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Hinweis: Dies ist die Fortsetzung zu Jeder braucht ein Hobby. Es ist nicht unbedingt notwendig, diese gelesen zu haben, könnte aber helfen.

Vorwort: Was bisher geschahBearbeiten

Kurz vor den Sommerferien hatte uns meine Deutschlehrerin den Auftrag erteilt, uns in den Ferien Gedanken und Notizen zu unsrem liebsten Hobby zu machen. Mich hatte diese Forderung in ein tiefes Loch geworfen, denn bei der Suche nach einem geeigneten Hobby für mich stolperte ich über die Erkenntnis, dass Tiere quälen mir eine abartige Freude bereitete. Zuerst waren es kaum mehr als die dilettantischen Versuche eines wissenschaftlich ungebildeten Geistes, doch bald schon wurde mir klar, dass dahinter eine Leidenschaft steckte, die nicht aus meiner Neugier entsprang.

Zuletzt hatte ich mich darauf fixiert, dass meine Lehrerin mir absichtlich solch eine Hausarbeit gegeben hatte. Ich verdächtigte sie, insgeheim um meinen seltsamen Trieb zu wissen und so wurde sie zum Objekt meines Zorns. Und um ihr besonders weh zu tun, hatte ich es auf ihren kleinen Sohn abgesehen...

Vorbereitungen: Eine Frage der EntschlossenheitBearbeiten

Sollte ich es wirklich tun? Bisher hatte ich mich von meiner Neugier leiten lassen, ich sah auch nicht, dass meine Experimente wirklichen Schaden angerichtet hatten. Zumindest hatte ich nichts getan, was nicht durch das Geld meiner Eltern wieder gut zu machen wäre. Aber nun war ich auf einen Plan gekommen, der mich nicht nur ein wenig in Schwierigkeiten bringen würde, sondern mit dem ich auch vermutlich mein ganzes Leben verändern würde. Und dabei spielte es schon längst keine Rolle mehr, ob man mich erwischte oder nicht. Auch wenn ich darauf hoffte, irgendwie unentdeckt aus der Sache heraus zu kommen.

Mein Entschluss stand dennoch fest: Ich wollte dieser dummen Fotze von einer Lehrerin zeigen, wie gefährlich es war, sich einen Spaß mit den eigenen Schülern zu erlauben. Ich war fest davon überzeugt, dass sie erkannt hatte, warum ich keine Hobbies hatte. Doch nach gründlicher Überlegung war ich zu dem Schluss gekommen, dass ich sie nicht anrühren durfte. Auch wenn ich es zu gern getan hätte, ihr Sohn sollte leiden. Das sollte auch Strafe genug sein, auch wenn sie sicherlich mehr verdient hatte. Immerhin würde ich mich so an ihrem Schmerz laben können, der in etwa dem gleichkam, was sie mir angetan hatte.

Kurz vor Ende der Sommerferien würde ich nachts in ihr Haus einsteigen, ihren kleinen Sohn entführen und an ihm ein paar Experimente vollführen, die mir noch im Kopf herumgeisterten. Diese sollte er nicht überleben, wenn alles gut ging. Ich würde alles auf Video aufzeichnen und ein Kopie davon meiner Lehrerin schicken, damit sie nicht im Unklaren darüber wäre, was mit ihrem Kind passiert war. Ich hatte alles minutiös geplant und war ziemlich stolz auf mein Organisationstalent. Sogar an ein „Alibi-Hobby“ hatte ich gedacht. Meinem Vater hatte ich an einem Sonntag von meinem Problem mit der Hausaufgabe berichtet und ihn gefragt, ob er mir nicht eine Digitalkamera kaufen könnte, damit ich mich als Amateurfilmer versuchen könne. Da er sonntags immer äußerst guter Laune war, hatte er mir diesen Wunsch nicht abgeschlagen und schon drei Tage später brachte er mir eine nagelneue Kamera mit.

