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Part 1: RuinenBearbeiten

‚Jeffrey „the Killer“ Blalock – Ein wahrer Held der Menschheit‘ Diese Inschrift stand in allen Weltsprachen auf dem Sockel einer fünf Meter großen Bronzestatue, welche an einem kalten, sonnigen Tag von einem Kran aufgestellt wurde. Das Denkmal zeigte Jeff, wie er Aufrecht stand und mit entschlossenem Gesichtsausdruck nach vorne sah, die Narben an seinen Mundwinkeln waren nur angedeutet.

Der gewaltige Bronzeguss stand inmitten eines frischgepflasterten Innenhofs. In der Umgebung waren zahlreiche Kräne, Bagger, Transporter und andere Baufahrzeuge zugange. Sie waren dabei, sechs weitläufige Mauern aus Stahl aufzustellen, die sich nach außen hin immer weiter zogen. In der Mitte war ein großes, metallisches Gebäude gerade dabei fertiggestellt zu werden. Doch auch zwischen den Mauern gab es Bauarbeiten an vielen Nebengebäuden. An dieser Stelle, unter freiem Himmel und weniger als hundert Kilometer von Moskau entfernt, entstand das neue SCP-Hauptquartier.

Jeffs Statue befand sich am Rand des Wegs, der ins Hauptgebäude führte. In der Nähe davon standen ein Mädchen und ein Junge. Hand in Hand betrachteten sie das bronzene Monument. „Hast du sie dir so vorgestellt?“ Fragte Jana Haal und Alex Nadezha, ihr Freund, antwortete: „Ja! Genau so!“ er lächelte und legte den Arm um seine Geliebte. „Wie viele Statuen hast du noch in Auftrag gegeben?“ fragte sie weiter.

 „Noch sieben. Eine von Isarnom, aber als Mensch, nicht als Monster! Eine von Amrëi, denn ohne sie hätten wir es nie geschafft, die Objekte zu bekommen. Dann jeweils eine vom General und vom Hohepriester, schließlich war er der Gründer der Foundation. Und dann…“ die nächsten Worte schienen Alex schwer zu fallen, „dann eine von Angelique Foucault und eine von Olaf Larsson! Ihnen verdanken wir, dass wir aus dem alten Hauptquartier fliehen konnten. Überhaupt, ohne diese Acht, die in den Statuen verewigt werden, wären wir entweder tot oder hätten gegen Dheunos verloren! Die Statuen sollen rechts und links vom Weg aufgestellt werden.“

Jana schmiegte sich an ihn, sie hatte den Verlust ihres Mentors noch immer nicht überwunden, dennoch freute sie sich, dass ihm solch ein Denkmal gesetzt werden würde. Außerdem wusste sie das erste Mal seit Langem wirklich, dass sie nicht alleine war. Drei Monate waren vergangen, seit dem Sieg über den grausigen Gott. Sie konnte es immer noch nicht glauben.

„Ah, da seid ihr ja!“ eine Stimme, die mit leicht russischem Akzent sprach, unterbrach ihre Gedanken. Ein Mann in Uniform und mit einem weißen Bart kam auf Alex und sie zu. „Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Dmitry Glukhovsky! Ich habe die große Ehre, als Nachfolger für Angelique Foucault dienen zu dürfen!“ Alex und Jana schüttelten dem neuen Kommandanten mit jeweils einem „freut mich sehr!“ die Hand. „Wie lange seid ihr ihr schon hier?“ fragte Dmitry freundlich. „Gerade angekommen, vor höchstens fünfzehn Minuten!“ antwortete Alex. „Dann müsstet ihr Sleepless begegnet sein!“ die Stimme des Russen verdüsterte sich, „er war gerade dabei zu gehen.“

„Sind wir, das war kein sonderlich angenehmes Gespräch.“ entgegnete Jana und rümpfte die Nase. „Verstehe. Naja, eines Tages werden wir auch ihn kriegen.“ Sagte der Kommandant, „aber das ist jetzt nicht das richtige Thema!“ er breitete die Arme aus, „wie gefällt euch das neue Hauptquartier?“

