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Kannst du sie atmen hören? Ich weiß du kannst es, du hast nur entschieden, sie zu ignorieren. Wie ein Summen, das man einfach überhört, weil man sich daran gewöhnt hat. Du glaubst mir nicht? Es gibt Töne, die wir ununterbrochen hören, doch unser Verstand hat entschieden, diese Töne auszublenden, wie unnötige Informationen, einfach aus dem Bewusstsein verbannt.

Doch nur weil wir es nicht wahrnehmen, ändert es nichts an ihrer Existenz. Du kennst sie, oder? Die Schatten, die in der Dunkelheit lauern, fern von jedem Licht. Sie beobachten dich, doch sind sie zu finster, um sie zu erkennen. Erinnerst du dich? Wie wir als Kinder in die Dunkelheit starrten, in der Hoffnung, etwas zu erkennen, oder wenigstens einen Grund dafür zu finden, warum man wieder aus dem Schlaf gerissen wurde. Wir wussten, sie sind da, wir konnten sie spüren und wir fürchteten uns vor ihnen. Ob diese Angst nun begründet war oder nicht, wir haben gelernt, uns einzureden, die Monster im Schrank oder unter dem Bett wären reine Hirngespinste, doch bist du dir da immer noch so sicher? Ich fühle bereits, wie dein Mund langsam beginnt trockener zu werden und du damit anfängst in die Dunkelheit deines Zimmers zu lauschen. Hirngespinste, nicht wahr? Doch ich weiß, du kennst die Wahrheit und du bist kurz davor, dich erneut in dein jüngeres Ich zu versetzten, das zusammengekauert unter der Decke winselte, in der Hoffnung, die Eltern mögen doch ins Zimmer kommen und all die Kreaturen vertreiben, die dich heimsuchen. Doch sie werden nicht kommen. Du bist zu alt, um an sowas zu glauben? Wir beide wissen, dass du das nicht bist. Sie sind real, doch dein "logischer" Verstand redet dir ein, sie seien es nicht.
Ich kann sie deutlich hören. Sie lauern in der dunkelsten Ecke deines Zimmers, unter deinem Bett, hinter den
Vorhängen, in deinem Schrank, hinter den Möbeln.

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Sie sind überall, wo du sie nicht sehen kannst, doch können sie sich nicht komplett vor dir verbergen. Hör nur genau hin. Ein Rauschen, ein Graulen, ein Stöhnen. Wie du es auch beschreiben magst, doch du kannst nicht verneinen, ihr Atem dringt auch bis zu deinen Ohren. Du hörst sie nicht? Lächerlich, rede dir nicht ein, sie wären nicht da. Es wimmelt geradezu von ihnen, auch in deinem Zimmer. Und je mehr du dich darauf konzentrierst, sie wahrzunehmen, desto mehr Geräusche kommen hinzu.


Wenn du nun so weit bist, dich ihnen zu öffnen, wirst du ihrer allgegenwärtige
n Anwesenheit nicht mehr entkommen. Du verstehst nicht? Du glaubst doch nicht wirklich, sie würden dich nur in der Nacht umgeben. Sie lauern in jedem Schatten, in jeder dunklen Spalte. Unter deinem Fahrersitz, in der heruntergekommenen Gasse, hinter dem Getränkeautomat. Und wenn du deine Ohren spitzt, weißt du, dass ich recht habe.

Bist du nun beunruhigt? Das brauchst du nicht zu sein. Leg dich ruhig schlafen, doch wird dir ihre Anwesenheit nicht mehr aus dem Kopf gehen. Du wirst dich beobachtet fühlen, du wirst lernen, sie wahrzunehmen, du wirst hören, was ich höre. Wie sie in deinem Zimmer umherirren, über deinen Boden schleichen und sich vor deinen Blicken verstecken. Du wirst hören, wie sie sich deinem Schlafplatz nähern und langsam die Decke hoch kriechen, bis sie kurz vor deinem Gesicht halt machen. Ihr Ringen nach Luft wird nun unüberhörbar sein und vielleicht wirst du sogar einen leichten Zug an deinen Wangen zu spüren bekommen. Du meinst, das wäre bereits die Hölle?

...dann öffne in diesem Moment bloß nicht deine Augen.
Sie zu sehen ist die wahre Hölle...




Kannst du sie hören?

Von Deniden

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