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Irgendwie habe ich viel gemein mit den Niagarafällen. Ihre Wassertropfen sind am Fallen, in einen Abgrund. Ohne zu wissen, was sie erwartet. Doch ihnen ist es wahrscheinlich egal. Ich kann nicht behaupten, dass es mir schlecht geht, denn das wäre eher untertrieben. Ich schließe so oft es geht meine Augen, um am besten gar nichts zu sehen. Selbst in meinem Zimmer, in dem es zumeist sowieso dunkel ist, trage ich eine Sonnenbrille.

Essen und trinken kann ich sowieso nur noch mit den Handystöpseln im Ohr, denn... ich ertrage das Klappern des Besteckes einfach nicht mehr. Selbst das natürliche Geräusch des Messers und der Gabel ertrage ich nicht mehr. Ich plane zwar nicht, mich umzubringen, doch gewiss weiß ich wie es sich anfühlt,nicht mehr leben zu wollen. Es tut einfach weh. Ich gehe in die Stadt. Dort werde ich ins Einkaufzentrum gehen, um mir Medizin zu kaufen. Ibuprofen. Wie immer. Die ganz starken. Ich werfe mir direkt nach dem Kauf 2 Stück ein. Heute habe ich beschlossen, es zu tun. Mein Peiniger wird wissen, wie es sich anfühlt, verzweifelt zu sein. Doch er hat Glück. Sein Leid wird sich nicht über Jahre hinweg ziehen, sondern nur über wenige Minuten...

Ich gehe nach Hause. Ich höre mir Musik an, die mich böse werden lässt. Ich werde wütend und bin fest davon überzeugt, meine Planungen in die Tat um zu setzen. Also warte ich, bis es dunkel wird. Es ist jetzt 23:39 Uhr. Um 24:00 Uhr werde ich bei meinem ersten Opfer sein. Er peinigt mich seit Jahren, nun wird er erfahren, wie es ist, sich wehrlos zu fühlen. Ich gehe los.

Nun stehe ich vor seinem Haus. Das Licht ist aus, die weiße Farbe der Fassade leuchtet wahrlich im Schein des Vollmondes. Ja... Weiß, die Farbe der Hoffnung.. So sagen die Psychologen es zumindest. Doch „Weiß“ ist keine Farbe. Es ist ein Kontrast. Ein Kontrast, der das Leben lediglich abrunden kann. Doch es ist keine Lichtquelle. Es muss erst von guten Eigenschaften angeleuchtet werden, um überhaupt strahlen zu können. Diese Eigenschaften besitze ich nicht mehr, sie nahmen mir alles. Nun werde ich ihm alles nehmen.

Ich gehe zur Tür. Eine Holztür, die in rot angestrichen wurde. Ich klettere über das Geländer auf das Dach, in dem er sein Zimmer hat. Ich blicke hinein. Was ich sehe, gefällt mir. Er schläft tief und fest. Sein Zimmer ist ordentlich, der PC steht auf dem Schreibtisch. Ich kann erkennen, das sein Fenster auf Kipp' steht. Perfekt. Ich greife mit meinen zarten Händen in den Spalt des Fensters, und öffne es. Ich trete herein. Ich schließe das Fenster wieder. Ich trete mit langsamen Schritten heran an sein Bett. Ich beobachte ihn, wie er selig schläft. Wie kann er nur so ruhig schlafen, nachdem, was er alles tat? Was er mir antat? Der Mondschein leuchtet in das Zimmer, nur wenig kann man erkennen.

Ich zücke mein Messer. Das langsame Klingen der Klinge wecke ihn. Ich stecke es wieder weg, als er dabei ist, seine Augen aufzumachen. Er schaut mich an, und schreit mich an: „Du Freak! Was tust du hier! Verschwinde, bevor ich dich hier raus haue!“ Ich wende ihm den Rücken zu, ziehe die Klinge langsam aus der Scheide. Ich sage ihm, dass er für seine Taten gerade stehen muss. Er lacht mich nur aus, er weiß offenbar, was ich meine. Ich drehe mich um. Er sieht die Klinge, wird ungeduldig. Er schreit mich an, ich solle das gefälligst sein lassen. Doch ich bewege mich nicht. Er hat mir nie die Chance gelassen, zu sagen, dass ich das alles nicht mehr will. Nun wird er sich genau so fühlen. Er schreit mich an. Ich sehe seine Angst in seinen Augen. Mir gefällt es. Er versucht weg zu laufen, doch er fällt. Er fällt auf den Boden, und winselt mich an. Er weint, schreit mich an. „Lass das!“. Ich frage ihn mit ruhiger Stimme, ob es das letzte ist, was er auf Erden zu sagen hat. Ich gehe mit leisen Schritten auf ihn zu. Ich fasse mein Messer fest an, halte es fest.

Ich packe ihn an den Hals, zerre ihn auf das Bett. Dort wird er sterben. Er winselt, will fliehen. Doch von mir geht eine Kraft aus, die mich selbst erschreckt, ohne mich anstrengen zu müssen. Ich drücke ihn an die Wand, und steche zu... Es ist ein ungewohntes Gefühl des Glückes, es ist eine Entladung der ganzen Schmerzen. Meiner Angst, meiner Trauer. Ich fühle mich mächtig. Ich fange an zu lachen, genieße dieses Gefühl. Es ist wunderbar. Ich steche ein weiteres mal zu. Und wieder. Das Blut spritzt mir ins Gesicht, es ist warm. Er schreit vor Schmerz. Mit letzter Kraft schreit er mich an: „Bitte! Hör a...“ bevor ich ihn mit einem gezielten Stich zwischen die Augen töte. Ich spüre, wie ich wieder in meinen Körper zurückkehre. Es ist eigenartig, doch es fühlt sich so wunderbar an. Ich lasse die blutverschmierte Klinge fallen....

Ich wache auf. Mathe. Meine Lehrerin steht vor mir, die mich wohl geweckt hat. Seit diesem Traum tun mir die Angriffe von ihm nicht mehr weh, denn ich weiß ja, eine Möglichkeit bleibt mir immer offen.....

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