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Ich bin nicht hier...Bearbeiten

Es war ein verregneter Sonntag Nachmittag. Die Trauergäste standen vor dem offenen Grab. Vier Männer ließen den Sarg in das Loch hinunter. Die Regentropfen fielen auf den Metallsarg. Aus verschiedenen Gründen konnte kein Holzsarg verwendet werden. Man wollte den Trauernden den Anblick seines Leichnams ersparen. Niemand sollte einen in Stücke gerissenen Körper sehen.

Man fand ihn auf den Gleisen einer Eisenbahnlinie. Direkt in einer Kurve lag er. Der Güterzug hatte ihn wahrscheinlich übersehen. Anfangs galt er als vermisst, denn niemand konnte seine Leiche finden. Der Mann war schon alt. Vielleicht hatte er den Zug auch zu spät gesehen, um von den Gleisen zu springen.

Ich glaube nicht, dass es ein einfaches Unglück war, doch einige der Ermittler sind noch immer der Meinung. Ich weiß, dass etwas anderes dahinter steckt. Seltsamerweise wurde an seiner Leiche keine Obduktion  durchgeführt. Ich weiß nicht, was sie verheimlichen wollen, doch ich konnte keine Anzeichen für einen Mord feststellen. Und ich glaube, dass ich es besser weiß als die ganzen Ermittler. Sie wissen nicht einmal, dass diese Gleise gar nicht mehr befahren werden sollten. Sie dienten nur mehr als Ausstellungsstück in dem Eisenbahnpark des alten Mannes.

Die Eisenbahnschienen liefen auch nicht weit. Sie fingen in einem Tunnel an und endeten 300 Meter danach. Von dem Zug, der den Mann überfahren hatte, war auch keine Spur. Ich glaube auch nicht, dass ein Zug auf so einer Strecke sofort auf so eine hohe Geschwindigkeit kommen kann. Aber na ja, die Ermittler wollen halt nicht, dass die Öffentlichkeit von diesen Fakten erfährt und das die Menschen anfangen zu denken. Es ist leicht, Ahnungslose zu belügen. Ich kann damit leider auch nicht mehr an die Öffentlichkeit gehen, dafür ist es jetzt zu spät. Außerdem würden sie wahrscheinlich den Ermittlern glauben schenken.

Alles passierte an dem Tag vor dem Begräbnis. Es hatte den Anschein, also wollte niemand etwas darüber wissen wollen. Es gibt auch kein Motiv für den Mord. Der Mann ging sehr selten an die Öffentlichkeit und hielt sich bei allem hinaus. Das Einzige, was er hatte, war der Eisenbahnpark. Er verdiente damit sein Geld, da er schon in Pension war. Er arbeitete davor auch bei der Eisenbahn. Es gab also kein Motiv für diesen Mord.

Na ja, wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir schon ein Grund ein, den aber nur er wusste. Am fünften November 1951 überfuhr er auf dieser Strecke ein kleines Mädchen, das auf den Bahngleisen spielte. Niemand konnte aber den Unfall feststellen, da es sich bei dieser Fahrt um einen Sonderauftrag handelte und der nicht verzeichnet wurde. So blieb der Mörder unbekannt. Aber da niemand davon wusste, konnte es auch nicht damit zusammenhängen, denke ich.

Eins steht aber fest, er wurde von einem Güterzug überfahren. Auf den Werbeplakaten des Parks war sein Gesicht abgebildet. An dem Tag nach seinem Mord wurden die Gesichter von den Plakaten heruntergerissen. Niemand weiß, wer es war, doch ich finde es gut. Drei Tage danach wurde der Park geschlossen. Das Gebiet wurde umzäunt und der Fall verstaubte in den Archiven. Der Park wurde zu einem der vielen Geisterstädte auf diesem Planeten. Es sah alles so aus, als wäre es schlagartig verlassen worden, was auch der Wahrheit entspricht.

Naja irgendwie ist es schon traurig, dass niemand etwas von der Wahrheit wissen möchte, aber wenn es so ist, muss ich es leider bei dem belassen. Ich meine, man kann den Leuten ja nicht zumuten, dass sie denken. Ein bisschen traurig finde ich das schon, aber was soll ich sagen. Ich hoffe nur, dass sich die Leser dieses Textes wenigstens Gedanken machen. Achso und noch etwas. Ich bin es. Ich bin nicht hier.

  • 1932
  • † 2013

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