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Es war nun etwa einen Monat her, seit ich von Zuhause ausgezogen bin.

Ich fühlte mich wohl in dem kleinem Apartment. Es war recht günstig gewesen, doch als Studentin stellt man dann nicht viele Fragen. Die Lage war auch gut, es war recht nah an meiner Universität dran, was für mich das Beste war. Doch als ich meine Familie zu mir eingeladen hatte, fing erst der ganze Horror an.

An einem schönen Samstagmorgen wachte ich schon sehr früh auf. Heute kamen meine Verwandten, um sich mein Apartment anzusehen. Ich hatte schon am gestrigen Tag alles eingekauft und machte mich nun auf in die Küche. Als ich alles für den Kuchen rausgeholt hatte, machte ich mich auch schon an die Arbeit.

Es dauerte zwei Stunden, bis er endlich fertig war. Mittlerweile war es schon 10 Uhr, und da ich wusste, dass meine Verwandten immer pünktlich waren, machte ich mich schon mal daran, das Fleisch anzubraten, da das am längsten brauchen würde.

Als meine Uhr anfing zu piepen, klingelte es auch. Ich stellte die Uhr aus und ging an die Tür. Meine ganze Familie war nun da und ich bat sie herein. Sie setzten sich alle auf das Sofa und ich verschwand nach kurzer Zeit wieder in der Küche. Das Essen war nun fertig und ich stellte es auf den kleinen Tisch an meinem Sofa. Jeder nahm sich was und machte es sich dann wieder bequem. Meine kleine Cousine starrte immer in eine Ecke.

Nach einiger Zeit fragte ich, was denn los sei. Sie sah mich kurz an und dann wieder in die Ecke. „Kannst du bitte dem Mann sagen, dass er weggehen soll? Er sieht so gruselig aus...“ Alle sahen nun in die Ecke.

„Aber da ist doch keiner“, erwiderte ich. „Ich schwöre da ist aber jemand!“, protestierte meine Cousine. Ich atmete tief ein um sie nicht anzuschreien. Sie sollte mir keine Angst machen. „Wie sieht der Mann denn aus?“, fragte meine Tante ihre Tochter. Sie schloss kurz die Augen und sah uns dann wieder an.

„Er ist ungefähr 1,80 groß, hat einen starren Blick und... d-dieses Grinsen...e-es ist so anders und sein Gesicht und seine Klamotten sind voller Blut...“ Ungläubig sahen wir meine Cousine an. Mich überkam ein leichter Schauer. Schnell vergaßen wir das alle wieder und aßen mit einem mulmigen Gefühl der Beobachtung weiter.

Nachdem meine Verwandten sich verabschiedet hatten, war alles ganz still. Ich hatte ein ganz komisches Gefühl und fing an, abzuspülen. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, mit einem starren Blick verfolgt zu werden. „Jetzt reiß dich zusammen! Da ist keiner!“, redete ich mir selber ein und trocknete den Rest ab.

Ich war grade dabei, ein scharfes Messer abzuwischen, als ich einen eiskalten Hauch im Nacken spürte. Das Blut gefror mir in den Adern und ich hielt in meiner Bewegung inne. Es fühlte sich so an, als ob irgendwas auf meinen Nacken tropft. „Geh weg!“, hauchte ich mit zittriger Stimme. „Geh bitte weg!“, versuchte ich es etwas energischer. Der Atem verstärkte sich dadurch nur noch. Meine Knie fingen an zu zittern und ich packte das Messer fester. Schnell drehte ich mich damit um.

Es stand niemand hinter mir. Meine freie Hand glitt langsam zu meinen Nacken und als ich sah was da drauf getropft war, erschrak ich. Blut! Es war Blut. Langsam sank ich auf meine Knie und starrte auf die rote Flüssigkeit. Ich zuckte zusammen als meine Uhr 24 Uhr anzeigte und zwölf Mal läutete. Ängstlich machte ich mich fertig um ins Bett zu gehen. Es war die schlechteste Idee, die ich je hatte.

Nachdem ich das Licht ausgemacht hatte, versuchte ich trotz des Gefühls, beobachtet zu werden, einzuschlafen. Als ich es fast geschafft hatte, spürte ich, wie sich etwas auf meine Decke setzte. Ich versuchte, mir diese über den Kopf zu ziehen, was mir auch gelang. Vorsichtig und so langsam es ging kauerte ich mich zusammen. Wieder spürte ich diesen Atmen. Ich kniff meine Augen zusammen und nach einer schlaflosen Nacht wachte ich um 6 Uhr auf.

