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Bist du je durch die unendlichen Hallen einer leerstehenden, alten Klinik gewandert?

Hast du je deine eigenen Schritte von den maroden, brüchigen Wänden widerhallen hören, von welchen der Putz der Jahrhunderte blättert?

Hast mit den Händen an ihnen entlang gestrichen, während du mit geschlossenen Augen durch die vielen, endlos weiten Gänge blind gegangen bist?

Was hat dich dort hin geführt?

Wie fühlst du dich, wenn du dich auf einen der vielen, staubigen hölzernen Stühle gesetzt hast, auf denen viele andere, schwer kranke Menschen vor dir saßen?

Sie sind in einem Kreis aufgestellt, und du hast dich auf einen von ihnen gesetzt.

Wieder hast du deine Augen geschlossen.

„Wie geht es Ihnen heute auf einer Skala von 1-10? Können Sie mir sagen, was Sie sehen? Möchten Sie darüber sprechen? Wie fühlt sich das für Sie an? Haben Sie sich je eine Klinge an die Pulsadern gesetzt? Haben Sie Mahlzeiten ausgelassen? Wir werden heute etwas Neues versuchen! Was fühlen Sie dabei?“

Du hörst diese Stimme, sie ist fern und doch…du kannst sie deutlich hören.

Du reibst dir bei den Worten unwillkürlich über die Handgelenke, dein Magen zieht sich zusammen und eine Träne tropft von deinem Kinn.

Du stehst auf, trittst den Stuhl durch den Raum und rennst blind hinaus.

Du läufst nun durch die Gänge, Treppen hinauf, hinunter, verläufst dich.

Wo ist dein Platz auf dieser Welt? Das fragst du dich immer wieder.

Deine Schritte werden langsamer, es ist, als würden unsichtbare Hände dich in alle Richtungen reißen.

„Geh nicht…“

Was meinen die Stimmen damit?

Du hältst dir die Ohren zu.

Stopp! Hört auf!

Du betrittst  ein Zimmer in welchem du schon einmal gestanden hast.

So oft, hast du hier schon gestanden, hast auf die Stimmen gehört und bist wieder nach Hause gegangen.

Aber jetzt hast du kein Zuhause mehr, alles verloren, alles vorbei.

Die Wände sind türkis gefliest, in der Mitte eine einzelne, alte Badewanne.

In ihr, modriges, fast schwarzes Wasser.

Du steigst hinein, legst dich in das dunkle Nass, lehnst dich zurück und machst wieder die Augen zu.

Warst du je soweit?

Solltest du diesmal die Grenzen hinter dir lassen und weitergehen?

Das Zimmer ist in ein tieforanges, rötliches Licht getaucht, die Sonne geht unter.

Hast du dich je so sehr nach der anderen Seite gesehnt?

Hast du dir je so sehr gewünscht, dass es still wird um dich, alles lautlos und leblos?

Du greifst mit einer Hand in die Hosentasche und holst sie hervor.

Bathtub.

Sie liegt nun zwischen deinem Zeige-und Mittelfinger.

Kannst du spüren, wie sie dich berühren? Sanft über deine Haut streicheln und sagen:

„Komm nach Hause…“

Ja…ich komme jetzt.

Es passiert ganz schnell und das schwarze Wasser wird durch ein dunkles Rot verdrängt.

Du hast erst gestöhnt, vor Schmerz, aber bei jedem Schnitt fühltest du dich…leichter.

Das kalte Wasser um dich herum gewinnt an wohliger Wärme und…du lächelst.

Zuhause.

By Chiix3

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