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Meine Augen weiten sich. Schrecken. Kurzer Schrecken kriecht meinen Hals runter, wie ein Gewürm, dass sich den Weg in meine Bauchgegend wagt, um mich zu zernagen. Doch kommt es nie dort an, denn der Schrecken, weicht der Wut und das Feuer, das sich in mir aufbäumt verschlingt das Gewürm der Angst, vernebelt meine Sinne und verschlingt so schließlich auch meinen Verstand.

Ich packe den Kopf meines Gegenübers. Sein Gesicht, perplex. Von Angst verrissen, wie von einem Sturm verweht. Greife in seine schulterlangen, braunen, strähnigen Haare, die sich an seinen Kopf heften, beinahe wie ein Helm. Die Haarwurzeln führen wie ein Strom nach Außen, in meine Hände, zwischen meine Finger, mit denen ich mich festkralle. Mein Gesicht verzerrt von Hass und Abscheu. Hinter meinen Augen blitzt es, in meinen Kopf herrscht Gewitter. Alles ist wild, alles ist Chaos und ich stehe mittendrin und lasse das Gewitter des Wahnsinns auf meinen vorher so klaren Verstand hinab regnen.

„Sie verstehen das nicht“, zische ich zornig hervor. Meine Stimme klingt rau, so als wäre ich ein Kettenraucher, der seiner Sucht schon seit einiger Zeit nachgibt, „SIE VERSTEHEN NICHT. Sie wissen nicht, Sie können nicht wissen, nicht verstehen wie ich...“, ich schlucke, finde keine Worte in meinem Zorn und Verzweiflung, die mich einnehmen und hin- und herreisen.

„Sie wissen nicht wie ich denke“, bringe ich schließlich heraus. Beinahe wie Erbrochenes würge ich die Töne, forme meine Worte. „Ich denke in völlig anderen Dimensionen, als Sie es je verstehen könnten!“, schreie ich. Meine Augen reißen sich noch weiter auf und ich denke, meine Lieder zerreißen von der Kraft, die sich in mir aufbäumt und sich stromartig durch meinen Arm ablädt.

Mit voller Wucht schlage ich den Helm des Mannes gegen den Tisch.

Immer wieder.

Immer wieder.

Blut spritzt. Ich ignoriere es.

Immer wieder.

Süße Träume, wie ich diese vermisse. Sie fließen nicht mehr. Nicht mehr durch meinen Kopf. Keine Träume mehr in meinem Verstand. Nur noch Hass. Hass auf diese Welt.

Ich denke in anderen Dimensionen.

Warum versteht das keiner?

„Ich bin nicht dumm“, schreie ich.

Niemand versteht mich.

Ich schlage den Kopf ein letztes Mal gegen den Tisch. Er fliest. Rote Flüssigkeit fließt aus ihm, strömt in unmaßgeblichen Mengen. Das Blut. Überall ist Blut. An meinen Händen, an meinen Klauen.

Ich starre auf den Mann.

Ich bin nicht dumm,

ich denke nur in anderen Dimensionen.

Ganz anderen.


Ich öffne meine Augen. Wieder ein Traum. Die Pflegerin kommt, beugt sich über mich, spricht langsam und vorsichtig zu mir. Noch eine Frau kommt.

Der Patient leidet seit dem Unfall an akuten Gedächtnisverlust. Er kann sich an nichts erinnern und hat sein Verhalten verlernt. Sein Verstand ähnelt dem, eines Kleinkindes“, weißt die alte Pflegerin die neue Pflegerin an.

Ich will sie anschreien, zum schweigen bringen, doch meine Worte ersticken.

Ich schließe meine Augen.

Ich bin nicht dumm.

Ich...

Ich...

denke nur in anderen Dimensionen.

Aylo (Diskussion) 16:28, 31. Aug. 2015 (UTC)

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