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Fortsetzung von: Vergeltung - Vengeance ( Rache - Revenge II )


Meine Fresse, wie wundervoll es doch war zuzusehen, was ein paar schöne Morde für einen Trubel verursachten. Ich stand in allen Zeitungen, kam sogar in die Nachrichten. „Blutige Rachemorde. Vielleicht ein Serienkiller?“ Ab wie vielen Morden zählte man denn als Serienkiller? Drei? Fünf? Im Grunde genommen war es mir auch egal, das einzige was zählte war die Rache. Und Marie. Die kleine, unschuldige Marie. Mit meinen Morden hatte ich sie regelrecht ins Scheinwerferlicht gezerrt. Mir sollte es nur recht sein, je mehr Aufmerksamkeit man ihr schenkte, desto weniger Aufmerksamkeit musste ich ihr schenken, schließlich konnte ich mir alles was im Fernsehen lief auch im Internet ansehen. So blieb mir mehr Zeit, um mein nächstes Opfer auszusuchen.  Es waren so viele offene Rechnungen zu begleichen. Ich lag die ganze Nacht wach und stellte mir vor, wie ich sie abschlachtete. Ich träumte von ihren Schreien und konnte das Blut beinahe schmecken. Je länger ich wartete, desto größer wurde das Verlangen. Eine ganze Woche musste ich planen und nachdenken, bevor ich erneut zuschlagen konnte. Marie hatte sich krankgemeldet, ihrem Arzt gesagt sie habe starke Kopfschmerzen, doch eigentlich war sie einfach nur übermüdet und konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Kaum war sie eingeschlafen hatte meine große Stunde geschlagen.

Leroy Jenkins war bereits ein hagerer, kleiner Mann gewesen, als ich ihn das letzte Mal sah. Heute müsste er steinalt sein, denn damals war er bereits an die fünfzig Jahre alt gewesen. So kam ich darauf, mich zu verkleiden und in den städtischen Altenheimen nach ihm zu fragen. Ich kaufte mir alles was ich brauchte, um mein Gesicht etwas umzugestalten, klebte mir eine falsche Nase an, und schminkte mich so stark, dass meine Gesichtszüge kaum noch wiederzuerkennen waren. Da die Polizei immer noch nach einem Mann fahndete hatte ich kurz überlegt, ob ich mich als Mann ausgeben sollte, mich dann allerdings dagegen entschieden, da ich es liebte, mit der Polizei zu spielen. Es war als wäre diese Mordserie ein Puzzle: ich musste ihnen nur die richtigen Teile geben, durfte ihnen aber nie das gesamt Bild zeigen.  