So war ich nun im Besitz einer Kamera für mein eigentliches Hobby und konnte gleichzeitig meine Geschichte vom Filmmacher aufbauen, ohne dass irgendjemand Verdacht schöpfen würde. Da ich bei einem meiner Streifzüge durch die Stadt einmal mehr Frau B. über den Weg lief, hatte ich sogar Gelegenheit, ihr voller Enthusiasmus zu erzählen, dass ich nun endlich „mein“ Hobby gefunden hätte. Sie erinnerte mich daran, dass ich das schon beim letzten Mal behauptet hätte, doch ich sagte ihr, dass ich mich geirrt hatte. Und dass ich außerdem froh war, ihr davor nicht verraten zu haben, worin ich mich verrannt hatte. Dafür sprach ich nun voller geheucheltem Glück von meiner Videokamera und dass ich vorhatte, einen Naturfilm zu drehen. Sie lächelte mich wieder auf ihre wohlbekannte Art und Weise an. Zorn stieg in mir auf, denn ich hatte das Gefühl, sie machte sich über mich lustig. Irgendwie fühlte es sich an, als wäre sie zum Schein auf mein Spiel eingestiegen und wüsste in Wirklichkeit doch bestens Bescheid. Diese dumm Fresse wird ihr noch einfrieren, wenn ich mit ihrem Sohn fertig bin!

Es ist soweitBearbeiten

Endlich war die Nacht gekommen, auf die ich so gewartet hatte. Heute Nacht würde ich meine Rache und meine Befriedigung bekommen. Mich ließ der Gedanke nicht mehr los, bald ein Leben in Händen zu haben und damit machen zu können, was ich wollte. Und das Ganze wurde noch dadurch verbessert, dass ich Frau B. damit so unendlich quälen würde.

Alles lag bereit. Das Klebeband: Damit würde ich den Kleinen erst einmal ruhig stellen, damit er mich nicht verriet. Zudem würde ich ihm damit Hände und Beine so fesseln, dass er besser zu transportieren wäre. Dann die Decke, in die ich ihn einwickeln werde. Sie sollte außerdem noch sämtliche Restgeräusche dämpfen, die er vielleicht von sich geben könnte. Leider hatte ich keinen Zugang zu einem geeigneten Betäubungsmittel, also würde ich das Risiko auf mich nehmen müssen. Es sollte aber nicht zu groß sein, um die Uhrzeit war nie viel los und Frau B. wohnte eh in einer sehr ruhigen Gegend. Zwei Straßen weiter konnte ich dann auch schon im Wald verschwinden und ab da sollte mir nichts mehr passieren können. Es war so perfekt!

Die letzten zwei Wochen hatte ich die Gegend sehr gut beobachtet und mich auch schon ein wenig im Haus von meiner geliebten Lehrerin umgesehen. Ich wusste nun, wo sie schläft, wo ihr Sohn schläft und wie ihre abendliche Routine verlief. Allein die Vorbereitung hat mir einen derartigen Spaß beschert, wie ich ihn bisher nie kannte.

Jetzt stand ich erneut vor ihrem Haus. Seltsam, ich war gar nicht aufgeregt. Ich freute mich zwar tierisch auf das, was auf mich zukommen würde, aber ich war so ruhig als würde ich samstags Nachmittag auf unserer Couch sitzen und mir Zeichentrickfilme ansehen. Langsam schlich ich durch ihren kleinen Garten, sorgsam darauf bedacht nur auf die Steine zu treten, die den Weg zum Haus markieren. Längst schlief sie schon, das ganze Haus war dunkel. Nur ein wenig Mondlicht erhellte meinen Weg, ich frug mich, wie Blut wohl in diesem Licht aussehen würde. Dann war ich an der Tür angelangt. Oh Frau B. warum musst du nur so unvorsichtig deinen Zweitschlüssel auf dem Balken vom Vordach platzieren? Du lädst mich ja geradezu ein...

Vom Dunkeln in die FinsternisBearbeiten

Leise, Millimeter für Millimeter öffnete ich die Tür, nachdem ich sie aufgeschlossen hatte. Es dauerte Minuten, ich habe das daheim schon an unsrer Kellertür geübt, die furchtbar quietscht, wenn man sie zu schnell öffnet. Doch ich brachte die Geduld auf. Für die Erfüllung meines Traumes nahm ich alles auf mich. Ich zog die Schuhe aus und ging auf Strümpfen durch das Haus, um keine verräterischen Spuren zu hinterlassen. Langsam die Treppe hoch, auch das habe ich geübt, damit auch ja keine Treppenstufe knarzt.

