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Jeden Tag das Gleiche. Es ist jeden BESCHISSENEN Tag das Gleiche. Ich wache auf und rolle aus dem Bett. Unten sehe ich, wie meine Mutter völlig übermüdet in der Küche sitzt, während mein Vater sich bereits das morgendliche Bier reinpfeift. Immer das Selbe!

Ich gehe in die Schule. Diese Vollidioten in der Schule bemerken mich nicht mal. So als ob ich nur Luft für sie wäre. Warum? Weil ich normal bin? Ich steche vielleicht nicht richtig heraus, aber hey was soll’s?

Ich ging nach einem beschissenen, langweiligen Tag nach Hause. Verdammt ich will nur noch ins Bett. Als ich dann zu Hause ankam, hatten mein Vater und meine Mutter mal wieder streit. Verdammt, wie mich das ankotzte. Ich schob mich an meinen Vater vorbei. Er stand nur in Unterhose vor meiner Mutter und schrie sie an, dass sie ihre verfickte Fresse halten solle und dass er genau weiß, wie viel er trinken muss.

Ich fand diesen Anblick irgendwie komisch und so konnte ich mir kein leises Kichern verkneifen.

Schlechte Idee.

GANZ SCHLECHTE IDEE.

Er nahm mich an meinen Pullover. Dann drückte er mich gegen den Boden und lachte mir ins Gesicht: „Heyyyy Daviii? Findest du das lustig?“

Meine Mutter rannte aus dem Haus. Typisch jetzt hatte ich ihn am Hals. Ich sah ihr flehend nach, aber die Schlampe wusste halt, wann man sich verpissen sollte.

Ich spürte wie das Gewicht meines Vaters langsam von mir abnahm. Er stand auf und ging in die Küche. Ich rappelte mich schnell auf und lief in den Gang. Ich wollte nur noch weg von diesem Scheißkerl. Weg von dieser Scheißfamilie. Warum ich? Warum nicht irgend jemand anderes? Ich lief zur Haustür. Ich wollte die Türklinke aufmachen.

Aber ich blieb stehen. Ich weiß nicht warum, aber statt in die schöne Freiheit zu rennen, blieb ich stehen.

Ich drehte mich um und ging ins Wohnzimmer. Mein Vater saß jetzt an dem Wohnzimmertisch und schlürfte Kaffee. Verwirrt starrte ich ihn an. Er lächelte mich ebenfalls an und fragte: „Na mein Sohn? Wie geht’s dir?“

Ich bemerkte, dass er nun ein grünes T-shirt und eine blaue Jeans anhatte. Kein versoffenes weißes Hemd mehr. Außerdem schien er abgenommen zu haben. Ich weiß auch nicht, was auf einmal los war.

Da spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich drehte mich abrupt um. Es war meine Mutter. Sie grinste mich an.

„Na mein Sohn? Wie geht’s dir?“

Ich schaute sie verwirrt an. Sie sah ganz anders aus. Ihre Arme waren nicht aufgerissen und statt dem weitem Pullover trägt sie ein Blümchenkleid. Ihr Haar war nicht mehr filzig, sondern schön gekämmt. Ich starre sie erstaunt an.

„G-gut!“, stottere ich.

Sie schaut ihn besorgt an.

„Seit wann stotterst du denn? Ist dir etwa kalt? Du siehst auch etwas bleich aus. Meinst du, du kannst in die Schule gehen?“

Ich nickte. Ich wusste nicht genau, was ich sagen sollte und so ging ich langsam die Treppen hoch. Das Haus hatte sich vollkommen verändert. Es war jetzt größer, heller und schöner als vorher. Ich betrachtete mich in einem Spiegel, der an der Wand hing. Mein vorher so zerzaustes Haar war mit Gel zur Seite gebürstet. Meine Klamotten waren die eines normalen Teenagers. Ich ging den Flur entlang und blieb an einer Tür stehen, auf der mein Name stand. Nachdem ich die Tür öffnete, trat ich in einen hellen Raum. Seine Wände waren vollkommen weiß. Ich mochte weiß schon immer. Es war beinahe ironisch, da weiß auch die Farbe der Unschuld ist…

Ich setzte mich auf das Bett im Raum. Ich hörte eine Stimme sagen: „Na? Gefällt dir, was ich gemacht habe?“

Ich drehte mich um. Doch ich konnte nichts sehen.

„Du musst mich nicht suchen. Ich bin hier!“, ertönte die Stimme.

Ich schaute verwirrt. „Was soll die Scheiße jetzt?“, fragte ich.

„Na na na, David! Man benutzt aber nicht solche Fäkalausdrücke hier. Du willst doch nicht, dass ich dich zurückschicke, oder?“, kicherte die Stimme, „Zurück in dein trauriges Leben. Zurück dahin, wo du deinen Ursprung hast.“

Ich starrte in die Leere.

