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Jürgen Buia

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Bad Buia.jpg

Jürgen Buia

Es war früh am Morgen. Ich wollte mich mit meinem Freund treffen. Wir beide erforschten sehr gerne die ganze Gegend. Wir lebten auf dem Land. In der Nähe von uns gab es nur wenige Häuser. Wir beide gingen in unserem Nachbarort zur Schule. Der Ort, in dem wir wohnten, hatte nur zirka 500 Einwohner. Die meisten zogen auch weg, da es hier nur schlechte Jobangebote gab. Wir nahmen uns vor, auch einmal wegzuziehen.

Der Ort war trostlos. Nie war etwas los. Die meisten Häuser standen schon leer. Früher war dieser Ort einmal ein wichtiger Ort für die Kohleförderung in diesem Gebiet gewesen, doch seitdem die alte Mine eingestürzt war und fast 500 Arbeiter dabei starben, wurde hier nicht mehr nach Kohle gegraben. Teile der Miene und Ruinen der Kraftwerke daneben existierten aber noch. Und an diesem Tag wollten wir uns das ganze genauer ansehen. Unsere Eltern hatten uns zwar verboten, in die Nähe der Mine zu gehen, doch wir wollten uns das Gelände einmal anschauen.

Um die Kraftwerke und die Miene war ein hoher Zaun gespannt. Es gab einen Eingang, an dem viele Warnschilder hingen. Es gab sogar Schilder mit dem Zeichen für Explosionsgefahr darauf. Ich glaube mich zu erinnern, dass mir jemand einmal erzählt hatte, dass in diesem Gebiet auch Öl gefördert wurde. Ich halte es eigentlich für eine schlechte Idee, Öl neben einem Kohlekraftwerk zu fördern. Der Zaun war schon sehr rostig und es war leicht, mit einer Gartenschere ein Loch reinzuschneiden.

Wir gingen durch das Loch und standen vor einem riesigen Gebäude mit vielen hohen Rauchfängen. Ein paar davon waren schon eingestürzt. Das war womöglich das Hauptkraftwerk. Die Tore zu dem Kraftwerk standen offen. So konnten wir ungehindert hineingehen. Als wir in dem Kraftwerk waren, bekam ich ein schummriges Gefühl. Ich fühlte mich plötzlich ziemlich schwach und müde. Die Luft roch verkohlt. Am Boden lagen tote Ratten und Teile von Lebewesen, die ich nicht zuordnen konnte. Ich konnte kaum noch was sehen. Ich schlug vor, aus dem Kraftwerk zu gehen, doch mein Freund wollte es sich noch genauer anschauen.

Ich drehte mich um. Da sah ich plötzlich eine Gestalt in einem schwarzen Anzug am Tor stehen. Na ja, eher die Silhouette eines Mannes. Er verschwand aber sofort wieder. Ich hielt es für eine Wahnvorstellung. Hier konnte keiner mehr sein. Wir gingen in den Keller des Kraftwerkes. An der Seite der Stufen war ein Förderband. Auf ihm lag Kohle, möglicherweise. Die Kohle erinnerte mich an was, na ja, Wahnvorstellungen eben. Um sicher zu gehen nahm ich aber eins der Kohlestücke in die Hand und drückte es zusammen. Außen war es leicht zu zerbrechen, doch innen war es sehr fest. Ich holte tief Luft und ging weiter. Ich wollte es nicht sagen.

Die Lichter funktionierten glücklicherweise noch. Na ja. Es verunsicherte mich aber auch, dass die Lichter seit länger als 50 Jahren noch funktionierten. Sie flackerten nicht einmal. Die Treppe ging tief hinunter und endete an einer Art Bahnhof. Die Züge waren klein und hatten hinten mehrere Sitze. Dies war wahrscheinlich der Eingang zum Bergwerk. Mein Freund war fest entschlossen, in den Tunnel zu gehen. Ich bekam Angst bei dem Gedanken. Es war stockdunkel. Glücklicherweise hing an der Wand eine Taschenlampe, die noch funktionierte. Na ja, beunruhigend war es aber auch. Ich konnte nicht das Ende des Tunnels erkennen. Der Tunnel ging nur steil in die Tiefe. Die Wände waren verkohlt, womöglich durch den Einsturz des unteren Teiles und die darauffolgende Explosion. Ein paar Mal stolperte ich über die Schienen und über andere Teile.

Als wir tiefer in den Tunnel kamen, wurde die Sicht immer schwächer. Eine Art Nebel befand sich im Tunnel. Besser gesagt eine Art Rauch. Ich konnte kaum noch atmen, wollte es mir aber nicht anmerken lassen, um nicht von meinem Freund beschimpft zu werden. Ich hatte totale Angst. Plötzlich fiel die Taschenlampe aus. Wir konnten nichts mehr außer dem kleinen Licht vom Bahnhof sehen, von dem wir aber schon weit entfernt waren. Sicher mehr als einen Kilometer. Wir beide schrien vor Angst. Wir rannten so schnell wie wir konnten dem Licht entgegen, doch plötzlich sah ich ihn, besser gesagt es. Es stand vor mir. Ein Mann in einem schwarzen Anzug und roter Krawatte.

