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Kennt ihr das auch, wenn ihr nicht wisst, ob ihr allein seid oder nicht? Kennt ihr dieses Gefühl etwas gehört zu haben, was nicht da ist? Es fiel mir zunächst schwer es zu glauben, aber nach ein paar Wochen allein Zuhause fing es bei mir auch an. Erst leise, ein Flüstern, dann etwas lauter und schließlich deutlich zu verstehen.

In der Winterzeit verreisten meine Verwandten sehr oft, was mein Alleinsein gut begründen könnte. Oder aber sie mochten mich nicht besonders, so wie meine Eltern, die mir den einzigen Menschen weggenommen haben, der mir noch wichtig war. Mein Bruder und ich verbrachten eigentlich jede Ferien zusammen. Seit ich nach einigen Jahren von Zuhause weggelaufen war, habe ich nichts mehr von ihm gehört. Es war aber auch meine eigene Schuld. Niemand wusste, wo ich war. Niemand.

Eines Abends, es regnete und stürmte draußen, saß ich vor meinem alten Fernseher, den ich kaputt von einer Müllsammelstelle an einem Abend drei Monate zuvor heimlich mitnahm und versuchte zu reparieren, und versuchte erneut Empfang zu bekommen. Ich war gerade dabei die Frequenz einzustellen und auch andere Änderungen am laufenden Fernseher vorzunehmen als es plötzlich anfing zu blitzen.

Zum Glück brannte es nicht, aber die Antenne auf dem Dach war hinüber, was ich bemerkte, als ich mich auf das Dach wagte.

Völlig durchnässt trottete ich betrübt in Richtung Eingangstür als ich bemerkte, dass sie nicht geschlossen war, so wie üblich. Ich nahm an, dass ich sie vergessen hatte zu schließen, als ich kurz danach aufs Dach stieg.

Ich trat also verwundert wieder in mein halbswegs trockenes, bescheidenes Heim, als ich etwas Eigenartiges hörte.

Eine Kinderstimme schien mit jemandem zu reden. Mit meinen nassen Turnschuhen konnte ich schlecht schleichen, deshalb zog ich sie aus und lauschte der unschuldigen kleinen Stimme. Je näher ich kam, desto besser verstand ich, was der kleine Junge, den ich als solchen identifizierte als ich ihn vor dem Kamin hocken sah, sagte.

Und es machte absolut keinen Sinn.

„Wie heißt du?“

Der Junge wartete. Nachdem nach einiger Zeit keine Antwort kam, wollte ich schon aufhören zuzuhören. Vielleicht redete der Kleine mit einem Kaninchen, einem Kanarienvogel, seinem Hund oder mit sich selbst.

„Mein Name ist Johnnie.“

Ich spitzte erneut meine Ohren.

„Wie bist du hierher gekommen?“

„Find ich komisch. Ich bin einfach dem Weg gefolgt und habe dieses verlassene Haus gefunden.“

„Ja, es regnet ganz schön häftig.“

„Ich bezweifel es. Hast du Durst?“

„Hmm, nein, ich auch nicht. Hunger vielleicht?“

„Was? Ich kann dich nicht verstehen!“

Irgendetwas sagte mir, dass ich verschwinden sollte, aber ich wollte nicht. Ich wollte wissen, was es mit diesem unsichtbaren Gesprächspartner auf sich hatte und auf jeden Fall wollte ich wissen, was diesem Kind einfiel einfach in ein Haus einzubrechen. Mein Haus. Wo ich mich jahrelang der Menschheit fernhielt.

„Ich bin mir nicht sicher, ob es hier welches gibt.“

„Nicht irgendwelches?“

Ich lief langsam mit meinem Messer hinter den Jungen. Ich wusste nicht wieso, aber irgendwie konnte ich ihn nicht ertragen.

„Welches denn sonst?!“

Stille erstreckte sich wie Nebel durch den ganzen Raum. Ich war mir nicht sicher, ob ich mir das einbildete, aber auf einmal wurde es kälter im Wohnzimmer. Das Kaminfeuer ging aus.

Plötzlich überkam mich Abscheu und diesmal nicht über mich selbst und was ich damals getan habe, sondern über den Jungen, über Johnnie.

Aus dem Rachen des Jungen kam auf einmal eine ganz andere Stimme. Sie war rau, etwas zu dunkel für einen neunjährigen und hatte etwas Teuflisches an sich. Selbst wenn ich immer geglaubt habe, dass das Schlimmste, was einem Menschen passieren konnte, immer noch ich war.

„JEMAND IST HIER!“

Ruckartig drehte sich das Wesen um, das ich bis vor Kurzem noch für einen Jungen gehalten habe. Natürlich schreckte ich zurück, selbst wenn ich mir das nie wirklich eingestehen werde.

Seine kalte, bleiche Haut wirkte krank auf mich, was seine schwarzen Augen noch unterstrichen, wenn es denn Augen waren. Er stand auf und ehe ich mich versah, war er direkt vor mir. Bevor ich etwas zu sagen wagte, versuchte ich aus dem Zimmer zu rennen, aber noch ehe ich dazu kam, mich umzudrehen, stolperte ich rueckwaerts auf den Boden, sodass ich noch einige Sekunden auf dieses kleine bleiche Etwas starren konnte, dass mir kurze Zeit später das Leben aushauchte.

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