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Warum bin ich heute so traurig? Die anderen sehen so glücklich aus. 

Epimeleia

Sie lachen und springen voll Freude aus dem Bus. Einer schubst mich sogar fast um, als ich aussteigen will. Mit einem seufzenden Laut setze ich meinen Fuß auf den grauen Asphalt. Ich gehe an dem Schulgebäude vorbei, folge den fröhlichen Gesichtern und sehe eine mögliche Antwort auf meine Frage:

Die Sporthalle.

Bis heute verstehe ich nicht, wie man Spaß am Sportunterricht haben kann: Er ist anstrengend, diejenigen, die nicht so gut sind wie die 80%, die in einem Verein sind, werden ausgelacht und nach dem Unterricht ist man einfach nur KO. Vielleicht liegt meine Abneigung diesem Unterricht gegenüber daran, dass ich der einzige Junge in meiner Klasse bin, der kein Fußball spielt, und mich dazu, obwohl ich relativ dünn bin, beim Sport mehr als unbeholfen anstelle. Womit ich folglich jedes Mal in der Schule rechnen muss, kann man sich sicher nur zu gut vorstellen… Und dass ich heute gleich in den ersten beiden Stunden Sport bei meinem Hasslehrer, Herrn Luthers, habe, hebt meine Stimmung auch nicht gerade.

Allerdings habe ich auch gehört, dass heute eine Schülerin aus meinem Englischkurs von ihrem Austauschjahr zurückkommt. Und ich kann mich nicht mehr an ihren Namen erinnern… Ob ich sie wiedererkenne, wenn ich sie sehe? Ich sollte weniger darüber nachdenken, ob mein Gedächtnis  noch funktioniert, als darüber, wie ich die nächsten zwei Sportstunden überlebe. Jetzt, wo ich den Eingang zur Sporthalle sehe, kommt mir der Gedanke, dass über dem Eingang ein Schriftzug fehlt:

„Ihr, die ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.“                                                                                                                                                        

                                                                                                                                                                                                                                             

Die 90 Minuten habe ich mehr oder weniger gut überstanden, okay, was heißt gut: Beim Völkerball habe ich ständig vom gegnerischen Team den Ball gegen den Kopf bekommen und der Kopf tut mir immer noch davon weh. Jetzt habe ich 15 Minuten Pause – und gleich danach Latein.

Großartig.

Als ob der Tag nicht noch schlimmer werden könnte.

Na ja, ein wenig verschönern kann ich ihn mir schon…

Mehr schlurfend als gehend bahne ich mir den Weg zur Warteschlange der Cafeteria. Es stehen nicht so viele Leute an wie sonst, daher komme ich ziemlich schnell dran. Ich kaufe mir Pommes, einen Schokoriegel und eine Flasche Fanta. Das übliche eben, so wie immer, wenn ich zehn Stunden am Stück habe. Nachdem ich bezahlt habe, mache ich mich auf die Suche nach einem freien Tisch.

Allerdings haben sich schon fast überall andere Schüler breitgemacht, also muss ich mich weiter nach hinten durchkämpfen. Dort in der Ecke ist ja noch ein Tisch frei. Na, sieh mal einer an, manchmal habe ich auch so etwas wie Glück. Ich mache es mir bequem und will mir die Pommes schmecken lassen.

Doch kaum nach zwei Bissen bemerke ich etwas, das mir gar nicht gefällt.

Zwei Tische weiter belästigen zwei Siebtklässler ein junges Mädchen.

Zuerst sind es nur ein paar blöde Sprüche, doch nach einer Zeit fangen die zwei an, sie zu schubsen.

Ich höre zwar, dass sie die Jungen bittet, damit aufzuhören, aber – was erwartet man? – viel Erfolg hat sie damit nicht.

Jetzt zieht ihr einer an den Haaren. Ihre einzige Reaktion ist ein verzweifelter Schmerzensschrei.

Warum wehrt sie sich nicht? Sie scheint mindestens 16 Jahre alt zu sein!

Einige beobachten das Spektakel wie ich, aber niemand unternimmt etwas. Manche schauen sogar demonstrativ weg.

Nein, das kann ich mir nicht länger ansehen.

Ich stehe auf, gehe zu den beiden Jungen, reiße sie von dem Mädchen weg und ermahne sie:

„He, ihr Zwerge,  wenn ihr jemandem auf den Wecker gehen wollt, macht das gefälligst untereinander! Sie hat euch nichts getan! Lasst sie in Ruhe!“

Vielleicht ist es nur deswegen, weil ich für mein Alter ziemlich groß bin, aber die Jungs  treten tatsächlich enttäuscht murmelnd den Rückzug an.

Ich wende mich dem Mädchen zu:

„Alles okay bei dir?“

Sie mustert mich einen kurzen Moment neugierig.

Urplötzlich wirft sie sich mit einer heftigen Umarmung auf mich, als wäre ich ihr lang verschwundener Bruder.

