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"Hört den Ruf des Kindes des Nordens.
Hört, was es zu sagen hat.
Höret hin, und gebt gut acht."

"Es kam einst wie's nie einer hätt' gedacht. Die Kinder dieser Stadt waren föhlich, hatten sie doch grad' g'nug zu leben. Sie spielten, des Nachts wie auch am hellen Tage. Doch ihr wisset wohl, des Nachts ist es nicht sicher in dieser Stadt. Es besagt eine Legende, vor Urzeit' lebt' hier einst und noch ein Wesen, fernab der Fantasie des klügsten Kindes.

Ein grausig' Geschöpf, voll Warzen und Pusteln, ein Gesicht zur Grimasse gezogen und erstarrt, der Körper so krumm, der knorrigst' Apfelbaum wär glatt neidisch. Die dürren Arme wie schmale Wurzeln, dennoch so kräfig den Nacken eines Ochsen zu brechen. Dies Wesen schleicht hier durch die Straßen und sucht sich ein Kind. Was es mit dem Kinde vorhat, das wage sich keiner zu erahnen.

So Leute seiet gewarnt! Dies, das was ich euch sagt' ist wahr. Gebt Acht, eure Kinder sind in Gefahr! Dieses Jahr... Dieses Jahr ist es wieder soweit."

"So ein Schwachsinn...", wird sich wohl jeder denken, der auf dem Jahrmarkt, diese Geschichte nun zum unendlichseten Mal gehört hatte. So auch Margaret. Sie und ihre Freundinnen waren grade am Stand der 'Botin' vorbei gekommen. Die arme Frau hatte ihr Kind vor einigen Jahren verloren und hat diese Geschichte als Trost aufgegriffen, passte natürlich auch zum Setting.

Winkorden war ein ehemals kleines Dorf mit düsterer Vorgeschichte, alle 12 Jahre war hier ein Kind verschwunden und jedes Mal wurde angeblich eine düstere knorrige Gestalt gesehen. Da diese Geschichte aber schon vor etwa 500 Jahren ihren Anfang genommen hat, hat die - mittlerweile normalgroße - Stadt die Geschichte weiterentwickelt und es sich zur Tadition gemacht jedes Jahr eine Art Schnitzeljagd draus zu machen. Eine Person verkleidet sich als die Gestalt und ein Kind wird 'verschleppt' und muss gefunden werden.

Obwohl sie eigentlich nichts davon hielt, sollte dieses Jahr Margaret die Gestalt spielen und sich ein Kind aussuchen, das sie verschleppen will. Klar wählte sie da ihren kleinen nervigen Bruder Chris, der sich unglaublich darauf freute.

Der Tag verging und langsam wurde es Zeit in das Kostüm zu steigen. Als knorrige Gestalt suchte sie ihren Bruder und nahm ihn mit in ein Versteck. Dort war natürlich dafür gesorgt, dass er nicht einfach abhaut oder verhungert oder so. Nein, es gab genug zu trinken, ein paar belegte Brote und Süßigkeiten, dazu sein DS und sein Lieblingsteddy samt einer Decke.

Nun musste sie die Leute auf eine Fährte locken und langsam zum Versteck führen. So verteilte Margaret Wegweiser, kleine Hinweise und und und... Am nächsten Morgen hatten die Leute Chris jedoch immernoch nicht gefunden, dabei war das Versteck nichtmal so gut gewesen und die Hinweise auch sehr eindeutig. Die Leute wurden panisch, der Junge durfte doch nicht so lange allein sein, er könnte ja Angst bekommen. Die Suchtrupps liefen rufend durch die Straßen, Gassen und über die Waldwege.

Die Panik hielt an bis Chris Mittags plötzlich vor der Tür seiner Eltern stand. Er habe gewartet und gewartet, und jetzt habe er nichts mehr zu Essen gehabt. Erleichterung ging herum und alle wandten sich wieder...

Moment. Wo war Margaret? In ihrem Zimmer lag noch das Kostüm des knorrigen Wesens, doch von ihr... keine Spur.

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(Sidestory/Fortsetzung)

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