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Nichts würde mich noch glücklich machen können. Ich werde nie wieder lachen können. Ich werde nie wieder lieben können. Alles, was mich noch an diese Welt bindet ist mein Körper, der einsam in der Welt umherzieht und nach einem Grund für das sucht, was mir widerfahren ist.

Ich war verheiratet, hatte mit meiner Mina zwei Kinder. Es war Liebe auf den ersten Blick. Mina und ich heirateten schnell. Wir wussten, dass es die richtige Entscheidung war. Wir hatten beide Kinderwünsche und so kam es, dass Maximilian geboren wurde. Und nur ein Jahr später kam Susanne auf die Welt. Unser Glück war perfekt. Wir bauten uns ein Haus außerhalb der Stadt und führten ein wundervolles Leben. Wir waren die Familie die ich immer haben wollte.

Doch das Glück sollte wohl nicht lange währen. Ein halbes Jahr nach Susannes Geburt, kam der Tag der mein gesamtes Leben zerstören würde. Mina kam nachts spät von der Arbeit, als es geschah. Sie überquerte die Straße zu unserem Haus und wurde von einem heranfahrenden LKW überfahren. Ich habe es gesehen. Sie wollte doch nur nach Hause! Kurze Zeit später traf Rettungswagen und Polizei ein. Minas Körper, übersäht von Blut, gebrochene Knochen die aus ihrem leblosen Körper herausragten. Ich konnte mir das nicht länger mit ansehen. Ich konnte den Schmerz in meinem Herzen nicht mehr ertragen. Warum? War es Gottes Wille, Schicksal, oder einfach nur ein furchtbarer Zufall? Tausende von Gedanken rasten mir beim Anblick von Minas totem Körper durch den Kopf bis ich schließlich zusammenbrach.

Der Fahrer beging Fahrerflucht, der Fall wird nie aufgeklärt werden…

Sechs Monate später, war ich bereit meine Trauer und meinen Schmerz zu verarbeiten und mich therapieren zu lassen. Doch das, war der Fehler der Max und Susanne das Leben kosten würde. Ich schob die beiden in einem Kinderwagen für Zwillinge vor mich her als ich die Straße überquerte, nicht sehend, das ein LKW herangefahren kam. Er riss den Kinderwagen mit sich und nahm mir meine beiden Kinder. Max und Susanne, verloren durch die Hand eines LKW´s. Rettungskräfte und Polizei waren sofort zur Stelle, vergebens. Max und Susanne starben in meinen Armen.

Der Fahrer beging Fahrerflucht, der Fall würde nie aufgeklärt werden…

Zu der Beerdigung seiner Kinder anwesend zu sein ist nicht natürlich. Es sollte eher andersherum sein. Aber so war es nicht. Ich konnte von meinen beiden kleinen Abschied nehmen bevor sie sich zu meiner geliebten Mina gesellen würden. War das wirklich geschehen? Oder träume ich das bloß? Nach der Beerdigung blieb ich, um meiner Familie nahe zu sein, als sich ein Mann zu mir gesellte. Er hatte einen schwarzen Anzug an und sein Gesicht war ohne jede Emotion. Alles was er sagte war: ,,Hier. Sie wollen doch nicht, dass es so endet, oder?´´, drückte mir eine Visitenkarten in die Hand und ging.

Ich blickte auf die Karte und sah, dass es eine Telefonnummer darauf notiert war. Verwundert über diese Person ging ich schweren Herzens vom Familiengrab nach Haus.