„Oh, Patroklos!“, jauchzt sie vor Freude.

Moment mal…

„Äh… Patroklos?! Ich heiße Ignaz.“, stammele ich verwirrt.

Welche Eltern nennen ihr Kind denn bitteschön Patroklos? So ein schräger Name! Obwohl… Ignaz klingt auch nicht viel besser…

Beschämt lockert das Mädchen seine Umarmung und meint: „Oh, entschuldige. Ich dachte, du wärst mein Bruder. Du siehst genauso aus wie er!“

Ganz genau weiß ich nicht, wie ich darauf antworten soll. Soweit ich weiß, bin ich an meiner Schule der einzige Junge, der mit blonden verwuschelten Haaren im Gebäude umhergeistert. Daher belasse ich es bei einem simplen: „Wirklich? Na, so ein Zufall.“

„Ja, find´ ich auch! Ach ja, so geht´s mir eigentlich ganz gut, hehe…“

„Warum hast du dich eigentlich nicht gewehrt?“, will ich wissen.

Beschämt weicht sie meinem Blick aus.

„Ähm… weil… ich… weil ich Angst hatte…“

„Angst?! In welche Klasse gehst du eigentlich?“

„In die elfte.“

„Nee, du willst mich jetzt verarschen, oder?“, frage ich sie ein wenig verdutzt, „die zwei waren, wenn überhaupt, Siebt- oder Achtklässler! Da willst du mir als Elftklässlerin doch nicht sagen, dass du vor diesen I-Dötzchen Angst hattest!“

Wieder bringt sie nur ein verlegenes Lächeln zustande.

„Na ja, egal, die Sache ist nochmal gut gelaufen. Nächstes Mal solltest du dich allerdings auch mal selbst  zur Wehr setzen, okay?“

„Okay…“, flüstert sie schon fast.

„Ach, ich hab dich noch gar nicht nach deinem Namen gefragt.“

„Oh, ich? P-...“

Sie stockt, findet aber schnell ihre Sprache wieder.

Patrizia…

Warte mal…

Jetzt fällt es mir wieder ein!

Der Name meiner Mitschülerin war Patrizia!

Ob sie wohl…

„Patrizia? Kann es sein, dass du mit mir in der neunten und zehnten Englisch bei Herrn Hansens hast?“

„Ähm… ja, stimmt.“

Sie überlegt kurz.

„Ignaz, richtig?“

„Jep.“

„Ich hab dich zuerst gar nicht wiedererkannt. Tut mir leid.“

„Warum? Ich dich doch auch nicht. Warst halt ´ne lange Zeit weg. Sag mal, hast du eigentlich…“

Bevor ich meinen Satz beenden kann, klingelt es.

Na, super.

Und ich habe noch nicht einmal drei Viertel meiner Pommes aufgegessen.

Um die Fanta und den Schokoriegel mache ich mir keine Sorgen, aber einige Dinge schmecken einfach nicht, wenn sie kalt sind…

„Wir müssen wohl so langsam los. Du hast doch jetzt in Raum B234, oder?“

Ich staune selbst, dass ich mich wieder daran erinnern kann.

„Ja, hab ich.“

„Dann können wir ja zusammen dorthin, ich hab gleich nebenan.“

„Okay, P-… ich meine… Ignaz.“

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

Zusammen gehen wir die Treppen zum zweiten Obergeschoss hoch.

Die Pommes habe ich schweren Herzens entsorgt, während meines Smalltalks sind die ehemals warmen, weichen Stäbchen kalt und knüppelhart geworden. Na ja, was soll´s.

Da mein Lehrer immer etwas später kommt, nutzen wir die Zeit, um uns etwas über Patrizias Auslandsaufenthalt zu unterhalten. Sie erzählt mir lustige Sachen, zum Beispiel, dass einige Amerikaner sie gefragt haben, ob es bei uns in Deutschland Strom gäbe oder ob alle Deutschen in Lederhosen rumlaufen.  Ich frage mich, wann ich in den Pausen zum letzten Mal so viel gelacht habe. Patrizia ist beim Erzählen zwar immer noch etwas schüchtern, aber vom verängstigten, hilflosen Mädchen von vorhin ist nichts mehr zu erkennen. Ehrlich gesagt bin ich froh darüber. Doch bevor ich ihr davon berichten kann, was sie in der Schule verpasst hat, höre ich hinter mir eine tiefe, bedrohliche Stimme:

„Ey, du! Bist du der Typ, der sich vorhin mit meinen kleinen Brüdern angelegt hat?“

Ich drehe mich um.

Da sind die zwei kleinen Rotzgören, die Patrizia in der Pause belästigt haben, begleitet von einem riesigen Muskelprotz, der eine Kappe und ein Tanktop trägt.

Er ist einen guten Kopf größer als ich.

„Ähm… Moment mal, ich kann die Sache erkl…“, fange ich an, doch der Goliath packt mich brutal an den Schultern und drängt mich gegen die Wand.

