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"Manche sagen, dass man aus einem bestimmten Grund geboren wurde und dass alles und jeder seinen eigenen Platz im Universum hätte. Manche sagen, dass man sich den Sinn im Leben selbst gebe. Alles Lügner! Was, wenn alles, was wir erleben, nur ein Traum ist und der Tod für das Erwachen in einem anderen Traum zuständig ist, indem dann dasselbe passiert? Eine Endlosschleife. Leben wir schon in der Hölle?"

"Dir ist echt langweilig, oder?", schrieb mir meine beste Freundin Anna über Whatsapp. "Nein, aber du weißt, dass ich mir Gedanken um alles Mögliche mache.", entgegnete ich ihr. "Wie dem auch sei, ich sollte sowieso schlafen gehen, sonst verpenne ich morgen noch die Klausur. Gute Nacht!", schrieb sie mir. "Gute Nacht!", schrieb ich zurück. Aber ich dachte weiter.."Was wenn alltägliche Probleme uns vom Erwachen ablenken, sodass wir nie hier rauskommen...wo auch immer wir sind." Nach einiger Zeit wurde ich auch müde und legte mich schlafen.

Ich wurde wach und fragte mich, warum ich aufgewacht bin. Es donnerte. Regen prasselte an mein Fenster. Ich genoss diesen Klang. Als es noch einmal donnerte konnte ich für einen kurzen Moment mein Zimmer sehen, aber der Kleiderschrank, der normalerweise immer links vom Fenster stand, war weg! Als es nochmal donnerte schaute ich genauer hin und entdeckte eine hockende Gestalt, die mich mit milchigen Augen ansah. Ihre graue, schrumplige Haut hing wortwörtlich in Fetzen von ihrem Skelett herab. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Ich spürte wie mein Herzschlag schneller wurde und Adrenalin meinen Körper durchströmte. Bereit für den Angriff. Doch dies konnte unmöglich die Realität sein, die Existenz dieses Lebewesens ist nicht logisch, auch wenn es eine unentdeckte Spezies ist, denn es müsste tot sein, starrte mich aber weiterhin an und diesmal waren seine Augen schwarz. Meine Augen hatten sich mittlerweile an die Dunkelheit gewöhnt und ich konnte ohne Probleme mein ganzes Zimmer und die Gestalt sehen. Plötzlich donnerte es mir: "ein Traum!" und ich wachte auf!

Das war nicht das erste Mal, dass ich geträumt habe aufzuwachen. Ich hatte sowas schon Mal und da bin ich öfter aufgewacht. Mein Rekord liegt bei sechs Malen. Allerdings wusste ich, dass ich diesmal wirklich wach war, da mein Handywecker klingelte. Ich hatte den Klingelton vom Wecker vor einiger Zeit geändert, da ich mein alten Klingelton nicht mehr hören konnte. Ich hasste ihn, weil ich ihn mit dem schlimmen Gefühl des Aufwachens an einem Werktag verbunden hatte. Es wurde mal ein Experiment an ein Baby durchgeführt, das Angst vor Mäusen, aber keine Angst vor einem Gongschlag hatte. Jedesmal als dem Baby die Maus gezeigt wurde, schlug man auch den Gong und somit hatte das Baby nach einigen Monaten auch Angst vor dem Gongschlag. Mit meinem Klingelton war es dasselbe. Ich stand auf, machte mich gemütlich fertig für die Schule und ging aus dem Haus.

Als der Bus endlich ankam und ich nicht mehr warten musste, schaute ich mir die Leute an. Ich erkannte natürlich einige. Wir haben zwar nie miteinander gesprochen, aber trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass ich sie kennen würde. Auch wenn ich sie nur fast jeden Tag im Bus zur selben Zeit sehe, sind sie keine Fremden. Ich konnte manchmal sogar sagen wer fehlt.

In der Schule hatte ich in der ersten Stunde Mathematik. Ich hasste dieses Fach, dennoch versuchte ich mich zu konzentrieren. Allerdings kam mir immer derselbe Gedanke und zwar, dass das alles hier nicht real sei und irgendetwas mich dazu drängt darüber nachzudenken. Nach einiger Zeit des Starrens, auf den Leberfleck meines Lehrers, sammelte ich meine Gedanken und dachte wieder nach. Wenn der Tod, der einen irgendwann einholt und einen dazu verdammt ein weiteres Leben in einem Traum zu leben, so wie das hier eines seien könnte, wäre dann Selbstmord nicht ein Weg diese Kette zu durchbrechen? Plötzlich fuhr ein brennender Schmerz aus meinem Magen in meine Kehle, ich fing an am ganzen Körper zu zittern und Blut zu spucken. Danach rannten alle Mitschüler zu mir hin und traten mich zu Tode. Jeder Tritt schmerzte höllisch, in den Bauch, in den Rücken, ins Auge, ich dachte ich würde sterben...und das tat ich dann fünf Minuten später auch.

