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Es war spät, und ich war müde.

Nur das sanft-gedimmte Licht einer Straßenlaterne drang wie unterhalb einer Wasserschicht zu mir herein, in welchem sich ein paar schwebende Staubpartikel reflektierten. Ich hatte es vermieden, das blendende und gleichsam kalte Licht anzuschalten, auf die Gefahr hin, mir an sämtlichen Möbeln den Fuß zu stoßen; daraufhin womöglich sogar entgegen meiner Selbst zu fluchen.

Die Welt schlief jedoch bereits, da ich meiner Tochter schon lange zuvor die traditionelle Geschichte vor ihrer Schlafenszeit erzählt hatte, während ich noch in einem übernächtigten Zustand herumtrokelte, und tatsächlich eine Kollision meiner Zehe mit der Kommode auslöste.

Ich biss das unartige Wort, welches mir entfliehen wollte, gewaltsam zurück.

Zumindest erwartete mich nun bereits mein Bett - mit metaphorisch weit geöffneten Armen - nach dem sich meine verspannten Muskeln so heftig sehnten, dass ein beinahe physischer Schmerz an meinen Nervenenden knabberte.

Frisch geduscht, eingewickelt in saubere Nachtbekleidung entnahm ich aus dem Inneren meines Schrankes eine kürzlich gewaschene Decke, die gerade einfach nur verführerisch duftete, und breitete sie mit einer fließenden Bewegung – wie in diesen Werbungen – auf dem Bett aus, wo sie langsam niederflatterte, im Einklang mit den Partikeln innerhalb des schwachen, tröstlichen Lichtes, welches dennoch irgendwie gedämpft wirkte.

Es fror mich unwillkürlich, bevor der Stoff das Gestell gänzlich erreicht hatte, und so wandte ich mich noch einmal kurz meinem Kleiderdepot zu, um nun nach einem Paar besonders kuschliger Socken zu greifen, wenngleich ich diese beim Schlafen normalerweise verabscheute. Jedoch war ich nun zu ausgelaugt, um mir diese Abneigung in Erinnerung zu rufen, da ich zu dieser Uhrzeit nur noch das Ziel "Wärme" in meinen Handlungen trug.

Ich wandte mich wieder meinem Schlafplatz zu, und musste anschließend blinzeln.

In der angenehmen Dunkelheit meines Raumes sah ich die Konturen eines Körpers, die sich unter der Decke abzeichneten, welche – wie bereits erwähnt – sicherlich vorzüglich roch, und eigentlich viel zu dünn war, um sich selbst auf diese Weise aufzurichten.

Meine folgende Reaktion war, mir über die Augen zu streichen, und die eher unscharfen Umrisse den Strapazen zuzuordnen, welchen ich ausgesetzt gewesen war. Schließlich belegte dieses Ehebett schon seit einer kleinen Ewigkeit nur noch eine Person.

Natürlich musste diese Situation meiner auf Hochtouren laufenden Einbildung entstammen. Etwas Anderes wäre mir - unzurechnungsfähig wie ich gerade war - nicht zuzutrauen.

Noch dazu trugen die Schatten am Rande meines Blickfelds, sowie die Müdigkeit, welche mich immer mehr übermannte, sicherlich erheblich zu meiner Paranoia bei. Ich musste nur nach der ungewöhnlichen Wölbung greifen, und sie ebnen – wenn sie denn überhaupt da war. Danach könnte ich mich endlich dem Schlaf hingeben, der mich mit der Krümmung eines Zeigefingers immer näher zu sich hin lockte.

Ich beugte mich über das Bett, und streckte den Arm aus.

Die Partikel schienen kurz innezuhalten.

Dann setzte es sich auf.

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