„Ach, willste jetzt verhandeln, kleiner Scheißer?! Biste zu feige, dich mit jemandem von deiner Größe anzulegen oder was?!“

Ich stottere: „V-v-vielleicht wäre es von Vorteil, wenn du wüsstest, was deine Brüder mit meiner Freundin gemacht ha-…“, doch der Junge schneidet mir wieder das Wort ab:

„Weißt du was, Hosenscheißer? Ich vertraue meinen Jungs, ich glaube ihnen jedes Wort, und die haben mir gesagt, dass du angefangen hast! Und die Blondine.“ Er nickt rüber zu Patrizia.

Warte mal…

Warum lächelt sie so süffisant?

Findet sie das etwa lustig?

Und egal, welchen Grund sie dafür hat…

Warum stehen alle nur da?

Plötzlich meldet sich Patrizia zu Wort:

Lass ihn los.

Der Muskelprotz schaut sie schief an.

„Ich sag´s gerne nochmal: Lass – ihn – los.“, wiederholt Patrizia, dieses Mal langsamer, als ob sie wollte, dass er ihre Worte auch genau versteht.

Seltsamerweise lässt er tatsächlich von mir ab und dreht sich zu ihr.

„Hey, Blondie. Kann es sein, dass du etwas von mir willst?“, fragt er.

Patrizia hat immer noch dieses komische überlegene Grinsen auf den Lippen.

„Meinst du nicht auch, dass wir das auf die sanfte Tour regeln sollen?  Wir zwei scheinen ja das Hauptproblem hier zu sein, daher finde ich ein Gespräch sehr angebracht.“

Sie sagt das mit einer solchen Selbstsicherheit, dass ich sie kaum noch wiedererkenne.

Was ist nur mit ihr los?

„Nun…“, fängt der Junge gehässig an, „Es gibt durchaus Tage, an denen ich mich wie ein Gentleman benehmen kann… Aber…“

„IGNAZ TIORASKI! WARUM BIST DU NICHT IM KURSRAUM?!“

Herr Thornis, mein Lateinlehrer, der mich wegen meiner eher mäßigen Übersetzungskünste nicht besonders gut leiden kann – und das ist noch milde ausgedrückt - ist die Treppe hochgehetzt und zu mir gerannt, ohne dass ich es bemerkt hatte.

Ich versuche, ihm die Situation zu erklären: „H-Herr Thornis, es gibt da ein Problem mit…“

„OH, JA, DAS PROBLEM IST, DASS WIR ZWEI WOCHEN KEINEN UNTERRICHT HATTEN UND DU GLAUBST, DASS EIN KAFFEEKLATSCH MIT FREUNDEN WICHTIGER SEI ALS ZU LERNEN! ABMARSCH!“

„Aber Herr Thornis…“

„ABMARSCH!!!“

Eingeschüchtert tue ich, was er sagt, drehe mich im Gehen nochmal zu Patrizia um.

Sie zwinkert mir zu, als wollte sie sagen: „Keine Sorge, ich kriege das schon alleine hin!“

Ich verstehe es nicht.

Was hat Patrizia bloß vor?                                                                                                                                                                

                                                                                                                                                                                                                                                                                             

Die Zeit zieht sich in die Länge wie Kaugummi. Erst werde ich andauernd in Latein drangenommen, dann folgt mein Deutsch-Leistungskurs mit einem langweiligen Vortrag über Expressionismus und dann kriege ich es in Mathe noch nicht mal zustande, die Extremstellen einer e-Funktion zu berechnen.

Na ja, Englisch wird dagegen viel entspannter sein, da uns Herr Hansens versprochen hat, dass wir uns heute eine Verfilmung von Shakespeares „Romeo und Julia“  anschauen.

Ob Patrizia auch kommt?

Ob es ihr wohl gut geht?

Was, wenn ihr dieser komische Typ…?

Aber ich sehe sie vor dem Raum stehen, und sie scheint sehr glücklich zu sein.

Zusammen gehen wir rein und setzen uns.

„He, sag mal, was ist eigentlich passiert, nachdem… mich mein Lateinlehrer weggescheucht hat?“

Patrizia kichert: „Ach, nichts Schlimmes! Ich hab mit dem Typen geredet – übrigens heißt er Thorsten – und wir konnten uns noch einigen, dass seine Brüder uns jetzt in Ruhe lassen. Die Sache ist jetzt geklärt. Du hättest dabei sein müssen! Das ist eigentlich ein ganz umgänglicher Kerl, er war halt vorher total sauer.“

Pff, umgänglich?

Meine Schultern tun mir immer noch etwas vom Angriff dieser Killermaschine weh.

„Na ja, aber so ein Verhalten ist nicht gerade angemessen für einen Gymnasiasten, findest du nicht auch?“, frage ich etwas verhalten.

