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Die hohen Tannen scheinen bei dem starken Wind fehl am Platz, sie wiegen sich, als würden sie sich vor dem Mond verbeugen wollen. Hinter den meterhohen Tannen kann man ein helles, jedoch ziemlich kleines Lichtfeld erkennen. In dem hinter den Bäumen liegenden Krankenhaus ist es totenstill. Das laute Prasseln des Regens gegen die Fensterscheiben ist das einzige Geräusch, über das sich Besucher beschweren könnten, wenn es welche hätte. Zwei junge Frauen streifen als einzige durch die Gänge des Krankenhauses. Ihre Schritte hallen in den langen Korridoren wieder und erzeugen ein unheimliches Echo. Beide tragen lange, schwarze Arztkittel, auf welchen mit weißer Farbe ihre Namen aufgeschrieben wurden. Seelenruhig und leise steigen Hanna und Sabine die Treppen hinunter in den Keller. Vor einer verschlossenen Eisentür bleiben sie stehen. Hanna holt einen Schlüssel aus ihrer Hosentasche und schließt auf. Ein modriger, fauliger Geruch strömt aus dem Inneren der Kammer. Sabine betritt den Raum, ohne Licht anzumachen und kommt wenig später mit einem kleinen Wägelchen wieder raus. Sabine nickt Hanna zu und sie verschließt augenblicklich wieder die Tür. Ohne länger zu zögern machen sich die beiden Schwestern wieder auf den Rückweg.

Alle Fenster sind verschlossen, und die Vorhänge wurden zugezogen. Der Spiegel im Badezimmer wurde bedeckt, und die Uhr abgenommen. An die Wand wurden verschiedene Symbole und Zeichen mit roter Farbe gemalt. In Mitte des Zimmers steht ein rein weißes Krankenbett, welches eine junge Frau wie einen Engel auf sich trägt. Neben ihr, der Doktor, ganz in schwarz gekleidet, bastelt er an einem großen, Fernsehen ähnlichem Gerät herum. Es macht kurz *klack*, und der Bildschirm flammt hell auf. Die dunkle Gestalt eines Doktors beugt sich nun über die leise schlafende Frau. Auch auf seinen schwarzen Kittel wurde sein Name, Johannes, mit weißer Farbe geschrieben. In seinen Händen hält er zwei große, lange Nadeln, welche je mit einem Draht an der Gerätschaft angeschlossen sind. In ihnen befindet sich je eine kleine Kamera, um das Innenleben der Frau zu erforschen. Ohne zu zögern sticht er die Nadeln in den Bauch der noch schlafenden Frau.

