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Sie hätte es nie gedacht.....immer wieder hatte sie diesen Traum mit ihm, Kaseldo. Aber dieses mal ist es in der Wirklichkeit. Dieses mal konnte sie nicht aufwachen und froh sein, dass es nur ein Traum war.

Sie war allein zuhause, ihre Eltern waren verreist. Es war Nacht und sie konnte nicht schlafen. Sie saß in ihrem Bett und starrte an die Decke. Dann summte ihr Handy. Sie griff danach. Eine neue Nachricht.

"Hey Yiri, bist du noch wach?", hieß es.

"Ja, Jasmina", antwortete sie.

"Hast du es schon gehört?", kam dann die Frage.

"Was denn?"

"Die Geschichte von dem Mann der rumläuft und Mädchen misshandelt"

Sie erschrak. Was?....Nein! Das, das kann nicht sein, Bitte.... dachte sie sich.

"Wie sieht er denn aus, weißt du das?", fragte Yiri. Sie hatte sein Aussehen genau im Kopf.

Keine Antwort.

"Jasmina?". Keine Antwort.

Dann vibrierte ihr Handy und nicht das Summen erklang, sondern ein lautes Piepen. Schnell schaute sie die neue Nachrichten an.

"FP"

Sie wunderte sich und überlegte, was es bedeuten konnte.

"Was meinst du mit FP?", schrieb sie. Keine Antwort.

"Hallo? Jasmina?". Wieder keine Antwort. Langsam war sie genervt.

"KomM FP"... Was hatte das wieder zu bedeuten?

"KomM   ...  IcH wiLl DicH"... Was? Ihr reichte es.

"Verarschen kann ich mich auch selber Jasmina....Du willst mir doch nur Angst machen" Keine Antwort.

Genervt stand sie auf und ging zum Telefon. Tippte Jasminas Nummer mit festen Fingerdruck in die Tastatur ein. Sie hob ab. "Was soll das? Hör auf!" sagte Yiri ihr, bevor sie Hallo sagen konnte. "Was hast d-", wollte sie fragen, aber die Verbindung wurde abgebrochen. Wieder summte Yiris Handy und gleichzeitig hörte sie wieder dieses grässliche Piepen. Sie ging zu dem Handy und schaute auf das Display. Jasmina hatte etwas im Gruppenchat geschrieben und gleichzeitig erschien eine Nachricht im Einzelchat. Wie konnte das sein?, fragte sie sich. Jasmina konnte es nicht gewesen sein, aber wer dann?

"wO bLeibSt dU?" stand dort. Langsam wurde ihr mulmig. Sie griff erneut nach dem Telefon und versuchte ihre Freundin anzurufen. Keiner hob ab. Dasselbe bei ihren Eltern und anderen Freunden. Und Nachrichten konnte sie auch nicht mehr schicken.

"Scheiße..." flüsterte sie. Draußen hatte es angefangen zu stürmen und zu regnen. Sie bekam Angst. Sie kauerte sich in eine Ecke. Jetzt war sie hell wach und zuckte bei jedem Geräusch zusammen.

Plötzlich öffnete sich ihr Fenster mit einem lauten Knall. Sie fuhr zusammen.

"NEIIN!!", schrie sie und hielt sich die Ohren zu. "Lass mich!!". Niemand antwortete.

Nach einiger Zeit stand sie mit zitternden Beinen auf und ging langsam auf das offene Fenster zu. Als sie davor stand kam ihr ein gewaltiger Windstoß entgegen. Sie hielt sich ihre Hände vors Gesicht. Dann sah sie einen Zettel an der Außenseite der Fensterläden kleben. Vorsichtig griff sie nach ihm und schloss das Fenster. Der Zettel war zerknittert und mit Blut verschmiert.

"Nein!! Bitte nicht!!", rief Yiri wieder. Es war wie im Traum.

"SpiEl miT MiR VerStecKeN-/== FP". Darunter war eine Achterbahn gezeichnet.

Sie bekam Panik. Sie rannte die Treppe hinunter, auf die Eingangstür zu und stürmte nach draußen, weil sie glaubte, dort vor ihm fliehen zu können. Aber alles war anders. Sie sah sich um, dort wo Wiese, Parkplatz und Straße sein sollten, war nur Betonboden. Und vor ihr war ein riesiges Tor. Ein altes Gittertor. Und darüber war ein Schild befestigt: "Freizeitpark". Jetzt begriff sie, FP hieß Freizeitpark.

Sie wusste, es gab kein Entkommen. Zitternd trat sie langsam auf das Tor zu und damit auch in ihren Traum, aus dem sie dieses mal nicht wieder erwachen konnte und legte ihre Hand auf die kalte Klinke. Sie drückte sie runter und das Tor gab ein lautes Quietschen von sich. Yiri zuckte zusammen und ein Schauer lief über ihren Rücken. Sie ging weiter, hinein in den Park. Und erblickte gleich die Kasse. Die Eintrittskasse. Sie trat darauf zu und schaute auf den verlassenen Stuhl, der hinter einer eingeschlagenen Scheibe stand. Darauf lag ein weiterer Zettel. Sie griff nach ihm. Und wieder war er mit Blut beschmiert.

"ZeiT biS zuM driTteN ToN", stand darauf.

Darunter war mit dem verklebten Blut ein Herz gezeichnet und ihr wurde bewusst,dass sie nur wenig Zeit hatte. Sie musste schnell ein Versteck finden, ehe dieser dritte Ton ertönte. Und sie wusste, dass er nicht auf sie wartete.