Ich wachte auf und ging zur Schule. Stieg in den Bus und ging in die Klasse. Als ich im Klassenzimmer dann auf denn Leberfleck meines Lehrers starrte, fiel mir alles wieder ein. Bevor noch jemand oder etwas reagieren konnte, fragte ich, ob es denn ok sei, auf die Toilette zu gehen. Mein Lehrer nickte. Auf dem Weg zur Tür spürte ich die Blicke meiner Mitschüler auf meinen Nacken. Ich wartete nur darauf, dass alle wieder aufspringen und mich zerfleischen. Doch dazu kam es glücklicherweise nicht. Ich spürte den kalten Griff der Tür auf meiner Hand und eine Last fiel von meinen Schultern. Ich ging in den Gang hinaus und nahm die Toiletten-Türe ins Visier. Ich wusste, dass hinter den Gedanken, die mich schon seit einiger Zeit geplagt hatten, viel mehr steckte!

Nach einiger Zeit fiel mir auf, dass der Gang viel länger war als Gewöhnlich. Normalerweise passierte sowas nur in einem Traum. Und genau das war es. Alle Türen verschwanden plötzlich und es wurde dunkel. Ein Lichtkegel fand seinen Weg von einem plötzlich erschienenen Scheinwerfer zum Boden und enthüllte eine Person. Oder eher ein Ding. Es war dasselbe Ding, das ich in meinem Traum gesehen hatte und es hockte wieder auf den Boden. "War es denn wirklich ein Traum?", hörte ich es in meinen Gedanken sagen. Seine Worte kratzten von Innen in meinem Kopf. Ich zuckte zusammen. "Denk ja nicht, du wärst was besonderes! Du bist nicht die erste Person, die schon einmal hier war." Mein Kopf schien zu explodieren und ich schrie auf vor Schmerz! Das Ding stellte sich gerade hin und war viel größer, als ich erwartet hatte. Es hatte keine Füße, sondern vier Arme. Zwei davon benutzte es als Füße. Der Oberkörper war von einer grünen Schleimschicht umhüllt, deren Geruch in der Nase brannte, der Kopf war klein und rund und die Augen milchig. Erst jetzt viel mir auf, dass die Haut gar nicht mehr in Fetzen hing. "Weißt du..", begann es zu reden. Jede Ader in meinem Körper pulsierte heftig. "Ich habe dir diese Gedanken eingepflanzt.", vollendete es. "Du?", fragte ich überrascht. "Ja, ich, es wird manchmal langweilig hier und dann hole ich mir Gesellschaft. Nur leider hält es niemand lange mit mir aus und wird wahnsinnig.", sagte es enttäuscht. Dieser Satz gab mir den Rest und ich fiel in Ohnmacht.

Als ich aufwachte, konnte ich weder Arme noch Beine bewegen. Ich war an einen stählernen Tisch gekettet. Der Raum machte noch genug Platz für eine Person. Fenster gab es keine. Ich konnte von dort nicht nicht entkommen und die Türe war wahrscheinlich auch zugesperrt. Ich wusste ja nicht einmal, wie ich mich von den Ketten befreien soll. Nach einiger Zeit kam das Ding in den Raum und seine Augen waren diesmal rot. Es dämmerte mir. Wahrscheinlich veränderten sich seine Augen je nach Laune. Doch bevor ich diesen Gedanken weiterspinnen konnte, begann es zu reden "Ich bin sehr enttäuscht von dir, Sam. Es ist nicht so leicht alle Menschen in einer Traumwelt leben zu lassen und trotzdem noch seine Freizeit genießen zu können. Stell dir vor, ich habe keinerlei Freizeitbeschäftigung und da die Gesellschaft in den letzten Jahren sowieso nur Mist hervorgebracht hatte und die Selbstmordrate stieg, musste ich mich bei meiner Arbeit mehr ins Zeug legen. Du weißt ja sicherlich, dass Selbstmord der Ausweg aus dieser Hölle ist, aber wer einmal so einen Gedanken in den Kopf bekommt, der kann ihn nicht wieder so leicht loswerden. Für mich hat es vielleicht auch Konsequenzen!!!", mein Kopf brannte wieder. "Aber genug von mir, kommen wir zu dir, Sam.", begann es "Ich möchte liebend gern herausfinden wie ich dich am Besten foltern könnte. Sag mir eines, was ist schlimmer für dich: Stechender oder brennender Schmerz? Ach egal, ich probier' einfach beides aus."

