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Es ist ein herrlicher Sommerabend. Die Schule ist seit einigen Tagen vorbei  und die drei Volksschulkinder Marc, Leo und Leon spielen auf der großen Weide neben Marcs Haus fangen. Drei Freunde, welche unterschiedlicher nicht sein könnten. Nehmen wir zum Beispiel Leon, 8 Jahre und somit der älteste und größte der drei Freunde. Mit seinen dunklen, grauen Augen und den schulterlangen dunkelbraunen, fast schwarzen Haaren wirkt er wie ein Kind des Schattens. Als Gegenstück dazu hätten wir Marc, 7 Jahre, welcher mit seinen orange-blonden Locken, den Sommersprossen und den grünen Augen ein Kind der Sonne sein könnte. Würde man nun diese zwei Kinder vermischen, käme höchstwahrscheinlich Leo heraus. Der kleinste und mit 6 Jahren deutlich jüngste der drei Freunde. Leo hat ebenfalls dunkelbraunes Haar, allerdings bei weitem nicht so dunkel wie Leon. Zudem besitzt er, wie Marc, ebenfalls Sommersprossen, welche sich von seinen Wangen bis über seine Nase ziehen. Etwas, was ihn jedoch besonders macht, sind seine großen hellbraunen Augen. Seine Mutter meint auch gerne, er habe Augen wie aus Gold.

Die drei Kinder springen und hüpfen immer noch fröhlich über das frisch gemähte Feld des nahe lebenden Bauers. Vielleicht nicht die beste Idee, bei Marcs Heu-und Pollenallergie. Aber solche Kleinigkeiten halten ihn nicht vom Spielen ab. Ehe sich Marc versieht, wird er von Leon angegriffen und ist somit der neue Fänger. Wie Fangen spielen funktioniert muss ich hoffentlich nicht erklären. Marc möchte sich Leo schnappen, nur blöd, dass der kleine Zwerg zehnmal schneller ist, als Marc und ihn ohne Probleme abschüttelt. Dies hält aber nicht lange, denn schon nach kurzer Zeit geht Leo in die Knie und muss sich wieder sammeln. Ohne auf die Atemprobleme seines Freundes zu achten gibt Marc den Fänger Status an Leo weiter. Dieser holt noch einmal tief Luft und sprintet dann lachend weiter, um Leon zu fangen.

Es mag zwar albern sein, dies zu lesen, aber Kinder sind im Alter von 6-8 Jahren noch leicht zu unterhalten. Es ist ohnehin ein Wunder, dass sie nicht lieber Fernsehen, aber dafür ist später auch noch Zeit. Spätestens, wenn Marcs Pollenallergie anschlägt. Es dauert auch nicht lange bis das passiert und er seinen ersten Niesanfall bekommt. Glücklicherweise kommt Marcs Mutter, Lorrain genau im richtigen Moment, um die Kinder darüber zu informieren, dass der Spaß jetzt vorbei ist. „So Marc, wird Zeit für dich nach Hause zu gehen, Leos Mutter ist auch schon da um ihn abzuholen.“, beginnt Lorrain mit freundlicher Stimme, dann dreht sie sich zu Leon: „Willst du vielleicht noch ein bisschen bei Marc weiter spielen?“ Leon wird rot im Gesicht und blickt zu Boden „Nein… Danke.“, antwortet er verlegen, verabschiedet sich und geht dann mit schnellen Schritten in die andere Richtung und lässt Lorrain und seine Freunde auf der Wiese stehen.

Das Vogelgezwitscher nimmt Leon gar nicht wahr, ebenso das Rascheln der Blätter, die sanft im Wind wehen. All das bemerkt er nicht während er mit gesenktem Kopf, leise vor sich hin summend den Gehsteig entlang der Straße folgt. „Ob Sebastian bereits auf mich wartet…?“ fragt er sich selbst und kickt einen vor sich liegenden Kieselstein über den Weg. Ungewollt trifft er einen ihm entgegenkommenden Fußgänger, welcher Leon warnend ansieht, als habe er ein Verbrechen begangen. Als er bei der großen Villa, welche das Waisenhaus dieses Ortes darstellt ankommt, ist es bereits etwas dunkler geworden. Es muss ca. 6 Uhr sein. Die Zeit, zu der die Kinder, welche nach Erlaubnis der Kindertanten den Hof verlassen dürfen, zurück sein müssen. Leon ist wohl gerade rechtzeitig. Geschwind besteigt der die Stufen, welche zum Eingang des Gebäudes führen. Neben diesen steht ein kleiner Anbau, was sowas wie einen Überwachungsposten darstellt. Die darin sitzende Person blickt von seiner Zeitung auf und schenkt Leon ein warmes Lächeln. Leon begrüßt den Empfänger mit einem freundlichen Kopfnicken und betritt das Waisenhaus. Der Eingangsbereich ist im Vergleich zu den anderen Räumen gigantisch und bietet genug Platzt für fast alle hier lebenden Kinder. Leon kennt so gut wie alle Kinder hier. Ab und zu kommen natürlich ein paar neue dazu, aber diese lernt er auch rasch kennen. Auch heute ist der Raum mit Kindern beinahe überfüllt. Die Kindertanten, wie sie von den Kindern genannt werden, behalten dennoch den Überblick und lassen sich nur schwer von ihrer Arbeit abhalten. Leon lässt seinen Blick über die ganzen Kinder schweifen, aber keine Spur von Sebastian.