„Großartig!“ rief Jana, wenn auch etwas übertrieben, „schön, mal den Himmel zu sehen, statt immer nur eine leuchtende Höhle!“ „Es ist toll!“ warf Alex ein. „Und ehrlich gesagt mag ich die Statue!“ Er deutete auf Jeffs bronzenes Ebenbild. „Schön, dass dir gerade sie gefällt!“ bemerkte Glukhovsky leicht missmutig, „weißt du, auf der ganzen Welt stellen sie Statuen auf. Allerdings Statuen von dir!“ er grinste Alex an. „Von mir?“ erwiderte dieser verwundert. „Spar dir die falsche Bescheidenheit!“ rief der Kommandant heiter, „du bist jetzt Jesus, mein Junge! Du wirst auf der ganzen Welt verehrt!“ Er wollte darauf antworten, doch er machte den Mund gleich wieder zu. Was sollte er dazu sagen? Er hatte sich in den letzten Monaten zwar Gedanken um seine Zukunft mit Jana gemacht, aber nicht darüber, welche Rolle er künftig für die Welt spielen würde.

Er war heilfroh, dass sein Vater in diesem Moment auftauchte. „Alex, Jana! Schön, dass ihr auch endlich hier seid!“ rief er, die Angesprochenen winkten zu Begrüßung. In Begleitung des Professors befand sich eine grüne, schwebende Rauchwolke und ein grinsender Hund. Kurz darauf erschien ein gesichtsloser Mann im schwarzen Anzug vor den Beteiligten. Aus seinem Rücken ragten schwarze Tentakel, die ein weißes Wesen mit Scherenhänden und einen menschenähnlichen Vogel mit einem Schädelknochen als Kopf, umschlungen hielten. Die Bauarbeiter und Soldaten in der Umgebung starrten die Kreaturen nervös an.

„Dann sind Sie wohl der Slenderman.“ Sagte der Kommandant mit einer leichten Abneigung in der Stimme, „ich weiß nicht ob ich erfreut sein soll, Sie kennen zu lernen.“ „Ich habe ihn hergebeten. Auch er und die anderen haben ein Recht zu erfahren, wie es mit dieser Welt weitergeht!“ versuchte Eugen Nadezha zu deeskalieren. „Ich möchte, dass alle Anwesenden Ihren Schadensbericht hören, Dmitry! Und weil Geheimhaltung sowieso nichts mehr bringt, können wir es auch gleich hier im Innenhof tun. Würden Sie beginnen?“ „Vor dem Gesichtslosen und den anderen Kreaturen?“ fragte Glukhovsy leicht empört.

„Er hat die SCP-Foundation gegründet, also etwas mehr Respekt!“ sagte Alex, was der Kommandant mit einem ungläubigen „WAS?“ beantwortete. „Das ist die Wahrheit!“ meldete sich der Slenderman erstmal zu Wort. Dmitry war sprachlos. „Bei Gelegenheit weihe ich Sie in alles ein!“ sagte Eugen besänftigend, „doch nun der Schadensbericht!“

Der Befehlshaber knirschte mit den Zähnen. „Na schön, also, hören Sie gut zu. Wie Sie wissen, war jede einzelne Zweigstelle der zentralistischen SCP-Foundation auf sich gestellt, als das Hauptquartier zerstört wurde. Erst als wir erfuhren, dass Sie noch am Leben waren, setzten wir uns mit den versprengten Teilen der Organisation in Verbindung, Professor. Es gelang uns, das verbleibende Militär der Welt zu mobilisieren, Überlebende zu bergen und den Schaden zu analysieren. Und der ist nicht gerade knapp:

Die Nordhalbkugel wurde fast vollständig zerstört und die Südhabkugel litt bei Dheunos‘ Angriff unter Anarchie und Massenpaniken. So wie es aussieht haben einige Länder aus Verzweiflung Atomwaffen benutzt. Erfolglos. Die entsprechenden Gebiete sind nun radioaktiv verstrahlt. Am schlimmsten davon betroffen ist New York. Wir konnten außerdem verzeichnen, dass mehrere Tierarten vollständig ausgerottet wurden. Auch der Bestand…“ er sah zum Slenderman und den restlichen Wesen, „anderer Kreaturen wurde stark dezimiert. Was die Menschen angeht…“ er machte eine Pause. „Nach ersten Schätzungen liegt die Anzahl der Verluste im neun- vielleicht im zehnstelligen Bereich.“

„Im… Zehnstelligen…?“ flüsterte Jana entsetzt, „er… er hat Milliarden Menschen getötet?“ „Nach vorsichtigen Schätzungen.“ Erwiderte Glukhovsky und fuhr somit fort: „Sicher ist nur eins: Es wird viele Generationen dauern, bis die Welt wieder aufgebaut ist.“ Damit endete der Bericht. Alex biss sich auf die Lippe. So viele Opfer. So viele Verluste. Noch niemals in der Menschheitsgeschichte gab es so eine Katastrophe. Und noch niemals waren die Menschen über den Tod hinaus heimgesucht worden. Eine Frage durchzuckte seinen Kopf und er wandte sich an den Slenderman:

„Was ist mit den Seelen passiert? Den Seelen der Opfer und denen die in den Objekten gefangen waren?“ der Gesichtslose ließ sich eine kurze Zeit, bevor er antwortete: „Die wurden Befreit. Es war eine gute Idee, den Rest der Menschheit miteinzubeziehen, Alex. Isarnom war damals alleine und hat es lediglich geschafft, den Körper des Feindes zu zerbrechen, was in den Haltern resultierte. Dadurch, dass dieses Mal die ganze Menschheit beteiligt war wurde sein Körper förmlich verbrannt und sämtliche Seelen die zu dieser Zeit eins mit ihm waren sind nun frei, wo auch immer sie jetzt sind. Ein Symbol wahrer Emotionen hat Dheunos befreit und ein Symbol wahrer Emotionen hat ihn vernichtet.“

„Was ist mit den Legionsobjekten?“ warf Professor Nadezha ein. „Die existieren noch immer in den Tiefen des Universums, doch jetzt wo Dheunos vernichtet ist, wird es einfacher sein, die Seelen zu befreien. Sobald eure Rasse soweit ist, werde ich mich aufmachen und nach ihnen suchen.“ Sagte der Mann im Anzug ruhig.

„Und was tun Sie bis dahin?“ fragte Alex, wieder kam die Antwort erst nach einer Pause: „Ich werde in die Wälder zurückkehren.“ „Warum?“ fragte der Junge ungläubig, „warum wollen Sie ein Leben in Einsamkeit führen wie bisher? Warum bleiben Sie nicht hier und werden ein Teil der Foundation? Warum bleibt ihr nicht alle hier?“ Er sah die restlichen Wesen, den Rake, den Seed Eater, Ben und den Smiledog an.

„Was?“ unterbrach Dmitry energisch, „das ist doch wohl nicht dein Ernst! Es ist die Pflicht unserer Organisation, die Welt vor solchen Geschöpfen zu schützen, nicht sie bei uns aufzunehmen!“ Alex starrte ihn böse an. „Nur der Tatsache, dass sich Mensch und Nicht-Mensch verbündet haben verdanken wir, dass Dheunos besiegt wurde. Es wird Zeit, dass die SCP-Foundation von alten Feindbildern ablässt! Wir müssen lernen, mit diesen Wesen zu leben!“

„Eine noble Einstellung, aber es ist nicht möglich. Es ist noch immer körperlich notwendig für mich, andere Lebewesen zu töten. Vielleicht finde ich eines Tages einen Weg, das zu bekämpfen, doch bis dahin können wir nun mal keine Verbündeten sein.“ Sagte der Gesichtslose. „Wir sind Raubtiere! Es ist unsere Bestimmung.“ Ergänzte der Rake. „Gilt das für euch alle?“ fragte Alex mit leichter Bestürzung. „Nein!“ entgegnete Ben, die grüne Wolke, „ich würde gerne bei euch bleiben. Ihr braucht doch bestimmt jemanden, der eure Computersysteme verwaltet, oder?“

„Und wie!“ rief Eugen freudig, „das ist großartig, Ben!“ Glukhovsky fletschte aggressiv die Zähne, nickte dann aber. „Gut!“ sagte der Slenderman, „der Rest kommt mit mir, ich werde euch zu den Orten bringen, die ihr mir nennt und dann werden wir uns wieder trennen.“ „Wieso?“ rief Alex entrüstet, „Wieso, Hohepriester? Sie…“ „Nenn mich nicht Hohepriester!“ unterbrach das Wesen im Anzug wutentbrannt, „das war mein Name als ich noch sein Sklave war! Außerdem sieht mich die Menschheit doch sowieso nur als Monster! Und dennoch…“ seine Stimme begann zu zittern und es geschah etwas, dass Alex nie für möglich gehalten hätte: Der Slenderman fiel vor ihnen auf die Knie.

„Ich danke euch! Ich bin euch so unendlich dankbar! Ich habt mich befreit, mich und mein Volk, das nun endlich Frieden finden kann!“ rief er mit belegter Stimme. Alle Anwesenden sahen fasziniert zu, wie der König der Kreaturen vor den Menschen kniete. Jana fragte sich, ob die Gesichtslosen jemals in der Lage waren zu weinen. Eugen wiederum zweifelte, ob die Seelen aller Artgenossen des Slenderman wirklich frei waren.