Ich traute mich nicht raus, tat es aber nach 20 Minuten endlich, da mir das Piepsen des Weckers auf die Nerven ging. Meine Bettdecke war total zerknittert, obwohl ich mich kaum bewegt hatte. Müde tapste ich ins Bad und machte mich fertig. Immer noch verfolgten mich diese Augen.

Als ich mich am Montag auf den Weg zur Universität machte, hatte sich das alles wieder gelegt.

Kurz vor Schluss schlief ich während eines Vortrages ein. Es hielt auch keiner für nötig, mich zu wecken, somit wachte ich erst auf, als der Professor vor mir stand.

„Haben Sie etwa zu Hause kein Bett um da zu schlafen?“, fragte er und sah mich an. „Doch, nur... ich konnte nicht schlafen da...“ Ich brach ab. Alle anderen fingen an zu lachen. Am liebsten wäre ich vor Scham im Boden versunken. Als der Unterricht vorbei war, schlenderte ich noch durch die Stadt, da ich einfach nicht zurück wollte.

In Gedanken verloren merkte ich nicht, wie jemand auf mich zu gelaufen kam und mich umrannte. Um das Gleichgewicht zu halten, hielt ich mich an der Person fest und zog sie mit zu Boden. Wütend sah sie mich an. „Pass doch auf!“, zischte sie und rappelte sich wieder auf. Die Person rannte weiter. Ich sah noch, wie sie in einen Bus einstieg. Erst jetzt bemerkte ich, wie spät es war und ging zurück.

Auf dem Weg zu meinen Apartment kam mir mein Vermieter entgegen. Ich sprach ihn an und fragte, ob das was mir in diesem Apartment geschah, schon anderen passiert sei. Er verneinte nur und meinte, ich solle mir nicht so viele Sorgen machen, dass sei garantiert nur Einbildung gewesen.

Geknickt ging ich wieder in mein Apartment und fand es total verwüstet vor. Geschockt sah ich auf die ganzen Glassplitter und umgeworfenen Stühle. „D-das kann doch nicht wahr sein“, stotterte ich. Schnell rief ich die Polizei.

Als diese nach 10 Minuten da war, untersuchten sie meine ganzes Apartment nach Einbruchsspuren. Allerdings fanden sie keine. Sie konnten sich das auch nicht erklären, gaben mir aber den Rat, das nächste Mal genau abzuschließen. Ich nickte und schloss die Tür hinter ihnen. Nachdem der Streifenwagen weg war, überkam mich schon wieder dieses Gefühl. Ich fing an, alles aufzuräumen und mir einen logischen Grund für all das zusammen zu reimen.

Wochen vergingen, ohne dass ich wirklich geschlafen hatte. Auch die Klausuren hatte ich vergeigt und das nur wegen einem Mann, der gar nicht da war. Immer öfter ging ich zu Freunden, um bei denen zu übernachten, aber auch da fand ich keine Ruhe und immer wenn ich zurück kam, war meine Wohnung verwüstet.

Ich rief deswegen auch schon gar nicht mehr die Polizei, weil es immer gleich aussah. Ich hatte zwar gedacht, es würde irgendwann aufhören und wieder normal werden, doch da hatte ich mich sehr getäuscht.

Alles wurde nur noch schlimmer und mittlerweile fing ich das Trinken an. Erst harmlos, eine Flasche Bier. Dann immer mehr, bis ich mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Meine Eltern schimpften mit mir, warum ich denn so was machen würde, aber die Wahrheit hatte ich ihnen ja schon mal erzählt, aber glauben wollten sie mir nicht. Nachdem ich dann wieder zuhause war, fing dieses Ding an, mich zu verletzten. Immer mit neuen Wunden wachte ich auf. Ich war mir sicher, dass dieses Ding mich töten wollte.

Als ich von einer Party wieder kam sah ich ein Wort aus Blut auf meinem Glastisch stehen 'Sterben'. Ich hatte jetzt endgültig die Schnauze voll und rief zum letzten Mal die Polizei. Sie untersuchten das Wort und rieten mir, dass ich einige Tage bei meinen Eltern bleiben sollte. Dies tat ich auch. Ich wurde auf dem Laufenden gehalten, was die Ermittlungen angingen.