Dort angekommen, spürte ich die Ruhe, die Leere die dieses Haus nun umgab. Niemand war da, ich war von nun an allein. Für immer… Gibt es denn nun noch einen Grund überhaupt weiterzuleben? Ich könnte doch auch im Himmel bei Mina, Max und Susanne sein, als ein einsames Leben als trauernde Person zu fristen. Ich entschied mich. Ich holte ein Seil, das dick genug war um mich zu tragen, und einen Stuhl, begab mich nach draußen, zum alten Baum. Legte mir die Schlaufe um den Hals und kletterte auf den Stuhl. Kurz bevor ich von der Erde ging, erinnerte ich mich an die Telefonnummer und diese seltsame Person. Ich band mich los, obwohl ich es nicht wollte und begab mich zurück ins Haus, wie von einer fremden Macht kontrolliert. Ich nahm das Telefon und wählte die Nummer, Taste für Taste und setzte den Hörer an mein Ohr um der Stimme im Telefon zu lauschen:

'Hallo? Wer ist da?'

"Hallo, hier ist George. Mit wem spreche ich?"

'Hier ist Steffi, brauchen Sie Hilfe?'

"Ehrlich gesagt nein. Ich möchte nur wissen wo ich bei Ihnen bin."

'Das ist ein Selbstmordhotline, brauchen Sie Hilfe?'

"Nein, doch, vielleicht, ich weiß es nicht. Können Sie mir denn helfen?"

'Ja.'

"Ich wollte mich gerade erhängen"

'Tun Sie das nicht, es gibt so viel, für das es sich zu leben lohnt.'

"Diese Dinge habe ich heute verloren."

'Möchten Sie Ihre Kinder und Mina wiederhaben?'

"Was? Woher wissen Sie das!?!"

'Möchten sie ihre Kinder und Mina wiederhaben?'

"Ja…"

Die Stimme im Telefon sprach nicht mehr, es kam ein knarzen aus dem Telefon, wie aus einem Fernseher der keinen Empfang hat. Jetzt flüsterte eine sehr tiefe Stimme zu mir: ,,Wollen Sie sie zurück?´´ Ich bejate die Frage und er fuhr fort: ,,Drei unsterbliche Seelen für drei unsterbliche Seelen…´´ Nach diesen Worten legt die Stimme auf.

Ich fragte mich was diese Worte bedeuten sollten, doch im Inneren wusste ich es bereits. War ich jemand der drei Menschen tötet nur um Mina, Max und Susanne zurückzubekommen? Im Inneren wusste ich auch bereits die Antwort, ja, ich würde alles tun.

Plötzlich blitzten Bilder vor meinem Auge auf, es waren Bilder von brutal abgeschlachteten Körpern. Sollte ich etwa mein Opfer so hinrichten? Ach, warum fragte ich mich diese Sachen überhaupt. Ich wusste ich würde es tun, egal wie unmenschlich und abscheulich das auch war. Ich nahm ein Messer, ein Küchenbeil und eine scharfe Schere. Mit diesen drei Utensilien sollte ich meine Opfer töten.

Ich hegte immer noch einen Groll gegen LKW Fahrer und wusste bereits wer meine Opfer sein würden. Also inszenierte ich eine Autopanne an einer Landstraße und wartete bis ein LKW vorbeikam um mir zu helfen. Das geschah nach einer ganzen Weile und jemand hielt an. Ich bat ihn sich meinen Motor nachzuschauen und als er meiner Bitte nachkam rammte ich ihm das Messer in seinen Rücken. Ich schob es immer weiter in seinen sich zuckenden Körper hinein. Drehte in der Wunde mit dem Messer herum bis ein Loch in seinem Rücken triefte. Ich schnitt von der Schnittwunde nach oben, nach unten, links entlang, recht entlang bis schließlich sein ganzer Rücken und sein hässlich kariertes Hemd nur so vor Blut trieften. Er ging zu Boden, wahrscheinlich ohnmächtig wegen des hohen Blutverlustes. Er war tot, aber ich dachte gar nicht daran aufzuhören. Ich schnitt weiter an ihm herum. Ich stach ihm die Augen aus, schnitt seinen Bauch auf und riss ihm die Gedärme heraus. Brach ihm aus Spaß an der Freude sämtliche Knochen, zog ihm sämtliche Nägel und Zähne heraus. All das tat ich, wie von einer fremden Macht gesteuert. Es machte mir Spaß. Dasselbe tat ich mit meinen anderen Opfern, ich versuchte aber, sie am Leben zu halten. Sie sollten denselben Schmerz spüren wie ich als sie mir meine Familie entrissen.

