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Er war ein intelligenter Knabe, noch dazu recht schön anzusehen mit seinen kräftigen, braun gelockten Haaren, und den smaragdgrünen, mandelförmigen Augen. Es gab nur einen, klitzekleinen Fehler an ihm, über den man hinwegsehen konnte. Ein winziges Zucken seines rechten Augenlids, mehr nicht. Und das hatte er scheinbar nur, wenn er aufgeregt war. Sein Gang war aufrecht und der Ausdruck auf seinem Gesicht stets wach, ja geradezu wissend, als würde er ein Geheimnis hüten, das niemand sonst kannte und niemand sonst kennen durfte. Doch er hütete kein Geheimnis, sondern ein grundlegendes Chaos, dessen Kontrolle er selbst nie erlernen würde. Dieses Chaos veränderte ihn, und bald wurde er… anders. So anders, dass er keine Freunde fand, keine Kontakte knüpfte, sogar stets alleine blieb. Unter sich, in der Grausamkeit.

Er schottete sich erfolgreich ab, blieb ein Mysterium für die Mitmenschen dieser sogenannten Gesellschaft. Nur seine früher alkoholsüchtige Mutter schien doch tatsächlich etwas von der Katastrophe zu ahnen, die sich anbahnte, wehrte sich aber mit ganzer Kraft gegen dieses unbestimmte Gefühl, um den Schein des Gewöhnlichen aufrecht bewahren zu können. Um nicht auch… anders zu sein. Um normal zu bleiben. Für die Maskerade, die sie mitspielte.

Als der Junge gerade erst neun geworden war, schlossen er und seine früher alkoholsüchtige Mutter ein ungeschriebenes Gesetz ab, dass sie weder laut, noch leise vollzogen. Sie schrieben es auch nicht nieder. Besiegelt wurde es durch einen einzigen, viel zu kurzen Blickkontakt, und durch ein einziges, viel zu knappes Nicken. Danach wurde weiterhin gehandelt, als wäre es nie geschehen. Als würde es nie geschehen. Nie. Nie. Nie.


Wehe jemand merkt etwas.


Für die Öffentlichkeit war sie die strenge, aber freundliche Staranwältin, und er ihr vollkommen gewöhnlicher, vielleicht ungewöhnlich niedlicher Sohn, mit den kräftigen, braun gelockten Haaren und den smaragdgrünen, mandelförmigen Augen, auch wenn das seltsame Zucken einen auf Dauer verwirren konnte. Sie beide wussten, dass ihre Fassaden so erlogen waren, wie dieses Leben, das sie sich nach dem Tod des Familienvaters aufgebaut hatten. Der einzige Grund, warum sie über ihre gegenseitige Verfassung schwiegen, war die Gefahr, verraten zu werden. Und sie brauchten einen Verbündeten. Wenn auch nur zum Schein. Wenn auch nur einen Einzigen.
Denn wer in einem Glashaus saß, sollte bekanntlicher Weise nicht mit Steinen werfen. Hm.


Mein Kopf dröhnt. Der kalte Wind schlägt mir unangenehm fest ins Gesicht. So fest, dass er sicherlich unansehnliche, rote Striemen auf meinen glühenden Wangen hinterlässt, und die ohnehin schon mitgenommene Frisur auf meinem Kopf endgültig zerstört. Zudem treibt er gemeinsam mit der Ausweglosigkeit meiner Situation heiße Tränen in meine Augen, die man nicht mehr gewaltsam runterschlucken kann. Es ist unmöglich. Einfach unmöglich. Meine Kehle ist im Gegensatz zu meinem durchnässten Körper staubtrocken, und mein Atem geht stoßweise. Sicherlich würde sich weißer Nebel von meinen Lippen lösen, wenn das Wetter es erlauben würde, und ich fühle mich so unendlich verloren in diesem Krieg der Elemente. So unendlich allein.
Ich habe vergessen, doch ich bin zu müde, um mich zu erinnern. Etwas benebelt meine Sinne.

"Nicht einschlafen." Ein perlendes Lachen, das ich kenne wie mein Eigenes, bringt mich dazu, meine Augen zu öffnen, und den Kopf zu heben, der plötzlich unendlich schwer ist, was nicht nur an meinen klitschnassen Haaren liegen kann, die von dem Regen attackiert werden. Ich ziehe die Luft scharf ein.


