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Die Ferien hatten vor 11 Tagen begonnen. Da mir mein geistiges Befinden in letzter Zeit immer mehr zu schaffen gemacht hatte, beschloss ich auf den Rat eines Freundes hin, mir nach Ende der Schule ein wenig Ruhe zu gönnen, und in der Hoffnung mich etwas besser zu fühlen so wenig Kontakt wie möglich zur Außenwelt zu haben. Kein Chatten, keine Treffen und nur kurze Telefonate mit meinem Vater, um Ärger zu vermeiden. Mir war bei dem Gedanken zwar nicht ganz wohl aber um Probleme beiseite zu schaffen, das wusste ich, musste ich mich mit mir selbst auseinander setzen, was ich lange Zeit vermieden hatte, und so gab es eine Menge aufzuholen.

Ich plante so etwa 2 Wochen ein und stellte mir einen kleinen Tagesplan auf, der aus essen, schlafen, Youtube, ein paar anderen Dingen und außerdem aus der von mir ernannten "Stille" bestand. Diese Stille Zeit sah vor, dass ich mich mit Stift und Papier in die Ecke zwischen meinem Sofa und der Wand setzen, über mich und meine Probleme nachdenken und ein bisschen was aufschreiben würde. Die Zeitspanne der Stille sollte sich von Tag zu Tag etwas verlängern und schließlich 2 Stunden betragen. Also eine kleine Selbsttherapie. Im Endeffekt hätte ich vielleicht doch lieber mt Yoga oder so etwas anfangen sollen.

Der erste Tag war schnell um, ich schlief viel und schrieb in der "Stille", die zunächst 20 Minuten lang war, über mein Alkoholproblem. Danach fühlte ich mich, wie immer wenn ich etwas über die Welt und mich nachgedacht hatte, nicht so gut, aber es war noch erträglich.

So arbeitete Stück für Stück die Dinge ab von denen ich merkte, dass ich sie zu verdrängen versuchte. Mir ging es von Tag zu Tag schlechter, und ich fing wieder an viel zu rauchen und meine Arme mit mittelgrossen Brandwunden zu verunstalten. Auch erinnerte ich mich immer schlechter an das, was ich am Vortag in meiner Ecke "bearbeitet" hatte und musste es nachlesen. Die Notizen wurden immer wirrer und ab dem 7. Tag konnte ich sie nicht mehr im geringsten nachvollziehen.

Zunehmend litt ich stark unter meinen Depressionen, Gewaltausbrüchen und den Angstzuständen. Ich war schon länger stark schizophren gewesen, und da ich zu dieser Zeit keinen Kontakt zu Anderen hatte projizierte ich die Paranoia auf mich selbst.

Als ich am 10. Tag aufwachte, war mein Bett mit dem Blut aus 3 großen, parallel verlaufenden Schnittwunden auf der Innenseite meines linken Unterarms getränkt. Das Fleisch war weit auseinander gegangen und ich konnte die mir so gut bekannten weißlichen, kleinen Huggel in den Wunden sehen. Es war lange her, dass ich mich selbst geschnitten hatte.

Mein Sofa, die Wand und der Wohnzimmerboden wiesen ebenfalls eine grosse Menge Blut auf. Ich musste lachen, setzte mich hin und betrachtete, bis die Sonne wieder aufging das viele Rot auf dem Weiß der Wand. Als die ersten Sonnenstrahlen in mein Blickfeld fielen wurde ich plötzlich klarer im Kopf; Ich hatte schon längst die Kontrolle verloren und musste dringend weg.

Sofort sprang ich auf und hechtete zur Tür als ich aus dem Augenwinkel etwas sah, was mir das Herz in der Brust zerdrückte und mich am Atmen hinderte. Ich drehte meinen Kopf, aber mein Spiegelbild im Spiegel an der Wand, rechts neben der Tür tat es mir nicht gleich, denn es sah mich bereits an. Aber nicht mit dem wirren und panischen Ausdruck der auf meinem Gesicht stand, sondern vollkommen gelassen.

Das Wesen im Spiegel, das mir so ähnlich sah, legte langsam den Kopf schräg und sah mich mit einem, weniger ernst wirkendem, mitleidigem Kopfschütteln an und sprach:

"Weißt du, es hat einen Grund warum Menschen verdrängen"

Ich schreie und schreie....









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