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Die Glocke der Kirche, am Rand der Innenstadt ertönte als Wolf gerade aus dem Bücherladen gegenüber des Rathauses trat. Er musste sich beeilen, wenn er den Fahrplan richtig im Kopf hatte, würde seine nächste Bahn in sechs Minuten am Falkenring, nicht weit von hier halten. So schritt er zügigen Ganges in Richtung Haltestelle. Beim Laufen wühlte er in den Taschen seines Mantels nach Kleingeld für die Fahrkarte und stieß dabei fast mit einem Mann zusammen, der ihm, schwer bepackt mit Papiertüten voller Fast Food, entgegen kam.

„Pass doch auf, Arschloch!”, brüllte ihm der Mann hinterher, doch Wolf beachtet ihn nicht. Statdessen blickte er auf sein Handy und als er die Uhrzeit erblickte begann er zu rennen. Scheiße; dachte er und hastete an Passanten vorbei. Als er gerade den Falkenring zwischen den Häuserreihen erblicken konnte sah er auch schon, wie seine Straßenbahn auf die Haltestelle zu steuerte. 

Als er über die Rote Ampel schnellte, wurde er fast vom Fahrer eines kleinen Kombis überrollt. Unter dem wütenden Grölen mehrerer Autohupen sprintete Er zu seiner Bahn. Alle Fahrgäste waren bereits eingestiegen als sich die Türen vor seinen Augen schlossen und er hektisch auf den Türöffner drückte. 

Der Fahrer bemerkte ihn durch seinen Rückspiegel und obwohl er eigentlich nicht zu der Sparte seines Berufs stammte, die so jemanden einfach an der Haltestelle stehen ließen, öffnete er ihm nicht. Er hatte sich an der Endhaltestelle mit seinem Kollegin Viki verabredet, um die 10 Minuten die ihnen blieben - falls ihre Linien gleichzeitig ankämen- zusammen zu verbringen.

Doch ein Mann in der Straßenbahn betätigte für Wolf den Schalter auf der Innenseite, welcher die Türen öffnete und seit vor 2 Jahren ein kleines Kind von seinen Eltern getrennt wurde mussten die Schlater der Innenseite, welche die Tür öffneten, bis zur endgültigen Weiterfahrt aktiv bleiben. Wolf hastete in die Bahn und lächelte den Fremden an.

„Danke man”, sagte Wolf, „du bist mein Held, alter.”

Der Fremde lächelte unter seinem Kapuzenmantel zurück und setzte sich wieder, ohne etwas zu sagen, auf seinen Platz. Die Bahn setzte sich in Bewegung und Wolf steuerte auf den Fahrkartenautomaten zu. Er kaufte sich ein Ticket und setzte sich auf einen Freien Platz. Von dort aus konnte er den Fremden erblicken der ihm eben großzügiger Weise die Mitfahrt ermöglichte und er dachte sich, dass es doch noch nette Menschen in dieser verkommenen Welt gebe.

Als die Bahn bremste um ihren Nächsten Halt anzutreten, hörte Wolf schon die Trommeln und das Jolen der wartenden Menschenmassen. Fuck, dachte sich Wolf; heute war ja ein Fußballspiel und natürlich musste er gerade dann nach Hause fahren wenn die ganzen angetrunkenen Massen das selbe vorhatten.

Innerhalb von Sekunden war die Bahn brechend voll und Wolf meinte förmlich spüren zu können, wie die Luft immer dünner wurde. Schwitzende Menschen drängten um ihn herum und vor ihm stand ein Mann, dessen Fahne so heftig war, dass Wolf meinte schon allein vom Geruch betrunken zu werden.

Als sie sich wieder in Bewegung setzten stolperten einige der Stehenden, doch sie wurden von den umliegenden Menschen gestützt. Wenig später, fuhren sie in den Unterirdischen Teil des Straßenbahnnetzwerkes. Als die Lichter angingen, um die Fahrgäste vor der Dunkelheit der Tunnelwände zu verschonen, erhob sich der Mann mit dem Kapuzenmantel von seinem Platz. Wolf bekam davon nichts mit, da ihm die Fußballfans die Sicht versperrten.