Die folgenden Stunden waren die schmerzhaftesten meines Lebens. Ich konnte mich Gott sei Dank nur noch an die Hälfte erinnern. Säure, heißes Eisen, Schnittwunden, gezogene Nägel und Zähne und abgetrennte Finger. Je mehr es mich folterte desto zorniger wurde es. Nach einiger Zeit stach es einfach mit einem Messer wild auf meinem Bauch herum. Als ich so gut wie tot war ärgerte es sich darüber, was für eine Sauerei ich doch gemacht habe, lies meine Wunden auf magische Art und Weise in sekundenschnelle verheilen und zwang mich alles Sauber zu machen. Ich wusste das dies meine Chance war. Ich schubste das Ding beiseite und rannte los ins endlose Schwarz. Die Dunkelheit umhüllte mich. Selbst die Luft schien in Dunkelheit gehüllt. Nach jeder Sekunde, die verging, fühlte ich mich immer schlimmer. Ich erbrach mich einige Male , aber rannte entschlossen weiter. Überall war es besser, als bei diesem Ding!

Stunden später fand ich eine Pistole auf den Boden liegen. Sie wurde ebenfalls von einem Scheinwerfer angeleuchtet. Selbstmord, das ist es. Doch so dumm war ich nicht. Das war bestimmt ein Trick! Ich wettete mit mir selbst, dass Selbstmord mich nicht hier raus bringen würde. Also nahm ich die Pistole und kehrte um. Wie erwartet ging das Ding in meine Richtung. Es wollte bestimmt meine Leiche holen, mich wiederbeleben und weiter foltern. Wie kann man nur so krankhaft sadistisch sein, dachte ich mir, ohne überhaupt zu wissen, ob es mich tatsächlich wiederbeleben könnte.

"Ich habe dieses Versteckspiel satt!", sagte ich entschlossen. "Du erklärst mir jetzt sofort, was das hier für ein krankes Spiel ist, sonst drück ich den Abzug, der nun auf dich gerichtet ist." Die Augen wurden von tiefrot plötzlich blau. Hatte es Angst? "Ok, a...aber v...v...versprich mir, mich nicht zu t...töten.", stotterte es. Ich nickte. Plötzlich verwandelte sich das Ding in eine majestätische Kobra und sprang mich an. Ich drückte den Abzug und hörte einen Knall. Erst Sekunden später begriff ich was los war. Ich habe es getötet. Das Ding...es war tot! Habe ich nun die Kette durchbrochen?

Ich wachte auf. Ich lag auf etwas sehr Weichem. Es war überraschenderweise der Boden. Ich setzte mich aufrecht und das was ich sah, war von so einer unglaublichen Schönheit, dass es sich nicht mit Worten beschreiben lässt...Es war endlich vorbei! Ich wollte, dass dieser Moment niemals aufhört. Ich fühlte mich beruhigt und befriedigt. Alle schlechten Gedanken schienen ausgelöscht worden zu sein und ich konnte nicht fassen, dass so etwas tatsächlich existiert.

Doch in genau diesem Moment spürte ich wie mich etwas nach unten zog. Ich schrie und konnte es nicht fassen! Ich knallte mit meinem Kopf hart auf den Boden und schrie, nachdem ich mich gefasst hatte, die Luft an "Ich habe keine Lust mehr, OK! Ich halte diesen Scheiß nicht mehr aus!!! Wann hat das hier endlich ein Ende!? Was soll das? Es soll aufhören!" Ich erkannte, dass ich wieder im großen schwarzen Nichts war. Doch diesmal war etwas anders. Nachdem ich mehrere Stunden wie ein Blinder herumirrte fand ich einen Gegenstand von meiner Größe. Ich konnte leider nicht erkennen was es war "Ich wünschte, es wäre heller.", murmelte ich vor mir hin und plötzlich war das Nichts vom Licht umhüllt. Es war ein Spiegel und ich sah mich selbst.

Doch das was ich sah, war nicht ich, sondern...das Ding!

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