„Ich glaube ich verstehe jetzt, wieso eure Welt auf der Sternenkarte eingezeichnet war.“ Sagte der Letzte seiner Art und stand wieder auf. „Eure Rasse hat einen guten Kern, auch wenn ihr ihn selbst selten seht.“ Er schlang seine Tentakel um den Rake, Smiledog und Seed Eater. „Ich bin sicher, dass ihr eines Tages erkennen werdet, was die Güte eurer Spezies wert ist.“ Er ging auf die drei Retter der Welt zu. „Lebt wohl, Alex… Jana… Eugen… ich hoffe, dass ihr finden werdet, was auch immer ihr im Leben sucht.“ Dann verschwanden die Kreaturen im Nichts. Vom legendären Slenderman in eine ungewisse Zukunft teleportiert.

Alex ließ den Kopf hängen und sein Vater legte ihm die Hand auf die Schulter. „Kommt, gehen wir ins Hauptgebäude, einige Zimmer sind schon fertig.“ Und während Dmitry Glukhovsky im Innenhof blieb machten sich die anderen drei auf den Weg ins neue Hauptquartier der neuen SCP-Organisation.

Der Wiederaufbau war jedoch nicht auf die Foundation beschränkt. Fast die ganze Welt lag in Ruinen, doch die Überlebenden erhoben sich daraus, bereit ihr Zuhause wieder aufzubauen. Die versprengten Teile der Menschheit nahmen auf allen verfügbaren Wegen Kontakt zum Rest der Gesellschaft auf. Doch Viele mussten in den Trümmern der Welt ums nackte Überleben kämpfen, jetzt da es keine Staaten mehr gab. Wie jedes Mal, wenn sich der Mensch mit den Auswirkungen einer Katastrophe zu kämpfen hatte regierte der Stärkere.

 Alex Nadezha hatte ein starkes Band zwischen den Menschen erschaffen, doch dieses Band war ebenso schnell zerrissen wie es geknüpft wurde. Dennoch verehrten sie ihn auf der ganzen Welt, denn er hatte ihnen etwas Unbezahlbares gegeben: Den Glauben an das Gute im Menschen. Trotz allem Schrecken wurde der Zukunft mit Optimismus entgegen gesehen.

So stand ein Junge mit zerrissenem Anzug und einer weißen Maske in der Hand vor einem provisorischen Grabmal. Er hatte es aus Holz konstruiert und den Schriftzug ‚Dave – Der beste Bruder den man sich wünschen konnte! ‘ hinein geritzt. Eine Weile starrte er die Grabstätte seines besten Freundes nur an und ließ seinen Tränen freien Lauf. Die letzten drei Monate war er meistens hier gewesen. Nun hielt er es nicht mehr aus. Er würde die Maske und den Anzug verbrennen… und dann würde er seinem Kameramann folgen. Strick, Messer, Pistole, wie auch immer. Er würde es zu Ende bringen.

„Ich bin da, Vergo!“ flüsterte eine wohlklingende Stimme an seinem Ohr und unterbrach seine Gedanken, „immer!“ Vergo wirbelte herum. Hatte er gerade wirklich Daves Stimme gehört? Um ihn herum war niemand, aber der Junge im Anzug spürte eine wohlige Wärme in seiner Brust. „Danke!“ flüsterte er dem hölzernen Grabmal zu und vergoss eine letzte Träne. Dann lächelte er. Er setzte seine Maske aufs Gesicht und drehte sich um. Er würde noch einmal ganz von vorne anfangen; sich neue Waffen und eine neue Kamera besorgen. Außerdem musste er, so sehr es ihn schmerzte, einen Nachfolger für Dave finden. Während er auf die Ruinen der Welt zuging wurde sein Grinsen breiter. Nicht einmal die Postapokalypse würde ihn aufhalten! Vergo würde niemals sterben!

Gleichzeitig saß ein Mann in einem gepanzerten Fahrzeug, das ihn weg vom neuen SCP-HQ fuhr. Er hatte ein blaues und ein grünes Auge doch beinahe markanter als das war sein boshaftes Grinsen. Wie viel Hoffnung hatte Sleepless geschöpft, als er die Güte der Menschheit spürte? Wie ernüchternd war die Erkenntnis, dass die Menschen genauso weitermachten wie bisher, als Dheunos besiegt war. Eines hatte er beim Kampf gegen den düsteren Gott gelernt: Die Menschen konnten durchaus gütig und rein sein, doch sie wollten es nicht.

