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Ich renne! Seit Ewigkeiten renne ich durch diese verdammte Stadt und finde keinen Ausweg. Während ich renne geht mir alles noch einmal durch den Kopf.

Jamy sagte mir neulich er hätte ein Experiment fertiggestellt, er nannte es ‚Experiment 3‘. Ich wollte ihn besuchen, vielleicht durfte ich mir es einmal anschauen. Ich hatte ihm nicht gesagt, dass ich kommen würde, aber ich wusste er würde zuhause sein. Also zog ich mir Jeans und T-Shirt an. Dann die schwarze Sommerjacke, es war warm aber nicht besonders heiß. Ich nahm meine Schlüssel vom Regal, packte, als ich am Büro vorbeikam, mein Handy und steckte es ein. Dann ging ich ins Bad und kämmte mir noch einmal die dunklen Haare. Ich sah in den Spiegel, band mir die Harre zu einem Zopf zusammen und knipste das Licht aus. Als ich die Treppe hinunterlief betrachtete ich die selbstgemalten Bilder die ich an den Wänden aufgehängt habe. Unten angekommen schlüpfte ich in meine Schuhe. Ich ging zur Tür, öffnete sie und schloss sie hinter mir.´wieder.

Summend stecke die Hände in die Jackentaschen und lief die Straße hinunter. An der Kreuzung wartete ich bis die Ampel auf grün schaltete und ging über die Straße, bog links ab, dann rechts. Noch einmal über eine Straße, wieder links und eine alte Schulfreundin grüßen, die mir entgegen kam. Schließlich kam ich an die Straße wo Jamy wohnte. Hausnummer 42, … 43, … da! Hausnummer 44.

Zielstrebig ging ich auf das Haus zu. Ich drückte auf die Klingel, dann nochmal … nichts. Seltsam. Ich klingle noch einmal… nichts! Langsam breitete sich ein mulmiges Gefühl in mir aus. Warum kam er nicht? Jamy hatte mir einmal einen Schlüssel für sein Haus gegeben, also schloss ich auf, trat ein und ließ die Türe hinter mir ins Schloss fallen.

„Jamy?! Jamy, bist du da?!“  Keine Antwort! Das Gefühl wurde immer stärker. Vorsichtig ging ich zur nächsten Türe, dahinter

nichts.

Ein gänzlich gewöhnlicher Raum, wie immer. Raum für Raum suchte ich das ganze Haus ab, hinter jeder Türe wartete nur eines, ein weiteres Stück der Panik, die sich in mir anstaute. Das Bad, die Küche, das Schlafzimmer,

… die Wohnzimmertüre, vor mir.

Das letzte Zimmer.

Ich machte mich auf das Schlimmste gefasst, hob meine Hand zur Türklinke, zog sie wieder zurück und machte dann doch die Türe auf. Leichenteile im ganzen Zimmer verteilt. Der Geruch von Blut kam mir entgegen. Mir wurde schlecht.  Auf dem Wohnzimmertisch lag Jamys Kopf, so platziert, als ob er mich ansehen würde. Als ob derjenige der das getan hatte wusste, dass ich kommen würde. Hektisch sah ich mich um, es war niemand sonst da, nur ein Zettel auf dem Boden. Voller Entsetzen schlich ich durch den Raum, das Blut war überall. Es machte ein leises, schmatzendes Geräusch, wenn man darüber lief.

Es war ruhig, zu ruhig, unnatürlich ruhig. Ich blieb stehen, mein Blick starr auf den blutbefleckten Zettel gerichtet. Weißes Papier, schwarze Schrift

… rotes Blut.

Daneben lag ein Kugelschreiber mitten in einer Blutlache, darauf eine armlose Hand. Ich wand meinen Blick wieder dem Zettel zu und realisierte schaudernd was darauf stand. Ein Wort. Es sah so aus als wäre derjenige der das geschrieben hat in Panik gewesen. Die Schrift war verschmiert und fast unleserlich. Aber es war eindeutig seine Schrift. Es war eindeutig Jamys Schrift. Voller Panik hatte er ein einziges Wort auf diesen Zettel geschrieben.

LAUF!

Im selben Moment, in dem ich das las, hörte ich ein lautes Heulen hinter mir, das mich aus meiner Starre riss. Ich wirbelte herum

und stand einer Kreatur gegenüber, welche keine Augen hatte. Kalkweiße Haut. Riesige Fangzähne. Krallenbewehrte Hände.

War das Jamys ‚Experiment 3‘?

Die Kreatur drehte ihren Kopf in meine Richtung.

Ich schrie,

hechtete zur Terrassentüre, riss sie auf.

…Die Kreatur folgte mir…

Ich stürmte hinaus. Stolperte. Stand auf. Sprintete auf die Straße, wollte um Hilfe rufen… aber zu wem? Es war niemand da. Die Straße war Menschenleer.

Was war hier los?

WAS ZUR HÖLLE WAR HIER LOS?

Ich renne! Seit Ewigkeiten renne ich durch diese verdammte Stadt und finde keinen Ausweg. Ich habe gerade meinen besten Freund zerstreut in seinem Wohnzimmer aufgefunden. Nun renne ich vor seinem ´Mörder´ weg. Kann man das so sagen? Es war eine Kreatur. Ein ´Es´.

Ich weiß, dass es hinter mir ist. Ich weiß, dass ich nicht ewig durchhalten kann. Ich spüre den Atem der Kreatur im Nacken.

Der Atem der bei allem anderen heiß gewesen wäre, ist eiskalt.

Ich spüre die Fänge an meinen Hals.

Sie schließen sich langsam.

Und ich…

…wache schweißgebadet auf, schrecke hoch und stoße mir den Kopf an der Dachschräge an. Ich schaue auf meinen Wecker. 3.00 Uhr nachts, es ist stockdunkel. Ich nehme mein Handy, und entsperre es. Eine neue Nachricht. Ich klicke drauf. Von Jamy. Er lebt also. Was denke ich denn da? Natürlich lebt er.

Ich lese die Nachricht. Zucke zurück. Lese sie noch einmal.

Erst denke ich, ich bilde es mir nur ein,

dann höre ich ein Heulen.

Und weiß.

Dass ich mir es nicht nur eingebildet habe.

Und die Nachricht ergibt endlich Sinn.

LAUF!

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