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Es war nicht so, wie man es aus Geschichten kennt, oder wie man es sich immer vorstellt. Es gab weder Zeichen noch Vorahnungen. Dies ist auch der Grund, wieso es so schwer ist, mit Sicherheit zu sagen, wann es anfing.

Ich schreibe seit Juli alles auf. Mein Großvater meinte, es sei gut, um im Nachhinein Zusammenhänge zu sehen oder schlicht und ergreifend eine Hinterlassenschaft zu haben, falls es nicht gestoppt werden kann.

Mein Name ist Micha, und ich bin 13. Der Sommer in diesem Jahr war heiß und trocken, und so kam es uns ganz gelegen, dass unsere Lehrerin krank wurde. Vielleicht war dies schon der erste Fall, das weiß ich jedoch nicht, wir sahen sie nie wieder. In unserem Dorf gab es neben mir noch acht andere Kinder. Marko war mein bester Freund und so alt wie ich. Seine kleine Schwester Svenja, sie war vier oder fünf. Dann waren da noch Florian und sein Bruder Frank, beide acht. Marie, sie war gerade 16 geworden und somit die Älteste. Dann gab es noch drei jüngere Kinder. Ben war elf Jahre, Nele war zehn und Sue war auch elf.

Bis auf Marie spielten wir eigentlich alle noch miteinander. Die schulfreie Zeit verbrachten wir in einem Weiher im Wald. Unser Dorf liegt ziemlich abseits. Um in die nächste Stadt zu kommen, muss man einen Fußmarsch von mindestens zwei Tagen einrechnen. So verbrachten wir Kinder, wenn wir nicht gerade den Eltern helfen mussten, viel Zeit mit schwimmen oder eben einfach nur im Wald beim Spielen.

Zwischen dem nächsten Dorf und dem unseren gab es noch eine Jagdhütte, dort wohnte ein Mann mit seiner Familie, wir kannten ihn eigentlich nur daher, dass er ab und an in unser Dorf kam und versuchte, Pelze, Felle und Holz gegen Lebensmittel zu tauschen. Wir wussten aber, dass er zwei Kinder hatte. Es waren ein Mädchen, ungefähr in Svenjas Alter, und ein Junge, der etwas älter als Marie war. Die beiden spielten nie mit uns und waren auch von ihrer Art und Aufmachung eben „Fremde“, und so beachteten wir sie auch nicht weiter.

An einem Dienstag waren wir wieder am Weiher. Es war stechend heiß, und wir hatten jede Menge Spaß. Bis auf Marie, die zwar zur Abwechslung bei uns war, aber nicht mit schwimmen wollte, hatten wir alle unseren Spaß im Wasser. So fiel uns das Mädchen auch erst auf, als sie schon mit den Füßen im Wasser stand. Es war die Tochter von eben diesem Mann aus den Wäldern. Marko hatte sie als erstes gesehen, und nach und nach wurden wir alle auf sie aufmerksam. Sie stand da, total verdreckt, mit einem zerrissenen Lumpen bekleidet und einer kaputten Puppe im Arm. Sie weinte nicht und sprach auch nicht, sie stand einfach nur da und starrte uns an. Anfangs fanden wir die Situation lustig, und wir bespritzten sie mit Wasser, worauf sie einen Schritt rückwärts sprang und leise wimmerte. Marie war es schließlich, die uns anschrie, wir sollten es lassen. Erst da bemerkten wir, dass die Kleine Kratzer an den Beinen hatte, und unter dem Schmutz wahrscheinlich noch einige Verletzungen mehr zu finden sein würden. Marie war zu ihr gelaufen und kniete sich vor sie hin. Wir anderen traten zögernd näher. Sie sprach immer noch nichts, aber die Art, wie sie uns ansah, ließ uns frösteln. Marie sprach weiter auf sie ein. Sie wollte wissen, was los ist, ob sie sich verlaufen hätte. Die Kleine schüttelte aber nur stumm den Kopf. Marie hatte sich gerade zu uns umgewandt und vorgeschlagen, das Mädchen in den Ort zu bringen, als sie ihre Hand nahm und laut und deutlich „Hilfe“ sagte. Wir starrten sie alle an, als sie stockend zu sprechen begann. Sie sei mit ihrem Bruder im Wald gewesen zum Holz sammeln, als sie zu nahe an einen Abgrund kam und hinabstürzte; sie konnte sich an einer Wurzel fest halten, ihr Bruder aber, der sie hochziehen wollte, rutschte selbst ab und stürzte in die Tiefe. Er sei verletzt und käme alleine nicht wieder hoch. In dem Moment kam keinem von uns der Gedanke, dass an der Sache etwas nicht stimmt. Wir fanden es auch nicht seltsam, wie sie gekleidet war, oder dass sie keine Schuhe trug. Wir wollten einfach nur helfen. Marie schickte mich mit den anderen zurück ins Dorf, Hilfe holen. Sie selbst ging zusammen mit Marko los, um dem Verunglückten zu helfen. Marko sollte dann von der Unglücksstelle zurück zum Weiher gehen, um die Helfer dann zur Absturzstelle zu führen. Wir liefen, so schnell wir konnten. Die meisten Eltern waren auf dem Feld bei der Arbeit, und so liefen wir direkt zum Pfarrer, von dem wussten wir, dass er im Gemeindehaus war.