In der Zeitung war die Rede von einem brutalen Serienkiller, der es auf LKW Fahrer absah. Doch ich war kein Serienkiller. Von meiner letzten Bluttat nach Hause kommend, ging ich ins Bad und wusch mir das inzwischen getrocknete Blut von meinem Körper.

Ich hatte meine Aufgabe erledigt und rief die Hotline an, Steffi war erneut am Hörer: – Ja? – Ich habe es getan. – Was haben sie getan? – Ich habe ihnen drei Seelen gebracht. – Seelen? Hier ist die Selbstmordhotline, brauchen sie Hilfe? – Was? Sie haben gesagt ich solle ihnen drei Seelen im Austausch meiner Familie bringen! Wir hatten einen Deal! – Haben sie sich vielleicht verwählt? – Verwählt?!? Nein! Ich habe drei Menschen umgebracht, also geben sie mir mein Familie zurück! – Was haben sie gemacht? – ja sie haben richtig gehört! – Oh Gott… Wo wohnen sie? Hallo? Hallo? Das kann nicht sein. Die Nummer war die richtige. Ich habe das flüstern doch selbst gehört, oder habe ich mich verhört? Nein, das ist unmöglich. Ich warf einen Blick auf die Visitenkarte. Leer!?! Da stand ja überhaupt nichts drauf! Dreh ich jetzt durch? Aber der Mann hat sie mir doch selbst gegeben.

Ich fuhr zurück zum Friedhof und fragte den Pfarrer der die Beerdigung von Max und Susanne geleitet hatte:,, Mann? Nein, ich habe sie als letzten und einzigen Menschen am Grabe gesehen.´´ was ist hier los? Habe ich mir das eingebildet?

Ich fuhr nach Hause. Die gesamte Fahrt habe ich nachgedacht. Träume ich nur? Bin ich wahnsinnig geworden?

Ich kam zu Hause an. Ich hatte Kopfschmerzen. Mit wem hatte ich gesprochen? Habe ich überhaupt mit jemandem gesprochen? Waren die Seelen nicht genug? Will er noch mehr? Meine letzte Chance um meine Familie zurück zu bekommen ist, noch mehr Seelen zu sammeln.

Ich nahm also mein Auto und fuhr an die Landstraße, inszenierte eine Panne und wartete, und wartete und wartete…

Bericht aus der Lokalzeitung:

Serienmörder gefasst!

Die Stadt atmet auf. Der Serienkiller Edward Meyer auch bekannt als der Truckkiller wurde gestern Nacht an einer Landstraße gefasst, als er versuchte einen Mann brutal zu ermorden. Der Mann hatte mehr Glück als seine letzten Opfer. Meyer wurde wegen Unzurechnungsfähigkeit in die örtliche Nervenklinik gebracht. Er muss sich wegen 54 brutaler Morde verantworten. Der Prozess beginnt in zwei Wochen.

In einer Zelle sitzen und auf die Todesstrafe warten betrachten viele als grausam, ich nicht. Heute ist der Tag meiner Zusammenführung mit meiner Familie. Ich werde nun in die Kammer gebracht und festgeschnallt. Hinter Glas sitzen die Überreste meiner Familie und schauen meinem baldigen Ableben zu. Die beiden Spritzen kommen in den Raum, eine harmlos, eine hundertprozentig tödlich. Sie setzen die Spritze an als ich plötzlich jemanden sehe, der hinter dem Glas in der letzten Reihe säße. Der Mann vom Friedhof, er lächelte mich an, als wüsste er, dass wir uns wiedersehen würden. In der Hölle. Ich fing an zu schreien, mich wie wild zu wehren. Es brachte nichts. Die Spritze tat ihre Wirkung und das letzte was ich sah, war das eiskalt lächelnde Gesicht, des Mannes, der mich dazu veranlasst hatte, 54 Menschen zu töten.

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