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Du siehst dich um. Bist verlassen und einsam in dem dunkeln Raum. Hörst die Stimmen der Schattengestalten, die immer näher kommen. Dich umzingeln....

Du spürst ihre Messer, die man nie sieht, wie sie deine Haut zerreißen, dein Herz zerstechen und deine Seele zerfetzen. Doch deine abgestumpfte Fassade hält, hält die Wut, die Trauer, das Leid.... und den Hass, der dir die Luft abschnürt und deinen Puls zu rasen bringt.

Voller Schmerzen senkst du deinen Kopf, denn du bist hier nicht willkommen, läufst. Ein fernes Läuten bringt dich zurück in diese schwarz-weiße Welt, in der dich die funkelnde Augenpaare boshaft anblinken und Münder sich zu hämischen Grinsen verziehen. Ein leises Schluchzen, nicht weit von dir, sagt dass du nicht alleine bist, auch wenn deine Einsamkeit bleibt.

Das monotone Reden wird zum letzten mal an diesem Tag von dem Läuten unterbrochen, während ein Sturm von Unruhe hereinbricht. Laute Stimmen schallen durch endlos scheinenden Gänge, während du mit gesenktem Blick durch die graue Stille schreitest. Schemenhafte Gestalten mustern dich, unscheinbare Geister trotten mit hängenden Schultern an dir vorbei und die Gesichtslosen belächeln dich.

Grelles Licht prasselt auf dich und die dunkle Welt nieder, während du den Weg zu dem Ort antrittst, den du "Zuhause" nennst. Hörst die Messer, die immer wieder auf deinen schmerzenden Geist einstechen, spürst deinen Verstand brechen, merkst das Wasser, das deine Fassade zerbricht und läufst.

Immer weiter, versinkst in dem Loch aus Gedanken, bis dich ein leises Wimmern aus der Grube reist. Hebst langsam deinen Kopf, mit der Maske der Emotionslosigkeit und siehst auf die blasse Gestalt am Boden und die gesichtslosen Schattenkreaturen, die immer weiter mit ihren blitzenden Klauen auf sie einschlagen.

Die Luft wird dir abgeschnürt, dein Herz wird schwer, während du weitergehst. Blitze durchzucken dich, während dich das Gefühl des Mitleides durchströmt, doch du drehst dich nicht um, gehst einfach weiter, während dein Gewissen schreit. Das Labyrinth von Leben gleitet an dir vorbei, während du die Tür öffnest, die dein einziges Versteck verbirgt. Setzt die lächelnde Maske auf während dich dein Mutter begrüßt, lachst beim Essen und erzählt vom schönen, bunten Tag.

Dein Gerippe bricht in sich zusammen als du den einzigen Raum betrittst, an dem du sicher bist. Lässt den Schmerz von dir fließen und die Masken fallen, die dein falsches Selbst zeigen. Lässt dich sinken, in den Strom von Leid des kalten Steines, der sich "Leben" nennt. Fühlst den Schmerz jedes Einzelnen. Die Hiebe der Klauen, das Reißen der Zähne, den Hunger der Welt, die Pein der Brücke, die Leben und Tod verbindet. 

Du willst Erlösung. Für Sie. Denn das Mitleid, das in deiner Brust ruht, bringt deinen gläsernen Verstand zum bersten und du beginnst zu begreifen, dass du diesen Kampf nicht mehr gewinnen kannst. Den Kampf mit dem Beton der dich umgibt und dich am Leben erhält. Der Beton der dein Leben ist. Du lässt das Wasser fließen, während sich in dir das Gefühl der Befreiung regt...

Dunkles Licht fällt auf die Schwarz-Weiß-Rote Welt, als der erste Ton zu hören ist. Ihre Stimmen schreien, doch du willst ihnen doch nur helfen und ein weitere Knall ertönt. Das Rot, so schön... so rein... so befreiend ...Es befleckt die makellosen Fassaden der grauen Welt und lässt den kalten zerstörerischen Stein aus den Menschen um dich herum fließen.

Dein Lebenswerk ist getan. Nur eine einzelne Gestalt hockt noch vor dir. Blass und unscheinbar, getränkt mit dem salzigen Wasser und dem schönen Rot. Große Augen starren dich an. Sie flehen, sie bitten, sie schreien. Stumm, jedoch hörbar. Du gibst nach und ein letzter Schlag vor deinem fällt. Mittlerweile schrillt ein Klang durch das Haus, der endlosen Gänge.

Du lässt dich neben die leblose Gestalt sinken während du einen leichten Druck an deinem Kopf fühlst. Lächelst und drückst ab. Das Bild verschwimmt und das Labyrinth zieht an dir vorbei, während Farbe auf die Schwarz-Weiße Welt tropft. Ein letztes mal. Du bist Erlöst.


WhiteMidnight 11:09, 8. Jun. 2014 (UTC)

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