Aufgeregt erzählten wir ihm, was geschehen war. Er schien sichtlich betroffen und schickte uns gleich auf den Acker, um unsere Väter zu holen. Kurz darauf hatten sich drei Väter - darunter auch mein eigener - versammelt und machten sich auch gleich mit mir auf den Weg zurück zum Weiher. Die anderen Kinder sollten zuhause bleiben. Wie es so ist, wenn Erwachsene dabei sind, lauschte ich den Gesprächen, aber sprach selbst nicht. Die Männer diskutierten darüber, dass die Kinder des Mannes aus dem Wald angeblich verunglückt waren. Dies hatte zumindest ein Nachbar erzählt, der vergangene Woche im anderen Ort war. Der Sohn sei wohl nie so ganz richtig im Kopf gewesen und hätte, als der Vater auf Jagd war, seine Schwester dermaßen erschreckt, dass diese wohl davongelaufen war. Der Junge sei ihr hinterhergelaufen und hätte sich bei einem Sturz einen hervorstehenden Ast durch den Hals gejagt. Während der Vater an dem Abend seinen toten Sohn noch fand, blieb die Suche nach der Tochter scheinbar erfolglos. Gebannt hatte ich gelauscht und merkte daher erst spät, dass mein Vater mich angesprochen hatte. Ob ich mir sicher sei, dass es die Tochter gewesen ist. Ja, ich war mir sicher, und so ging die Diskussion weiter, ob der Nachbar einfach nur etwas durcheinandergebracht hatte.

Wir kamen schließlich am Weiher an, doch von Marko fehlte jede Spur.  Mein Vater sagte, wir sollen noch etwas warten. Nach fast zehn Minuten war aber von Marko noch immer nichts zu sehen, und ich bemerkte, wie die Stimmung langsam angespannt wurde. Die Männer suchten erst das Gebüsch um den Weiher ab, um Anhaltspunkte zu finden, in welche Richtung die drei gegangen waren. Schließlich verständigte man sich darauf, in Richtung der Hütte zu gehen. Keiner der Männer war vorher dort gewesen, aber man wusste doch in etwa den Weg.

Die erste Überraschung kam, als wir die Hütte tatsächlich fanden. Es war mehr ein Bretterverschlag, der notdürftig zusammengebaut schien. Ich bemerkte, dass mein Vater kurz einen irritierten Blick mit Maries Vater wechselte. Sie befahlen mir dann, etwas abseits stehen zu bleiben. Ich sah, wie sie um das Haus liefen und erst an die Tür und dann an die Fenster klopften. Mein Vater war der Erste, dem der Geruch auffiel. Ich trat heimlich näher, als sie die Tür auftraten. Für einen Moment sah ich den Mann dort liegen, in seinem eigenen Blut, ohne Hemd, nur mit Hose bekleidet. Später erfuhr ich, dass ihn ein wildes Tier überfallen haben musste. Er hatte wohl versucht, sich zu wehren, und um sich geschlagen, als er angegriffen wurde. Sein rechter Arm war fast vollständig abgerissen, und er hatte mehrere schwere Verletzungen. Richtig gesehen habe ich es zum Glück nicht. Dann wurde es irgendwie alles ziemlich unwirklich. Auch wie das Tier wieder aus der Hütte kam und die Tür hinter sich verschloss, kam uns nicht in den Sinn. Die Männer berieten sich, ob sie zurück einen Arzt verständigen und die Suche mit Waffen fortsetzen sollten, beschlossen dann aber, dass es zu sehr eilte. Immerhin waren Marie und Marko noch da draußen und eben das Mädchen. Ich lief ein Stück weg von der Hütte, um dem Geruch von verwesendem Fleisch zu entkommen, der das Haus umgab, als ich die Puppe fand. Im ersten Moment hielt ich es für einen Stofffetzen, aber dann erinnerte ich mich, dass es eben die Puppe war, die das Mädchen vorhin im Arm hielt. Ich rief nach meinem Vater, und ich sah es den Männern an, dass sie das Schlimmste befürchteten, als sie weiter in das Dickicht hineinsahen und eine Art Trampelpfad entdeckten. Maries Vater rannte los den Weg entlang. Mein Vater eilte ihm hinterher, befahl aber vorher, dass ich mit dem dritten Mann warten sollte.