Ihr gutes Herz war für sie nur Mittel zum Zweck. Der Sieg über Dheunos hatte bei Sleepless nur bewirkt, dass er sie noch mehr hasste. Er hatte Alex Nadezha auch mitgeteilt, was er dachte, als er ihm begegnete. Sollte der Messias doch sehen, wie toll die Welt wirklich war. Aber trotz allem hatte Alex auch ihn gerettet. Er musste lachen. Das war ein großer Fehler, denn er würde sicherlich keine Gnade kennen. Niemandem gegenüber. Sleepless wusste zwar nicht, wohin es ihn noch verschlagen würde, aber eines war ihm klar: Sein Weg war noch nicht zu Ende.

Und Alex dachte durchaus darüber nach, was Sleeples ihm gesagt hatte als er durch die Gänge des Hauptquartiers ging. Auch die Worte des Slenderman, die von Glukhovsky und die von Dheunos selbst beschäftigten ihn. War es wirklich wahr, dass die Menschheit verkommen war? Stimmte es, dass sie nur durch ihn das Gute in sich wiederentdeckt hatte? Und stimmte es auch, dass sie weitermachen würde wie bisher, jetzt da ihr Feind besiegt war? Hatte Dheunos doch recht gehabt und die Menschheit war nur Ungeziefer?

Nein! Alex ballte die Faust. Er selbst hatte immer an die Menschheit geglaubt und dieser Unterschied hatte es ihm ermöglicht, einen Gott zu besiegen! Jemanden, der nur an die eigene Macht geglaubt hatte. Im Grunde basierte der Kampf gegen Dheunos nur auf der Frage, wessen Philosophie die richtige war. Letztendlich basierte wohl jeder Konflikt darauf. Alex seufzte. War er der Einzige, der Gutes über die Bewohner der Erde dachte?

„Was hast du?“ fragte Jana die neben ihm lief. „Ich frage mich, wie es mit der Menschheit weitergeht.“ Antwortete er, „hast du Angst vor der Zukunft, Jana?“ „Ich weiß es nicht.“ Sagte sie ernst, doch dann begann sie zu lächeln. „Ich weiß nur, dass wir uns haben!“ „Ja!“ sagte Alex und küsste sie. Sie hatten sich. Und solange es Menschen gab die sich liebten, war die Zukunft wohl nicht so wichtig. Dies alles dachte Alex Nadezha als er die Hand seiner Geliebten hielt und die neue Basis der SCP-Foundation durchschritt.

Professor Doktor Eugen Nadezha saß derweil in seinem neuentstandenen Büro und betrachtete ein Foto, das auf dem Schreibtisch stand. Ein Bild seiner verstorbenen Frau. „Ach Katja…“ flüsterte er und schloss die Augen. Würde er sie je wieder sehen? Immerhin hatte Alex berichtet, dass ihm Isarnoms Geist erschienen war und Ben war ja schließlich auch ein Geist, warum also nicht? Andererseits war der grüne Junge ein wandelndes, erdgebundenes Gespenst. Außerdem wusste der Witwer aus einigen Quellen, dass man nur mit anderen Geistern kommunizieren konnte, wenn man selbst körperlich oder seelisch dem Tod nahe war. Eugen seufzte.

„Katja, wenn du ihn nur sehen könntest…“ Seinem Sohn war es zu verdanken, dass die Welt gerettet war und er hatte noch dazu eine hübsche und nette Freundin. Eugen lächelte traurig. Ein Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken. „Ja?“ rief er und ein Soldat mit einem schwarzen Beutel in der Hand betrat den Raum. „Ich soll Ihnen das hier bringen.“ Sagte er und legte den Sack auf den Schreibtisch. „Danke!“ sagte der Professor knapp worauf der Soldat salutierte und wieder ging.

Eugen öffnete den Behälter und es kam eine lilafarbene Kugel hervor, die an Kristall erinnerte. Die Waffe der Halter. Das letzte Überbleibsel von Dheunos apo Kémelom. Der Professor sah das Ding auf seinem Schreibtisch an. Seit der schreckliche Gott besiegt war, hatte die Kugel auf nichts mehr reagiert, dennoch wusste niemand, zu was sie noch im Stande war. Professor Nadezha fragte sich, ob es nicht besser gewesen wäre, die Kugel dem Slenderman zu überlassen. Andererseits war diese Kreatur noch immer zu unberechenbar.