Minuten später stand ich vor dem Schlafzimmer von Frau B. Ich lauschte, konnte aber nichts hören. Grinsend wand ich mich dem Kinderzimmer zu. Nun konnte mich nichts mehr aufhalten. Auch diese Tür öffnete ich mit gleicher Bedacht wie zuvor. Fahles Mondlicht beschien ein schlafendes Gesicht, das völlig arglos in kindlichen Träumen gefangen war. Die Klebestreifen hatte ich bereits vorbereitet, damit das Abreißen keine unnötigen Geräusche verursachen würde. Gewandt holte ich den ersten aus meiner Tasche hervor, nahm ihn in beide Hände und schliech näher, bereit loszulegen.

In diesem Moment traf mich etwas am Kopf. Sterne zuckten vor meinen Augen auf, ich keuchte heiser auf, als mich ein Schmerz durchfuhr, der mir den Boden unter den Füßen wegriss. Die Welt begann sich zu drehen und mein Gleichgewicht war völlig aus dem Tritt geraten. Mein Gesicht raste auf den Teppichboden zu, doch ein erneuter Schlag traf mich und ich war ohnmächtig, bevor ich den Aufprall spürte.

Jeder braucht ein Hobby, nicht wahr?Bearbeiten

Das Erwachen war nicht angenehm. Mein Schädel dröhnte so dumpf, als hätte jemand sämtliche Geräusche außer dem Bass einer furchtbaren Industrial-Band ausgelöscht. Meine Augen wollten sich nicht richtig öffnen, jede Bewegung tat mir weh. Dann wurde mir klar, dass ich mich gar nicht wirklich bewegen konnte. Ich saß mehr oder weniger aufrecht auf einem Stuhl und in diesem Moment brach die Erinnerung über mir zusammen wie ein Platzregen. Heißes Blut schoss mir ins Gesicht, als mir klar wurde, was ich zuletzt getan hatte. Oder tun wollte. Jetzt war mir der Schmerz egal, ich riss meine Augen mit aller Gewalt auf und blickte in das Gesicht meiner Klassenlehrerin, die mich mit ihrem gewohnten Grinsen ansah. Nur, dass es heute einen sehr beunruhigenden Glanz in ihren Augen gab.

Bevor ich irgendetwas tun oder sagen konnte, schlug sie mir mit der flachen Hand ins Gesicht, dass die Band in meinem Kopf um eine ganze Tonleiter dumpfer wurde. Fast verlor ich wieder das Bewusstsein, doch sie zerrte mit einer Kraft an meinen Haaren, die meinen Körper dermaßen alarmierte, dass an Ohnmacht nicht zu denken war. „Das ist dafür, dass du dich an meinem Sohn vergreifen wolltest, du kleiner Bastard!“, ihre Stimme war ein erstaunlicher Kontrast zu ihren Worten, verlieh dem Gesagten aber eine Schärfe, die mir Angst bereitete. Ihr Griff an meinen Haaren verstärkte sich für einen Moment noch einmal, ich hatte das Gefühl, dass sie mir gleich die Kopfhaut vom Schädel ziehen würde. Dann ließ sie meinen Kopf unsanft los, das plötzliche Nachlassen des Ziehens ließ ihn mir auf die Brust sinken. Meine Wange brannte von dem Schlag und Tränen traten mir in die Augen.

„Ach und jetzt fängst du an zu heulen? Keine Sorge, wenn ich mit dir fertig bin, dann wirst du dazu auch nicht mehr in der Lage sein“, nun lag Wut in ihrer Stimme und ihre Augen glitzerten. Sie war irre. Völlig übergeschnappt, das wurde mir jetzt klar. Sie wusste nicht nur von meinen seltsamen Anwandlungen, nein anscheinend teilte sie sie. Oder besser gesagt: sie hat ihre ganz eigene Leidenschaft. Die Tragweite dieses Gedankens wurde mir bewusst, als ein erneuter Schlag mein Gesicht traf, mir die Lippe aufriss und mir eine erneute Einsicht davon bescherte, was Schmerz bedeutet. Blut sickerte aus meinem Mundwinkel und ich konnte nicht mehr an mich halten, ich begann zu schreien. Vor Wut, vor Schmerz und vor allem aus Verwirrung. Mein Schrei klang nicht menschlich. Eher wie ein verletztes Tier, das gerade zum Angriff übergeht.