Der braun gelockte, smaragdgrünäugige Junge begann mit dem zarten Alter von 10 ½ bereits das Sezieren von Spinnen und Fliegen, indem er ihnen die Beine ausriss, und den hinterbliebenen Körper akribisch genau untersuchte, bis dieser nicht einmal mehr zuckte, seine Geheimnisse verraten hatte, und somit für ihn gänzlich uninteressant wurde. Doch irgendwann wurde das zu langweilig. Zu gewöhnlich. So war ein Weberknecht ohne seine Beine nicht mehr als eine kleine Kugel, die kaum mehr zuckte, genau wie eine Fliege, der die Flügel fehlten. Genau das war aber das Faszinierende: Das Zucken. Der genaue Moment, in dem sie ihr Leben aushauchten, und der Körper sämtliche Funktionen aufgab. Einfach zu stoppen schien. Die Idee kam so plötzlich, so folgerichtig, dass er seine Taten nicht hinterfragte. Seine Experimente mussten an Ausmaß zunehmen, genau wie seine Fertigkeiten an Ausmaß zugenommen hatten. So simpel. So einfach.

So kam es, dass seine Mutter an einem verregneten Tag ihren Sohn mit den braun gelockten, kräftigen Haaren und den mandelförmigen, smaragdgrünen Augen zusammengekauert auf dem Treppenabsatz fand, der zum Garten führte. Vor ihm ausgebreitet lag ein Hirschkäfer, den er mit Hilfe eines der kleineren Küchenmesser in zwei Teile gespalten hatte. Er packte eines der Hörner, um das Tier besser betrachten zu können, und hielt es viel zu nah an sein Gesicht, sodass er ihr Kommen nicht bemerkte. Sie taumelte zurück.

Das Schlimmste war sein unregelmäßiges, heftiges Keuchen, als sei dieser abstruse Akt mit einer enormen körperlichen Anstrengung verbunden gewesen, was aber nicht möglich war. Auf seinem grauen Wollpullover glänzten Regentropfen wie Diamanten; seine Haare waren dunkel und strähnig vor Nässe. Sie atmete scharf ein. Die Luft um ihn herum schien regelrecht zu dampfen. Sie hätte schwören können, dass sein Körper fieberheiß war, aber sie war nicht im Stande, ihn zu berühren.
Nachdem die strenge, aber freundliche Staranwältin sich wieder gefasst hatte, packte sie eine unbeschreibliche Wut auf ihren Sohn, der nicht wie jedes andere Kind sein konnte, und sie war kurz davor, ihm eine Ohrfeige zu geben – ihre übliche Art Probleme aus der Welt zu schaffen – doch irgendetwas hielt sie genau davon ab. Vielleicht verunsicherte es sie, wie konzentriert er war. Wie entschlossen. Wie ruhig. Vielleicht hatte sie aber auch einfach nur Angst vor den Auswirkungen, und wagte es nicht, sich in die Wege des Jungens mit den braun gelockten, kräftigen Haaren und den mandelförmigen, smaragdgrünen Augen einzumischen. Sie ging rückwärts durch das Hohe Grass. Ihre Gedanken überschlugen sich, und schienen gleichzeitig stehenzubleiben. Am liebsten hätte sie ihn geschlagen für diese widerliche, ekelhafte…

Warum tat sie es dann nicht? Warum lief sie davon?
Sie versuchte sich zu beruhigen.
Vielleicht taten so was alle Kinder.

Hatte sie nicht selbst auch Insekten zum Spaß getötet? Trotz allem hatte sie es… anders getan. Nicht so, mit dieser stummen, fokussierten Besessenheit. Sie erschauderte, und zog sich zurück, ohne dass er etwas merkte, und öffnete kurz darauf den Weinkeller, den sie nach dem Tod ihres Mannes zum Schutze ihres Kindes verschlossen hatte.
Nun war seine ehemalig alkoholsüchtige Mutter ehemalig ehemalig alkoholsüchtig gewesen. Denn es ließ sich anders nicht ertragen. Die Masken schmerzen nach einer Weile auf den Gesichtern, und der Drang wird größer, sie abzunehmen.
Doch sie straffte die Schultern, und trank den ersten Schluck, ohne sich zu bemühen, den Weg des edlen Tropfens in ihr Blut durch ein Glas künstlich zu verlängern.

