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Ich betrachtete summend die festlich geschmückte Stube. Nur der Tannenbaum schien noch ein wenig Farbe gebrauchen zu können.

„Hm noch ein wenig Rot hierhin…“

„Nein!“ Ich hielt inne, langsam ließ ich meine Hand sinken. Nur kein Stress. Seufzend legte ich die silber-rote Kugel zurück auf den Boden. Beschwichtigend hob ich die Hände, ein Zeichen der Einsicht.

„Gut, gut. Wenn du meinst….“ Ich hatte vergessen, dass er Rot nicht ausstehen konnte. Ich öffnete eine weitere Kugelkiste und begann den Baum mit blauen Elementen zu schmücken. Er liebte Blau. Nachdem ich genügend Lametta aufgehangen hatte, war mein Tageswerk vollbracht.

„Bescherung!“ Grinsend blickte ich den anderen entgegen. Ich stöhnte.

„Ehrlich, Leute ein bisschen mehr Laune bitte, es ist Weihnahten." Jedes Jahr das Gleiche.

„Du zuerst.“ Ich streckte meine Hand nach Liu aus. Er war der Einzige, der meine weihnachtliche Begeisterung teilte. Vermutlich lag es daran, dass er ein Kind war. Freudentränen liefen seine Wange hinab und er kaute nervös auf seinen Fingern herum. Sein Gesicht vergrub er im Pullover unserer Mutter.

„Liu, lass das. Du bist doch schon ein großer Junge.“ Mit einer fixen Bewegung zog ich ihn zu mir und warf ihn in die Luft, um ihn dann wohlbehalten in meine Arme schließen zu können.

„Ich heiße nicht Liu! Mein Name ist Peter! Lass mich- lo-hos!“ Seine helle Stimme überschlug sich und er drosch, wie ein Besessener mit seinen zierlichen Händen auf mich ein. Peter. Ich verleierte die Augen. Liu liebt Spiderman.

„Natürlich, Peter Parker.“ Ich lächelte.

„Ich sag auch niemand, dass du Spiderman bist. Das bleibt ein Geheimnis unter uns Brüdern, versprochen.“ Liu wand sich unter meinen Griff, doch ich gab nicht nach. Ich wusste, dass er es nicht so meinte. Er war müde, da wurden kleine Kinder schon mal bockig.

„He ich bring, dich Heia mache. Deine Äuglein sind schon ganz klein.“

„Nein!“ Er schrie. Trat nach mir. Es war wie jedes Jahr, jedes verdammte Jahr das gleiche Spektakel, nie wollte er schlafen gehen. Ich lies mich nicht beirren. Sanft legte ich den zappelnden Wurm in sein Kinderbett.

„Go to sleep, Liu. Sweet dreams.“ Mit einem Ruck ließ ich mein Messer in seine Kehle fahren. Blut schoss in Fontänen an die Zimmerdecke, passend zu den rotgesprenkelten Weihnachtskugeln.

„Das es auch immer so kompliziert sein muss, Kleiner.“ Ja, so waren sie die lieben Kinder. Erst bettelnden sie noch nicht schlafen gehen zu müssen und dann schliefen sie binnen Sekunden tief und fest. Ich drückte Liu einen Kuss auf die Stirn und verlies auf leisen Sohlen das Zimmer.

„Bis zum nächsten Jahr. Auf Wiedersehen.“ Ich erwartete keine Antwort von Mum oder Dad. Sie schliefen schon seit Stunden. Wie kann man an Weihnachten nur auf der Couch einpennen? Ich schüttelte amüsiert den Kopf. Jedes Jahr das Gleiche….

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