„D-Du warst das?“

„Natürlich war ich das du Vollidiot!“, der Raum verdunkelte sich mit einem Mal, „Und ich kann ES jederzeit wieder rückgängig machen, also tu gefälligst was ich sage!“

Ich wich erschrocken zurück.

„Was willst du von mir?“, gab ich mit zitternder Stimme zurück.

„Hatte ich das nicht bereits gesagt? Ich will nur ein bisschen mit dir spielen. Keine Sorge, solange du tust, was ich dir sage wird es dir gut gehen…“

„Ich will nicht dein beschissener Sklave sein verdammt!“, schrie ich zurück.

„Na gut.“, gab die Stimme mit einem Kichern von sich, „Wie du willst…“

Auf einmal spürte ich, wie ich von einem Loch verschlungen wurde. Es fühlte sich an, als würde ich tief fallen…

Als ich meine Augen wieder öffnete sah ich wieder in die dreckige Freese meines betrunkenen Vaters. Er hatte mich inzwischen wieder zu Boden gedrückt. Verdammt, wäre ich nur nicht stehen geblieben…

„Du wolltest doch nicht etwa abhauen? Du kleine Pussy!“, hauchte mir mein Vater ins Gesicht.

Ich starrte ihn an. Es war wieder mein altes, beschissenes Leben. Mein alter, beschissener Vater. Ich realisierte, dass ich gerade alles gehabt hatte und kurz danach alles verloren hatte.

„Fuck!“, entfloh es mir.

Augenblicklich hob mein Vater mich hoch und drückte mich gegen die Wand, so sehr dass meine Nase brach.

„NICHT SOLCHE TÖNE IN MEINEM HAUS!“, schrie er mich an.

Ich wurde fester gegen die Wand gedrückt und Tränen der Hilflosigkeit flossen mein Gesicht.

„Willst du, dass es aufhört?“, hörte ich eine mir wohlbekannte Stimme sagen.

Ich erstarrte, als ich wieder in ein dunkles Loch fiel.

„Willst du wieder ein schönes Leben haben?“, fragte mich die Stimme in einem kichernden Ton. Ich wischte mir die Tränen aus den Augen.

„Wie?“, stieß ich kleinlaut hervor.

„Sobald dein Körper in deiner alten Welt verschwindet, kannst du für Ewig in der anderen Welt bleiben. Dafür musst du dich deines alten Körpers aber erstmal, nun ja, entledigen.“, höre ich ihn sagen.

„Du meinst…“, ich machte eine Pause, „Selbstmord?“,

Ich hörte die Stimme lachen „Du wirst nicht wirklich sterben, du kommst nur in eine andere Welt. Und außerdem: Kann man das was du hier hast wirklich „Leben“ nennen?“

Ich blickte ins Nichts. Als ich wieder aufschaute, wurde ich wieder gegen unsere Hauswand gedrückt. Ich presse mich von der Wand ab, rannte meinen überraschten Vater um und lief zu dem nächst- größten Haus. Ein Firmengebäude, nicht weiter relevant… Ich schreibe hier meine letzen Zeilen, um euch zu sagen: Ich werde frei sein! Jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss mich meiner alten Hülle entledigen…

Ich lächle, als ich sehe wie der Junge vom Gebäude springt, sein Körper wird von der unglaublichen Macht der Schwerkraft auf dem Boden zerdrückt.

„Hey Matt? Was machst du da?“

Hand-on-computer-keyboard-png

Ich drehe mich um. Hinter mir steht mein Kollege Sven.

„Hey Sven. Ich spiele grad nur n bisschen mit unserem neuen Computerprogramm rum.“

„Wir haben einen Lebenssimulierer nicht zu deinem Vergnügen gebaut Matt.“, er schaute mir über die Schulter, „Ach du heilige, was hast du denn da angestellt. Du hast die Welten während des Spiels gewechselt. Ein Wunder, dass dir das Programm nicht abgesackt ist.“

Ich grinse ihn an.

„Und was ist das hier? Du hast deinen „Menschen“ in den Selbstmord getrieben? Wie hast du das wieder angestellt?“, fragt Sven.

Ich zucke mit den Schultern. „Auf einmal konnte ich mit ihm reden und ich habe ihm gesagt, er könnte wieder in die schöne Welt, wenn er sich selbst tötet.“

„Du konntest mit ihm reden? Ein Fehler des Programms?“

„Sieht so aus. Na ja, mach dir keine Sorgen, es ist ja nur ein Videospiel…“, beruhige ich ihn.

Er nickt und geht langsam aus meinem Raum. Dabei wiederholt er immer diesen einen Satz: Es ist ja nur ein Videospiel…

Aylo (Diskussion) 18:55, 22. Mai 2014 (UTC)

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