Die Uhr schlägt Mitternacht. Der Mond quetscht sein mattes Licht durch die Fenster, wird aber von den Vorhängen davon abgehalten, es bis ins Innere des Raumes zu schaffen. Auf dem himmlischen Wolkenbett liegt die werdende Mutter, sie schläft. Schweißperlen haben sich auf ihrer Stirn gebildet und eine Sauerstoffmaske schmückt ihr vor Schmerz verzerrtes Gesicht. Zwei Nadeln ragen aus ihrem runden Bauch. Schweigend dreht sich der schwarze Mann wieder zu seinem Apparat um. Nach dem Betätigen von tausenden Knöpfen und Hebeln, blitzt ein Bild auf dem Bildschirm auf. Ein Gemisch aus schwarz und weiß ist zu Sehen. Eine unerfahrene Person erkennt nicht sonderlich viel, aber der Doktor weiß, was er tut. Langsam betätigt er einen kleinen Hebel, welcher die beiden Kameras herumfahren lässt, es scheint, als suche er das Baby, und tatsächlich, die Kameras waren nur einige Millimeter von dem Kopf des Miniatur Menschen entfernt. Er lässt das Bild kleiner werden, um den ganzen Körper zu sehen. Seine Hände beginnen zu zittern, als er das Baby im Ganzen betrachtet. Es ist ein süßes Baby, jedoch hat es die kleinen Händchen nicht wie die anderen angezogen und zuckt auch nicht mit dem Körper. Es scheint als würde es einfach im Fruchtwasser treiben, wie eine Wasserleiche. Mit schwitzigen Händen versucht Johannes die Kamera so zu richten, dass er den Kopf von vorne zu sehen. Der Doktor muss schlucken, als er sieht, dass seine Vermutungen war sind. Zwei große Augen starren leblos in das Nichts aus Wasser und Fleisch. Der Mann zieht seine Hand zurück und fasst sich an den Kopf, er kann es nicht fassen: „Ein totes Baby…“, beginnt er leise zu murmeln, „Ein totes Baby!!!“ Blitzschnell dreht er sich um die eigene Achse und rennt auf die andere Seite des Zimmers. Er packt das dort stehende Wägelchen und zieht es zum Krankenbett. „Hanna! Sabine! Kommt her, sofort!“ Zwei Schatten lösen sich von dem restlichen Schwarz und treten neben den Doktor. Als ihre Blicke auf den Bildschirm fallen, blitzen ihre Augen vor Angst auf. Sofort eilen sie zu je einer Seite des Bettes, eine links von der Frau, eine rechts. Sie packen ihre Arme und halten sie so fest sie können. Ohne zu zögern holt der Arzt ein Skalpell von dem Tischen. Er blickt noch einmal kurz auf den Bildschirm, das Baby treibt noch immer mit gesenktem Kopf im Wasser der Mutter. „Kommen sie schon! Schneiden sie ihr den Bauch auf! Holen sie es endlich raus!“ schreien die Schwestern im Chor. „Haltet sie fest!“ brüllt der Arzt zurück. In dem Moment, als er das Skalpell hebt, beginnen die Vorhänge plötzlich stark zu flattern, endlich dringt das weiße Licht des Mondes in das rabenschwarze Zimmer, das Skalpell blitzt in dem reinen Licht hell auf. Wie auf Signal schnallt der Kopf des Babys auf. Ein weißes und ein schwarzes Auge  starren den Doktor von dem Monitor aus an. „Nein!“ schreit er und lässt das Messer mit aller Kraft auf den Bauch der Frau niedersausen.

Die Schreie der jungen Frau kann niemand hören, keiner kann ihr von Schmerzen verzerrtes Gesicht sehen, oder ihren Angstschweiß riechen. Sie ist eingesperrt, getrennt von der menschlichen Außenwelt, gefangen in den Klauen des Doktoren und seinen beiden Schwestern. Das Skalpell zerschneidet ihren Bauch wie eine Pinjata, aus deren Körper statt Süßigkeiten Massen an Blut hervorquillt. Die Frau krümmt sich vor Schmerzen, die beiden Schwestern haben Schwierigkeiten sie festzuhalten.

Das Baby reißt ebenfalls den Mund auf und beginnt laut zu kreischen, als sich das Messer seinen Weg zu ihm sucht. Immer und immer wieder sticht der Doktor auf den Bauch der jungen Frau ein. Diese versucht immer noch sich zu befreien, doch fließt nun ein Beruhigungsmittel durch ihre Maske. Ihre Arme werden schlaff, ihr Körper sinkt wieder zu Bett, als würde sie noch immer seelenruhig schlafen.