Dieses Kind benötigte keinen Schutz.
Dieses Kind benötigte einen Psychiater, wie jeder andere. Doch sie würde nichts sagen. Während eine Flüssigkeit ihre Speiseröhre hinabrann, floss ihr eine ganz andere ohne enden zu wollen über die Wangen. Nie wieder. Nie. Nie. Nie.


Meine dröhnenden Kopfschmerzen lassen mich doppelt und dreifach sehen, sodass ich die Entfernung meiner Füße zum Boden nicht genau abschätzen kann. Aber es ist auf jeden Fall sehr hoch. Zu hoch. Ich schlucke mit meiner staubtrockenen Kehle. Eine Metallstange drückt sich zu fest zwischen meine Schulterblätter und kühlt meine brennende Haut zu schnell ab, während das grobe Seil, das mich hier oben hält, an meinen Gelenken scheuert, und dort ein unangenehmes Gefühl hinterlässt. In der Umgebung sehe ich nur flaches Land; eine Art Feld, das sich bis zum Ende meines Blickwinkels erstreckt, und dort in einem hohen Fichtenwald endet, der bis zum Horizont reicht. Ich habe keine Ahnung, wo ich bin, aber es ist definitiv fernab von jeglicher Zivilisation. Ich bin allein. Wie immer.
Ein Mann mit braunem, kräftigen, lockigen Haar sitzt einige Meter entfernt von mir auf einem Klappstuhl, und seine unglaubliche Ruhe sagt mir sofort, dass er für meine Situation verantwortlich ist. Nebel bildet sich um ihn herum, was so wirkt, als würde er dampfen. Sein rechtes Augenlid zuckt, doch diese winzige Bewegung kann ich mir genauso gut einfach nur eingebildet haben. Woher kenne ich diesen Mann? Er kommt mir bekannt vor, doch sein Gesicht hat sich verändert.

„Was wollen Sie von mir?!“, schreie ich ihn gegen das Dröhnen meines Kopfes an. "Aber nein", stelle ich in Gedanken fest. "Das schreckliche Geräusch stammt nicht aus meinem Kopf." Und tatsächlich: es erklingt unheilvoll hinter den Wolken, und schwillt immer mehr an. Lauter. Näher. Ich habe Angst, während das Gewitter weiterhin um mich und meinen Peiniger tobt.
Doch er scheint sich an etwas zu erinnern. Ich kann mich nicht erinnern. Angst. Warum ist die Metallstange plötzlich so heiß, und meine Haut plötzlich so kalt? Wie kann ich denken, obwohl meine Gedanken still stehen. Dieses Gefühl ist so erdrückend. So... anders. Alles dreht sich, und ich versuche verzweifelt, mein Gehirn insofern zu aktivieren, dass ich ihn erkennen, und meine Angst verbannen kann.


Er fand eine verletzte Taube auf der Veranda, mit der eine Katze gespielt, aber anscheinend bald die Lust daran verloren, und sie schließlich dort liegen gelassen hatte. Die Brust des Tiers hob sich hektisch, die leeren, animalischen Augen huschten umher, doch größere Bewegungen schienen dem eigentlich bemitleidenswerten Täubchen zu anstrengend zu sein. Der Junge nahm das Messer zur Hand, welches er mittlerweile stets bei sich trug, und schnitt es eilig auf, um die Sekunde des Todes zeitnah miterleben zu können.
Als das wundervolle Zucken schließlich abebbte, hatte sich so viel Blut gesammelt, dass man das Innere des Lebewesens kaum erkennen konnte. Seine Lösung war es, das Tier vorsichtig mit dem Gartenschlauch abzuspülen, während er es ebenso vorsichtig am gebrochenen Flügel emporhielt. Er betrachtete die winzigen, stillgelegten Organe. Er atmete flach und hastig vor Aufregung. Schrecklich vorsichtig wollte er mit der Messerspritze Darm und Magen freilegen, aber dann erfasste ihn etwas, das er selbst nicht benennen konnte, und er stach wie wild auf den kleinen Kadaver ein, bis er nur noch eine braungraue Masse war.

