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Ich wachte in einem weichen Bett auf. Wie war ich hier her gekommen? Wann bin ich überhaupt eingeschlafen?

Ich erinnerte mich nur noch schlecht an die letzte Nacht. Ich hatte geträumt und dann... KEREM! Genau. Er war da. Er existierte wirklich und er hat...

ER HAT MEINE FAMILIE GETÖTET!

Ich blickte mich im Zimmer um. Es sah wie ein teures Hotelzimmer aus. Aber außer mir, war hier niemand. Es war leer und ruhig. Ich ging aus dem Hotel heraus, erkannte die Stadt, in der ich war (zensiert) und ich kannte auch den Weg nach Hause. Ich wusste zwar nicht, was mich erwarten würde, immerhin war die ganze Sache mit Kerem so surreal, aber dennoch musste ich nach Hause. Ich musste wissen, was mit meinen Eltern war und mit meinen kleinen Brüdern. Es war wichtig!

Ich steckte den Schlüssel ins Schloss und drehte ihn um. Das Schloss klickte. Langsam schob ich die Tür einen Spalt weit auf und schaute hinein. Sofort musste ich mich erstmal übergeben. Denn es stank fürchterlich nach faulendem Fleisch. Ich hatte das nicht geträumt; alles war wirklich passiert. Die Körperteile meiner Eltern lagen immer noch in der Küche verstreut und zusätzlich hatte sich wohl noch jemand die Mühe gemacht überall im Haus, wie Konfetti, die blutigen Fetzen meiner Brüder zu verteilen. Ich ging hoch in mein Zimmer und sah dort, schön und unbefleckt, mein Meisterwerk von einem Bild: Kerem!

Ich ging auf das Bild zu und wollte es zerreißen. Doch irgendetwas hielt mich davon ab. Mein Künstlerstolz wahrscheinlich. Ich konnte doch mein schönstes Bild nicht einfach zerstören. Ich würde niemals wieder so ein Bild malen können! Er hat meine Eltern umgebracht! - Na und? Er hat meine Brüder zerissen als wären sie Papier aber... aber es war doch meine Schuld! 

Ich gab ihm diese Eigenschaften! Ich liebte ihn sogar! Ich... ich...

Ich habe sie getötet! Ich war es! Und es hat mir nichts ausgemacht! Kerem hatte Recht... ich war seine Seelenpuppe. 

Ich war leblos und wartete auf mein Erwachen. 

"Kerem! KeeeeeeeeeeeeEEEEEEEEREM! Wo bist du?", rief ich. Ich wollte, dass er zu mir kam. Dass er mich küsste, wie letzte Nacht. Doch er kam nicht.


Einige Jahre später:

Ich wachte in meinem Zimmer auf. Neben mir lag mein Freund, William. Ich küsste ihn sanft auf den Mund und er wachte davon auf. "Entschuldige. Hab ich dich geweckt?", fragte ich. "Wie könnte ich schlafen, während eine so schöne Frau neben mir liegt.", erwiederte er verschlafen. Ich kicherte. "Alter Lügner! Immer wenn du im Halbschlaf bist, sagst du romantische Dinge.", sagte und küsste ihn gleich nochmal. "Ich mach uns Essen." "Ist gut. Ich warte.", gähnte er. 

Später am Tag wollten wir den Speicher aufräumen. Ich drückte mich schon seit Wochen davor, also bot Will mir seine Hilfe an. Er wusste immer, was mir wirklich half und versuchte nicht einfach nur zu raten wie andere Männer. Außerdem war er immer lieb zu mir. Auch wenn er wütend war, fragte er mich nachher, ob er mich verletzt hätte. Ich liebte ihn. Ich wollte ihn bald heiraten, aber ich musste warten, bis er endlich seinen Antrag machte. Jeden Tag sehnte ich mich danach endlich diese Worte zu hören: "(zensiert), willst du mich heiraten?" 

Wir gingen nun also hoch auf den Dachboden. Es war staubig und überall standen Pappkartons mit Kram, den ich nie sortiert hab, aber ich wollte auch nichts wegwerfen. Was, wenn ich es nachher einmal brauchte? Außerdem wollte ich die Erinnerungen an meine Eltern und Brüder bewahren. Es musste sein. Sie waren so früh gestorben und... was eigendlich? 

Wie waren sie eigendlich gestorben? Ich dachte und dachte und dann packte ich einen Karton aus und Will half mir zu entscheiden was weg kam und was blieb. Wir waren fast fertig. Der letzte Karton. Wir öffneten ihn und...