Es war schön die Zeit bei meinen Eltern zu verbringen. Ich konnte nun endlich wieder schlafen, doch an diesem Abend wandte sich alles zum Schlechten. Durch einen langgezogen Schrei schreckte ich auf. Ein weiterer Schrei folgte und ich lief schnell zu meinen Eltern, da sah ich ihn. Den Mann - oder von mir Das Ding genannt - den meine Cousine beschrieben hatte.

Starre, blaue Augen, ein verrücktes Grinsen und Blut. Überall Blut. Erst jetzt erkannte ich meine Eltern. Sie waren komplett entstellt. Hass, Wut und Verzweiflung breitete sich in mir aus. Er hatte meine Eltern umgebracht und so entstellt. Langsam ging er auf mich zu, ich ging rückwärts. Er hob das Messer und wollte zustechen. Schnell wich ich zur Seite aus.

Ich suchte irgendwas, womit ich mich wehren konnte und fand eine Vase. Ich warf diese nach ihm nur... sie ging durch ihn durch und zerschellte an der Wand. Schnell drehte ich mich um und rannte weg. Er folgte mir, ich lief an einem Spiegel vorbei. Er hatte kein Spiegelbild. So schnell ich konnte rannte ich raus in die tief schwarze Nacht hinein.

Ich wusste nicht, ob er mir noch folgte, aber ich rannte so schnell, wie ich noch nie vorher gerannt war und traute mich auch nicht, mich umzudrehen. Erst im Morgengrauen stoppte ich und drehte mich um. Er hatte mich zum Glück nicht weiter verfolgt. Nur hatte ich jetzt keine Ahnung, wo ich war. Mir kam nichts mehr bekannt vor und die Tränen, die mir in die Augen stiegen, machten es für mich unmöglich, noch was zu erkennen.

Weinend sank ich auf meine Knie und erst nach 10 Minuten hatte ich mich wieder beruhigt, da eine sanfte Stimme meine Trauer durchbrach. Eine nett aussehende, ältere Dame half mir auf, und fragte was los sei. Mit zitternder Stimme erzählte ich ihr alles. Sie nahm mich liebevoll in den Arm und versuchte mich zu beruhigen. Sie rief die Polizei und wir fuhren zusammen zu dem Haus meiner Eltern. Die Polizei war schon da und ich musste mir eine Menge Fragen anhören.

Der Tag der Beerdigung war gekommen. Meine Eltern hatten sich beide gewünscht, in einem offenen Sarg beerdigt zu werden. Doch diesen Anblick wollte ich sonst keinem aus meiner Familie antun. Die Zeremonie war recht lang, und nachdem sie beerdigt worden waren, gingen wir alle zu meiner Tante. Ich hatte seitdem kein Wort mehr gesprochen, ich hatte einfach zu viel Angst in Tränen aus zu brechen.

Nachdem wir alle wieder nach Hause gefahren waren, starrte ich an meine Zimmerwand. Ich hatte Panik, alleine in meinem Apartment zu sein, aber ich konnte keinen fragen, ob er zu mir kommen wollte. Nach einigen Stunden schlief ich dann ein. Erst drei Stunden später wachte ich wieder auf.

Er stand über mich gebeugt. Meine Augen weiteten sich vor Schreck. Schnell holte er mit dem Messer aus und stach mir in den Magen. Er hielt mir den Mund zu so, sodass ich nicht aufschreien konnte. Ich wehrte mich so stark ich konnte. Nachdem ich mich befreit hatte, stand ich schnell auf und drückte mir auf die Wunde. Ich war gefangen, denn ich hatte meine Tür abgeschlossen und der Schlüssel lag auf meiner Kommode.

Ich flüchtete mich ins Wohnzimmer. Es war zwecklos, aber so schnell wollte ich mein Leben nicht aufgeben. Wieder spürte ich diesen eiskalten Atem im Nacken und schnell wich ich zur Seite. Er war nicht da. Schnell rannte ich in die Küche und schnappte mir ein Messer. Ich fing an, wie wild damit um mich zu schlagen, doch alles war zwecklos. Ich hatte nicht gehört, wie ein Regal langsam umkippte und mich unter sich begrub. Blut rann aus meinem Mund und ich sah auf. Dieses Ding sah auf mich herab und bückte sich zu mir. Das war das Letzte was ich sah.

In meinen Träumen verfolgt er mich noch immer. Ich kann zwar nichts mehr sehen. Dennoch weiß ich, dass er noch da ist. Schnell hatte ich die Blindenschrift erlernt und konnte so meine Geschichte nieder schreiben, nur ich denke auch, dass wird das Letzte sein, was ich schreiben werde.

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