Danach fühlte er sich atemlos und schwach, aber auch befriedigt, wie nach einer körperlichen Anstrengung. Dennoch kam ihm zum ersten Mal in seinem Leben der Gedanke, dass etwas an dem, was er tat, nicht in Ordnung war. Er verscheuchte diese Idee mit einer anderen. Fernsehen. Das würde ihn sicher entspannen. Sicher. Nie. Nie. Nie. Natürlich hatte er sich geirrt, denn kurz nachdem er den Apparat angeschalten hatte, schaltete er ihn auch wieder aus.
Es gab niemanden, der ihn sehen wollte, und er selbst wollte auch niemanden sehen.

Nach der Taube verschwanden streunende Katzen. Bald Hunde. Er musste dieses Gefühl doch irgendwie befriedigen, nicht wahr?
Er liebte Gewitter. Er liebte Zucken.
Er verlor den Verstand.
Er verlor sich selbst.


Wehe jemand merkt etwas.


Und trotz allem hielt er seine Maske besser aufrecht, als seine Mutter, die nach einer Weile ihren Job verlor, und in dem gräumigen Haus vor sich hin vegetierte. Zu schwach, um ihm einhalt zu gebieten. Immer mit einer neuen Flasche an den Lippen. Der Vertrag zwischen ihnen stand noch, und so antwortete er auf Fragen nach dieser Frau, die ihn geboren hatte, mit einem Lächeln und einem Schulterzucken.
Der Junge war mit 16 alt genug, um zu verstehen, dass es in seiner engeren Umgebung niemanden gab, der war wie er. Was er dachte und fühlte, fanden andere entsetzlich und abstoßend, das wusste er. Aber für ihn waren seine Gefühle in Ordnung – er kannte ja keine anderen. Sie verängstigten ihn manchmal, wegen ihrer Kraft und Vehemenz, die oft etwas Befehlendes an sich hatten, aber er wäre nie auf die Idee gekommen, ihnen zu widerstehen: Was sein musste, musste sein.

Er war zufrieden mit sich, als er irgendeine Leiche irgendeines Hundes, um den irgendeine Rotgöre sicherlich trauerte, nicht wild und unbeherrscht zerstört, sondern nach allen Regeln der Kunst – seiner Kunst – seziert und damit die Befriedigung erlangt hatte, die er suchte. Er wollte kein Opfer seiner Triebe sein, sondern die Kontrolle haben. Er fühlte sich leer und beschmutzt, aber zumindest momentan zufrieden. Manchmal krümmte er sich nach einer seiner neuen Angelegenheiten (so nannte er es vor sich selbst: 'Angelegenheiten') in seinem Bett wie ein Embryo, tauchte ab in die Welt einer Grausamkeit, die er selbst Tag für Tag vervollständigte, und in der er sich mittlerweile mehr zu Hause fühlte, als dort, wo sich sein reales Leben abspielte. Er wurde älter. Stärker. Bildete seine Kunst immer weiter aus, bis er auf einer Straße in der Nähe des Waldes ein weinendes Kind fand, welches sich beim Fallen vom Fahrrad ein Knie aufgeschürft hatte.

Schwarzes Blut funkelte unter dem Schein der Straßenlaterne, und tröpfelte langsam an weißer, unberührter Haut hinab, im Gegensatz zu den Tränen des Mädchens. Er stockte.
Der braun gelockte Junge mit den smaragdgrünen Augen lächelte, während er sein Messer in der Jackentasche so fest umklammerte, dass seine Knöchel sicherlich weiß hervortraten. Das war der letzte Schritt: Das wusste er. Ab hier würde es kein zurück mehr geben. Zwar wollte ein Teil von ihm wegrennen, und seine 'Angelegenheiten' für eine Weile ruhen lassen. Vielleicht sogar für immer! Doch die Stimme in ihm, die Grausamkeit zwang ihn regelrecht zum weitergehen, und das einzige was er wollte, war das Schweigen dieser Grausamkeit. Er wusste, dass ihn diese Tat mehr befriedigen würde, als jede andere zuvor, aber auch, dass er immer mehr wollen würde. Er wusste, dass er kreativer werden würde, um sich das wundervolle Zucken des Todes besser ansehen zu können. Zucken...
Er setzte eine besorgte Maske auf, und bückte sich zu dem Kind hinab, welches zu erschrocken war, um vor dem Fremden zurück zu zucken. Kein Auto weit und breit in diesem Kaff. Er hatte alle Zeit der Welt.

