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Augen hinter dir. Ein kalter Schauer fährt dir über den Rücken, als wäre es der kälteste Tag des Jahres.

Du drehst dich um und doch ist nichts zu sehen.

Jeder hat dieses Gefühl, dass man beobachtet wird, schon einmal gehabt. Dieses Gefühl, als würde man verfolgt werden, von Schritten, die niemand hören kann.

Es ist spät in der Nacht und mein Computer fährt langsam herunter. Ich schalte das Licht der Schreibtischlampe und den Monitor aus, während ich müde gähne.

Ich hatte eigentlich nicht vor, so lange aufzubleiben, aber manchmal vergisst man die Zeit einfach und verliert sich in dieser endlosen Spirale, die uns unbarmherzig im Sekundentakt das Leben nimmt.

Eigentlich mag ich das nicht, wenn die Zeit schneller vergeht als man denkt. Du hast das Gefühl nur eine Stunde irgendetwas gemacht zu haben, doch der Blick auf die Uhr belehrt dich eines Besseren, dass vielleicht schon vier oder sogar fünf Stunden vergangen sind.

Ich seufze tief und schließe das Fenster. Es ist nicht allzu kalt, doch der Lärm der Welt da draußen war mir für heute genug.

Ich sehe hinaus und es erwischt mich wie eine Reißzwecke, auf die man plötzlich tritt.

Dieses Gefühl beobachtet zu werden. Ich fühle mich, als ob ein Paar Augen auf mir und allem, was ich tue, ruhen.

Auf der anderen Straßenseite sehe ich eine dunkle Einfahrt, wie ein schwarzer Tunnel. Sie ist so dunkel als ob sich inmitten all der Finsternis ein schwarzes Loch befindet, das alles Licht aufsaugt.

Gedankenverloren sehe ich dort hinein, als ob ich nie etwas anderes tun wollte.

Die digitale Uhr an meinem Handgelenk gibt ein kurzes, elektrisches Piepen von sich, das mich aus den Gedanken reißt. 2 Uhr mitten in der Nacht.

"Scheiße", denke ich und verfluche mich innerlich, während mir klar wird, dass ich mich morgen früh dafür hassen werde, heute so spät ins Bett zu gehen.

Doch ich komme nicht umhin noch einen Blick auf den Tunnel zu werfen.

Für einen Moment bilde ich mir ein trotz aller Schwärze darin die dunklen Umrisse einer Figur zu sehen. So etwas wie eine kleine Bewegung in allem Dunkel.

Ich reibe mir die Augen und krieche langsam unter meine Decke und schiebe es auf meinen übermüdeten Geist.

Den letzten Gedanken des Tages verschwende ich, indem ich mich selbst frage wie lange ich wohl zum Einschlafen brauche.

Plötzlich jagt mir eine Eiseskälte über den ganzen Körper und ich verkrampfe, bis ich merke, dass ich wach geworden bin. Mein Blick wandert fast sofort zu dem Fenster, das offen steht.

"Habe ich das nicht zugemacht..?", frage ich mich innerlich während ich leicht zittere.

Ich richte mich auf und tapse langsam zum Fenster. Ich kann nicht anders, als wieder zu dem Tunnel zu sehen.

Nur diesmal sehe ich etwas, das wie zwei gelbe, funkelnde kleine Lichter aussieht. Fast wie Augen.

Ich schlucke verängstigt und starre unentwegt hin, in Erwartung, dass sie sich bewegen und mir eine Antwort liefern, was ich da sehe.

Doch nichts passiert. Ich schüttle den Kopf, als ob mir mein Verstand einen Streich spielt und gehe langsam wieder zu Bett als ich plötzlich eine Stimme aus der Richtung des Fensters höre.

"Lass mich hinein".

Ich drehe mich sofort um und am Fenster...kratzt...eine schwebende Figur mit blauer Haut, die aussieht, wie ein zerschundener Mensch, der ertrank. Mit langen Nägeln schabt diese Figur an der Scheibe und stöhnt oder haucht immer wieder "Lass mich hinein".

Ich schreie so laut, als ob ich zum Schreien geboren wurde.

Auf einmal öffnet sich das Fenster von ganz alleine und die Figur rast sofort auf mich zu, umklammert mich und schreit mich an: "LASS MICH HINEIN!".

Schreiend und schweißgebadet wache ich auf und weine, als mir klar wird, dass ich geträumt habe.

Das ganze Bett ist klatschnass und ich bezweifle nicht, dass ich vor Angst daran Schuld war.

Immer noch unter Tränen lache ich leise und erleichtert.

Ich ziehe das durchnässte Bettzeug von der Matratze und werfe es vorerst in die Ecke.

Aus dem Schrank fuchtele ich eine alte, dünne Decke. Die wird es für den Rest der Nacht tun.

Ich quäle mich ins Wohnzimmer auf die Couch und werfe die Decke über mich.

Langsam schließe ich die Augen vor Müdigkeit und doch bedrängt mich dieses Gefühl beobachtet zu werden und ich fürchte mich.

"Bitte träum nur...", flehe ich mich selbst an, "schlaf einfach wieder ein...".

Auf einmal höre ich dieses Schaben an den Scheiben, wie aus meinem Albtraum, nur deutlich leiser.

Ich verstecke den Kopf unter der Decke und weine verzweifelte Tränen.

"Bitte, bitte!", flehe ich immer wieder.

Ganz langsam merke ich, wie mir die Decke herunter gezogen wird. Erschrocken reiße ich die Augen auf, während mir verzweifelte Tränen die Wangen herunterlaufen. Doch bevor ich etwas sehen kann, höre ich einen lauten Schrei.

"LASS MICH HINEIN!"

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