Er stand auf, drehte sich um und ging zum Fenster. Sobald die SCP-Organisation ihre Arbeit wieder aufnahm, würden sie sich darum kümmern, die Kugel zu zerstören. Es musste auch mit der Überwindung des Bösen zu tun haben. Eugen lächelte. Die Foundation erholte sich langsam und der Welt würde es nicht anders gehen! Sicherlich würde es ein harter Weg werden, aber die Menschheit würde ihn beschreiten. Es war Zeit nach vorne zu sehen, denn auch wenn es Einige anders sahen, die Zukunft war der größte Schatz der Welt. Und sie würde sie sich niemals nehmen lassen.

„Ist doch wunderbar, so ein Happy End!“ sagte eine allzu bekannte Stimme hinter dem Professor. Ein Schock durchfuhr ihn, gepaart mit Entsetzen und Panik. Langsam und zitternd drehte er sich um.

 

Letzter Part: PhönixBearbeiten

Die violette Kugel schwebte vor ihm in der Luft, bevor sie sich zu verformen begann. Sie dehnte sich aus, schien sich zu verflüssigen und wurde unförmig. Ein Anblick, der Eugen an eine Lavalampe erinnerte. Eine lilafarbene Masse bildete sich, deren Form entfernt menschenähnlich war. Die beiden ‚Beine‘ sanken auf den Boden und gingen auf Professor Nadezha zu. „Nein! NEIN!“ keuchte dieser. Er fühlte unendliches Entsetzen, grausige Panik und schmerzende Hoffnungslosigkeit. Die Konturen der humanoiden Masse wurden nun schärfer und sie begann sogar, die Farbe zu wechseln. Die einstige Kugel hatte die Form eines Jungen mit schwarzen Haaren und schwarzen Augenringen angenommen. Eugen Nadezha sah sich Something Worse gegenüber. Aber das war nicht Something Worse. Das war Dheunos apo Kémelom in seiner menschlichen Gestalt.

„Nein! NEIN! NEEEIN! DAS IST UNMÖGLICH! UNMÖGLICH!!!“ schrie der Professor und spürte Tränen auf seinem Gesicht. „Unmöglich?“ Dheunos‘ Stimme klang nicht spöttisch oder arrogant wie sonst, sie war beinahe sanft. „Ich gebe zu es war knapp, sehr knapp. Aber Alex hatte Recht als er sagte, dass mir die ganze Zeit über ein Fluchtweg offen stand und Isarnom hatte Recht, dass es sinnlos wäre, mich in einem menschlichen Körper zu verstecken. Also wählte ich die Kugel, schließlich ist sie ein essenzieller Teil meiner Kraft. Und jetzt, wo ich direkt mit ihr verbunden bin, wird sie auch nicht mehr eigenmächtig handeln. Warum sonst glaubst du, hat sie noch einmal geleuchtet, als der Komponist bereits tot war?“

Eugen begriff langsam. Dheunos musste seinen Körper im letzten Augenblick verlassen haben um seiner endgültigen Vernichtung zu entgehen, vielleicht war es vor 5000 Jahren ja genau dasselbe gewesen. „Ich habe sogar Isarnoms Seele freigelassen. Jetzt besitze ich sie zwar nicht, aber er wird mir nie wieder im Weg stehen. Ganz zu schweigen von all den Seelen und Fähigkeiten, die ihr mich gekostet habt. Ich habe drei Monate gebraucht um mich davon zu erholen.“ Selbst als der Gott in Menschengestalt das sagte konnte man keine Wut in seiner Stimme hören.

„Aber…“ begann Eugen zitternd, „die Objekte haben doch auch Erinnerungen gespeichert! Heißt das, dass du dich an nichts erinnern kannst?“ „Nein!“ sagte sein Gegenüber ruhig, „ich erinnere mich an alles, aber es wäre sinnlos zu versuchen, dir meinen Körper zu erklären.“ Der Professor ging einige Schritte zurück und stieß mit dem Rücken an die Wand. Was sollte er jetzt tun? Er hatte weder eine Waffe, noch konnte er Hilfe rufen, gegen Dheunos wäre das wahrscheinlich sowieso zwecklos. Und nun? Sollte er versuchen, das Böse in sich zu besiegen? In seiner jetzigen Situation kam ihm das noch absurder vor.

