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Da steht er im Türrahmen seines Kellers. Er will gerade sein Abteil verlassen, als er wie eingefroren stehen bleibt. Er starrt in den dunklen Gang, der sich vor ihm erstreckt. Die rettende Treppe ist gerade einmal 2 Meter entfernt. Aber sein Blick ist in den unendlich wirkenden Gang des Kellers gerichtet. Nur das Licht aus seinem Abteil versucht sich der Dunkelheit zu stellen, nur um von ihr gnadenlos verschluckt zu werden. Es war ungewöhnlich, als er den Keller betreten hatte, sah alles noch ganz normal aus. Aber nun schien es, als ob sich alles geändert hatte. Beim Öffnen seiner Kellertür hörte er ein lautes Geräusch, es klang, als hätte er etwas überrascht. Seine Gedanken wurden unterbrochen, als er plötzlich Schritte hörte. Sie kamen auf ihn zu. Jeder Schritt gab ein Echo von sich, welches von den Wänden des Ganges hundertfach abprallte. Gerade als er sich fragte, weshalb der Verursacher der Schritte nicht einfach das Licht einschaltete, erhöhte sich die Frequenz der Schrittgeräusche.

Sie werden immer schneller und ebenso fängt sein Herz auch an schneller zu schlagen. Das Gehen verwandelt sich in ein Rennen. Es kommt immer näher auf ihn zu, aber so weit wie es schon gelaufen ist, müsste es schon längst bei ihm sein. Schweiß läuft ihm die Stirn entlang. Er kann sich einfach nicht aus seiner Starre lösen. Irgendwas hält ihn davon ab, den Lichtschalter zu betätigen. Irgendwas sagt ihm, dass er es nicht sehen will. Er hat Angst und erst jetzt scheint er zu bemerken, dass er sich deshalb nicht bewegen kann. Die Schritte kommen immer näher und verwandeln sich langsam in ein Stampfen. Sein Körper beginnt zu zittern, als er in dem schwarzen Gang undefinierbare Umrisse erkennt. Jetzt löst er sich endlich von seiner Starre, aber er will nicht zur Treppe. Nein, dafür ist es zu spät. Oder war es je eine Option? Er springt regelrecht zurück in sein Kellerabteil und schmeißt die Tür zu. Die stampfenden Schritte werden erneut schneller und lauter. Schweiß läuft ihm die Stirn hinab. In wenigen Sekunden, die ihm vorkommen wie Minuten, schafft er es das Vorhängeschloss an die Tür zu hängen. Er schließt die Tür ab als PENG! Es knallt gegen die Tür, welche sich in diesen Moment zu biegen scheint. Kleine Holzsplitter und Staub fliegen ihm entgegen, während der Schock ihn ebenfalls zurück wirft.

Er landete auf einen zusammengerollten Teppich und knallt mit dem Rücken gegen eine alte Europalette, die an der Wand angelehnt ist. Sein Blick ist immer noch auf die Tür gerichtet und er versucht, dass gerade Passierte zu verarbeiten. PENG! Wieder biegt sich die Tür für einen Moment, durch die Wucht und das Vorhängeschloss wackelt dabei wild hin und her. Er zuckt zusammen und sieht, als sein Blick nach rechts wandert, den Grund weshalb er den Keller überhaupt betreten hat. Eine kleine Schachtel, in der seine Vergangenheit ruht. Er wendet seinen Blick wieder zum einzigen, dass zwischen ihm und diesem Ding steht. Der Kellertür. Erst jetzt merkt er, dass eine absolute Stille herrscht und sein Atem beginnt zu erstarren. “Schatz? Was machst du da drin?“ Er blickt auf zur Tür. Mit gebrochener Stimme fragt er “Elena? Bist du das?“ Eine Träne läuft über sein Gesicht. “Ja, ich bin es. Mach bitte die Tür auf Schatz.“ Weitere Tränen gesellen sich zur Ersten. Er steht auf und macht geht langsam Richtung Kellertür, etwas stimmt hier nicht. “W-Was machst du hier unten?“ fragt er mit zitternder Stimme. “Du bist schon ewig hier unten, komm doch wieder hoch. Wir vermissen dich schon.“ spricht sie zu ihm. Da war es wieder. Jetzt weiß er, was an der Stimme seiner Frau nicht stimmt. Es ist ein leises Flüstern zu hören, kurz bevor und während sie spricht. Er wischt sich einige Tränen aus dem Gesicht und beginnt zu sprechen “Ich kann nicht rauskommen.“ Er schleicht leise ein wenig weiter vor und versucht sich zu vergewissern. “Wieso denn nicht?“ fragt sie. Da war es wieder zu hören und er ist bereit sich daraus zu befreien. Auch wenn es ihm seine Vergangenheit wieder vor Augen führt. “Weil du nicht meine Frau sein kannst“ sagt er, während die letzten Worte nur quälend heraus bringt und wieder mit den Tränen kämpfen muss. Es wird Ruhig. Eine unnatürliche Stille breitet sich aus und er geht rückwärts ein Stück näher an den zusammengerollten Teppich ran.

