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Das Klingeln durchstößt meinen Verstand, sirrt durch meine Zellen, als würde eine Bohrmaschine durch eine Glasscheibe bohren. Langsam doch unaufhaltsam bilden sich Risse und ich könnte schlicht und einfach zerspringen. Ich rolle auf dem Boden, fasse an meinem Kopf, will das es aufhört. In meiner Hysterie reiße ich mir einzelne Haare aus, greife nach großen Haarbüscheln und ziehe daran, in der Hoffnung ich könnte endlich meine Kopfhaut abreißen und meinen dummen Schädel zertrümmern, bis das Sirren aufhört. Greife an mein Gesicht und kratze an meiner Haut. Vergebens, meine schlechte Angewohnheit Fingernägel zu kauen, wenn ich nervös bin, zeigt ihre Folgen. Schmeiße mich aufs Bett und kralle mich an der Decke fest. Mein Körper zieht sich für einen Moment zusammen, dann streckt er sich wieder, als wollte er weg springen, von diesen Klingeln, diesen Klirren, diesem Zerbrechen.

Ich spüre einen kalten Schauer über meinen Rücken.

„Nein“, flüstere ich. Aber ich höre bereits die Schritte durch die Wohnung hallen. Ich höre, wie sich meine Tür öffnet und wie das Monster wieder meinen Raum betritt. Ich kann es atmen hören. Es ist schuld. Es ist an diesem Klingeln und Klirren schuld. Es ignoriert mich. Es zeigt mir keine Liebe. Kein Verständnis. Und es ist nicht das Einzige, ich bin umgeben von ihnen. Alle strafen sie mich mit dieser Ignoranz. Überall nur diese Kreaturen, die mich anschauen, als würde ich die Welt mit meinen Dasein vernichten und zerstören. Nur, wenn ich mein Monster rauslasse... dann lieben sie mich. Dann bin ich richtig. Dann bin ich wie sie. Wieso lieben sie es so sehr?

Wieder kralle ich mich an meiner Decke fest, stopfe sie mir in den Mund und beiße darauf um den Schrei, der durch meine Kehle drückt zu ersticken. Ich unterdrücke dabei den Würgreiz und mein Körper antwortet mir schlagartig mit einem unkontrollierten Zucken, was durch meinen ganzen Körper wandert und in meinem Körper tobt, wie ein Tornado aus Wut, Selbsthass und Schwäche. Dann spüre ich es. Die Krallen des Monsters streicheln meinen Rücken. Es berührt mich und ich hasse es dafür. Ich zucke von der Stelle weg, aber das Monster hält mich fest. Versucht sanft, will mich zurück drücken, ruhig stellen. Aber ich will nicht angefasst werden. Ich will nicht berührt werden.

Mit noch mehr Gewalt drücke ich die Decke in meinen Mund, unachtsam darauf, ob ich noch ausreichend Luft bekomme oder jeden Moment ihn Ohnmacht falle. Dann fasst es mich wieder an. In einer gewaltigen Flut aus Verzweiflung und Hysterie entlädt sich mein Körper und ich drehe mich um und trete das Monster zurück. Es fällt zu Boden und ängstlich drücke ich mich gegen die Wand. Einige stille Momente verstreichen, bis ich mich traue zwischen der Mauer meines Bettes und dem Boden zu schauen. Das Klirren ist inzwischen abgeklungen und mein Verstand beginnt wieder zu arbeiten.

Ich sehe meine Mutter auf dem Boden liegen. Ich habe sie wohl nicht verletzt, aber der Schock in ihr sitzt tief. Doch sie ist selbst Schuld. Sie hat sich nicht um meine Gefühle gekümmert, sie hat mich ignoriert. Erst als ich angefangen habe zu weinen, hat sie bemerkt, dass ich mehr als nur ihr Nutztier bin. Ich wollte sie nicht verletzen, ich bin nur … so alleine. Niemand kümmert sich um mich...

Ich schaue auf meine Mutter. Tränen durchzogen von Selbsthass und Einsamkeit fließen meine Wangen hinunter.

„Entschuldigung.“ , flüstere ich.

Aylo (Diskussion) 13:20, 29. Nov. 2015 (UTC)

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