„Ausgezeichnet. Ich wusste doch, ich habe mich nicht in dir getäuscht. Damit du es irgendwann einmal verstehst, echten Schmerz hervorzurufen, musst du ihn zuerst durchlebt haben. Und da ich deine Lehrerin bin, liegt es wohl an mir, dich auch dies zu lehren.“ Und mit diesen Worten nahm sie einen Stock von der Dicke eines Besenstiels in die Hand und drosch damit auf meinen Oberschenkel ein. Ich konnte fühlen, wie meine Haut aufplatzte und schon nach kurzer Zeit war der Stoff meiner Hose von Blut durchtränkt. Mein Schreien verwandelte sich in ein verzweifeltes Kreischen. Der Knüppel sauste derweil immer und immer wieder auf meinen Körper und traf jedes Mal Stellen, die zwar äußerst schmerzhaft waren, aber nie wirklichen Schaden anrichteten. Irgendwo in meinem Gehirn registrierte ich das und musste trotz der Qualen, die mich durchfuhren, dieser wahrlich meisterlichen Leistung meinen Respekt zollen.

Irgendwann verlor ich unter ihren Schlägen wieder das Bewusstsein. Diesmal erwachte ich, weil mir ziemlich heiß wurde. Genauer gesagt, weil meine linke Gesichtshälfte sich anfühlte, als wäre ich mit ihr an einer voll aufgedrehten Heizung eingeschlafen. Die Hitze wurde noch stärker, sodass ich unwillig wieder meine Augen öffnete. Und erbleichte. Direkt vor meinem Gesicht befand sich eine große Kerzenflamme. Als ich zurückweichen wollte, hatte ich eine Hand im Nacken, die mich erbarmungslos festhielt und meinen Kopf fixierte. Die Flamme kam derweil näher. „Bitte..“, wimmerte ich, denn ich hatte mir schon einmal einen ganzen Topf heißes Wasser übergekippt und erinnerte mich nur zu gut an die tagelangen Schmerzen. Doch mein Flehen war zwecklos. Schon berührte mich die Kerzenflamme an der Wange und ich bot all meine Kraft auf, um mich aus dem Griff meiner Peinigerin zu befreien.

Auch dieses Unterfangen war vergeblich. Nie hätte ich gedacht, dass ich in einer derart schrillen Tonlage schreien könnte, aber ich tat es. Ich konnte spüren, wie meine Haut zuerst versengt wurde und dann langsam Blasen zu werfen begann und bildete mir ein, verbranntes Fleisch zu riechen. Ich wand mich und stieß zwischen meinen Schreien immer wieder ein Flehen aus. Ich konnte und wollte das nicht ertragen. Nach einer gefühlten Unendlichkeit entfernte sie die Flamme und ließ mich los. Zusammengesunken, unfähig meine Verletzungen zu ertasten, saß ich da und heulte wie noch nie in meinem Leben. Blut, Rotz und Tränen mischten sich auf meinem Gesicht und boten meiner geschundenen Haut zumindest ein wenig Kühlung.

Diesmal umfing mich keine Ohnmacht. Ich musste das Abklingen des Schmerzes bei vollem Bewusstsein durchleben. Hass stieg in mir auf und ich schwor mir, sollte ich meine Lehrerin auch nur einen Moment in die Finger bekommen, so würde ich dasselbe antun und noch mehr. Meine Gedanken mussten sich auf meinem Gesicht widergespiegelt haben, denn ich konnte sie lachen hören. Und dann hörte ich ein anderes Geräusch: Schritte und dann eine zuschlagende Eisentür. Ich war nun völlig allein mit mir und meinen Schmerzen.

Die Ausbildung beginnt

Irgendwann brachte ich es fertig, mich für meine Umgebung zu interessieren. Und mir ging auf, dass ich wohl im Keller meiner Lehrerin saß. Gut isoliert würde er keinen Laut nach draußen dringen lassen. Und ich selbst hatte dafür gesorgt, dass keine Spur zu meiner Lehrerin führen würde. Ich war ihr also völlig ausgeliefert. Aber was hatte sie nur mit mir vor?

