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Ich fahre spätabends eine Landstraße entlang. Trotz des aufkommenden Nebels beschleunige ich weiter, da ich müde bin und schnell nach Hause will. Während ich weiter durch den dichten Nebel rase, fange ich an, meinen Kollegen zu verfluchen, der mir diese Abkürzung empfohlen hat.

Peh, mit mir kann man´s ja machen. Ich bin ein junger Anwalt, der gerade seinen ersten Job in einer Kanzlei angefangen hat und dort für Arbeitsunfälle, fahrlässige Tötung, Autounfälle und dergleichen zu tun hat. Obwohl meine Nebelscheinwerfer eingeschaltet sind, kann ich immer weniger sehen. Der Nebel scheint das Licht einfach zu verschlucken. Gerade als ich anfange zu überlegen, ob es nicht besser wäre vom Gas zu gehen, klingelt mein Handy und reißt mich aus den Gedanken. Der Mann am anderen Ende der Leitung redet panisch über irgendeinen Autounfall. Ständig bekommt man Anrufe von panischen Klienten. Der Trick hierbei ist, selbst ruhig zu bleiben, sein Gegenüber ausreden zu lassen, bis dieser zum ersten Mal Luft holen muss. Das ist genau der Moment, in dem man fragen kann, wie der Gesprächspartner eigentlich heißt.

Der Mann hält plötzlich inne und ich merke, dass etwas nicht stimmt, sage aber nichts. Nach ein paar weiteren Sekunden der Stille flüstert der Mann, in einer hörbar verängstigten Stimme. In dem Moment, als ich antworten will, schält sich plötzlich wie aus dem Nichts eine Person aus dem Nebel. Ich habe keine Chance zu reagieren und mein Auto trifft ungebremst auf die Gestalt. Ein lauter Knall, man hört die Bremsen meines Autos quietschen, während der Körper durch die Luft fliegt und wieder von dem dichten Nebel verschluckt wird. Scheiße, denke ich mir, ich habe jemanden angefahren. Was habe ich mir nur dabei gedacht, ohne Sicht mit Vollgas durch eine Nebelwand zu fahren? Dabei noch mit meinem Handy am Ohr. Mein Hirn läuft auf Hochtouren und sucht nach Erklärungen, die vor einem Gericht standhalten würden. Scheiße, ich habe gerade vielleicht jemanden umgebracht. Ich springe aus dem Auto und drücke meinen Gesprächspartner am Telefon einfach weg.

Panisch fange ich an die Nummer meines Chefs zu wählen, wenn man panisch auf die Handytasten hämmern als wählen bezeichnen kann. Ja, ich war in Panik. Während ich wie wild auf die Tasten hämmere, renne ich verzweifelt durch den Nebel, um nach der Person zu suchen, die ich angefahren habe. Hoffentlich lebt sie noch. Plötzlich nimmt mein Gesprächspartner ab. "O mein Gott, ich habe gerade jemanden angefahren, vielleicht sogar umgebracht! Da ist dieser Nebel und ich kann nichts sehen und ich habe ihn vielleicht getötet. Was soll ich jetzt tun? In diesem Nebel kann ich die Person nicht finden, was soll ich nur tun?" Die Worte sprudeln aus mir heraus, während ich die Straße entlang gehe und immer noch nach der Person suche. Abrupt höre ich auf zu reden. Mir wird plötzlich etwas klar. Es ist kein Gefühl der Erkenntnis, nein. Es trifft mich wie ein Schlag. Das, was ich gerade gesagt habe, die Panik, die Verzweiflung in meiner Stimme, alles war exakt wie bei diesem Anruf, den ich gerade entgegen genommen habe. Nur das die Worte jetzt aus meinem Mund kommen."Ist, ist da jemand?", flüstere ich in das Telefon. Aus dem Handy kommt ein dumpfer Knall, dann hört man das Quietschen von Reifen. Nach ein paar Sekunden Stille höre ich das Öffnen einer Autotür und mein Gesprächspartner legt einfach auf. Und wo ist die Person? Solange wie ich schon in diesem dichten Nebel herumirre, sollte ich sie schon längst gefunden haben. Ich drehe mich um, um zu gucken, wie weit ich mich schon von meinem Auto entfernt habe. In etwa 50 Metern Entfernung sehe ich zwei Scheinwerfer. Die können aber nicht von meinem Auto sein. Sie kommen immer näher....

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