„Warum?“ rief Professor Nadezha in seiner Verzweiflung, „wieso bist du zurückgekommen? Wirst du erst aufhören, wenn du uns alles genommen hast, was wir lieben? Wirst du erst aufhören wenn der letzte Mensch tot ist?“ „Tja, der Komponist ist vernichtet und wenn die Menschen erfahren, dass ich noch existiere, wird ihr Kampfeswillen wahrscheinlich brechen, was auch für Alex gelten würde. Im Ernstfall könnte euch der Slenderman auch nicht helfen. Es wäre das Logischste euch jetzt anzugreifen.“ Sagte der violette Todesengel und machte eine Pause, „aber ich werde es nicht tun.“

„WAS?“ schrie der Angesprochene und seine Kinnlade klappte nach unten. Das war das Letzte, womit er gerechnet hatte. Das Wesen in Jungengestalt lächelte melancholisch: „Ihr habt mich schon zweimal entgegen aller Wahrscheinlichkeit besiegt. Außerdem habe ich als Mensch ständig propagiert, dass Rache meistens nach hinten losgeht. Jetzt werde ich selbst auf Rache verzichten.“

„W-w-was hast du dann vor?“ fragte der ältere Mann fassungslos. Dheunos lächelte sanft. „Ich werde eure Welt verlassen. Es gibt so unendlich viele andere Wesen im Universum, Wesen mit deren Seelen ich meinen Körper und meine Fähigkeiten wiederherstellen kann. Außerdem gibt es noch immer die Legionsobjekte, die im Besitz meiner Feinde sind. Die werde ich mir auch noch zurückholen, schließlich sind das Teile meines Körpers und außerdem…“ wieder ein trauriges Lächeln, „…muss ich über Einiges nachdenken. Über euch und über mich.“ Eugen ertappte sich dabei, dass dieser nachdenkliche Junge ihm beinahe sympathisch vorkam, bevor dieser fortfuhr: „Doch sobald ich all das getan habe, werde ich zurückkommen und es endgültig zu Ende bringen. Ich kann nicht riskieren, dass das Wissen um meine Schwachstellen weiter besteht.“

Dheunos sprach offensichtlich von sehr, sehr langen Zeiträumen. Das war gut. So konnte sich die Menschheit im Notfall vorbereiten. Professor Nadezha schöpfte tatsächlich Hoffnung. „Warum gehst du nicht und bleibst für immer weg?“ fragte er, „du hast Recht! Wir kennen deine Schwachstelle, wieso glaubst du, dass du gewinnen wirst, wenn du nach langer Zeit zurückkommst? Du warst die größte Katastrophe unserer Geschichte, denkst du wir werden vergessen, wie man dich besiegt?“ Als Antwort darauf lachte der Junge leise. Es war kein höhnisches Lachen sondern klang richtig einladend. „Gerade du solltest wissen, dass der Mensch nicht aus der Geschichte lernt, Eugen. Im Gegenteil: Es ist eure Natur euch von euren Vorfahren abzugrenzen. Jede Generation ist ein unbeschriebenes Blatt…!“

Er machte wieder eine kurze Pause. „Vielleicht ist ja gerade das der Grund, warum ihr das Böse in euch so leicht überwinden könnt.“ Eine leichte Wut zeichnete sich auf dem Gesicht des Eroberers ab. „Ihr seid ein Paradoxon, das auch ich nicht verstehe! Aus all euren Errungenschaften habt ihr bisher Waffen hergestellt! Selbst aus eurem guten Herzen! Oder habt ihr das Böse in euch vielleicht gar nicht überwunden? Habt ihr euch vielleicht nur eingebildet, dass ihr es geschafft hättet? Hat Alex es euch denken lassen? War es der Placebo-Effekt, der mich besiegt hat?“ Dheunos ballte die Fäuste, dann beruhigte er sich wieder.

„Fragen über Fragen. Ich schätze du kannst mir darauf auch keine Antworten geben.“ Eugen schüttelte den Kopf. Insgeheim verfluchte er sich selbst. Hätte er die Kugel doch bloß dem Slenderman gegeben, statt sie direkt mitzunehmen und wegzuschaffen. Der Gesichtslose hätte mit Sicherheit gemerkt, dass der Feind noch lebt.