Eigentlich lag das auf der Hand. Ich hatte mich selbst in eine Situation begeben, in der sie mit mir anstellen konnte, was sie wollte. Und so wie es aussah, war das eine ganze Menge. Eine Zeit lang weinte ich ob dieser Tatsache vor mich hin, doch musste ich einsehen, dass es keinen Sinn hatte. Stattdessen musste ich mir überlegen, wie ich hier und allgemein aus dieser Situation herauskam. Wie ich es auch drehte und wendete, mir wollte nichts Gescheites einfallen. Meine einzige Chance sah ich darin, Frau B. irgendwie dazu zu bringen, mich loszubinden und sie dann zu überwältigen. Wirklich hoch schätzte ich diese Chance nicht ein...

Ich sollte Recht behalten. Die nächsten Tage waren erfüllt von Schmerzen jeglicher Art. Allerdings lernte ich bald auch den Grund dafür: meine Lehrerin war nicht einfach nur vollkommen irre und wollte mich dafür bestrafen, dass ich versucht hatte, ihrem Sohn etwas anzutun (der im Übrigen einige Male seelenruhig neben uns spielte, während sie mir Schmerz um Schmerz näherbrachte), sondern sie wollte mir tatsächlich etwas beibringen. Sie begann zu erläutern, was ein Schlag auf bestimmte Körperstellen anrichten konnte, erklärte mir, welche Bereiche ich auf jeden Fall meiden sollte, sofern ich nicht bleibenden oder tödlichen Schaden anrichten wollte und nannte mich immer wieder ihren „besten Schüler“.

Zuerst lief mir jedes Mal ein Schauer über den Rücken bei dieser Bezeichnung, doch als die Tage vergingen, machte es mich stolz, das aus ihrem Mund zu hören. Ich war begierig darauf, von ihr zu lernen und stellte mehr und mehr Fragen zu dem, was sie mir antat. Nie fragte ich nach dem Warum, sondern ich wollte wissen, weswegen sie auf diese und nicht auf eine andere Art vorging. Und bald schon zog ich meine eigenen Schlüsse und verblüffte sie bisweilen durch meine Einsichten. Der nie enden wollende Schmerz schärfte dabei meine Sinne auf eine nie gedachte Weise und bisweilen erwachte ich mit dem Gedanken daran, was sie mir wohl heute antun würde. Nur dass dieser Gedanke nicht von Entsetzen erfüllt war, im Gegenteil. Freude und Neugier beherrschten mich in diesem Moment.

Und dann war der Tag gekommen. Sie kam zu mir und löste meine Fesseln, wohl wissend, dass ich schon längst jeden Fluchtplan aufgegeben hatte und nun völlig und ganz ihr Schüler war. Sie ließ mich eigenständig die Dusche benutzen, unter die sie mich zuvor immer mit dem Stuhl gezerrt hatte. Das warme Wasser tat meinem geschundenen Körper so unendlich gut, dass ich vor Dankbarkeit grinste. Dann reichte sie mir neue Klamotten, die sie extra für mich gekauft hatte. Es war eine Art Jogging- oder Judoanzug aus schwarzer Baumwolle. Der kühle Stoff tat mir mindestens genauso gut wie die Dusche zuvor. Und zur Feier des Tages durfte ich das erste Mal zusammen mit ihr an einem Tisch sitzen und mit ihr Essen. Sie hatte mir meine Lieblingsnudeln gekocht, dazu durfte ich Cola trinken. Als wir gegessen hatten, erklärte sie mir, dass ich offiziell als vermisst galt und dass die Polizei keinerlei Ahnung hatte, wo ich mich aufhielt. Allerdings ging man davon aus, dass ich eher von daheim fortgelaufen war, als dass ich Opfer eines Verbrechens geworden war. Und das dies der Grund sei, warum sie mich nicht aus dem Haus lassen könne.

Ich zuckte mit den Schultern. Jetzt wollte ich nicht mehr fort von hier. Niemand außer ihr konnte mir beibringen, was ich so unbedingt lernen wollte. Und mir war bewusst, dass meine Ausbildung gerade erst begonnen hatte, es gab noch so viel zu lernen. Dass ich ihr bester Schüler sein und bleiben wollte, war für uns beide völlig klar. Bevor ich mich an diesem Abend in das Bett, das sie mir im Keller aufgestellt hatte, legte und einschlief, strich sie mir übers Haar und sagte liebevoll: „Nun kommen wir zum praktischen Teil!“

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