fetten Mannes, der auf dem Boden einer Scheune lag. Erik. Ich konnte nicht anders und verzog das Gesicht. Ekelhaft, wie fett er war. Der triumphierende Blick des Polizisten brachte mich dazu, wieder gefühlslos die Neonlampe anzustarren, während ich mir ausmalte was ich alles mit ihm tun würde wenn ich nicht an diesen blöden Tisch gefesselt wäre. „Wie ich sehe sind sie angewidert von…“  Er kam nicht dazu, seine Spekulationen auszuführen, denn die Tür flog auf und ein Mann, Mitte fünfzig, graue Haare, schwarzer Anzug, kam herein. „Schmidt mein Name, ich bin der Pflichtverteidiger, die Befragung ist hiermit beendet, ich möchte alleine mit meiner Mandantin sprechen.“ Oh mein Gott, endlich. Mein Stichwort zu gehen und Marie die Bühne zu überlassen. Game on, Bitches.

Beinahe wäre unser Kopf auf den Tisch geknallt als ich mich zurückzog und Marie die Kontrolle über unseren Körper überließ. Aber gerade rechtzeitig schaffte sie es wach zu werden und setzte sich gerade hin. „Was..? Wo bin ich?“ in ihrer Verwirrung versuchte sie aufzustehen, wurde allerdings von ihren Handschellen aufgehalten. Das einzige was ihre Verwirrung noch übertraf war die Verwirrung des Anwaltes. „Sie sind…“ Marie dachte nicht daran, ihn ausreden zu lassen. „Machen sie mich sofort los! Das ist nicht witzig!“ Der Anwalt setzte sich uns gegenüber. „Ich kann sie nicht los machen und das wissen sie genau.“ „Was soll das?“ der Bulle war in der Tür stehen geblieben und starrte uns jetzt an, ich spürte wie die Wut in Marie hochkochte. „Das gleiche könnte ich sie fragen! Was soll das ganze?! Warum bin ich hier, wie bin ich…“ Ihr Blick fiel auf die Bilder vor ihr und ich spürte wie die Erkenntnis sie mir ein Stück näher brachte. „Sie denken doch nicht ich hätte das getan? Sind sie verrückt? Ich habe in dem Fall ermittelt, sie…“ Schwachköpfe. Obwohl sie das Wort nicht aussprach hörte ich es sehr klar in ihren Gedanken. Vielleicht nicht genau das Wort, das ich ausgewählt hätte aber immerhin ein Anfang. Ich muss gestehen, dass ich Marie noch nie zuvor fluchen gehört hatte, und nun war ich positiv überrascht. Sie war noch Meilen entfernt so zu werden wie ich, doch sie machte Schritte in die richtige Richtung. Die beiden Männer konnten sie nur sprachlos ansehen, dann verließ der Bulle einfach den Raum und lies uns mit dem Anwalt alleine, vermutlich um einen Psychiater zu konsultieren. Schmidt sah uns ratlos an, als Marie sich erinnerte und begann zu weinen. Fremde. Blut. Gesang. Unsere Kindheit kam zuerst zurück. Leichenteile. Mehr Blut. Wut. Die Morde, jedes einzelne von den Gesichtern, die Augen, in welchen der letzte Funke Leben erlosch. All das prasselte auf sie ein, doch ich merkte, dass all das sie nicht so sehr schockierte wie die Tatsache, dass sie… Dass ich es genossen hatte.

„Ich gestehe.“ Was?! Nein! Die Worte waren zu schnell aus ihr herausgesprudelt, zu schnell um sie aufzuhalten. Ich versuchte die Kontrolle zu übernehmen, doch ich konnte nicht. Sie blockierte mich, denn mit der Erinnerung war die Erkenntnis gekommen, dass sie in ihrem Kopf nicht alleine war. Ich begann zu schreien, um mich zu schlagen, doch nichts drang an die Oberfläche. So hätte das nicht laufen sollen. So war das nicht geplant. Ich wollte, dass sie sich mir zuwendet, nicht, dass sie mich wegstößt. Ich war gefangen in meinem, in MEINEM Körper.

Ich konnte nur hilflos zuhören als sie alles erzählte. Von Anfang bis Ende. Angefangen mit unserer Entführung, der Tatsache, dass sie nicht diejenige war, die die Kontrolle gehabt hatte als die Morde passierten, sondern das sie in ihrer Zeit der Gefangenschaft eine zweite Persönlichkeit entwickelt hatte, als Schutzmaßnahme. Schutzmaßnahme. Lächerlich. Ein Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus als der Anwalt mich überrascht anschaute und ich realisierte, dass ich sie mitten in ihrem Vortrag unterbrochen hatte. „Ich bin keine Schutzmaßnahme. Ich habe sie beschützt, aber das war nicht mein Hauptziel. Rache. Das war mein Beweggrund. Ich nahm Rache für das was sie mir angetan haben.“ Der Anwalt stand auf als der Bulle zurückkam, offensichtlich war er auf so etwas nicht vorbereitet gewesen. „Wir werden sie zu einem Psychiater bringen.“ Im Bruchteil einer Sekunde hatte Marie die Kontrolle zurückerlangt. Verdammt. Das Mädchen war gut. „Ja! Helfen sie mir. Sie muss verschwinden. Ich werde alles tun was sie von mir verlangen.“

Ich muss verschwinden?! 

Sei immer vorsichtig was du dir wünschst, denn du könntest es bekommen. Ich würde verschwinden. Diese Vollidioten konnten versuchen sie zu therapieren so lange sie wollten, ich fasste den Entschluss, nicht wieder an die Oberfläche zu treten. Mit diesem einen Satz hatte Marie es geschafft all meinen Hass und mein Verlangen nach Rache auf sich zu lenken. Und jetzt in diesem Moment fiel mir nichts ein, das grausamer wäre, als sie alleine zu lassen. Sie als Lügnerin darzustellen, die erstens keine Persönlichkeitsstörung hatte und zweitens eine kaltblütige Mörderin war. Sie würde alleine im Gefängnis schmoren, und sich mit Sicherheit irgendwann wünschen, ich wäre da um sie von ihrer Einsamkeit zu erlösen. Doch es gibt keine Erlösung, nur Rache. Und Rache würde ich bekommen.  


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