„Och, so ist die Pubertät eben! Manche kommen besser damit klar, manche halt nicht.“

Mannomann, Patrizia scheint wirklich ein kleines Naivchen zu sein.

„Ach ja, Ignaz…?“

„Ja?“

„Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich heute etwas zu dir nach Hause kommen würde? Ich muss um 18:00 Uhr meinen Cousin vom Fußballtraining abholen und wenn ich nach Hause gehe, müsste ich gleich schon wieder zurück zu ihm.“

Ungläubig runzele ich die Stirn.

„Wohnst du wirklich so weit weg?“

„Ja, leider. Ist auch nur ´ne Frage. Ich meine, wenn du nicht…“

„Nein, nein, du kannst ja zu mir.“

Nicht, dass ich große Lust darauf hätte, aber sie ist gerade erst von ihrem Austauschjahr zurückgekommen und ich will nicht unhöflich sein.

„Wirklich? Oh, das ist toll! Danke, Ignaz!!!“

Wieder umarmt sie mich stürmisch, wie bei unserer ersten Begegnung, lässt mich aber genauso schnell wieder los und murmelt beschämt: „Oh… ´tschuldigung… manchmal bin ich ein wenig… spontan…“

„Kein Problem.“, antworte ich reserviert, obwohl ich ihr Verhalten schon etwas seltsam finde.

Herr Hansens kommt rein und ich sehe, dass er eine DVD in der Hand hält.

Die Doppelstunde ist gerettet…

Nach der Schule mache ich mich mit Patrizia auf den Weg nach Hause.

Damit die Stimmung nicht in den Keller geht, versuche ich, sie mit witzigen Sachen in der Schule, die sie verpasst hat, bei Laune zu halten. Na ja, für mich zumindest sind sie witzig. Wenigstens kichert sie oder muss grinsen, wenn ich ihr erzähle, wie Fabio schon zum x-ten Mal vergessen hat, seinen Namen auf die Klausurbögen zu schreiben und der Lehrer das, was seine Schrift sein sollte, nicht mal mit einer Lupe entziffern konnte oder ein paar Jungs aus meinem Geschichtskurs Jasper ins Mädchenklo geschubst haben.

Endlich sind wir da.

Es ist nur ein kleines Haus, aber groß genug für eine dreiköpfige Familie.

Wir gehen rein.              

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

„Mama, Papa, ich bin wieder zu Hause! Und ich hab eine Freundin mitgebracht!“

„Was? Wie? Freundin?“

Mein Vater kommt mir als erster entgegen.  Er hat noch seinen Anzug an, weil er erst vor Kurzem  angekommen ist.

Erstaunt blickt er erst Patrizia, dann mich an.

„Hast du mir nicht mal gesagt, dass du viel zu schüchtern bist, um ein Mädchen anzusprechen?“

„PAPA!!!“, stoße ich empört aus. Ich kann förmlich spüren, wie mir das Blut in den Kopf steigt.

Mein Vater grinst und meint: „Nein, alles in Ordnung. Ich freue mich für dich!“ Er wendet sich Patrizia zu: „Und du heißt…?“

„Patrizia.“, antwortet sie.

„Patrizia? Das ist aber ein schöner Name! Sag mal,…“

„Essen ist fertig!“, kommt es aus dem Esszimmer.

„Ja, wir kommen sofort!“, ruft mein Vater meiner Mutter zu und fragt Patrizia: „Hast du auch Hunger? Du kannst gerne mit uns essen.“

Lächelnd antwortet Patrizia: „Oh, das ist super, ich sterbe vor Hunger! Vielen Dank, Herr Tioraski!“      

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

Es hat nicht lange gedauert, bis Patrizia von meinen Eltern schon fast wie ihre Tochter behandelt wurde.

Während des Essens unterhalten wir uns angeregt über die verschiedensten Themen, vom Austauschjahr über die Schule bis hin zur Neueröffnung des Zoos in der Nähe.

Na ja, was heißt „wir“: Meine Eltern und Patrizia unterhalten sich angeregt.

Ich stochere eher lustlos in meinen Spaghetti rum und höre zu, sage vielleicht ein, zwei Worte, aber halte mich ansonsten zurück. Ehrlich gesagt interessiert mich das Gespräch auch nicht wirklich.

Mein Vater ist zuerst fertig und bietet sich freiwillig fürs Abwaschen an.  Wir haben zwar einen Geschirrspüler, aber für meinen Vater ist das so etwas wie ein Ausgleich zur Arbeit.

Mittlerweile bin ich auch schon fast fertig und schaue auf die Uhr: 17:35 Uhr. Wenn alles gut läuft, muss ich Patrizia nicht mehr so lange aushalten.

Warum habe ich ihr eigentlich nochmal zugestimmt, sie mitzunehmen? Ach, stimmt ja: Weil ich nicht „nein“ sagen kann.   Manchmal bin ich einfach nur feige. Gut, feige kann man hier auch nicht sagen, vielleicht eher, dass ich zu nett bin. Nein, das passt irgendwie auch nicht…

Plötzlich klingelt das Telefon.

