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Ich schreibe dies, während sie mich beobachtet, ich spüre ihren Blick im Nacken, spüre ihren Atem in meinem Gesicht aber sie sagte selbst, dass sie meine Sprache nicht lesen kann. Kann ich ihr glauben? Dies soll ein letzter Hilferuf sein oder eher eine Warnung, denn hier komme ich nicht mehr Lebend heraus.

Alles begann vor einigen Jahren. Ich hatte neue Möbel und Kleidung von einer Bekannten bekommen diese mit ihrem Familienbetrieb ein Zimmer ausgeräumt hatte, da die Familie nichts behalten wollte schenkte mir diese Bekannte einige Gegenstände. Es beschränkte sich auf einen roten und mit verschnörkelten Schriften besetzten Sessel und einige Kleiderstücke wie ein schwarzes Kleid oder ein violettes Oberteil, einige Kuscheltiere und einem MP3-Player. Ich war damals 21 Jahre alt, in diesem Alter nahm man alles kostenlose dankend an und so saß ich einige Tage später in diesem roten Sessel und genoss mein Leben. Eigentlich bemerkte ich es erst, als ich mal die Zeit fand mein Zimmer etwas aufzuräumen, die Farbe der Wände war anders. Von der hellbraunen Farbe war nur noch ein herbstbraun übrig. Ich tat es ab und ignorierte es aber es wurde von Tag zu Tag schlimmer. Jeden Tag veränderte sich etwas an meinem Zimmer ohne dass ich irgendwas tat. Gegenstände verschwanden, mein Kleiderschrank wurde leerer, meine Sachen verschwanden vom Schreibtisch und auf seltsame Art und Weise verschwanden auch meine Tagebucheinträge.

„Hast du meinen Schulranzen gesehen?“

„Nein, du gehst doch nicht mehr zum Unterricht!“

Immer wenn ich nach den fehlenden Gegenständen fragte bekam ich so eine Antwort. Nur der Sessel, die Kleidung, die Kuscheltiere und der MP3-PLAYER blieben an der Stelle wo ich sie hingelegt hatte. Es war ein Spaß meiner Eltern, daher ich nie wirklich aufräumte. Das redete ich mir ein bis ich aber eines Tages in einem völlig leeren Raum aufwachte und nicht mal mein Bett noch übrig war. In dieser Nacht stand sie bereits neben mir an meinem nicht vorhandenen Bett. Ihr Lachen hallte durch den Raum, ihr Atem kitzelte auf meiner Haut, ihre Finger strichen über meine Schultern, wenn ich schlief aber ich drehte mich nicht um, weil ich Angst vor ihr hatte. Im Raum stieg sie umher, setzte sich einmal auf den Sessel, dann einmal stand sie vor dem Kleiderschrank, kramte laut in der Kleidung, schlug dabei ihre Finger ans Holz. Ich hörte die leise Musik des MP3-PLAYERs, hörte wie sie lachend mit den Kuscheltieren spielte aber mich nie ansprach.

„Oh, schau mal. Sie haben dich versteckt!“

Sie baumelte mit ihren Beinen an den Sessel. Das Geräusch von blanken Knochen die an etwas eisernes stießen war im ganzen Raum zu hören.

„Oh, schau mal. Sie haben Maria herausgetragen!“

Ihre Stimme klang wie als hätte sie Erde im Mund, ein leises und zweifelndes grummeln, dass man kaum als Sprache bezeichnen konnte. Ein schnaubendes weinen und ein rasselnder Atmen. Zerfetzte Kleidung und verletzte Haut. Ja, nach einer gewissen Zeit blickt man sie an und ich sage euch, dass war mein größter Fehler. Sie sieht aus wie eine beschädigte Puppe, ihr Hals ist lang und krumm, ihre Zähne sind zum großteils ausgefallen und sie blickt einen mit zahnlosen und verletzten Lächeln an, ihr Körper ist überzogen mit Schrammen und in ihren blutgetränkten Augen liegt kein Schimmer leben. Wenn ihr euch umdreht und sie anblickt, ihr sogar etwas Mitleid oder Mitgefühl für sie übrig habt, dann wird sie bald die einzige in diesem Raum sein und immer wieder sagen:

„Oh schau mal. Sie tragen Maria heraus!“

Sie hat auch meinen Namen gesagt, sie sagte den gleichen Satz nur mit meinem Namen. Sie sagte diesen Satz mit vielen Namen. Sie lies niemanden aus meiner Familie aus.

„Oh schau mal. Sie tragen die Möbel raus!“

Ich blickte mich im Raum um. Die letzten meiner eigenen Möbel, meine letzten eigene Kleidung, mein letztes Hab und Gut verschwand vor meinen Augen. Alles verschwand in der Dunkelheit meines Zimmers.

„Oh schau mal. Sie hängen dich ab!“

Diese Zeilen sind das letzte was ich schreiben kann. Sie wiederholt immer wieder meinen Namen, ich muss nachgeben. Auch wenn ihre Stimme rau und rasselnd ist. Ihr Aussehen einschüchtert. Ihre Augen einen leer anstarren. Lasst mich euch einen Rat geben, wenn Gegenstände verschwinden und ihr ein Lachen hört, rennt oder...

„Oh schau mal. Sie weinen!“

Die letzten Worte die ich schreibe...sind....Oh schau mal. Sie tragen meinen Körper heraus!

Polizeibericht:

Eine junge Frau im Alter von 21 Jahren wurde Tod in ihrem Zimmer aufgefunden, auf dem Flur standen ordentlich in Kisten verpackt ihre Güter und ebenso die Möbel aus ihrem kleinen Zimmer. An der Wand stand in ihrem Blut geschrieben: Oh schau mal. Das Kind ist im Fluss ertrunken!

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