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„Dürfte ich um diesen Tanz bitten, meine Dame?“, fragte ich mit erhobenem Klang in meiner Stimme und streckte eine Hand nach der reizenden Frau vor mir aus, wie sie einfach nur dasaß und mir ein warmes Lächeln schenkte. Sie sah geradezu göttlich aus, in ihrem seidigen, himmelblauen Kleid, dessen rote Rosen in einem wunderschönen Rot strahlten. Ich zögerte nicht lange und ließ die Musik im ganzen Raum erhallen, damit sie meine wunderschöne Komposition hören konnte, die nur für sie erschaffen wurde. So wie Beethoven das Lied „Für Elise“ schrieb, schuff ich ein Werk, das ich „Katherina“ taufte. Es war ein schönes musikalisches Spiel von Klängen, die ich auf dem Klavier produziert hatte. Sie erzählten eine wunderschöne Geschichte der Zweisamkeit und der Liebe und zugleich verbanden sie ein tristes Dasein. Ein Dasein von nur einer Person, dessen Liebe nur ein Schauspiel der Täuschung darstellte. Getrieben von Rache und Hass, erschaffen diese Klänge ihren Tiefgang, symbolisieren mit jeder Note ihre trübe Erkenntnis der Wahrheit.

Doch heute sollte meine liebste Katherina diese Klänge selbst mit ihren Ohren vernehmen können und die Geschichte, die sich dort hinter verbirgt verstehen können. Nun nahm ich ihre warme Hand in meine und half ihr beim Aufstehen, wie es sich eben für einem Gentleman gehörte. Eine Hand legte sie auf meine Schulter, meine lag auf ihrer Taille und unsere freien Hände hielten wir in der Luft ausgestreckt, zusammen in einer Faust geballt. Vorsichtig tat ich den ersten Schritt und beachtete dabei, dass sie meinen Schritten so gut es ging Folge leistete. Ich wollte um jeden Preis vermeiden, dass wir uns gegenseitig auf die Füße traten, denn wir Beide waren im Tanzen nicht sonderlich geübt. Langsam wanderte meine Hand nun zu ihrem Rücken... „Ist dieser Klang denn nicht schön?“, fragte ich meine Geliebte nun und blickte in ihr wundervolles Antlitz. Ihre himmelblauen Augen waren geschlossen, offensichtlich genoss sie meine Komposition, die einzig und allein nur ihr gelten sollte. Wahrscheinlich stellte sie sich in ihren Träumen die Geschichte vor, die sich in dem Gemisch aus hellen, dunklen und sanften Tönen wiederspiegelte. Ich grinste. Eine äußerst schöne Vorstellung, doch jedes Lied und jede Geschichte fand auch ein Schlusswort und verstummte nun mal in der ewigen Dunkelheit...

Nun drehte sie sich durch meine Führung einmal im Kreis. Das zufriedene Lächeln auf den blutroten Lippen blieb bestehen. Mit einer Hand fasste ich ihr mittlerweile blasses und zugleich kühles Gesicht an. Alles war nun vollkommen perfekt! Langsam nährte ich mich ihren Lippen zu. Ein süßlicher Geschmack, so süß wie auch ihr Duft verirrte sich in meinem Mund und ließ mich leise aufstöhnen. Wie ich ihn liebte, den Geschmack vergossenen Blutes! Ganz langsam zog ich nun das, mittlerweile von ihrem dunkelroten Lebenssaft getränkte, Messer aus ihrem Rücken heraus und ließ sie vorsichtig auf den Boden fallen. Jegliche Farbe in ihrem Gesicht schien langsam, Stück für Stück, zu schwinden. Selbst von ihren sonst so süßen Grübchen, die sie mit jedem Lächeln besaß war nun nichts mehr zu sehen. „Ich hoffe mein Geschenk an dich hat dir gefallen, du elendes Miststück!“, flüsterte ich bemüht betont, damit sie jedes meiner von Hass getriebenen Worte mit ihren letzten Atemzügen vernehmen konnte. Die letzten Klänge meines Werkes verstummten. Das letzte Wort war gesprochen. Zurück blieb die Stille im Einklang mit der schwarzen, kalten und trostlosen Nacht...

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Geschrieben von: BlackRose16 (Diskussion) 11:38, 5. Mai 2017 (UTC)

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