Er starrt wie gebannt auf die Tür. Was wird es jetzt sagen? Er nutzt die Gelegenheit und sieht sich nach einer Fluchtmöglichkeit um. Ein Kellerfenster ist zwar vorhanden, aber zu klein, um daraus zu fliehen. Der Rest des winzigen Abteils ist zugestellt mit Schränken, Kartons und einem Tisch. In jeder Ecke haben sich Spinnen Nester gebaut, denen man sich nicht nähren will. Der Staub ist überall, sogar in den Spinnweben. PENG! Knallt es wieder gegen die Tür und er zuckt zusammen. Die Scharniere der Tür sind schon leicht gebogen und das Vorhängeschloss wird auch nicht mehr lange halten. Das Licht beginnt für einen Moment zu flackern. Er hat nur noch eine Chance und sein Blick wandert wieder in seine Erinnerungskiste. Er greift hinein, vorbei an den Unmengen an Fotos, bis er etwas Metallisches spürt. Er umgreift es vorsichtig und PENG! Kleine Holzsplitter fliegen ihm entgegen und teile vom Türschloss treffen den Boden. Er zuckt zusammen und hält den Revolver fest in der Hand. Das Licht ist für wenige Sekunden aus. Sofort nach der Schockstarre richtet er die Waffe auf die Tür. Wenn er abdrückt, während es gegen die Tür rammt, sollte die Trefferwahrscheinlichkeit am höchsten sein. PENPENG! Der Schuss löst sich und das Mündungsfeuer verteilt sich mit einer Ladung Ruß, während die Rußwolke gegen die Druckwelle der Tür prallt. Angespannt umklammert er die Waffe, als würde sie ihm gleich aus der Hand gerissen werden. Der Staub legt sich und die Finger am Abzug entspannen sich langsam. Hoffentlich ist es Tod.

“Daddy?“ kommt es hinter der Tür hervor. Geschockt schaut er auf. “Daddy, bitte mach die Tür auf“. Unweigerlich muss er wieder mit den Tränen kämpfen, während seine Hände zu zittern beginnen. “Daddy?“ PENG! Es kracht wieder gegen die Tür, die immer mehr auseinander fällt. Er starrt mit Tränen in den Augen auf die Waffe. Er quittiert das Knallen nur noch mit einem leichten Zucken. PENG! Die Tür knackt und eines der Scharniere trifft ihn am Arm. Geschockt blickt er auf und umklammert seine einzige Hoffnung. Das Holz der Tür hat einen tiefen Riss bekommen und nur noch ein Scharnier und das bereits verbogenen Metall des Vorhängeschlosses hält die Tür zusammen. “Daddy, ich bin gleich bei dir“, spricht die flüsternde Stimme, dicht gefolgt von der vertrauten Stimme seiner Tochter. Ein kindliches Lachen ist zu hören, als wieder diese stampfenden Schritte zu hören sind. Sie entfernen sich rasch und er ahnt was jetzt kommt. Er zielt auf die Tür. Seine Hände beginnen wieder zu zittern. als es wieder ruhig wird. “Daddy“ hört er die liebliche Stimme, die einen leichten Rufton bekommen hat. “Daddy, ich komme jetzt rein!“ Sofort beginnt es auf die brüchige Tür zuzulaufen. Der Lauf des Revolvers wandert langsam an seine Schläfe. Es kommt immer näher und das Licht beginnt wieder zu flackern. Er richtet die Waffe wieder auf die Kellertür. Will er überhaupt wissen was in der Dunkelheit lauert? Was wenn er sich falsch entscheidet? Wieso musste er auch seine Elena und seine Tochter bei diesem Unfall verlieren. Er wünschte er hätte etwas tun können. Es kommt näher. Das Intervall, in dem die Glühbirne an und aus geht, erhöht sich zeitgleich mit seinem Herzschlag. Es ist gleich da, er muss sich jetzt entscheiden wie er die letzte Patrone im Lauf einsetzt. Die stampfenden Schritte sind nun deutlich zu hören. Es erreicht die Tür und zur gleichen Zeit als die Tür bricht ...

PENG!


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