Er zuckt mit den Schultern und will gerade die Stiege ins Obergeschoss erklimmen, als er hinter sich ein kindliches Lachen hört: „Da bist du jaaaaaa!“, ein kleiner Junge, nicht älter als 3 Jahre steht plötzlich hinter Leon. Seine Haare sind kurz geschnitten und haben die Farbe von Stroh. Seine Augen haben die gleiche braune Farbe wie Leo und strahlen vor Freude. „Oh, Hallo Sebastian!“, begrüßt Leon seinen kleinen Freund und strubbelt ihm durch die Haare. „Lass das!“, schimpft Sebastian und drückt Leons Hand weg. Erst jetzt bemerkt Leon die zwei Puppen in Sebastians Händen. Eine von ihnen drückt er Leon in die Hand, welcher den Knirps fragend ansieht. „Du spielst die entführte Prinzessin und ich den Ritter, welcher dich rettet!“, erklärt Sebastian grinsend. „Warum muss ich die Prinzessin spielen? Kann nicht ich der Ritter sein, der ist viel cooler!“, entgegnet Leon mit gespielter Traurigkeit, kann sich ein kleines Lächeln aber nicht verkneifen. „Sebastian! Oh Gott, du sollst nicht wegrennen.“. Eine der Kindertante rennt auf den Jungen zu. „Aber ich will doch nur mit Leon spielen!“, jammert das Kind und blickt Leon erwartungsvoll in die Augen. „Oh Leon! Es tut mir leid, ich hatte den Bengel nicht im Griff, ich hoffe er hat dich nicht zu sehr genervt!“, meint die Frau entschuldigend. „Schon in Ordnung, ich kann gerne mit ihm spielen!“, antwortet Leon lächeln und nimmt Sebastian an der Hand. Bevor die Frau etwas erwidern kann, stolpert sie über ein liegengelassenes Springseil. „Oh haben sie sich weh getan?“, fragt Leon besorgt und hilft der Frau wieder auf die Beine. „Danke, alles in Ordnung, geht nur spielen, aber nicht mehr allzu lange! Um sieben Uhr ist Bettruhe!“, sagt die Kindertante und beginnt, das Seil von ihrem Knöchel zu entfernen. „Na dann komm!“, lächelt Leon und geht mit Sebastian die Treppe in den zweiten Stock hinauf.

Im oberen Bereich angekommen setzt er Sebastian wieder ab. „Und wo wollen wir heute spielen? In deinem oder meinem Zimmer?“, fragt Leon Sebastian. Dieser antwortet gar nicht erst, sondern rennt sofort in Richtung von Leons Zimmer. „Hey warte!“, ruft Leon dem Knirps hinterher und eilt den langen Gang entlang. Während Leon sein Zimmer aufschließt wippt Sebastian lächelnd auf und ab. „Ich finde es immer noch unfair, dass du ein eigenes Zimmer hast und ich meines mit anderen Teilen muss!“, schimpft Sebastian und blickt Leon mit seinen großen Augen an. „Naja, aber deine Mitbewohner sind doch wohl nett oder nicht?“, lächelt Leon und öffnet endlich die alte Holztür seines Zimmers. „Woher hast du denn diese schönen Handpuppen?“, fragt Leon, um das Thema zu wechseln. „Die habe ich von meiner Mami und von meinem Papi bekommen, aber ich war damals noch sehr klein! Jetzt bin ich schon erwachsen!“, antwortet der Kleine stolz. „Ja, das bist du. Sie sind jedenfalls sehr schön!“, antwortet Leon lächelnd und betritt den kleinen Raum. Sofort springt Sebastian auf Leons Bett und kuschelt sich in dessen Bettbezug. „Hey, ich dachte wir wollen spielen?“, fragt Leon und  hebt seine Prinzessinnen Handpuppe hoch. Sofort springt Sebastian auf und hebt seine Puppe ebenfalls hoch: „Dann lasst die Spiele beginnen!“