Sie rannte los und folgte dem gepflasterten Weg, der immer tiefer in den Park führte. Sie rannte an vielen Achterbahnen und Attraktionen vorbei, die alt und verrostet auf dem Areal standen. Dann blieb sie stehen und schaute kurz hinter sich. Keiner war da. Aber dann hörte sie den ersten Ton. Er war laut und lang, ehe er aufhörte. Sie lief weiter. Ich muss ein Versteck finden, dachte sie sich.

Dann kam sie in den Teil, der für die Kinder aufgebaut war. Sie ging an Rutschen und Bobbycars vorbei. Schließlich kam der zweite Ton. Das ging doch alles viel zu schnell! Sie zuckte zusammen und fuhr sich durch ihre zerzausten Haare. Ihr Atem ging unruhig und ihr ganzer Körper zitterte. Dann sah sie eine Raketenbahn. Die Sitze waren jeweils in einer Rakete und vier von diesen Raketen waren an einer Stange befestigt. Sie waren groß genug für sie, um sich problemlos in ihnen zu verstecken. Sie wartete nicht lange und machte die Tür auf, stieg hinein und setzte sich auf den Sitz. Dann kam der letzte Ton. Sie krümmte sich zusammen, um sich sicherer zu fühlen. Dann hörte sie ein Krackeln, wie das aus einem Lautsprecher.

"IcH KoMmee. HaSt dU dicH aUch gUT vErstEckT?"

Seine Stimme betonte immer andere Silben und sie war zu hoch für einen normalen Mann, und krächzte. Aber sie wusste, dass es ein Er war. Sie lugte aus dem kleinen Fenster der Rakete. Sie konnte niemanden sehen. Immer wieder hallte seine schreckliche Stimme in ihrem Kopf nach. Plötzlich donnerte es draußen. Sie sah Nebel und das schwache Licht des Mondes, das den Park leicht beleuchtete. Dann stockte ihr der Atem. Sie sah ihn, seine Gestalt. Noch weit genug von ihrem Versteck entfernt. Er war groß und und war muskulös. Sein Gang war schlaksig aber dennoch bestimmt. Er kam auf sie zu.

"Nein! Lass mich!!!", schrie Yiri.

Sie weinte inzwischen und konnte ihre salzigen Tränen schmecken, die ihr über die Lippen flossen. Sie musste hier weg, weg von ihm und allem, was ihr Angst machte. Sie hörte trotz der dicken Metallwände seine Schritte, die immer lauter und schneller wurden. Sie musste etwas tun. Sie stieß die Tür auf und sprang hinaus, und erblickte ihn wieder er war nur noch gut 50 Meter von ihr entfernt. Sie sah seine leuchtenden blauen Augen und seine langen braunen Haare, die wegen des Winds wie wild herumwirbelten.

"IcH KriEge DicH oB du WeGrEnNst oDeR NichT." rief er und fing an loszurennen.

Yiri tat es ihm gleich und rannte, rannte um ihr Leben so schnell sie konnte und hörte immer seine Schritte. Aber dann - nach einer ganzen Weile - gaben ihre Beine nach sie stürtzte zu Boden und kam hart auf dem Betonweg auf. Sie blieb liegen und wartete darauf, dass er kam. Aber er war weg, wie ausgelöscht. Das war ihre Chance. Mit letzter Kraft hiefte sich sich hoch und ging mit schweren Schritten zu der Achterbahn, die neben ihr aufgebaut war. Sie erklomm die Treppe und setzte sich erschöpft in einen der Wägen. Und dann gingen die Lichter plötzlich an.

Sie fuhr hoch. Und schaute erschrocken um sich. Niemand war zu sehen. Ihr war schwindelig und ihr kam es so vor, als ob sich die Waggons bewegen würden. Als sie schließlich begriff, dass es wirklich so war, konnte sie nicht mehr runter. Die Fahrt ging los. Rasant verließen die Waggons die überdachte Stelle, in der man einsteigen konnte. Schneller und immer schneller fuhr die Bahn um die Kurve, hoch und runter. Yiri wurde schlecht. Dann ertönte Musik. Musik von einem Eiswagen. Sie wurde immer lauter und lauter, schneller und schneller, bis Yiri verschwommene Töne hörte und Bilder sah.

"Hör auf!! BITTE!", schrie sie aus vollem Halse.

Und er erhörte ihre Bitte und es stoppte alles so schnell wie es angefangen hatte. Die Musik wurde langsamer und leiser und die Bahn wurde auch langsamer und blieb mit einem Ruck stehen. Dann war es ruhig.

Sie wusste, dass er in der Nähe war.  Und sie hörte wieder seine Schritte, wie sie immer lauter wurden. Sie blickte um sich, aber niemand war zu sehen. Aber plötzlich war er vor ihr. Sie blickte zitternd zu ihm auf.

"GefUndEN", sagte er mit seiner schrecklichen Stimme und zog sie mit seinen dreckigen Finger hoch.

"Bitte! Las.. Lass mich in Ruhe Bit-" Er schnitt ihr das Wort ab.

"zU spÄT...--- MeiNe sÜße". Er berührte sanft ihr Gesicht mit seinen dicken, kurzen Fingern.

"JetzT biSt dU MeiN", flüsterte er.

Es war zu spät. Sie sank auf den Boden zurück. Und das einzige was sie hörte, war ein Reißverschluss, der geöffnet wurde.


...

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