Endlich erreicht der Arzt den kleinen Menschen. Dieser hat seine Augen weit aufgerissen und starrt die drei Leute, bedeckt vom Blut seiner Mutter, zornig an. „Seht ihm nicht in die Augen!“, brüllt der Doktor und versucht das Baby mit dem Skalpell zu treffen. Aber er war zu langsam, plötzlich wuseln kleine, schwarze, Maden-ähnliche Würmer aus dem klaffenden Loch der jungen Frau. Einige verbinden sich miteinander und füllen die Wunde auf, sodass sie langsam zuheilt. Aber einige schaffen es nicht rechtzeitig zurück in den Körper und fallen zu Boden, wo sie zu normalen Blut werden. Sofort reißt der Arzt seine Hand zurück, um nicht von den Würmern befallen zu werden. Hanna beginnt zu schreien, als sich eines der widerlichen Schleimdinger auf ihrer Haut breit macht, und beginnt sich in mehrere seiner Sorte zu zerteilen. Immer schneller vermehren sich die Dinger auf ihrer Hand und fressen sich in ihr Fleisch. Hanna reißt dem Doktor das Skalpell aus der Hand und schneidet sich die Haut mitsamt dem Tier ab, weinend vor Schmerz stellt sie fest, dass sich die kleinen Monster schon viel tiefer in ihre Hand gefressen haben. Immer schneller vermehren sich die Biester und  färben immer mehr Fleisch von ihr schwarz. „Nein, nein, nein, nein!“, „Hanna! Halt! Was machst du denn da?!“, brüllt der Arzt schockiert, während er und Sabine mitansehen, wie Hanna immer mehr und mehr ihrer Haut abkratzt. „Ich verfaule! Die Viecher fressen mich von innen auf!“, antwortet Hanna schockiert und hebt ihren Kopf, das Gesicht vor Entsetzten verzerrt. Erst jetzt bemerkt der Doktor Hannas Augen. Sie waren leer, keine Iris, keine Pupillen, nur zwei schwarze Augapfel blicken den Doktor schockiert an. Wie festgefroren müssen der Doktor und Sabine mitansehen, wie Hanna einen Hammer von dem kleinen Werkzeugtischen nimmt und versucht sich ihren infizierten Arm zu zerschlagen. Immer wieder schlägt sie mit dem Folterinstrument auf ihren, auf dem Tisch liegenden Arm ein, bis er nur noch eine fleischige Masse ist. Mit aller Kraft und stöhnend vor Schmerzen versucht sie sich den Arm abzureißen, aber sinnlos, nun beginnen auch aus ihrem Brustkorb diese Dinger zu sprießen. Verzweifelt wirft sie den Hammer zu Boden. Sie dreht sich zu ihren Kollegen um. „Helft… mir!“ kreischt sie mit zusammengebissenen Zähnen. Immer mehr Blut breitet sich auf dem Boden aus. Der Arzt löst sich aus seiner Angststarre und rennt auf Hanna zu. Er packt sie an den Schultern und schüttelt sie wild hin und her. „Hanna! Wach auf! Da ist nichts! Das bildest du dir nur ein!“, brüllt er verängstigt und ruft Sabine zu sich. Diese schüttelt den Kopf, sie erträgt diesen Anblick nicht. „Sabine! Wir müssen sie davon abhalten sich selbst umzubringen! Bring mir eine Bandage! Schnell, bevor sie verblutet!“, brüllt der Arzt die Pflegerin an und drückt Hannas Körper gegen die Wand. „Nein, nein, nein, nein!“, kreischt Sabine und hält sich die Hände an die Ohren. Sie erträgt das nicht mehr. Das ganze Blut, das lauter Geschrei ihrer Freundin, das Gebrülle des Doktors und das Kreischen des kleinen Kindes. „Seit endlich still!“, schreit Sabine ein letztes Mal, bevor sie auf dem Boden weinend zusammenbricht. „Sabine!“, der Doktor versucht weiterhin Sabine zu sich zu rufen, aber vergebens. Das blutige Loch in Vanessas Bauch ist kleiner geworden, es ist gerade mal noch ein kleiner Riss. Einige Würmer schießen noch an die Oberfläche, um auch das letzte Stück der Wunde ganz zu verschließen. Kaum ist dies getan, beruhigt sich das Baby wieder und beginnt wie jedes andere nun auch leicht zu strampeln. Der Arzt richtet seinen Blick wieder auf Hanna. Diese zuckt noch einmal mit ihrem Körper, bevor sie ihren Blutwunden verstirbt und sich ihre Augen wieder normal färben. „Nein… Scheiße!“, schreit der Arzt wutentbrannt, „Warum musstest du auch unbedingt in die Augen des Kindes schauen…“

„Was… jetzt?“, fragt Sabine verstört, ihren Blick auf die Leiche ihrer Freundin gerichtet. „Naja…“, antwortet der Doktor, „Wir werden es wohl wie ein ganz normales Kind zur Welt bringen müssen.“

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