-2 Minuten später-

Leise atmend schläft Sebastian auf Leons Bett, seine Prinzenpuppe in der der Hand. „Ihr 3-jährigen seid schon komisch.“, lacht Leon und hebt Sebastian hoch, um mit ihm zu seinem eigenen Zimmer zu gehen. „Ich lache über das Verhalten von 3-Jährigen, dabei bin ich nur 5 Jahre älter als er…“, denkt sich Leon, während er Sebastian den Gang entlang zu dessen Zimmer, am Ende des Ganges trägt. Dort angekommen schnarcht Junge bereits und krallt sich an Leos T-Shirt wie ein Kätzchen an seine Mutter. Das Zimmer ist leer, Sebastians Mitbewohner sind scheinbar gerade nicht hier. Behutsam legt Leon Sebastian in sein Bett und deckt ihn zu. Sebastian kuschelt sich sofort in seine Bettwäsche und schläft dort friedlich weiter. „Gute Nacht…“, flüstert Leon und verlässt Sebastians Zimmer.

Leon steht an seine eigene Zimmertür gelehnt in seinem Zimmer und betrachtet die kleine Stoffpuppe in seinen Hand. Ein leichtes Lächeln zaubert sich auf sein Gesicht, während er die Puppe sachte auf seinem Regal vor seinem Bett platziert. Sein Blick wandert hinunter zu den Schiebetüren des kleinen Regals. Es ist das einzige Möbelstück in seinem Zimmer, welches ein Schloss besitzt. Der Schlüssel dazu befindet sich in seinem Nachttischchen im hinteren Eck seines Zimmers. Niemand außer ihm hat bis jetzt dieses Schränkchen geöffnet. Die Kindertanten scheinen es all die zwei Jahre, die er hier bereits wohnt, ignoriert zu haben. Leon will sich darüber nicht beschweren, er wüsste nicht, wie er den Inhalt, welchen er dort in dem Schränkchen versteckt, erklären sollte. Ein leises Klopfen ist von seinem Zimmerfenster zu hören. Aus dem Augenwinkel blickt er in Richtung des Fensters, hinter welchen sich der Himmel langsam grau färbt. Das Klopfen ertönt erneut und Leon kann die kleine, knochige Hand sehen, welche sich immer wieder hebt, um erneut auf das Glas zu schlagen. „Ach geh doch weg.“, sagt Leon mit genervter Stimme und dreht sich vom Fenster weg. Die Kreatur, welcher dieser Arm gehört, denkt gar nicht erst daran aufzuhören und klopft nur noch lauter gegen die Scheibe. Leon zieht sich bereits seine Schlafkleidung über, ohne dem Klopfen weitere Beachtung zu schenken und klettert wenig später in sein Bett. Den Kopf vom Fenster weggedreht versucht er das Klopfen zu ignorieren, aber es wird immer lauter und rhythmischer. „Genau das ist der Grund, weshalb ich alleine in einem Zimmer wohne!“, ruft Leon genervt in Richtung des Fensters und springt wenig später von seinem Bett auf. Ohne dem Ding die Möglichkeit zu geben, erneut zu klopfen, öffnet Leon das Fenster und packt die abgemagerte Hand. Mit genervter Miene blickt er dem Ding, welches unter seinem Fenster auf dem Dach des Waisenhauses hockt, in die Augen. „Geh endlich mal weg! Du bist Schuld an meinen Augenringen!“, mit diesen Worten gibt er der Kreatur einen Stoß, sodass sie vom Dach stürzt und Richtung Boden fällt. Als das Ding dann auf dem Boden aufschlägt pulverisiert es zu schwarzen Nebel und verschwindet mit dem Nachtwind. Mit müden Augen blickt Leon immer noch auf die Stelle, wo das Ding aufschlug. „Was die andern wohl von meinem nachts-späten-Geschrei denken…“, fragt sich Leon und schließt mit einem müden Kopfschütteln das Fenster.

Zum Prolog:

http://de.creepypasta.wikia.com/wiki/Insane_Virus_(Prolog)

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