Mein Vater nimmt ab, ist einen kurzen Moment still und meint: „Ja, klar, einen Moment.“

Dann dreht er sich zu mir und sagt:

Ignaz, für dich.

Für mich?

Welche Person hätte einen Grund dazu, mich anzurufen?

In der Schule bin ich eigentlich ganz passabel, ein Lehrer kann es schon mal nicht sein. Ich habe aber auch nicht viel mit meinen Mitschülern am Hut und bin auch kein Mitglied eines Vereins.

Verdutzt stehe ich auf, gehe zu meinem Vater und nehme zögerlich den Hörer.

„Hallo…?“, frage ich vorsichtig.

Eine vertraute, tiefe, bedrohliche Stimme dröhnt mir entgegen.

„Ey, du bist doch Ignaz, oder?“

Verdammt.

Es ist Thorsten.

 „J-j-ja, bin ich.“, stottere ich.

Von jemandem angerufen zu werden, der einen beinahe verprügelt hätte, ist mir sehr unangenehm, aber eine Sache kommt mir auch komisch vor:

„Woher hast du meine Nummer?“

„Hab ´nen Freund aus deinem Geschichtskurs gefragt. Hör mal, das inner Schule – sorry deswegen, Beschützerinstinkt von mir. Wollt´ dir aber was anderes sagen. Die Blondine – Patrizia – ist die bei dir?“

Ich befinde mich gerade im Flur, Patrizia redet immer noch mit meiner Mutter im Esszimmer,  und mein Vater ist wieder am Abwaschen, allerdings könnte sie mein Gespräch immer noch mithören.

„Nein. Warum?“, frage ich mit gedämpfter Stimme.

„Weil du dich lieber von ihr fernhalten solltest. Die kleine tut vielleicht hilflos und unschuldig, aber das is´ bloß Fake.“

„Erklär das mal genauer.“

Dass sie schwer zu durchschauen ist, weiß ich selber, aber ich will mehr wissen.

„´kay: Als dein Lehrer dich weggepfiffen hat, hat sie mir vorgeschlagen, nach draußen zu gehen, um zu reden. Ich also mit ihr nach draußen, sie führt mich in eine Sackgasse, an der nur selten Leute vorbeikommen. Ich hätte mich lieber nicht drauf einlassen sollen.“

„Was ist denn passiert?“, hake ich nach.

Irgendwie bekomme ich ein seltsames Ziehen im Bauch.

Etwas sagt mir, dass ich eigentlich gar nicht wissen will, was er erlebt hat.

Thorsten stöhnt, es klingt so, als ob er wütend, verletzt und verzweifelt zugleich wäre.

 „MEIN ARM! SIE HAT MIR MEINEN VERDAMMTEN ARM GEBROCHEN!!!“, schreit er fast.

Wegen der Lautstärke muss ich den Hörer kurzzeitig etwas vom Ohr weghalten und habe Angst, dass Patrizia etwas davon mitbekommt.

„Warte mal, sie hat dir was?“, flüstere ich.

„Den Arm gebrochen! Hätte um ein Haar auch den anderen erwischt, wenn ich mich nicht gewehrt hätte! Als sie sicher war, dass keiner in der Nähe war, hat sie mich mir nichts, dir nichts gepackt und mir den linken Arm gebrochen. Hat sogar noch drauf rumgetrampelt, als ich am Boden lag, das kleine Biest! Den rechten Arm wollte sie mir auch brechen, aber ich hab sie noch wegdrücken können, wie auch immer ich das geschafft hab. Dann ist sie abgehauen, schneller als der Teufel vorm Weihwasser. Und jetzt bin ich im Krankenhaus, weil mich zum Glück jemand gefunden hat. Die sagen, mein rechter Arm wäre nur gezerrt, nach ein paar Tagen wäre wieder alles okay, aber die Knochen in meinem linken Arm wären so zersplittert, dass man da nichts mehr retten könnte.“

Während des gesamten Vortrags habe ich vergessen, zu atmen.

Patrizia hat Thorsten den Arm gebrochen?

Einem Jungen, der schätzungsweise zehnmal stärker ist als sie?

Es fällt mir schwer, mir das bei ihrer eher zierlichen Figur vorzustellen.

„Ey, Ignaz, biste noch dran?!“

„J-ja, bin noch dran! Es ist nur so, da…“

„Gut. Ich sag´s dir nochmal: Halt dich von ihr fern. Versuch, die Polizei anzurufen oder...“

„Moment mal, warum hast du das denn nicht getan?“, falle ich Thorsten ins Wort.

Bei einem so betont coolen Typen wie ihm ist es schon seltsam, dass er jemanden um Hilfe bittet.