Was war das? Dieses merkwürdige Gefühl? Ich habe nur dieses Bild angesehen und spürte plötzlich eine Art Schmerz in mir, der aber so schnell er kam wieder verschwand.

William fragte, ob das Bild wegkann und ich verneinte. Ich mochte das Bild irgendwie, obwohl ich nicht wusste, wann ich es gemalt hatte. Ich musste es gemalt haben! Meine Signatur war auf dem Bild. Es war ein junger, schlanker Mann mit roten Augen und blauem Haar. Er hatte Hasenohren und eine schwere Eisenkette hing um seinen Hals. Bei einem seiner Arme sah man Gelenke wie von einem Mannequin und der andere Arm war eine riesige Klaue, wie die eines Monsters. Er sah so schön aus. Das war bestimmt das beste Bild, was ich je gemalt hatte und ich dumme Nuss vergess es einfach... Moment... was... schon wieder dieser Schmerz.

Ich sagte Will, dass ich mich hinlegen musste. Ich fühlte mich überhaupt nicht gut. Das Bild rahmte ich vorher ein und stellte es auf meinen Nachttisch. Dann schlief ich ein.

Als ich wieder aufwachte, war es bereits dunkel. Will lag noch nicht neben mir. Wahrscheinlich sah er noch fern, also ging ich über den Flur ins Wohnzimmer. Aber das Licht war aus und Niemand war da.

Wo war Will?  War er vielleicht in der Küche für einen Mitternachts-Snack? Ich ging also zur Küche, aber bevor ich die Küchentür öffnete kam wieder dieser Schmerz in mir hoch. Er war stärker und länger als zuvor. Ich sank zu Boden. Als er aufhörte öffnete ich die Küchentür und...

"Kerem du bist zurück!", rief ich glücklich, als ich den Mann aus dem Bild in der Küche stehen sah. Ich war so unglaublich glücklich und sprang in Kerems Arme. Kerem lächelte mich an und sagte: "Auch ich habe dich vermisst, meine Seele! Ich brauche dich zum Leben, wie du mich brauchst." 

Er drückte mich fest an sich und ich ließ ihn. Er roch wunderbar, aber irgendwie metallisch und als ich seinen Rücken mit der Hand streichelte, fühlte ich etwas feuchtes, klebriges an seiner Kleidung. Ich schreckte zurück und sah es. Hinter Kerem auf einem Stuhl saß Will. Sein Gesicht war bleich und es waren grose Stücke aus seinen Wangen rausgerissen, Blut quoll aus den tiefen Löchern. Am Halsansatz bis runter zu seinem Bauch waren tiefe Kratzspuren die aussahen als hätte ein Bär ihn gekratzt. Seine Hände waren mit sauberen Schnitten amputiert worden und lagen auf dem Boden und seine Beine waren nur noch ein roter, blutiger Brei. 

Ich fiel zu Boden. Meine Beine konnten mich nicht mehr halten. Kerem bemerkte es und hielt mir seine Hand hin. Doch ich konnte sie nicht greifen, denn meine Erinnerungen waren nun vollständig zurück. "Wieso?"

"Was?" fragte Kerem.

"Wieso hast du ihn getötet? Wieso hast du meine Familie getötet?"

Kerem starrte mich mit seinen roten Augen an. "Weil es dein Wunsch war." Was meinte er damit? Ich liebte meine Familie, ich liebte William! Ich konnte mir das niemals gewünscht haben! Er war... er war doch... ich...

"Du hast dir gewünscht, dass ich kalt bin zu jedem außer dir! Du hast dir gewünscht, dass grausam bin! Dass ich nach Blut dürste! Dass ich morde! Du woltest, dass ich dich liebe und ich liebe dich! Ich liebe dich so sehr, dass es weh tut! Ich werde dich niemandem überlassen! DU BIST MEINE SEELE!"


Ja er war meine Seele... ich war seine Seele. Wir waren unsere Seelen.

Ich verstand nun. Als Kerem damals verschwand lies er mich zurück, weil ich nicht wollte, dass er bei mir war. Jetzt wo ich darüber nachdachte wollte ich wirklich, dass er sie tötete. Ich wollte ihn töten sehen um seine Schönheit zu perfektionieren! Aber nun, wo alle, die ich liebte tot waren, wie sollte er da schön bleiben? Er musste weiter töten!

"Kerem! Ich werde dich nie wieder wegschicken! Dieses Mal gehen wir beide!", sagte ich und küsste ihn. Dann verließen wir das Haus und begaben uns auf die Suche. Die Suche nach weiteren Opfern seiner Schönheit.

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