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Es geht um mehr Bearbeiten

Es war komplett dunkel. Nicht so dunkel, wie wenn du in deinem Zimmer die Rolläden herunterlässt. Nein, ich spreche von absoluter Dunkelheit. So schwarz wie ein zäher Stoff, der sich um deinen Körper legt und dich darin ersticken lässt.

Sie wusste nicht, wie groß der Raum war, in dem sie angekettet war. Zuerst dachte sie, sie wäre tot. Ermordet von den Männern in den komischen Anzügen. Irgendwann aber fühlte sie wieder ihre ausgekühlte Haut und einen unvorstellbar großen Hunger. Sie konnte nicht tot sein.

Sie erinnerte sich an den Menschen, mit dem sie damals reiste. An ihre erste Begegnung. Er war aufrichtig, aber hatte auch seine Eigenarten. Eine Träne rollte ihre Wange herab und fiel lautlos auf den kalten Boden.

"Hunter..", murmelte sie in den Raum.

Ein Schwert aus Licht zerbarst die Dunkelheit und Annabelle musste die Augen zusammenkneifen.

-

Jason zitterte vor Aufregung am ganzen Körper. Als die Tür die Sicht auf den Raum freigab, hielt er die Luft an. Er sah nach links zu Hunter dem der Mund offen stand. In dem Raum war eine Frau angekettet. Ihre Arme überkreuz, die Ketten verschwanden in der Dunkelheit. Sie hatte lange schwarze Haare und trug einen schmutzigen, orangenen Overrall. In ihren Augenwinkeln lagen Tränen.

Jason konnte hören, wie Hunter sich verschluckte, sich dann wieder fing und den ersten Schritt hinein setzte.

"Ich hab an dich gedacht, weißt du", flüsterte Annabelle und öffnete ihre Augen. Sie hatten eine ähnlich braun-rote Farbe wie die von Hunter. "Das kann kein Zufall sein.."

Zum ersten Mal erlebte Jason, dass Troy keine Worte mehr fand. Er ging jetzt auch hinein. Annabelle drehte sofort den Kopf in seine Richtung.

"Wer ist das?"

"Ich bin Jason", sagte er, bevor Troy etwas sagen konnte.

"Keine Sorge." Hunter hatte sich nun wieder gefangen. "Er hat mich auf dem Weg hierher unterstützt."

Er zog seinen Säbel aus dem Gurt und die Klinge leuchtete auf. "Jetzt nicht bewegen."

Vier Schnitte wie Wind durchtrennten die Ketten als wären sie Staub. Annabelle fiel, doch Hunter fing sie vor dem Boden auf.

"Jetzt sollten wir am besten verschwinden, Jason."

"Sofort?", fragte Jason "Warum auf einmal so eilig?"

Der Raum und die Flure wurden von rotem Licht geflutet und eine Sirene ertönte. "An jegliches Personal: Bitte begeben sie sich in ihre nächstgelegene Notfallkammer. Da ein lebendes Objekt ausgebrochen oder befreit wurde, ist ein Verweilen auf den Fluren untersagt. Das militärische Einfang-Team wird alles Organische auslöschen, was sich dort aufhält. Bewahren sie Ruhe und denken sie daran: Im Falle ihres Todes ist ihre Familie finanziell abgesichert. Vielen Dank."

"Deswegen.", sagte Hunter und spurtete mit Annabelle auf den Schultern in den Flur. Jason dachte erst gar nicht drüber nach und folgte ihm.

Sie kamen zum Aufzug und dankten allen Göttern dieser Welt, dass kein Notfall-System diesen außer Kraft gesetzt hatte.

"Hunter..", sagte Annabelle.

"Ja. Ich weiß. Nimm die hier." Er holte unter seinem Overrall eine weiße, klumpige Kugel hervor und steckte sie Annabelle in den Mund. Ihre Augen weiteten sich und sie wirkte wach. Sie löste sich von Hunters Schultern und stand nun selbst.

"Was genau..?", fragte Jason.

Hunter lachte wieder sein altes Lächeln und sagte: "Sie ist die einzige Spezies, die so darauf reagiert. Ein sofortiger Kraftschub."

"Sofortiger Kraftschub..", wiederholte Jason ungläubig.

Ein kurzes Bing vom Fahrstuhl. "Sind alle bereit?", fragte Hunter und griff an seinen Waffengriff. Die Haut an Annabelles rechten Arm veränderte seine Oberfläche und wurde grau. "Ich hab drauf gewartet." Jason nahm die das Schwert, dass Hunter ihm gegeben hatte und nickte. "Ok."

Die Doppeltür öffnete sich fast lautlos und sofort konnten sie die schwerbewaffneten Männer sehen, die es auf sie abgesehen hatten. Annabelle machte einen Schritt nach vorne, ihr Arm knackte auf und aus ihm schoss ein riesige Art organischer Schild, dessen Oberfläche gepanzert aussah.

Jason konnte hören, wie die Schüsse an ihm abprallten. Annabelle schritt vorwärts und sie folgten ihr langsam, während Salven von ihr abgefangen wurden.

"Troy, hast du diesem..."

"Jason."

"..Jason eigentlich schon gezeigt, was man noch mit den Waffen eines Jägers anstellen kann?"

"Was soll das heißen..?" unterbrach Jason.

"Ist dir schon mal Hunters ungewöhnliche Augenfarbe aufgefallen?", fragte Annabelle ihn. "Die kommt, weil er eine Jäger-Waffe trägt."

Kugeln bohrten sich durch die Luft. Hunter blieb so ruhig wie immer in solchen Situationen. "In jedem, der eine solche Waffe bekommt, wird eine andere Kraft frei." Seine Augen blitzten auf.

Er nahm seinen Säbel und ging an Annabelles Schild vorbei. Jason konnte sofort die Hitze spüren, die frei wurde und verbrannte sich fast an den Flammen, die an den Wänden entlang schlugen.

Annabelle zog den Schild zurück und ihr Arm nahm wieder menschliche Gestalt an.

Inmitten des Rußes und den noch teilweise flackernden Soldaten stand Hunter und zündete sich eine Zigarette an. "Deine gelben Augen stehen dir übrigens, Jason.", sagte er lächelnd.

--

Sie entkamen aus dem Containment auf dem gleichen Weg, mit dem sie eingebrochen waren. Es war bereits Nacht und der Mond stand voll am Himmel und beleuchtete die einzelnen Wolken über dem Wald.

Auf halber Strecke schlief Jason im Van ein.

Er konnte sich nicht am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern, was er geträumt hatte, aber er wusste, dass er die ganze Nacht über gelächelt hatte.

Creeper 13:40, 1. Feb. 2015 (UTC)

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