Wir sprachen nicht, sondern lauschten gespannt, ob wir etwas Ungewöhnliches hörten. Der Mann bei mir war Neles Vater, ich beobachtete, wie er gebannt in die Richtung starrte, in welche die beiden anderen gegangen waren; ich kam mir fehl am Platze vor und furchtbar hilflos, also hob ich einen Ast auf, um mich wenigstens verteidigen zu können, falls ein Tier angreifen würde. Nach ca. 10 Minuten kamen sie aber zurück und hatten Marie bei sich. Sie wurde von ihrem Vater getragen und schien nicht bei Bewusstsein zu sein, was ich aber noch seltsamer fand, war, dass mein Vater ihr sein Hemd angezogen hatte. Die beiden sahen mich seltsam an. Maries Vater ging mit ihr einfach an mir vorbei. Ich wusste nicht, was ich getan hatte, aber da kam auch schon mein Vater und packte mich fest am Arm. Er zog mich zur Seite und begann Fragen zu stellen. Mein Vater hörte sich wütend an, er wollte wissen, was wir am Weiher getrieben haben. Ich verstand erst gar nicht, was er meinte. Marie sei nackt gewesen, als sie sie fanden. Ihr hätte jemand Gewalt angetan. Ich sah ihn immer noch verständnislos an. Er wollte wissen, ob Marko mit Marie weggegangen sei und ich mir die Geschichte mit dem Mädchen nur ausgedacht hätte. Langsam begriff ich, was er meinte. Ich war wütend und entsetzt, dass er so dachte. Ich wiederholte die Geschichte, und schließlich glaubte er mir. Ich wollte wissen, was mit Marko war. Mein Vater konnte nicht viel dazu sagen. Sie hatten Marie auf dem Boden liegend gefunden, sie war nackt und hatte Blut an den Oberschenkeln, ihr fehlte das Bewusstsein, und sie hatte Würgemale und blutige Kratzer an den Armen und Beinen. Von Marko fehlte jede Spur. Ich erinnerte mich plötzlich daran, dass das Mädchen auch Kratzer hatte, und die Fetzen, die sie trug, konnten ebenso ein Hemd sein, evtl. das fehlende Hemd des toten Mannes in der Hütte? Ich weiß nicht, wieso ich Vater nichts davon sagte, irgendwie schämte ich mich ihm gegenüber. Nicht weil ich mich fürchtete, sondern weil er mir so etwas Schreckliches zugetraut hatte. Ich dachte die ganze Zeit darüber nach, ob Marko etwas mit Maries Zustand zu tun haben könnte. Er fand sie schon immer toll, aber so etwas würde er nie tun. Oder? Den ganzen Rückweg über fühlte ich mich beobachtet, doch wann immer ich mich umdrehte, war nichts zu sehen.

Wir kamen schließlich im Dorf an und brachten Marie gleich nach Hause. Maries Mutter und einige andere hatten uns schon erwartet. Nachdem sie sie abgelegt hatten, überließen sie es dem gerufenen Arzt, sie zu versorgen, und die Männer gingen ins Wohnzimmer, um sich zu beraten, was zu tun sei. Markos Vater war außer sich, dass wir seinen Sohn nicht gefunden hatten, und Maries Vater beschuldigte wiederum Marko und mich, ihr Schlimmes angetan zu haben. Entschärft wurde das ganze erst, als Maries Mutter reinkam und uns erzählte, dass sie wach sei; sie habe Schmerzen und müsse sich ausruhen, aber sie habe ihr gesagt, was sie noch wusste.

