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Die Abendsonne senkt sich in dem glühenden, roten Licht welches mich immer so fasziniert. Ich sitze im Bus, in Richtung Zuhause. Ein harter anstrengender Tag liegt bereits hinter mir und ich bin froh, dass ich mich jetzt wenigstens ein bisschen entspannen kann. Neben mir (auf dem Fensterplatz) kratzt ein rundlicher Mann, in Gedanken versunken, an dem Preisschild seines Taschenbuches herum. Ich hasse Fensterplätze. Ich fühle mich eingeschlossen und bedrängt. Außerdem ist es echt nervig, wenn man aussteigen möchte und dann jemand neben dir sitzt und dich nicht bemerkt. Der Bus stoppt. Meine Aufmerksamkeit fällt auf eine alte Dame, die einsteigt. Sie hat dunkle, faltige Haut und ist in einen brauen Korkmantel gehüllt. Sie hat dunkle Augen welche aufgewühlt hin und her huschen.

Sie registriert zunächst gar nicht, dass ich sie anstarre. Dann bleibt ihr Blick an mir hängen. Bilde ich mir das ein, oder lächelt sie mich an? Ich weiche ihren Augen aus und versuche mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Manchmal tue ich so, als würde ich auf die Anzeigetafel gucken, dabei versuche ich noch einen kurzen Blick auf die Frau zu werfen. Ihre Pupillen ruhen noch immer auf mir. Sie beunruhigt mich. Endlich! Ich muss aussteigen. Die Türen öffnen sich. Ich haste aus dem Bus.

Mein schneller Schritt verringert sich, als ich um die Ecke biege. Jetzt habe ich wieder genug Zeit, meine Gedanken zu ordnen. Ich krame meinen MP3 Player aus meiner Hosentasche, doch ehe ich die Ohrstöpsel enttüddeln kann, trete ich vor einen Haufen... Ich schaue näher hin. FINGERNÄGEL??? Habe ich das richtig wahrgenommen? Quatsch! Ich kneife meine Augenlider aufeinander. Als ich sie wieder öffne, ist nichts mehr zu sehen. Mann, ich habe schon Halluzinationen! War aber auch ein verdammt langer Tag. Ich gehe einfach weiter und summe mein Lieblingslied um mich abzulenken. Ich bin ja eh gleich zuhause.

Stopp!, sagt eine Stimme in meinem Kopf und lässt mich anhalten. Habe ich da gerade meinen Namen gehört? Ich sehe eine dunkle Gestalt auf mich zukommen. Nun beginne ich zu zittern. Das wird ja immer verrückter!!!! Die Gestalt kommt näher als mir lieb ist. Ich stolpere mehrere Schritte nach hinten in das schützende Licht einer Straßenlaterne welches mir verrät wer mein Verfolger ist. Die Frau in der Korkjacke. Aber sie ist doch gar nicht mir ausgestiegen, oder? Sie hebt ihr schattiges Gesicht und streckt ihre Fäuste nach mir aus. Als sie ihre Hände öffnet läuft mir ein Schauder über den Rücken. Mich packt das wahre Entsetzen und ich renne, renne in die falsche Richtung in das Nichts! Ich presse meine Augen zusammen, spüre meinen Herzschlag. Mich packt jemand am Handgelenk.

"Lauf doch nicht weg." Ich schaue der Frau in Gesicht. Ich merke erst jetzt das ich mich keinen Zentimeter vom Fleck gerührt habe. Sie dreht meine Hand um und schaut sich meine Nägel an. "Sehr hübsch", murmelt sie. Ihr Griff ist so fest das ich mich nicht losreißen kann. Ich habe das Gefühl sie hat meine Füße an den Boden geklebt. Sie kramt in den Innentaschen ihres Mantels und holt eine Zange heraus. Eine Art von Wahnsinn spiegelt sich in ihren Augen wieder. "Nein! Nein!!!!", kreische ich panisch. Meine qualvollen Hilfeschreie gehen im Dunkeln der Nacht unter. Ich höre ein knacken und ein brennender Schmerz durchfährt mich. "Stopp!!!" Es hört nicht auf schon knackt der nächste Nagel....

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