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Ich sitze an einem Tisch. Der Raum ist beinahe zu gespenstisch leer. Niemand hat sich hier eingefunden, keine große Überraschung. Der Raum ist karg eingerichtet, weiße Wände, ein Stuhl, ein Tisch, nichts besonderes nun mal, wie es halt so ist...

Eine Frau betritt den Raum. Sie trägt ein blaues Hemd, schwarze Hose und sie lächelt mich an. Nicht mit Verachtung, eher mitleidig. So, als wäre ich ein krankes Tier, das man nur noch zurücklassen kann.

Hass. Hass ist, was ich empfinde. Hass gegenüber dieser Frau, Hass gegenüber mir selbst und vor allem... Hass gegenüber dem Kerl, der meine Frau umgebracht hat. Wegen ihm sitze ich hier. Ich erinnere mich noch genau an sein Aussehen. An seine weit aufgerissenen grünen Augen, an sein vernarbtes Gesicht und vor allem... an seine schwarz/rot verkrustete Haut. Wie ein Brandopfer sah er aus. So... unwirklich. Seine Art, wie ich ihn erblickte, als ich mitten in der Nacht aufwachte. Wie er über meine Frau gebeugt saß, sich mit ihr auf und ab bewegend...

Ich dachte es wäre ein Traum, ich dachte es wirklich. Doch als ich am Tag darauf aufwachte, offenbarte sich mir die Wahrheit. Mir offenbarte sich, dass das was ich gesehen habe, keinesfalls nur ein dummer kleiner Traum war und ich hätte es wissen sollen. ICH HÄTTE ES WISSEN SOLLEN, als ich aufwachte, ihn erblickte und er seinen Kopf zu mir drehte und mich... anlächelte. Ich hätte wissen sollen, dass es echt war.

Ich werde an den Arm gehalten. Ein Mann mit ebenfalls einem blauen Hemd und einer schwarzen Hose zieht mich hoch, öffnet die Tür und begleitet mich einen Gang entlang, bis zu einer Tür. Die Tür geht auf und ich trete in einen weiteren Raum. In diese Raum ist eine Liege, wie man sie oft beim Zahnarzt sieht und ein Fenster. Ich setze mich auf die Liege. Widerwillig widerstehe ich dem Drang, weg zu rennen, herumzuschreien. Es hat alles keinen Sinn mehr. Meine Frau ist tot.

„Haben Sie noch irgendwelche Worte?“, höre ich die Stimme eines Mannes durch die Lautsprecher dröhnen, während der Wachmann die Gurte an mir festschnallt.

Ich lege den Kopf zur Seite, starre ins Leere. „Ich habe sie nicht umgebracht“, flüstere ich leise, schließe meine Augen und eine Träne läuft meine Wange herunter.

„Hiermit vollstrecken wir das Urteil über den Anwesenden Joanathan Combridge. Er ist schuldig des Mordes an seiner Frau Elisabeth Combridge. Laut dem Gesetz Texas, bekam er die Todesstrafe und wir nun hingerichtet.“

Ich sehe, wie ein Mann in weißem Kittel in den Raum kommt und eine Spritze zur Hand nimmt, die er augenblicklich mit einer gelben Flüssigkeit füllt.

Ich blicke weg, nach vorne, durch das Fenster und schaue in die grünen Augen eines Mannes. Die Haut des Mannes ist verbrannt und er lächelte.

Ich spüre einen Stich.

Aylo (Diskussion) 16:59, 26. Mai 2015 (UTC)

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