"Alles in Ordnung?"


"Alles in Ordnung?", will eine tiefe, belustigte Stimme wissen, unter welcher ich zusammenzucke.
Ich kann nur noch betteln, da mir mehr in meiner gegenwärtigen Situation nicht wirklich vergönnt ist. Das Seil scheuert, das Gewitter tobt, mein Atem stockt. Mir bleibt nichts anderes übrig. Selbsterhaltungstrieb. Verdammte Angst. Ich bin doch Anwältin! So etwas muss ich mir selbst unter Lebensgefahr nicht bieten lassen. Nach diesem Gedanken halte ich inne, und suche nach dem Wort, über das ich gestolpert bin. Man könnte meinen es wäre Lebensgefahr... aber...

Anwältin... Es macht klick in mir, und der Alkohol, der mich meiner Sinne beraubt hat, klingt langsam, aber gleichmäßig ab. Ich erkenne meinen Sohn wieder, der vollkommen ruhig da sitzt, obwohl das Grausame ihn wie eine zweite Haut umgibt, und ihn wie ein Nebel umschmeichelt. Ich würde ihm eine Ohrfeige verpassen, wenn ich könnte. Mir bleibt nichts anderes als meine Stimme zu erheben, so wie ich es immer getan habe, bevor der Wein mir erlaubt hatte, zu vergessen. „Lass mich sofort von diesem Ding runter, Frederik!“

Sein Grinsen wird breiter, als er versteht, dass ich wieder bei mir bin, und meinen autoritären Ton vernimmt. Seine Antwort bringt mich aber vollkommen aus der Fassung, weil ich Widerworte nicht gewohnt bin. Nie gewohnt war. "Nein Mutter. Ich lasse dich auf keinen Fall von dem Blitzableiter runter. Das wäre sehr auffällig, und es soll doch niemand etwas merken.“

Seine Maske fällt, und er lächelt so ehrlich, wie lange nicht mehr. Ich bin geblendet. Das Zucken hält inne. Ein Donner erklingt. Für ihn bin ich nur noch ein Experiment. Denn er sieht mich an, wie den Hirschkäfer, damals, vor langer Zeit. Ich verstehe seine nächsten Worte nicht, weil sie einfach keinen Sinn für mich ergeben, und vollkommen aus dem Kontext gerissen sind. Die Erkenntnis trifft mich wenig später wie ein Zug, und ich beginne panisch zu kreischen und mich zu winden, um dem klammkalten Seil zu entkommen, auch wenn ein Aufprall für mich tödlich enden würde. Angst. Nie. Nie. Nie. Ich bin so… anders, und das weiß ich. Wäre ich nicht… anders gewesen, wäre er vielleicht nicht zu dem geworden, was er ist. Er hätte meinen Schlag dringend nötig gehabt.
Denn mein eigener Sohn lachte "Ich genieße doch nur die Lichtshow!" und besiegelte so mein Schicksal.

Just in diesem Moment wurde der Abendhimmel hell erleuchtet, und die grauen Wolken, die den Himmel verhangen, wirkten beinahe weiß. Der Donner erklang wenige Sekunden danach - ohrenbetäubend und unabwendbar, wie die Katastrophe, die von niemandem erahnt wurde, obwohl sie erahnt werden konnte. Jeder hätte es verhindern können, indem er einfach hinter die Maske gesehen hätte. Doch die Masken scheinen an unsere Gesichter genäht zu sein. Mir ist für eine Sekunde so heiß, und kurz darauf so kalt, dass mein Herz wortwörtlich stehen bleibt. Ich atme nicht. Ich sterbe. Und...



ich zucke.
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