Einen Moment lang sagt er nichts, doch dann antwortet er aufgeregt:

„Weil ich Angst habe. Ich habe Angst vor ihr. Ich habe eine Scheißangst vor ihr! Deshalb mach, was ich sage: Geh ihr aus dem Weg, wechsel die Schule oder sonst was! Aber lass dich nicht mit ihr ein!“

„Ähm… okay…“ Mehr bringe ich nicht über die Lippen.

„Ach ja, Ignaz!“

„Ja?“

„Vielleicht kannst du ja was damit anfangen, ich kann mir jedenfalls keinen Reim drauf machen: Als sie mich angegriffen hat, hat sie etwas total Komisches gesagt.“

„Was denn?“, frage ich.

„Sie hat gesagt…“

Thorstens rauer Bass wandelt sich in ein säuselndes Falsett:

Ich muss dich doch beschützen, Patroklos…

Mir wird gleichzeitig kalt und heiß.

Patroklos – so hat mich Patrizia genannt, nachdem ich die Siebtklässler zurechtgewiesen hatte.

Was hat das zu bedeuten?

Was habe ich mit der Sache zu tun?!

„Und dabei hatte sie noch so ein psychomäßiges Grinsen auf den Lippen. Ich würde mich jetzt, glaub ich, nur noch wiederholen, daher denke ich, lassen wir´s jetzt auch. Aber bitte, Ignaz, bitte – halt dich von Patrizia fern!

Klick.

Aufgelegt.

Beim letzten Satz hat er schon fast panisch geklungen, als hätte ihm jemand ein Messer an die Kehle gehalten.

Ist das wirklich wahr?

Hat ihm Patrizia das tatsächlich angetan?

Hätte er gelogen, hätte er nicht so geklungen. So eine Panik kann man nur sehr schwer vortäuschen und ich glaube, auch das Piepen von Messgeräten während des Telefonats gehört zu haben.

Aber wenn das so ist, dann…

„Ignaz? Alles in Ordnung mit dir?“

Neben mir steht Patrizia. Sie sieht mich besorgt an.

Schnell versuche ich, meine Angst zu überspielen: „Ja, alles gut. Ein Mitschüler hat mich angerufen, weil meine ehemalige Biolehrerin allen Schülern eine 6 gegeben hat, obwohl in ihrem Test Dinge vorkamen, die sie noch gar nicht durchgenommen hatten.“

Manchmal staune ich darüber, wie gut ich improvisieren kann.

„Echt? Was ist das denn für ´ne Lehrerin? Da müsste man mal den Direktor einschalten. Na ja, weißt du, ich muss jetzt unbedingt los, meinen Cousin abholen, hab ein bisschen getrödelt.“

„Okay. Hoffe, es hat dir hier gefallen.“, sage ich.

Patrizia schwärmt: „Au ja! Vielleicht komme ich irgendwann nochmal hier vorbei! Da hättest du doch nichts gegen, oder?“

„Wir schauen mal.“, antworte ich ausweichend.

„In Ordnung! Von deinen Eltern hab ich mich schon verabschiedet. Ich würde gern noch länger bleiben, aber ich muss jetzt wirklich abhauen.“

„Kein Problem.“, meine ich tonlos.

Ich bringe sie zur Tür, sage ihr „Tschüss“ und warte noch kurz, bevor ich die Tür schließe.

Patrizia hüpft fröhlich den Gehweg entlang, als ob heute nichts Schlimmes passiert wäre.

Das Mädchen ist mir etwas unheimlich.

„Mensch, Ignaz, du hast uns nicht gesagt, dass du so ´ne tolle Freundin hast!“, bemerkt mein Vater, während er mir auf die Schulter klopft. Vor Schmerzen schreie ich auf, obwohl er nur leicht geklopft hat.

„Was ist los?“, fragt mein Vater besorgt.

„Ich… ich brauch mal ´n Moment für mich.“, flüstere ich, stapfe an meinem Vater vorbei, gehe die Treppen zu meinem Zimmer hoch und schließe mich ein. Vor meinem Spiegel ziehe ich mein T-Shirt aus. Meine rechte Schulter sieht noch ganz in Ordnung aus, aber auf meiner linken Schulter prangt ein dicker blauer Fleck. Vermutlich vom Streit mit Thorsten. Das wird wohl ein paar Wochen dauern, bis der Fleck weggeht…

„Ignaz! Alles gut bei dir?“, fragt mein Vater vor der Tür. Er versucht, sie zu öffnen, aber da ich sie vorher abgeschlossen habe, kommt er nicht rein.

„Ja, alles gut, warte nur kurz, ich mach gleich die Tür auf.“

Von wegen „alles gut“. Erst die komische Begegnung mit Patrizia, dann Thorsten, dann das Telefongespräch und jetzt noch der blaue Fleck.

Ist das ein Traum?

Oder eher gesagt: Ist das ein Alptraum?

Schnell ziehe ich mir das T-Shirt wieder an und schließe die Tür auf.

Mein Vater kommt rein.

„Sag mal, Ignaz, ist irgendwas in der Schule passiert?“, will er wissen.

