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Bitte zuerst folgende Teile lesen:

(Hunter) Kapitel 1: Die Nächte des Jägers

(Hunter) Kapitel 2: Hunter und Vergo

(Hunter) Kapitel 3: Das Ende?

(Hunter) 2 - Kapitel 1: Wahnsinn

(Hunter) 2 - Kapitel 2: Hoffnungslos

(Hunter) 2 - Kapitel 3: Fehlschlag

(Hunter) 3 - Kapitel 1: Der Anfang vom Ende

(Hunter) 3 - Kapitel 2: Das Ende

Hunter - Ungewiss

Hunter - Pfad der Vergangenheit

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Seit meinem Zusammenbruch im Badezimmer bin ich von Alpträumen geplagt. Ich kann kaum noch schlafen, und wenn ich ausnahmsweise mal ein paar Stunden Schlaf finde, verfolgt mich diese grauenvolle weiße Maske und ich wache, wie fast immer, zitternd und schweißgebadet auf. Ich besuche Ärzte, Psychologen, bekomme einen Haufen Medikamente verschrieben doch nichts erlöst mich von meinen Qualen.

Eines Morgens, nachdem ich erneut unsanft aus dem Schlaf gerissen wurde, beschließe ich in die Stadt zu gehen um mich von meinen Ängsten abzulenken. Es ist ein warmer, sonniger Tag und eine angenehme Brise weht durch meine Haare, streichelt mein Gesicht. Für einen kurzen Moment frei von allen Sorgen, richte ich mein Gesicht gen Himmel und schließe die Augen, genieße die Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Schon lange hatte ich keinen Moment solchen Friedens mehr und umso länger versuche ich diesen Moment aufrecht zu erhalten. Alles um mich herum verlangsamt sich, trübt, ich nehme die Stimmen und Geräusche um mich herum nur noch gedämpft war. Aber langsam ändert sich die dumpfe Kulisse. Die vorher typischen Stadtgeräusche schlagen um in panisches Gestampfe und laute Schreie. Die weiße Maske erscheint direkt vor meinem Gesicht und schreit: „Wach auf!“ Überrascht und entsetzt zugleich zucke ich zusammen und werde von Menschen um mich herum angerempelt. Immer noch leicht benommen sehe ich mich um. Ich sehe aufgewühlte Gesichter, alle starren in eine Richtung. Ich folge ihren Blicken als mich ein lauter Knall erneut zusammenzucken lässt. Hektisch versuche ich den Ursprung des Knalls ausfindig zu machen, als etwas vor mir mit einem knacksenden Geräusch auf dem Boden aufschlägt. Wie gelähmt starre ich auf den Boden. Mein Magen dreht sich um. Direkt vor mir liegt ein toter Mensch. Genau zwischen seinen Augen erkenne ich eine  kreisrunde Wunde, bevor ich zu Boden falle.

Blinzelnd sehe Ich mich um. Der Raum in dem ich mich befinde ist weiß. Ich erkenne weder eine Tür, noch sonstige architektonische Merkmale eines Raums. Nur Weiß. Langsam stehe ich auf und blicke in alle Richtungen. Nichts. Nur Weiß. Eine dröhnende Stille umschließt mich, mein Atem wird schneller, meine Brust schnürt sich zu. Hinter mir vernehme ich plötzlich Schritte. Langsam drehe ich mich um und blicke direkt in diese Fratze.

Im nächsten Moment befinde ich mich in einem ebenfalls weißen Raum, doch diesmal mischen sich auch andere Farbtöne darunter. Ein ständiges Murmeln strömt durch den Raum und die Gänge vor mir. Ich bin in einem Krankenhaus. Links über mir erkenne ich eine Schwester. „Was ist passiert?“, stoße ich mit krächzender Stimme hervor, doch anstatt zu antworten schenkt die Schwester mir nur einen mitleidigen Blick, wirft einen Blick auf eine Akte und verschwindet dann aus dem Zimmer. Stöhnend versuche ich mich aufzurichten, doch offenbar stehe ich unter starken Betäubungsmitteln. Mein Blickfeld dreht sich und ich falle zurück ins Kissen. Das Licht fängt an zu flimmern, dann ist es ein Flackern. Kopfschmerzen toben in meinem Schädel und ich presse meine Hände auf meine Augen. Als ich sie wegnehme, ist irgendetwas anders. Das Licht, eben noch warm und hell, ist nun kalt und düster. Draußen im Gang ist niemand zu sehen, alles wirkt verlassen. Dann steht er vor mir. „Du weißt wer Ich bin, oder?“, fragt jemand unter der Maske. „Bist du Hunter?“, flüstere ich niedergeschlagen. „Ja. Das hast du gut erkannt. Ich habe mich schon gefragt wie lang du brauchst um das zu verstehen“, antwortet Hunter in einem sanften Ton. „Du bist für meine Alpträume verantwortlich? Du tust mir das an? Wieso?“, sage ich laut. Langsam steigt Zorn in mir auf. Doch Hunter lacht nur. Er hört gar nicht mehr auf. Wütend balle ich meine Faust und springe, so gut ich kann, auf ihn zu, doch ich falle ins Leere und wache erneut in meinem Krankenhausbett auf.