Als ich ihn dann letztendlich fand ließ ich mich zu seinem Zimmer begleiten und schloss mich mit ihm ein. Ich wusste, es war riskant mein Werk im Altenheim zu vollstrecken, doch ich konnte nicht länger warten und ich hatte nichts anderes geplant. Er saß mit dem Rücken zur Tür und blickte aus dem Fenster als ich in das Zimmer kam, meinen Mantel auszog, und ihn auf einen Tisch legte. Da ich nicht wollte, dass der alte Sack an einer Herzattacke starb, bevor ich meine Arbeit begann ließ ich den Tranquilizer bei ihm weg. Stattdessen ging ich geradewegs auf ihn zu und hielt ihm meine Klinge an die Kehle. „Ein Mucks und du bist tot.“ Er zuckte nicht einmal zusammen. „Ich habe bereits auf dich gewartet.“ Seine Stimme klang müde, so als habe er bereits mit dem Leben abgeschlossen. Es wunderte mich ein wenig, dass er bereits gewusst hatte, dass ich kommen würde. Dennoch… Es machte Sinn, da schließlich viele seiner damaligen Freunde bereits ermordet worden waren. „Du kommst spät. Wärest beinahe zu spät gekommen.“ Er drehte sich zu mir und deutete zu einem Stuhl, der bei dem kleinen Esstisch stand. „Setz dich. Ich habe dir etwas zu sagen.“ Ich verengte die Augen. „Wenn du denkst, du könntest mich umstimmen, dann hast du dich aber geschnitten, alter Mann. Ich komme, um Gerechtigkeit walten zu lassen. Du bekommst nur das, was du verdienst.“ Mit diesen Worten klebte ich ihm Klebeband vor den Mund. Auf diese Weise würde ich zwar seine Schreie nicht genießen können, doch ebenso wenig würden andere uns hören, und die Polizei rufen ehe ich mein Werk abgeschlossen hatte. Bei diesem Gedanken erstarrte ich mitten in der Bewegung, die zum ersten Schnitt führen sollte und verengte erneut die Augen während ich das Klebeband brutal von seinem Mund abzog, er schrie kurz auf, doch ich hielt ihm die Hand vor den Mund. „Fresse halten.“ Ich spürte etwas Nasses an meiner Hand und als ich sie von seinem Mund nahm bemerkte ich das Blut, dass dort über seinen Mund lief, wo einmal die Haut über der Oberlippe gewesen war. Ich lachte laut auf. „Oh du Ärmster, habe ich dir weh getan?“ Er starrte mich nur wortlos an, den Horror auf sein Gesicht geschrieben, während ich langsam sein Blut von meinem Finger leckte. Der salzige, metallische Geschmack breitete sich in meinem Mund aus und schien meinen Geist zu benebeln. Die Angst und der Schrecken in seinen Augen machten den Kick nur noch größer und ein eiskaltes Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus. „Was meintest du vorhin, ich sei beinahe zu spät gekommen?“ Ich schlug ihm ins Gesicht als er es wagte, mir nicht zu antworten. „Antworte mir!“ Ich musste mich zusammenreißen ihn nicht anzubrüllen, schließlich wollte ich ja nicht gehört werden. Erst jetzt bemerkte ich, wie leblos seine Augen auf einmal geworden waren, und die Art wie sein Kopf zur Seite geschwungen war als ich ihn geschlagen hatte. Ebenso bemerkte ich die leere Packung Tabletten auf dem Boden neben seinem Fuß. „Nein.“ Mit der Erkenntnis kam die Wut. Dieser beschissene Mistkerl hatte sich umgebracht. Zu viele von seinen beschissenen Herztabletten genommen, und sein beschissenes Herz zum Stillstand gebracht. In meiner Weißglut fing ich an, auf ihn einzustechen. Ich schlitzte seinen Bauch auf, und riss ihm die Gedärme raus. Ich beschimpfte ihn, während ich die Gedärme quer durch den Raum warf und zusah, wie sie gegen die Tür klatschten. Ich ließ meiner Wut freien Lauf, zerstückelte seine Leiche und prügelte auf ihn ein, als ich mich etwas beruhigt hatte nahm ich ein Stück seiner Haut an mich, bevor ich meinen langen Mantel über die blutverschmierte Kleidung zog und mich auf den Weg nach Hause machte. Diesen Abend verbrachte ich nicht damit, Marie zu beobachten, da sie ohnehin immer noch am Schlafen war, sondern machte mich erneut auf den Weg, um das nächste Opfer aufzusuchen.

Ich bin mir nicht völlig sicher, ob man hier überhaupt von einem Opfer sprechen könnte. Tina war eines der gekidnappten Kinder gewesen, und hatte seitdem große psychische Probleme gehabt. Nachdem auch ihr dritter Selbstmordversuch fehlgeschlagen war, hatte sie sich zum Alkohol gewandt und war nun schwere Alkoholikerin, die ihr Haus nur verließ, um neuen Rum zu besorgen. Ich hatte auch auf sie ein Auge behalten und  jetzt war der richtige Zeitpunkt, um sie aus ihrem Elend zu befreien. Ich parkte mein Auto am anderen Ende ihrer Straße und beschloss den weiteren Weg zu gehen. Da ihre Tür nicht verschlossen war, stellte es keinerlei Problem dar, in ihr Haus einzudringen. Um sie zu finden musste ich nur dem Gestank folgen.

Tina lag auf ihrem Bett in einer Lache ihres eigenen Erbrochenen. Sie war nicht bei Bewusstsein, und würde so bald auch nicht wieder aufwachen. Ich stellte mich neben das Bett und schlitzte ihr mit einer schnellen Bewegung die Kehle auf. Ich wollte schließlich nicht, dass sie noch weiter litt. Fast zärtlich strich ich ihr die Haare aus der Stirn und fing an, mit ihrem Blut ein einzelnes Wort an die Wand zu schreiben. „Salvation“. Erlösung. Sie hatte dieses Leben nicht verdient und ich hatte es beendet. Ich konnte es nicht genießen, ihr das Fleisch von den Knochen zu ziehen, doch ich musste das Tatmuster aufrechterhalten. Durch meinen Anfall bei dem alten Mann hatte ich bereits fast alles versaut, doch ich sorgte dafür, dass die Polizisten die Verbindung herstellten, indem ich das Stück Haut von ihm auf dem Nachttisch platzierte.

Nach einem letzten Blick auf Tinas Leiche machte ich mich auf den Weg zu Marie nach Hause, wo sie auch bereits begann aufzuwachen.

Nächster Teil: Marie (Rache - Revenge IV)

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