Den Knall des Schusses, der durch den Wagon hallte, hörte er hingegen. Genau so wie den hysterischen Schrei einer Jungen Frau. Alle, Wolf eingeschlossen, streckten ihre Hälse in die Richtung, aus der der Schuss ertönte. Der Fremde der ihm die Tür öffnete hatte eine Pistole aus seiner rechten Manteltasche gezogen und einem Stämmigen Mann vor ihm den Lauf auf die Stirn gepresst und abgedrückt. Als der Mann zusammenbrach, begrub er seine beiden kleinen Töchter unter sich.

Die Passagiere, die direkt neben dem Mann wurden mit Schädelteilen, Blut und Bröckchen seines Gehirns bespritzt und versuchten schubsend und tretend Abstand zwischen sich und dem Mörder zu schaffen. In der Bahn brach ein Tumult aus, irgendjemand betätigte getrieben von Panik die Notbremse, so das die Bahn in dem schwarzen Tunnel quietschend zum stehen kam. Diejenigen, die in unmittelbarer Türnähe standen wurden von den Massen hinter ihnen gegen diese gedrückt. Einige stolperten und vielen krachend auf den schmutzigen Boden, wo sie dann von unzähligen Tritten begraben wurden.

Wolf, der die ganze Zeit versuchte Ellenbogen versuchte aufzustehen, aber noch bevor er sich erheben konnte ertönte ein weiterer Schuss.

Dann noch einer.

Und noch einer.

Als Wolf wieder hinter seinem Sitz hervor gekrochen kam, sah er, dass neben ihm eine Frau ihn mit einem aufgerissenen Auge vom Boden aus anstarrte. Der Anblick lähmte ihn, denn wo das andere Auge der Frau sein sollte war nun nicht mehr als ein blutiger und matschiger Haufen. 

Eine Stimme in seinem Kopf meldete sich und sagte energisch: „Wenn du hier sitzen bleibst, bist du der nähste. Wolf nahm all seinen Mut zusammen, sprang auf und hechtete in Richtung einer Tür, die die anderen in ihrer Panik mit ihren bloßen Händen aufgerissen hatten. Dort strömten bereits unkoordiniert Menschen in den Tunnel und drängten sich durch den schmalen Pfad zwischen Straßenbahn und Tunnelwand. Als Wolf gerade die Stufen ins Freie betreten hatte, wurde er von hinten geschubst und knallte mit einer unaussprechlichen Wucht gegen die Tunnelwand. Er sackte zusammen und ein Stiefel traf ihn an der Schläfe. Dann wurde alles schwarz vor seinen Augen.

Als er wieder zu sich kam, war es toten still in dem Tunnel. In der Bahn brannten die Lichter noch und durch das Blut an den Scheiben tauchten sie den Tunnel in ein rotschimmerndes Licht. Wolf Blickte zu einem der Fenster hoch und was er da sah ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Der Mann, welcher ihm so nett die Tür geöffnet hatte sah grinsend von der anderen Seite der Scheibe zu ihm herunter. Wolf fuhr zusammen als dieser mit seiner Pistole gegen die Scheibe klopfte. Wie gebannt starrte er den Fremden an und er wusste, das er in wenigen Sekunden nicht anders enden würde als die Leute, die noch auf dem Flur des Wagons in ihrem eigenen Blut und Dreck lagen.

Was dann geschah schokierte ihn jedoch noch viel mehr und verfolgte ihn den Rest seines Lebens in seinen träumen. Der Mann steckte seine Waffe zurück in seinem Mantel und winkte Wolf zu. Er winkte als wolle er ihm sagen: 

”Die Show ist zuende, bis bald mein Freund.„

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