„Nein, Papa, alles okay.“, lüge ich.

„Aber warum hast du vorhin geschrien? Hat dir jemand etwas getan?“

„Nein, Papa.“ Ich versuche, so überzeugend wie möglich zu klingen, aber ich merke, dass mein Vater mir nicht glaubt.

„Zieh mal dein T-Shirt aus.“

„Aber Papa…“

„Bitte zieh dein T-Shirt aus. Ich mache mir Sorgen um dich. Irgendwas stimmt heute nicht mit dir.“

Recht hat er. Widerwillig tue ich, was er sagt.

Als er den blauen Fleck auf meiner Schulter sieht, ringt mein Vater schockiert um Atem.

„Großer Gott, was ist das?! Was ist passiert?! Wer hat dir das angetan?!!“

„Papa, es ist nichts…“, versuche ich, die Sache herunterzuspielen, aber damit habe ich keinen großen Erfolg.

„Nichts? Dieser blaue Fleck ist nichts?! Junger Mann, bei allem Verständnis, aber du kannst das doch nicht einfach so hinnehmen! Das ist Körperverletzung! Du musst den, der das getan hat, unbedingt zur Rede stellen, mit seinem Lehrer reden! Nein, gleich zum Direktor! Und weißt du was? Morgen fahren wir mit dir zum Arzt, damit er untersuchen kann, ob wirklich alles `okay´ mit dir ist.“

„Aber Papa, morgen habe ich meine beiden Leistungskurse…“, wende ich ein.

„Noch bist du nicht volljährig. Und ich will sichergehen, dass –wem auch immer du das zu verdanken hast – dass diese Person dir nichts gebrochen hat!“

Gebrochen…

Warum muss ich jetzt schon wieder an Patrizia denken?

„Ignaz, ich lasse dich jetzt meinetwegen in Ruhe, aber morgen möchte ich, dass du mit uns zum Arzt gehst.“

„Okay…“

Eine andere Antwort hätte er nicht akzeptiert.

                                                                                                                                                                                                               

Jetzt sitze ich also am Schreibtisch, mache Hausaufgaben, meine Mutter bringt mir leckeren Pfefferminztee, stellt mir dieselben Fragen wie mein Vater, versucht, alle Infos aus mir rauszuquetschen, aber ich weiche ständig aus oder blocke ab.

Die Hausaufgaben sind fertig, ich surfe noch ein wenig im Netz, schaue mir lustige Videos von Monty Python an.

Wieder kommt mein Vater rein und setzt sich auf die Schreibtischkante:

„He, ich wollte nur kurz nach dir sehen. Du machst auf mich einen ganz schön traurigen Eindruck. Hör mal, ich will dir doch nichts Böses. Mama und ich – wir wollen nur, dass es dir gut geht, und wir können dir nun mal nicht helfen, wenn du uns nichts sagst. Vielleicht solltest du einfach mal…“

„Kevin, ich hab ´ne gute Nachricht für dich!“

Mit hastigen Schritten rennt meine Mutter in mein Zimmer. Durch den Schwung stolpert sie über ihre Beine und stößt meinen Vater.

Der fällt vornüber, versucht, sich mit seinen Armen abzufangen – und landet auf mir.

Ich kippe mit meinem Drehstuhl nach hinten, ein stechender Schmerz explodiert in meiner linken Schulter – mein Vater kann nichts dafür – mir wird schwarz vor Augen, aber ich versuche, stark zu bleiben und einen Schrei zu unterdrücken.

Trotzdem kann ich mir ein mehr oder weniger leises Stöhnen nicht verkneifen.

Erschrocken stehen meine Eltern auf.

„Oh nein, Ignaz! Alles okay?!“, fragt meine Mutter entsetzt.

„Ja… es geht…“, antworte ich. Meine Schulter fühlt sich an, als würde sie jeden Moment aufplatzen.

„Kannst du aufstehen? Komm, ich helf dir hoch!“, bietet mein Vater an.

Ich nehme seine Hand und komme mühsam wieder auf die Beine, versuche, zu lächeln.

„Alles gut. Ach ja, Mama, was ist denn passiert?“

„Dein Vater hat eine Bestätigung für die Teilnahme an der Fernsehsendung bekommen. Du weißt ja, diese Quizshow. Aber ich mache mir da ehrlich gesagt mehr Gedanken um dich…“

„Ach nein, musst du nicht. Wisst ihr was? Ich hau mich jetzt einfach etwas aufs Ohr, war heute ein anstrengender Tag, dann müsst ihr auch nicht alle paar Minuten kommen, um nach mir zu sehen.“

„Machst du das wirklich?“, will meine Mutter wissen.

Wahrheitsgemäß antworte ich: „Natürlich mach ich das.“ Ich bin tatsächlich sehr müde und vielleicht können etwas Schlaf und Ruhe die Schulterschmerzen zumindest etwas lindern.