Marko und sie waren dem Mädchen gefolgt, nach kurzer Zeit wurde das ihnen aber unheimlich. Es kicherte andauernd und redete wirres Zeug. Unvermittelt war es dann stehengeblieben und hatte sich zu Marko umgedreht und seine Hand genommen. Ohne ein weiteres Wort sei es in Richtung des Dickichts gegangen und hätte Marko einfach hinter sich her gezogen. Der schrie um Hilfe, konnte es aber nicht loslassen. Marie kam nicht schnell genug hinterher, und plötzlich hatte sie die beiden aus den Augen verloren. Sie war ein paar Schritte weitergegangen, als sie plötzlich hinter sich ein Geräusch hörte - Es war der Bruder des Mädchens, der jetzt vor ihr stand. Er hätte sie niedergeschlagen, und dann war es ihr schwarz vor Augen geworden. Mehr wisse sie nicht mehr.

Die Männer schauten sich betreten an. Markos Vater war es schließlich, der das Schweigen brach. Er rief aus, dass wir Marko suchen mussten, und so gut wie jeder pflichtete ihm bei. Mein Vater gab zu bedenken, dass wir es organisieren mussten. Wir sollten uns in Gruppen aufteilen. Ich selbst bestand darauf mitzukommen, schließlich war Marko mein bester Freund. Ich würde in der Gruppe meines Vaters mitgehen und den Weiher und die Umgebung absuchen. Die anderen würden zu der Hütte gehen; auch der Arzt würde mitkommen, wenn auch nur, um den Tod des Mannes feststellen zu können. Die älteren Männer unseres Dorfes wollten auch nicht untätig sein, es war zwar ein kleines Örtchen, aber man hatte einen hohen Zusammenhalt, und so beschlossen sie, die Äcker und anliegende Umgebung abzusuchen. So zogen wir los, mussten aber nach stundenlangem Durchsuchen des Gebietes die Suche abbrechen; es wurde dunkel, und wir wussten noch immer nicht, mit was wir es zu tun hatten.

Die Nacht war gerade hereingebrochen, als wir zurückkamen. Es brannte nur vereinzelt Licht, und uns war klar, dass man sich im Hause der Verletzten eingefunden hatte. Gleich als wir eintraten, fiel die Stille auf. Einige waren aufgesprungen, als sie uns sahen, doch die Gesichter wirkten bedrückt. Mein Großvater fing sich als Erster wieder. Er erzählte uns, dass die Gruppe, die zur Hütte wollte, bislang nicht wiedergekehrt war. Wir fanden dies jetzt nicht so erschreckend, da wir auch eben erst zurückkamen, aber er schüttelte den Kopf und meinte, dass sie längst wieder heimgekehrt waren, nach erfolgloser Suche, dann jedoch auffiel, dass Florian und Frank nicht mehr da waren. Es wurde vermutet, dass die beiden unserer Gruppe folgten, da sie ansonsten auf dem Rückweg auf die beiden gestoßen wären. Es sollte sich aber vergewissert werden, dass den beiden nichts zugestoßen war, und so zog die Gruppe noch mal los. Sie hätten uns also zwangsläufig über den Weg laufen müssen. Es wurde sich bis spät in die Nacht beraten, wie weiter vorgegangen werden sollte. In unserem Ort gab es insgesamt 34 Bewohner. Fast alle waren anwesend. Man beschloss, erst einmal auszuwerten, was man sicher wusste; und eine der Frauen schlug vor, erst einmal darüber zu sprechen, wer nicht da war. Es fehlten: die Lehrerin, die ja erkrankt war; was sie genau hatte, konnte niemand sagen. Sie hatte sich beim Herrn Kaplan abgemeldet, und der war ebenfalls nicht anwesend. Zwei von den Nachbarn fehlten ebenfalls, es traute sich aber niemand so recht nachzusehen, ob bei ihnen alles in Ordnung war. Dies würde bedeuten, aus dem Licht und der Gruppe hinaus in das Unbekannt zu müssen. Und die Gruppe, die losgezogen war, um die beiden Jungen zu suchen, fehlte ebenfalls.

Wir harrten bis zum anderen Morgen aus, ohne irgendwelche Vorkommnisse. Fast erschien schon alles weit weg und wie aus einer Geschichte, wenn wir nicht ab und an Maries Schreie gehört hätten, wenn sie aus einem Albtraum erwachte und ihre Mutter beruhigend auf sie einsprach.

