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Winter betrat den Admiral Benbow in Penzance, Cornwall, und ging zu dem allein sitzenden Mann im hinteren Teil der Gaststube.

„Ein schön ruhiges Plätzchen haben Sie da. Sie gestatten, dass ich mich zu Ihnen setze?“

- „Was? Nein, verschwinden Sie!“ -

„Sehr freundlich! Vielen Dank!“

- „Hören Sie schlecht? Ich habe gesagt, Sie sollen verschwinden. Arschloch!“ -

„Angenehm, Winter. Einen ungewöhnlichen Decknamen haben Sie sich da ausgesucht, wenn ich so sagen darf, obgleich durchaus passend. Oh... und ich höre sehr gut, Mister George Taylor, 54 Jahre, geboren in Brooklyn, New York City, Anlagebetrüger.“

- „Was zur Hölle...? Hör zu, Freundchen, entweder Du verpisst Dich ganz schnell, oder ich...“ -

Nein.“

- „Wie bitte? Na warte, Dir und dem übrigen Reporter-Gesindel werd ich’s schon zeigen.  Kellner! Kellner!“ -

 „Behalten Sie bitte Platz, Mr. Taylor! Ich könnte mich sonst genötigt sehen, von der schallgedämpften Mauser C96, die unter dem Tisch auf Sie gerichtet ist, Gebrauch zu machen.“

- „Wollen Sie mich verscheißern? Für welches Schmierblatt...?“ -

„Ich bin nicht von der Presse, Mister Taylor. Ich bin Auftragsmörder, und ich bin hier, um Ihnen eine Botschaft zu übermitteln, gewissermaßen.“

„ Sie hatten gerufen, Sir?“
- „Allerdings. Dieser Herr hier...“ -



 „...möchte bestellen. Zwei einzelne Espressi bitte. Und ein Glas Leitungswasser. Mister Taylor möchte nichts. Danke!“

„Sehr gerne. Kommt sofort.“
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„Sehr gut... Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja. Wie gesagt, ich bin hier, um Ihnen eine Botschaft zu übermitteln. Und sollten Sie irgendwelche Anstalten machen, dieses Gespräch vorzeitig zu beenden, werde ich eine Kugel durch Ihre Kronjuwelen jagen, wenn Sie verstehen, was ich meine.“



- „Wenn das ein Scherz sein soll, dann ist er nicht sonderlich komisch. Ich werde...“ -

Nein, werden Sie nicht. Sie werden ganz ruhig sitzenbleiben, während wir plaudern. Und übrigens... ich scherze nie, wenn es um meine Arbeit geht. Sie sind also George Taylor aus Brooklyn, Anlage...“

- „...berater. Anlageberater. Das Gericht hat mich in allen Punkten freigesprochen.“ -

„Das ist richtig. Die Hauptbelastungszeugin für Ihre unlauteren Machenschaften konnte sich unvermittelt an nichts mehr erinnern.“

- „Weil es nichts zum Erinnern gab. Oder wollen Sie behaupten, d...?“ -

„Diese Zeugin befindet sich derzeit in den Vereinigten Staaten, genauer gesagt im Mayo Eugenio Litta Children’s Hospital in Rochester, Minnesota, um ihre schwerkranke Tochter behandeln zu lassen. Ein geheimnisvoller Spender hat ihr die Reise ermöglicht. Sie wissen nicht zufällig, wer dieser edle Retter ist?“

- „Hören Sie,...“ -

„Die Frage war rhetorisch gemeint. In Anbetracht der von Ihnen ergaunerten Summe hat es sich sicherlich um einen entbehrlichen Betrag gehandelt. Ah... meine Espressi. Tun Sie jetzt bitte nichts Unbedachtes. Wir wollen doch nicht, dass jemand zu Schaden kommt.“

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„So, zwei Espresso... und ein Leitungswasser. Ansonsten alles zu Ihrer Zufriedenheit?“
„Alles bestens, danke. Wenn Sie vielleicht noch veranlassen könnten, dass uns in der nächsten halben Stunde niemand stört? Wir haben etwas Geschäftliches zu besprechen.“
„Selbstverständlich. Ich werde dafür sorgen.“
„Ergebensten Dank. Es wird Ihr Schaden nicht sein.“
„Sie können sich auf mich verlassen, Sir.“
„Zurück zu Ihnen, Mister Taylor. Ich nehme an, dass Sie auch einige Fragen an mich haben. Nur zu, fragen Sie!“

- „Wer schickt Sie? Welches verdammte Arschl...“ -

„Meine Auftraggeber sind Mister und Misses Davis aus Chalfont St Peter, Hertfordshire. Vielleicht erinnern Sie sich: Der Sohn der beiden hat sich vor einiger Zeit das Leben genommen, nachdem Sie ihn und seine Eltern um sämtliche Ersparnisse gebracht haben.“

- „Damit habe ich nichts zu tun. Sie...“ -

„Mister Taylor, es ist mir völlig gleichgültig, ob Sie etwas damit zu tun haben. Ich führe nur einen Auftrag aus.“

- „So? Und was verdienen Sie daran? Los, nennen Sie Ihren Preis, ich zahle das Doppelte.“ -

„Für einen Mord nehme ich pauschal 50.000 Pfund.“

- „Lächerlich. Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass diese alten Leutchen 50.000 für einen Killer ausgeben könnten.“ -

 „Selbstverständlich nicht. Genauso wie meisten Opfer Ihrer... Beratung... werden die Davis’ sich sehr lange keinen Urlaub leisten können.“

- „Also, was soll das Ganze? Arbeiten Sie zum Rentnertarif?“ -

 „Nein. Der Preis pro Zielperson bleibt immer gleich.“

- „Und? Wozu dann die ganze Nummer, die Sie hier abziehen?“ -

 „Wie bereits erwähnt bin ich hier, um Ihnen eine Botschaft zu übermitteln. Ich soll Ihnen diesen Umschlag überbringen und sicherstellen, dass Sie den Inhalt zur Kenntnis nehmen.“

- „Und was nehmen Sie dafür? 500?“ -

„Nein. Das ist gratis.“

- „Das ist doch alles Blödsinn. Wenn das...“ -

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„Öffnen Sie den Umschlag, Mister Taylor! - Nun?“

- „Ein Foto? Was soll das? Wer sind diese Leute?“ -

Das ist der überwiegende Teil der von Ihnen Geschädigten, aufgenommen vor dem Old Bailey in London. Die netten älteren Herrschaften ganz vorne sind übrigens das Ehepaar Davis. Die beiden in der ersten Reihe, die so freundlich in die Kamera winken.

- „Und was soll ich damit anfangen?“ -

 Mister Taylor, diese Menschen möchten, dass Sie auch einmal die andere Seite betrachten.

- „Die andere Seite? Welche andere Seite?“ -

 Die Rückseite, Mister Taylor. Sie werden doch wissen, was eine Rückseite ist. Drehen Sie das Bild einmal um!... Mein Herr, was ist mit Euch? Was steht auf dem Papier, dass Ihr erbleichen müsst?

- „Das... Das...“ -

„Lesen Sie vor! Das Wort sollte Ihnen doch vertraut sein.“

- „Cra...“ -

„Lesen Sie! Laut und deutlich!“

Crowdfunding

Winter drückte ab.

by Horrorcocktail

Mehr über Winter erfährt man in Victor & Winter - die Chroniken.

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