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Die große Stahltür vor mir öffnete sich und ich blickte in den dunklen Raum, der mich daran zweifeln ließ, ob ich nicht einfach umdrehen, die andere Tür durchqueren sollte und alles, was heute passiert ist, vergessen sollte. Hinter mir war Sie und die Tür in die Freiheit, vor mir die Tür in die Dunkelheit, doch ich konnte nicht sagen, was besser war.

Eine Waffe, eine Leiche. Der Boden war blutüberströmt, als ich aufwachte und sah, dass am Boden neben meinem Bett eine Frau lag, die sich vor meinem Bett erschossen hatte, während ich schlief und einen Schalldämpfer an ihre Waffe angebracht hatte, um mich nicht aufzuwecken. Ihr Gesicht konnte ich nicht sehen, sie lag mit dem Bauch auf dem Boden. Ich begann zu schreien und mich in  die hinterste Ecke meines Bettes zu kauern, ohne nachzudenken, was ich tun sollte. Weder rief ich die Polizei, noch rannte ich panisch aus dem Haus. Alles was ich tat war schreien, weinen und in der Ecke kauern. Stunden vergingen und ich konnte den Blick nicht von der Leiche abwenden, um die inzwischen unzählige Fliegen schwirrten. Ich schluckte kurz und entschied mich dann aufzustehen und unbekümmert an der Toten vorbeizulaufen. Ich öffnete meine hölzerne Zimmertür, die immer quietschte, wenn sie aufging und betrat den Gang, lief weiter zur Haustür und verließ das Haus. Die Menschen gingen ihrem gewöhnlichen Tagesablauf nach, doch sie beobachteten mich, wie ich mit Schlafklamotten und roten Augen durch die Straßen lief.

Komischerweise versuchten sie mich zu meiden und kippten um, wenn ich an ihnen vorbeilief, doch ich bemerkte nur, wie sich alles um mich drehte und alle Farben zu einem grauen Farbverlauf wurden. Auch schien es, als würden meine Füße Schritt für Schritt schwerer werden, wenn ich lief, bis sie nach einigen Minuten so schwer waren, dass ich stehen blieb, als plötzlich zwei Polizisten um die Ecke kamen und mich bemerkten, sie richteten ihre Waffe auf mich und schrien mich an, ich solle die Pistole fallen lassen. Da bemerkte ich, dass ich eine in der Hand hatte, anscheinend hatte ich, ohne es zu merken, die Pistole des Toten mitgenommen. Ich drehte mich um und sah überall Blut auf dem Boden, zusammen mit toten Menschen, es waren die Menschen, die an mir vorbeiliefen und umkippten, doch ich fühlte keine Reue dafür, dass sie jetzt alle tot waren, denn ich kannte sie nicht. Ich kannte auch die Polizisten nicht, ich hörte sie nur reden. Sie dachten ich bin auf Drogen, und als sie das sagten begann ich zu schreien, doch es war kein normaler Schrei. Es war ein tiefer, lauter Schrei, der durch Mark und Bein ging.  Ich richtete die Pistole auf die Polizisten, doch ich drückte nicht ab, trotzdem explodierten ihre Köpfe und ihre kopflosen Körper kippten blutspritzend um. Minuten vergingen, in denen ich nur dort stand und lachte, ein tiefes, rasselndes Lachen. Als mein Lachen langsam leiser wurde, hörte ich einen schrillen Ton und ein helles Licht kam auf mich zu, doch ich erkannte ein Gesicht in diesem Licht, das mich ansah. Es war ein freundliches, lächelndes Gesicht, und es schien hell wie die Sonne. Das Gesicht sagte nichts, doch es blickte auf den Boden unter mir, der sich plötzlich öffnete und unendliche Dunkelheit freigab, die mich holen wollte. Während ich fiel, hörte ich Sirenen und schreiende Menschen und wenn ich nach oben sah, sah ich, wie sich das Loch immer weiter öffnete, in jede Richtung und die Häuser in der Luft stehen blieben, alle Leichen jedoch, die ich erschossen hatte, fielen ebenfalls in das Loch.

Ich fiel ewig, unvorstellbar lang und zwischendurch hörte ich eine Stimme, die laut, aber sanft Bald bist du bei mir rief. Nach stundenlangem Fallen prallte ich auf einen Steinboden auf, der Staub wirbelte auf und brachte mich zum Husten. Mit einem dumpfen Knall landeten alle Leichen auf dem Boden und blieben regungslos liegen. Obwohl ich gefühlt Stunden gefallen bin, sah ich, wie sich das Loch über mir schloss. Ich stand auf, ich hatte keine Schmerzen trotz dem Fall und egal in welche Richtung ich lief, es war überall dunkel und nirgends war eine Wand, die mich gestoppt hätte. Ich entschied mich für eine Richtung, nach wenigen Minuten war der Boden voller Stacheln aus kaltem Metall, doch es tat nicht weh, wenn ich darauf stand, lief, oder lag, es tat nicht einmal weh, wenn ich meinen Kopf dagegen schlug. Plötzlich wurde es wieder hell, und die Gestalt von vorhin stand vor mir, und sah mich wieder nur an. Nach vielen Minuten, in denen es mich nur anstarrte, begann es zu sprechen.  Es hatte eine sanfte und ruhige Stimme, die mich glauben ließ, ich befände mich in Sicherheit. Du willst sicher wissen, wo du bist. Ich versuchte zu antworten, doch kein Laut kam aus meinem Mund, als wäre mein Hals zugeschnürt. Ich werde es dir sagen, und dann wirst du dich entscheiden, für Frieden oder für Familie. Das folgende Wort, das es aussprach, traf mich wie ein Schlag und der Boden verschwand wieder unter mir, als es das sagte.