Direkt nach meiner Entlassung plagen mich erneut die Alpträume. Ich kann nichts mehr essen, drehe mich ständig um und höre gar nicht mehr auf zu zittern. Kaum das ich eine Schlaftablette oder ein Beruhigungsmittel nehme blitzt sofort das Abbild von Hunter vor mir auf. Langsam verliere ich an Gewicht, verliere die Lust am Leben. Am nächsten Morgen sehe ich mich selbst an der Kante eines Hochhauses sitzen. Alles erscheint mir wie in einem schlechten Film, direkt vor mir geht die Sonne auf, meine Haare wehen leicht im Wind und der Himmel ist gefärbt von einem sehr hübschen Orange. „Wie kitschig“, denke ich mir und muss ein wenig schmunzeln. Im nächsten Moment rauscht die Luft tosend an mir vorbei. Der Weg zum Boden erscheint mir endlos. Ich schließe die Augen, doch dann höre ich Stimmen von allen Seiten. Aus allen Richtungen sehe ich die weiße Maske. „Was tust du da?“, „Was meinst du wieso ich dir das antue, hm?“, „Denk scharf nach, du kennst die Antwort!“, „Was glaubst du macht dich so anders?“, „Du kennst die Mythen, sie sind wahr! Denk einfach mal nach!“, ertönt es überall. Benommen versuche ich mich auf den langsam näher kommenden Boden zu konzentrieren. Ich kann den Beton erkennen, seine Muster, einzelne Körner die darauf liegen. Ein harter Schlag erschüttert mich. Verdutzt blicke ich immer noch auf den Beton, keine zwanzig Zentimeter unter mir. Dann werde ich hochgeschleudert und fliege an die nächste Wand. Rutsche daran runter und bleibe kümmerlich liegen. Harte Schritte erwecken mich aus meinem Delirium. „Hast du gedacht du kannst es einfach beenden? Nein, das konnte ich auch nie. Jetzt sieh mich an!“, schreit die harte Stimme. „Aber…“, stottere ich, „Unsere jetzige Welt ist schon so alt, wenn du die davor zerstört hast müsstest du längst tot sein.“ „Ja, das müsste ich wohl sein wenn ich nicht verdammt nochmal unsterblich wäre“, schnauft Hunter, „Aber es freut mich zu hören, dass du weißt wer ich bin. Und was ich getan habe. Habe diese gottverdammte alte Welt vernichtet und euch erschaffen.“ „Aber das ist doch gut. Du siehst doch wozu wir fähig sind, und wozu wir zum Glück nicht fähig sind“, antworte ich leise. „Ihr seid noch schlimmer als die Letzte Welt!“, meckert Hunter, „Nehmt alles an, ihr seid wie eine große Herde Schafe, lebt einfach nur vor euch hin ohne Irgendwas in Frage zu stellen! Keine Individuen, jeder denkt gleich. Langweilig. Schon lange vermisse ich die alte Welt. Und genau deshalb werde ich euch auch wieder vernichten.“ „Aber was habe ich damit zu tun? Was soll das überhaupt, wenn du uns alle töten willst mach doch einfach, aber lass mich in Ruhe!“, versuche ich so laut wie möglich zu antworten, doch meiner Stimme fehlt es an Kraft. „Du…bist anders. Hast meine Grenzen überwunden die ich einst in dieser Welt gesetzt habe. Du gefällst mir. Bildest dir eine Meinung. Hinterfragst Dinge. Ich brauche dich um meine neue Welt zu schaffen. Du wirst das Abbild der neuen Menschheit sein.“ „Wie bitte?“, antworte ich entsetzt. Ich kann nicht glauben was ich da höre. „Ja, genau. Es ist bald soweit. Halte dich bereit“, entgegnet Hunter tonlos. Daraufhin verschwindet er.

