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Im düst‘ren Schein des Mondes Licht,
schritt er fort auf schmalem Grat.
Der Nebel raubte jede Sicht,
verschlang in sich des Waldes Pfad.

Nässe unter seinen Sohlen,
in tiefer Nacht rauschten die Äste.
Der Regen pochte Schlag auf Schlag,
herab aus schwarzer Himmelsfeste.

Es trieb ihn weiter, immer fort,
die Stimme lauthals rief ihm nach:
„Ich bring‘ dich weg von diesem Ort,
ich weiß es litt, das Herz, das brach.“

Ein greller Schein ward aufgetan,
am nun stillen Waldesende,
er sah ihn steh‘n in schwarzer Kluft,
des Todes Engel, mit der Sense.

„Hab‘ keine Angst, du junger Mann,
du bist nur hier, damit du leidest,
bis zu diesem Tage dann,
an dem du aus dem Leben scheidest.

Die Erde ist des Teufels Reich,
und die Menschen sein Geleit,
mit Zwang halten sie dich lebend,
gierend nach deinem Herzeleid.

Sie locken stets mit ihren Lügen,
falschen Versprechen und Genüssen,
doch ihrem Gesetz musst du dich fügen,
und folgst du nicht, so musst du büßen.

Ergötzend nur an deiner Qual,
wollen sie deinen späten Tod;
‚Der Zwang zu leben ist Gebot!‘,
mit Messerklinge in der Hand,
vom Foltern stumpf, vom Blute rot.

Doch heute ist der Tag nun da,
der, an dem du gehst mit mir,
deine Zeit hier ist vorbei,
die Hölle liegt nun hinter dir.“

Des Todes Engel nahm dann sacht,
des jungen Mannes kalte Hand,
stieg auf mit ihm in tiefste Nacht,
in der er dann mit ihm verschwand.


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Gestalt | Entschwunden


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