Tot,

war das letzte, was ich hörte, bevor ich wieder in bodenlose Tiefen stürzte und lange fiel, so lange, dass ich das Gefühl hatte, es würde nie wieder aufhören. Plötzlich realisierte ich, dass die Tote in meinem Zimmer ich war, und alles, was ich getan hatte, all die Menschen, die ich getötet hatte mein Geist war.

 Mein Körper war locker, kein Muskel war angespannt, als wäre ich eine Puppe. Ich hörte die Stimme wieder reden.

Du wirst unten ankommen, und du wirst dich entscheiden müssen.

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Ich verstand nicht, was dieser Satz zu bedeuten hatte und kam wieder auf dem Boden auf. Doch es war kein staubiger Boden wie vorhin, es war ein Raum mit rissigem Boden und grauen Wänden. Dort, in der Mitte, saß jemand, eine Frau, sie weinte. Als sie mich bemerkte, blickte sie mich an. Ich sank auf die Knie und mit Tränen in den Augen begann ich zu schreien.

MUTTER

Doch sie sah mich nur an, stand auf und lief auf mich zu. Sie blieb vor mir stehen, sie  sah mich an und ich stand auf, sah sie ebenfalls an, ich blickte tief in ihre Augen. Meine Mutter war vor Jahren gestorben, ebenso wie mein Vater, meine zwei Schwestern, ich habe sie über alles geliebt, doch sie waren fort. Doch jetzt ist meine Mutter hier, und mir fiel wieder ein, was die Stimme sagte. Ich müsse mich entscheiden...

und Tot.

Plötzlich begann sie zu sprechen, gleichzeitig öffnete sich eine Tür hinter mir. Ein helles Licht strahlte heraus und ich wurde geblendet von den gleißenden Lichtstrahlen, meine Augen schienen zu verbrennen. Mein Kind, setzte meine Mutter fort. Du musstest seit unserem Tod unsägliches Leid erfahren, doch in dieser Tür wartet deine Belohnung, und wenn du sie betrittst wird dich ein Leben im Paradies erwarten, du wirst keine Schmerzen mehr kennen und alle Wünsche, die du hast, werden erfüllt. Ich strahlte sie an. M- Mutter, das ist... Großartig. Ich wollte sofort mit ihr dort rein, doch sie blieb stehen, als ich versuchte loszulaufen. Ich drehte mich zu ihr und bemerkte, dass hinter ihr eine neue Tür erschienen ist. Ich kann nicht mit dir dort rein. Es ist für dich bestimmt, nur für dich. Sie drehte sich um und zeigte auf die andere Tür. Dort drin ist dein Vater, deine Schwestern, wir alle sind dort drin. Komm mit mir und wir werden vereint sein. Ich wollte gerade sagen, wie toll das wäre, doch sie redete weiter. Doch dort drin wirst du unsägliches Leid erfahren, du wirst Schmerzen erfahren, die sich ein Mensch nicht vorstellen kann, und es wird ewig währen. Doch du wirst bei uns sein. Doch gehe in die andere Tür und du wirst im Paradies leben, ohne uns. Ihre Stimme klang kalt, so leblos und ich begann zu weinen, doch ich stellte mich vor die Tür, hinter der meine Familie war.

Die große Stahltür vor mir öffnete sich und ich blickte in den dunklen Raum, der mich daran zweifeln ließ, ob ich nicht einfach umdrehen, die andere Tür durchqueren sollte und alles, was heute passiert ist, vergessen sollte. Hinter mir war Sie und die Tür in die Freiheit, vor mir die Tür in die Dunkelheit, doch ich konnte nicht sagen, was besser war.  

Plötzlich hörte ich wieder die Stimme. Bald bist du bei mir. Ich sah Augen in dem Raum, genau wie meine Mutter woraufhin sie die Tür durchquerte und auf mich wartete. Ich drehte mich noch einmal um und sah die andere Tür an. Ich drehte mich wieder zu meiner Mutter. Wir sahen uns tief in die Augen. Sie streckte die Arme aus und wollte mich umarmen...

Ich drehte mich um und machte einen Schritt ins Licht und die Tür hinter mir schloss sich, und ich würde meine Familie nie wiedersehen.

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