Die nächsten Wochen werde ich nicht mehr von Alpträumen verfolgt. Mir geht es zunehmend besser und umso mehr hänge ich an der jetzigen Welt. Ständig denke ich darüber nach wieso Hunter uns zerstören will, wieso verändert er uns nicht einfach, er ist doch so mächtig? Von Tag zu Tag werde ich auch kräftiger. Bis ich eines Tages mit meinen Gedanken ein Glas umstoße. Bitte was? Ja, ein Glas. Mit meinen Gedanken. Überrascht versuche ich es erneut. Es funktioniert. Wieso bekomme ich solche Kräfte? Wie auf Kommando erscheint Hunter vor mir, doch er wirkt kränklich und schwach. „Ich übertrage meine Kräfte auf dich. Bis heute Abend solltest du verstanden haben, wieso“, sagt er, „Komm heute Abend hierhin“, er drückt mir einen Zettel in die Hand, „und sei pünktlich!“

Perplex sitze ich auf einer Bank und starre ins Leere. Was sollte das? Wieso übertrug er seine Kräfte auf mich? Und wieso konnte er das überhaupt? Die Erkenntnis trifft mich wie ein harter Schlag. Natürlich, er will mich zum neuen Hunter machen, aber wieso sollte er das? Wieso führt er seine Pläne nicht weiterhin selbst durch?

„Weil ich des Lebens müde bin“, antwortet Hunter leise nachdem meine Frage meinen Mund verlassen hatte. „Du weißt nicht wie es ist, soviele Jahre zu Leben, noch dazu einsam und nur als Schatten. In der alten Welt war ich ein kranker Massenmörder der die ganze Menschheit ausgerottet hat, in dieser Welt war ich nur eine Legende. Wie würdest du dich da fühlen?“, erzählt er wehmütig. „Keine Ahnung“, antworte ich verwirrt. „Aber Hunter, wieso willst du das tun? Wenn du gehen willst, dann gib mir deine Kräfte aber lass uns am Leben“, flehe Ich. „Nein. Ich habe euch erschaffen, also bin ich für euch verantwortlich. Und so eine Welt braucht niemand. Hast du dich hier noch nie fehl am Platz gefühlt, warst mit deinen Gedanken allein?“, fragt er ruhig. „Ehm, ja eigentlich ständig“, antworte ich zögernd. „Weil niemand sonst solche Gedanken hat. Der Rest deiner Art… er lebt einfach nur. Ihr wisst nichtmal wofür. Deine Aufgabe soll es sein, eine weitaus intelligentere Art zu erschaffen, du brauchst nur dich als Vorbild nehmen“, flüstert Hunter, „Nun gut. Es ist soweit. Meine letzten Kräfte habe ich mir dafür aufgehoben. Den Rest meiner Kräfte“, fügt er hinzu, „erhältst du sobald ich endgültig fort bin.“ „Was, jetzt schon?“, frage ich panisch. „Ja. Ich werde mich nun an die Menschheit richten. Jeder wird meine Stimme hören.“ Plötzlich ertönt eine laute dröhnende Stimme hoch über uns. Es ist Hunter, der zu der Welt spricht. „Hallo Welt. Manche von euch kennen mich vielleicht aus Büchern. Aber die Legenden stimmen. Ich habe euch erschaffen. Und es tut mir Leid. Ebenso tut es mir Leid, dass ich euch nun wieder auslöschen muss. Aber glaubt mir, es geht schnell und schmerzlos vorüber. Eine neue Welt wird aus eurer Asche entstehen, und sie wird besser sein. Euer aller Tod wird nicht grundlos sein“, schließt die dröhnende Stimme. Perplex starre ich Hunter an. „War es das?“, frage ich leise in Trauer.  „Warte. Ich habe Kameras im Weltall positioniert, damit wir es sehen können“, antwortet Hunter und schaltet den Fernseher ein. Die Erdkugel erscheint in ihrer ganzen Pracht. „Schon bald wirst du für eine neue Menschheit verantwortlich sein. Bitte, mach etwas daraus“, flüstert Hunter. Das Nächste was ich erkenne ist, dass die Luft um uns flimmert. „Das ist nur ein Kraftfeld damit uns nichts passiert“, beantwortet Hunter meine nicht gestellte Frage. Dann krümmt er sich langsam zur Embryostellung zusammen und schwebt. Ein Dröhnen füllt meine Ohren und plötzlich streckt Hunter sich aus und erzeugt einen gewaltigen Knall. Hektisch richte ich meinen Blick auf den Fernseher. Ich sehe wie eine riesige Druckwelle einmal um den ganzen Planeten läuft. „War es das?“, frage ich in rauem Ton. „Fast“, erwidert Hunter. Dann spüre ich wie sich ungeahnte Kräfte in meinem ganzen Körper ausbreiten, während Hunter immer blasser wird. „Willst du mir nicht dein Gesicht zeigen?“, frage ich zögerlich. „Ich habe kein Gesicht mehr. Meine Maske ist mein Gesicht“, antwortet Hunter und ich sehe ein zufriedenes Lächeln, während Hunter immer blasser wird und schließlich verschwindet. 

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Verfasst von ---XxHunterXx---

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