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Ich bin ein Kind des Krieges. Ich wuchs auf zwischen Bombardierungen und Trümmern, Krankheiten und Engpässen, Angst und Vergewaltigungen. Ich habe davon gehört, dass das eigentlich nicht normal ist und man in meinem Alter spielen sollte. Wir spielen doch auch, ich weiß nicht, was die ganzen Organisationen, die sich WHO und so nennen, wollen.

Erst gestern habe ich mit Shira gespielt. Shira ist einige Jahre älter als ich, vielleicht so 10 Jahre alt. Zwischen den Trümmern fand ich eine Schusswaffe. Sie war groß für meine Hände und schwer, ich kannte das Gewicht. Meine Spielpartnerin bekam Angst, als sie das Ding in meinen Händen sah. Doch ich zeigte ihr, dass man davor keine Angst haben musste. Shira sah ganz friedlich aus, wie sie dort lag, mit der Waffe in der Hand. Ihr Blut lag verteilte sich schnell und ich fing an, hysterisch zu lachen, doch niemand hörte mich. Als ich blutverschmiert nach Hause kam, fragte keiner.

Einige Tage zuvor fand ich ein kleines, rundes Ding mit einem Stift drin. Es sah merkwürdig aus und hatte ein komisches Muster. Lauter Quadrate waren da eingestanzt, doch es lag auch in meiner Hand sehr gut. Ich warf das Ding meinem Bruder Uri zu, nachdem ich den Stift gezogen hatte und wachte einige Stunden später in einem Lazarett auf. Die Druckwelle hatte mich wie durch ein Wunder nur leicht verletzt und nach einigen Stunden lief ich heim.

Daheim bin ich jetzt immer ganz alleine. Es gibt nichts zu essen, denn es ist niemand mehr da, der etwas kochen könnte. Ich weiß gar nicht, was mit meinen Eltern passiert ist. Der Versuch, die Erinnerung abzurufen, endet meistens nicht gut. Als ich es einmal versucht hatte, brannte die obere Etage des Nachbarhauses. Es wurde erzählt, irgendwer hätte eine Brandbombe gezündet und durch das kaputte Fenster geworfen. Das wäre nicht aufgefallen und so detonierte das Ding. Keiner der dort lebenden Leute hatte das überlebt.

Manchmal streune ich nur durch die Gegend, auf der Suche nach essen. Vor einigen Monaten lief ich einem schwer bewaffneten in die Arme. Ich dachte kurz, ich wäre nun Tod, stattdessen fragte mich der Mann, ob ich nicht ein braves Kind sein möchte. Eingeschüchtert habe ich natürlich nur genickt und ihn groß angeschaut. Er drückte mir eine Schultasche in die Hand und wusch mein Gesicht. Dann erklärte er mir, dass Terroristen sich in einer Schule versteckt hielten. Ich hätte in der Hand das Lösegeld für die armen Schüler, die als Geisel gehalten werden. Ich tat, was er befahl und stellte die Tasche an dem Ort ab, wie er es mir beschrieben hatte. Drei Stunden später erschütterte eine Explosion das Viertel. Die Terroristen hatten wohl doch noch die Schule in die Luft gejagt...

Die Nächte sind die schlimmsten Stunden für mich. Manchmal wache ich auf und bin ganz wo anders. Ich habe das Gefühl, Gott ruft mich nachts. Wohin verstehe ich nicht so ganz aber manchmal stehe ich total dreckig an einer Hauswand. Meistens ist in dieser Nacht dann eine Bombe detoniert. Es ist wirklich ziemlich unsicher, dort, wo ich wohne.

Aber keine Angst, ich bin nun in Sicherheit. Gott ruft mich immer noch nachts, doch ich kann seinen Rufen leider nicht folgen. Ich bin eingesperrt, bei den Gegnern. Ich glaube sie sind Gegner, denn sie sind so sauber und gepflegt. Bestimmt sind die die Schuldigen, die den Krieg verursacht haben. Ich hoffe Gott verzeiht mir und lässt mich doch noch in sein Reich. Nachts weine ich nun, bitte um Vergebung und hoffe, dass wenigstens meine Familie zu ihm durfte.

Nach mehreren schweren Anschlägen und Todesfällen rund um 3 Viertel wurde gestern ein 7-jähriger Junge dabei erfasst, wie er eine Bombe an einer Moschee anbringen wollte. Nach ersten Untersuchungsergebnissen steht fest, dass der Bub wohl mit einer neuartigen Droge gefügig gemacht wurde und ein schweres Trauma erlitten hat. Die Droge konnte bis dato noch nicht bei anderen Kriegsopfern festgestellt werden. Sie wird von den Medien bereits als „Zombie-Droge“ beschrieben, der wissenschaftliche Name jedoch ist A-58-R2-4.

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