Der nächste Tag kam also, und die Gruppe wurde nach wie vor vermisst. Die Männer beschlossen erst einmal, die Abwesenden aufzusuchen. Die eine Nachbarin hatte tatsächlich alles einfach verschlafen und war wohlauf. Von der anderen genau wie vom Kaplan und der Lehrerin fehlte jedoch jede Spur. Wobei in der Wohnung des Kaplans eine große Menge Blut gefunden wurde, und das eine Fenster zerbrochen war.

So beschloss die gestrige Gruppe loszuziehen, um die Vermissten zu suchen. Sicherheitshalber teilte sie sich noch einmal, und ein Teil blieb im Ort zurück, um uns zu beschützen, falls Schutz nötig wäre. Mein Vater ging mit, zwei Tage warteten wir auf die Rückkehr, obwohl es uns eigentlich schon am ersten Abend bewusst war, dass sie nicht wiederkehren würden.

Die Stimmung im Ort verschlechterte sich zunehmend. Es fiel kurze Zeit später auf, dass auch die Hausierer und andere Verkäufer nicht mehr in unser Dorf kamen, es schien, als wären wir abgeschnitten. Ich weiß es nicht mehr mit Sicherheit, aber ich glaube mich zu erinnern, dass sich nach vier oder fünf Tagen Maries Zustand dermaßen verschlechterte, dass ihr Vater und ihre Mutter beschlossen, sie mit einem Karren in den nächsten Ort zum Doktor zu schaffen. Unser Arzt war ja zusammen mit der zweiten Gruppe verschwunden. Noch am selben Abend zogen die drei, begleitet von Maries Onkel und einigen Nachbarn, die nicht länger ausharren wollten, los. Man hatte uns versprochen, Hilfe zu schicken, doch auch die kam nie an. Wir wissen nicht, ob sie den Ort erreicht haben, oder was passiert ist. Es gab danach noch ein paar Leute, die versuchten, sich alleine durchzuschlagen, von manchen weiß ich es auch nicht sicher, sie waren plötzlich weg. Wiedergesehen habe ich keinen von ihnen.

Der Zustand hält mittlerweile seit fast 6 Wochen an. Die Lebensmittel gehen langsam zur Neige. Wir sind aber nur noch neun Leute, so dass wir es uns ziemlich gut einteilen können. Trotzdem werden wir, wenn überhaupt, nur noch knapp zwei Wochen aushalten, sagt Großvater.

Heute morgen war Mutter fort. Einfach so. Wir schlafen mittlerweile alle in der Halle des Rathauses. Keiner möchte alleine sein. Mutter war gestern Abend schlafen gegangen, das weiß ich genau. Ihre Matratze liegt neben der meinen. Heute morgen war sie fort. Erst dachte ich, sie wäre auf Toilette. aber sie ist einfach weg. Ich bin mir sicher, dass sie nicht ohne mich gegangen wäre. Nun habe ich nur noch Großvater.

Es ist soweit. Unsere Nahrung geht dem Ende zu. Wir müssen jetzt versuchen. zum nächsten Ort zu gelangen. Wir sind noch zu fünft. Ich habe solche Angst. aber Großvater sagt, sterben werden wir hier auf jeden Fall, draußen haben wir noch eine kleine Chance zu überleben. Er sagt .ich soll meine Aufzeichnungen hier lassen, falls wir es nicht schaffen.

Betet für uns.

Dieser Brief wurde im Rathaus einer verlassenen Ortschaft im Schwarzwald gefunden. Seit geraumer Zeit gab es Gerüchte von unheimlichen Begebenheiten rund um den Wald sowie Berichte von verschwundenen Personen. Ein bewaffnetes Bergungsteam konnte von keinen Auffälligkeiten berichten. Es wurden eine verlassene Bretterhütte, deren Inhalt lediglich aus einem verdreckten Bett und einer darauf sitzenden Stoffpuppe bestand. und eben die verlassene Ortschaft vorgefunden.

Den Aufzeichnungen zufolge war die letzte Gruppe vor gut drei Wochen losgegangen. Es fehlt bislang jede Spur. Ähnliche Fälle konnten bereits in zwei weiteren Ortschaften im Schwarzwald beobachtet werden.



Eine Ursache ist derzeit nicht auszumachen.

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