„Tja, ich denke, es ist alles gesagt.“ Der Junge sah dem Professor direkt in die Augen. „Dann bleibt nur noch eine Seele, die ich mir einverleiben muss, bevor ich diesen Planeten verlasse.“ Dieser Satz traf Eugen Nadezha wie ein Hammerschlag. Keuchend presste er sich noch stärker an die Wand hinter sich. „Warte!“ rief er, „du hast doch gerade gesagt, dass Rache meistens nach hinten losgeht!“ seine Stimme klang verzweifelt.

„Ich habe gesagt ‚meistens‘! Hast du wirklich gedacht, ich lasse dich am Leben? Ich kann Alex jetzt vielleicht nicht vernichten…“ Zum ersten Mal kehrte dieses boshafte Lächeln ins Gesicht des Jungen zurück, „aber ich kann ihn zur Vollwaise machen!“ Dheunos ging langsam auf den Professor zu. „Leb wohl, Eugen!“ sagte er während sein Körper violett zu leuchten begann. Es waren keine Lichtbahnen oder Wunden, wie bei Something Worse, es schien als würde sich ein menschlicher Körper wortwörtlich in Licht verwandeln. Eugen Nadezha schrie ein letztes Mal aus Leibeskräften, als der furchtbare Gott seinen Arm nach ihm ausstreckte.

Im Innenhof war eine Erschütterung zu spüren. Man konnte sehen, wie ein lilafarbenes Wesen aus dem Dach des Hauptgebäudes brach und sich in den Himmel erhob, wie ein Phönix aus boshafter Flamme. Mit nacktem Entsetzen starrten alle Menschen im Umkreis zur aufsteigenden Kreatur… und jedem der sie erblickte wurde die schreckliche Wahrheit bewusst. Dmitry Glukhovsky biss sich auf die Zähne. Wenn der Rest der Menschheit erfuhr, dass ihr Feind noch am Leben war würden wieder Massenpaniken und Anarchie ausbrechen. Wenn sich die Gesellschaft erholen sollte, müsste es geheim gehalten werden. Der Kommandant legte eine Hand an seine Waffe. Er würde es geheim halten. Notfalls mit Gewalt.

Dies alles war Dheunos apo Kémelom klar, als er durch die Wolkendecke brach und sich langsam Sterne am Tageshimmel abzeichneten. Die Menschen würden sich sicherlich nicht nachhaltig ändern, egal was geschah. Freude breitete sich in ihm aus, als er die Erdatmosphäre verließ. Endlich war er zurück. Er war frei, das Universum nach Lust und Laune zu durchstreifen.

Und nun, wo er im Menschen einen neuen Erzfeind gefunden hatte, war er wild entschlossen, seine Herrschaft wieder aufzubauen und mächtiger zu werden als jemals zuvor. Er würde sich unzählige Seelen einverleiben und die Legionsobjekte von seinen Feinden zurückerobern. Vielleicht würde er die Erde auch einige Male in menschlicher Gestalt besuchen bevor er seine eigentliche Rückkehr begann. Es konnte nicht schaden, die Fähigkeiten seiner Feinde noch etwas zu studieren.

Es würde eine Zeit kommen, in der sich alles was im Universum existierte vor ihm verneigte. Doch bis dahin war es noch ein langer, ungewisser Weg. Eines war Dheunos jedoch klar, als er in den ewigen Weiten des Kosmos verschwand: Die Menschheit würde ihn niemals vergessen! Er hatte ein Zeichen auf Eugen Nadezhas Körper hinterlassen. Ein Versprechen, dass er eines Tages zurückkehren würde.

Als Alex Nadezha und Jana Haal die Erschütterung spürten rannten sie zu allererst ins Büro des Professors, da die Quelle offenbar von dort kam. Alex hoffte inständig, dass alles in Ordnung sei, als er die Tür aufriss, doch er musste mit einem Entsetzensschrei feststellen, dass sein Vater bereits an der Wand zusammengebrochen war. Sie untersuchten ihn nach Lebenszeichen, doch sie mussten unter Schreien und Tränen erkennen, dass es bereits zu spät war. Der Professor war tot und sie hatten es nicht verhindern können.

Obwohl Alex und Jana deutlich machten, dass man keine Todesursache feststellen würde, wurde die Leiche untersucht. Ohne Ergebnis. Eugen Nadezha starb ohne, dass man Gewalt oder sonstige physische Einflüsse an ihm feststellen konnte. Das Einzige, das sich an seinem Körper verändert hatte, waren zwei tiefschwarze Augenringe.

NegativeRoot (Diskussion) 00:34, 18. Okt. 2014 (UTC)

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