Plötzlich war alles ein wenig heller. Der Mann grinste. Er sah freundlich aus, doch ich wusste, was sich hier herumtreibt, kann nicht freundlich sein. Er starrte mir tief in die Augen, ohne sich zu bewegen. Dann seufzte er leise. Da sah ich am Boden die Toten. Wie konnten sie mir beim Herkommen nicht aufgefallen sein, oder besser gesagt, wie konnte ich einfach alle Anzeichen Ignorieren? Wie konnte ich mir nur vormachen, dass hier nichts wäre? Am Boden lagen halb verkohlte Bergarbeiter in schlechten Schutzanzügen. Ich schluckte. Der Mann schaute mich noch immer regungslos an. Dann warf er blitzschnell seinen Blick auf meinen Freund. Ich wagte es nicht, mich zu bewegen. Der Mann keuchte leise. Ich kann es nicht beschreiben. Eine Mischung aus Leid und Hass. Der Gesichtsausdruck des Mannes änderte sich schlagartig. Er öffnete seinen Mund. Seine Augen wurden rot. Plötzlich roch es nach Blut und nach Verbrennungen. Wie konnte ich das nicht gesehen haben. Wie konnte ich nicht wissen, was hier passiert war. Dieser Mann war der Leiter des Bergwerkes. Er war an der Katastrophe schuld. Wie konnten wir nur so dumm sein und alle Warnschilder ignorieren?

Die Haut des Mannes verkohlte langsam und seine Augen wurden zu schwarzen Höhlen. Die Lippen zersetzten sich und die Zähne fielen aus. Sein Mund hatte aber noch immer den lächelnden Ausdruck und seine Augen, na ja wenn man es Augen nennen kann, sie waren noch immer auf meinen Freund gerichtet. Seine Fingernägel zersplitterten und seine Adern zersprangen. Er sah meinem Freund immer noch tief in die Augen. Und dann passierte etwas, was ich nicht richtig beschreiben kann.

Es wurde möglicherweise aus meinem Gedächtnis verdrängt. Zu meiner eigenen Sicherheit. Ich kann mich nur noch an ein paar Einzelteile erinnern. Ich glaube, einen extrem lauten Schrei durch die Mine gehört zu haben. Das Ding sprang meinen Freund an. Es riss ihm die Blutadern einzeln heraus oder zerbiss sie. Auf manchen Stellen zog es ihm möglicherweise mit seinen zersprungenen Fingernägeln die Haut ab. Danach nahm es seine Lippen und zerriss sie in der Mitte. Dann stach es ihm mit einem Fingernagel ins Auge und zerrte die Pupille heraus. Jedenfalls glaube ich das gesehen zu haben. Ich bin mir nicht sicher, ob das alles der Wirklichkeit entspricht.

Einfach nur schrecklich, was ich da gesehen habe. Mit seinen Blutigen Fingernägeln stach es ihm in den Hals und riss seinen Kehlkopf heraus. Danach fing es an, seine Muskeln auszureißen und sie zu zerquetschen. Ich glaube auch gesehen zu haben, dass es seine Sehnen zerriss. Ich war starr vor Schreck. Doch dann sagte mein Gehirn mir: „Renn!“. Ich versuchte mich zusammenzureißen und loszurennen. Halb ohnmächtig rannte ich den steilen Tunnel hinauf. Mir wurde es schwarz vor Augen, doch ich wusste, wenn ich jetzt zusammenfalle ist das mein Tod. Ich konzentrierte mich auf den Lichtpunkt, der glücklicherweise immer größer wurde. Ich rannte mit letzter Kraft die Treppen hinauf und aus dem Areal.

Danach habe ich auch mit meinen Eltern und der Polizei gesprochen, doch keiner glaubte mir. Sie hielten mich für verrückt und ein Arzt konnte eine Amnesie für diesen Zeitpunkt feststellen. Niemand außer mir weiß, was damals passierte. 20 Jahre danach wurde das ganze Areal gesprengt, um dort Wohnungen zu bauen. Als sich davor aber noch ein paar Forscher den alten Stollen genauer ansahen, entdeckten sie einen verstümmelten, aber komischerweise nicht verwesten 13-jährigen. Er sah so aus, als hätte man ihn erst vor ein paar Tagen ermordet. Neben ihm lag das Namensschild des ehemaligen Leiters des Bergwerkes, Jürgen Buia.

Eins verstehe ich aber bis heute noch nicht. Wieso hat es ihn angegriffen und mich verschont? Ich hätte da eine Theorie, aber man muss ja nicht alles wissen...

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