„Okay, dann schlaf gut. Aber denk dran, morgen fahren wir zum Arzt!“

„Ja… gut…“

Meine Eltern gehen aus dem Zimmer und schließen die Tür.

Wie nervig, dass ich jetzt noch meinen Laptop ausschalten muss, aber ein Gymnasiast muss tun, was ein Gymnasiast tun muss.

Ich schalte das Licht aus, taste mich blind zu meinem Bett und lasse mich, ohne mich vorher umgezogen zu haben, bäuchlings auf die Matratze fallen.

Die Bettdecke brauche ich nicht, allein das Kissen genügt, um mich schnell ins Reich der Träume zu locken…

                                                                                                                                                                                                                                                                                             

Als ich wieder aufwache, zeigt meine Digitaluhr 22:30 Uhr an.

Mir tut immer noch die linke Schulter weh, aber nicht mehr so extrem wie vorher.

Mist, ich habe vergessen, meinen Tornister zu packen.

Oh, stimmt ja: Morgen werde ich zum Arzt gebracht.

Vielleicht kann ich ja noch ab der dritten Stunde dazustoßen.

Vorsichtig stehe ich auf und suche meine Sachen zusammen: Musikheft und –buch, Physikbuch und Collegeblock – igitt, Physik! - , Schnellhefter für Spanisch, meinen Laptop für den Fall, dass ich mein Deutschreferat halten muss, mein…

Plötzlich höre ich einen lauten Schmerzensschrei.

Die Stimme gehört meinem Vater.

Oh nein – was ist, wenn…?

Keine Zeit, nachzudenken, schnell hetze ich zur Tür, reiße sie auf, renne die Treppen runter, um nach dem Rechten zu sehen.

Jetzt höre ich einen zweiten Schrei – den entsetzten und verzweifelten Schrei meiner Mutter.

Verdammt, was ist nur los?!

Ich versuche, noch schneller zu rennen, aber ich stolpere, stürze die letzten Treppen herunter.

Reflexartig versuche ich, meinen Kopf mit meinen Armen zu schützen, doch durch den harten Aufprall hätte ich mich genauso gut selbst schlagen können. Dazu kommt, dass ich mehrmals mit meiner linken Schulter auf den Treppen aufgeschlagen bin.

Warum hört es nicht auf, wehzutun?

Warum hört es nicht auf?

Was ist das für ein Schatten im Flur, der auf mich zukommt?

Warum wird alles auf einmal so schwarz?

Egal, solange sie die Schmerzen vertreibt, finde ich die Dunkelheit sogar sehr angenehm… 

                                                                                                                                                                           

Die Dunkelheit verschwindet so plötzlich, wie sie gekommen ist.

Piepen von Messgeräten, leises Getuschel, Telefonklingeln aus der Ferne…

Ich liege in einem Bett, drehe mich nach rechts, um meine Schulter nicht noch mehr zu belasten. Ein Krankenzimmer.

Wie es aussieht, bin ich der einzige Patient in diesem Zimmer. Anscheinend ist gerade Nachtruhe, da nur im Flur schwaches Licht brennt.

Nur wo sind meine Eltern?

Geht es ihnen gut?

Moment. Ich höre da etwas.

„… von Patrizia gehört?“

„Patrizia? Patrizia Gelert? Die bei uns das Praktikum gemacht hat?“

Jetzt erinnere ich mich wieder.

Patrizias Nachname war Gelert.

„Ja, die. Ich hab vorhin im Radio gehört, dass sie wohl ermordet wurde!“

„Wie bitte?!!“

„Ermordet. Als sie als Austauschschülerin in den USA war. Ihr linker Arm war auch gebrochen. Welcher Mensch würde so etwas tun?! Und das Schlimmste ist, dass es hier bei uns in Deutschland drei ähnliche Fälle gegeben haben soll, einmal ist es am Westring-Gymnasium passiert.“

Westring-Gymnasium - Meine Schule…

„Ein Schüler und ein Elternpaar konnten sich aber noch gerade so eben retten, bevor es zu spät war. Der andere hatte allerdings nicht so viel Glück… In den Medien sprechen sie von sogenannten Pyrrha-Morden. Weiß Gott, was das zu bedeuten hat!“

Patrizia ist tot?!

Aber wenn Patrizia tot ist, mit wem habe ich dann…?

Türknarren.

Jemand ist in mein Zimmer gekommen.

Ich muss mich nach links drehen, um zu erkennen, wer es ist.

Meine Schulter brennt höllisch, als ich sehe, wer mir einen Besuch abstattet.

Patrizia.

Nein - das Mädchen, das behauptet hat, Patrizia zu sein.

Ich will schreien, um Hilfe rufen, aber sie liegt bereits auf mir und hält mir mit einer Hand den Mund zu.

Mit der anderen greift sie meinen Arm.

Sie grinst.

                                                                                                                                                                          

„Ich muss dich doch beschützen, Patroklos…“

 

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