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Seit ich die Universität besuche, geht es mit meinem Leben nur noch bergauf. Da ich aufgrund des NCs eine Universität fernab meiner Heimat besuche, musste ich natürlich ausziehen und wohne nun alleine. Da meine Familie zum Glück recht wohlhabend ist, habe ich eine Wohnung nur für mich und musste nicht, wie viele es tun, in ein Studentenwohnheim ziehen. Nachdem die Wohnung fertig eingerichtet war, konnte ich sie endlich angenehm bewohnen und freue mich jeden Tag mehr darüber.

Mein Studiengang ist Medizin, das hatte mich schon immer interessiert. Natürlich ist das ein sehr harter Studiengang, schon zuvor wurde mir oft gesagt, dass die Abbruchquote hier sehr hoch ist und ich vielleicht doch lieber etwas Einfacheres probieren sollte. Doch ich ließ mich nicht abhalten und studiere nun schon das dritte Semester ohne Probleme, ich bin sogar ein sehr guter Student. Zwar lerne ich sehr viel und Freizeit ist nicht mehr jeden Tag drin, doch ich versuche so gut wie möglich genug mit Freunden zu unternehmen und besuche auch regelmäßig meine Familie.

Ich höre das nervige Klingeln des Weckers und richte mich langsam auf. 07:30 Uhr. Stöhnend drehe ich mich auf die Seite und versuche noch für 5 Minuten die Augen zu schließen, dann stehe ich auf. Nach einem ausgiebigen Frühstück schwinge ich mich ins Auto und mache mich auf den Weg zur Uni. Die Universität ist ein sehr großes und altes Gebäude, dennoch sieht es gut aus und man bekommt jedes mal eine richtige Uni-Stimmung, sobald man sie betritt. Ich durchkreuze die Eingangshalle und bahne mir meinen Weg zum ersten Vorlesungssaal. Doch noch bevor ich den Flur erreiche, kommt mir ein guter Freund, Max, den ich hier kennen lernte und sofort mochte, entgegen. „Wir können direkt wieder umdrehen. Die Vorlesung fällt heute aus, der Prof ist offenbar krank.“, berichtet er mir freudig.

„Och nö, dafür bin ich jetzt aufgestanden? Das war meine einzig wichtige Vorlesung heute“, entgegne ich genervt. „Besser als die Vorlesung selbst, oder? Dann können wir die Zeit nutzen um zu lernen. Außerdem hat der Prof die ganzen Unterlagen schon rundgeschickt. So steht es jedenfalls auf dem Zettel an der Tür“, sagt Max. „Gut, ich fahre jetzt erstmal wieder nach Hause und versuche noch etwas zu schlafen. Wir sehen uns dann nachher noch“, antworte ich gähnend und laufe zurück zu meinem Auto. Zuhause ist es jedoch schon später Morgen und so lasse ich das mit dem Schlafen. Stattdessen will ich mich einem meiner Hobbies widmen, nämlich das Studieren alter Mythen und Sagen.

Schon immer hatte ich eine Vorliebe für die Vergangenheit und ebenso für mystische, unheimliche Dinge. Also mache ich mich auf den Weg in die Bibliothek. Erst als ich im Auto sitze, fällt mir das schlechte Wetter auf. Es regnet und es ist sehr windig, doch das stört mich nicht. Ab und zu liebe ich schlechtes Wetter, da dann niemand von einem erwarten kann unbedingt draußen rumzuhängen.

In der Bibliothek angekommen, werde Ich als erstes von der jungen Mitarbeiterin Janine begrüßt. „Hi, schon wieder hier? Hättest du nicht heute Uni?“, fragt sie mich freundlich während sie lässig auf einem Kaugummi rumkaut. „Ehm, ja, aber die Vorlesung ist ausgefallen.“, entgegne Ich, den Blick auf den Boden gerichtet. Ich mag sie sehr und würde fast sagen, dass Ich mich total in sie verknallt habe, doch meiner Meinung nach spielt sie total außerhalb meiner Liga.

Ich, der sonst so selbstsicher ist und keine Probleme hat, neuen Menschen zu begegnen, wird in ihrer Anwesenheit zum schüchternsten Jungen dieser Stadt. Peinlich, denke ich mir, und begebe mich zu meinem Lieblingsabteil. Die Bücherregale sind hoch und bis zum Platzen mit alten Büchern gefüllt. Ein muffiger Geruch liegt in dieser Abteilung, kein Wunder bei den ganzen alten Schinken. Ich habe bereits viele dieser Bücher gelesen, beziehungsweise versucht, sie zu lesen, da viele aber bereits sehr ramponiert sind, war das eher unmöglich. Fokussiert streift mein Blick über die Bücherrücken. Ich suche eins, welches ich noch nicht gelesen habe. Mein Blick bleibt an einem pechschwarzen Buch ohne Titel hängen. Ich ziehe es aus dem Regal und begebe mich an einen Tisch. Vorsichtig schlage Ich das Buch auf, nur um eine Seite voller hebräischer Zeichen zu finden. Ich blättere weiter in dem Buch, Doch bis auf diese Seite ist es komplett leer.

Möglicherweise stand früher einmal etwas darin, doch ich bin nicht in der Lage so etwas zu beurteilen. Stattdessen übersetze Ich die erste Seite. Einige Zeichen sind stark verwaschen und unlesbar, doch einen Satz kann ich erschließen. „Dieses Buch muss geschlossen bleiben“. Schmunzelnd sehe Ich mich um. Das Buch ist doch leer, was sollte man darin überhaupt lesen sollen. Schnaubend schlage Ich das Buch zu und falle fast vom Stuhl, als sich ein komischer Druck in meiner Brust ausbreitet. Als Medizinstudent spüre Ich sofort dass dieser Druck keine physischen Ursachen hat. Zeitgleich setzt ein kühler Druck auf meiner Schulter ein, und lange, kalte Finger drücken sich in die Muskeln. Entsetzt drehe Ich mich um, nur um in das Gesicht von Janine zu blicken. Erleichtert keuche Ich auf. „Sorry, Ich wollte dich nicht erschrecken.“, grinst sie, „Aber wir haben gleich Pause deswegen muss Ich dich jetzt bitten zu gehen. Du kannst ja danach wieder kommen wenn du willst.“. Grob richte ich mich auf, vom Schock noch nicht ganz erholt. „Oh, ja natürlich.“, antworte Ich mit einem gequälten Lächeln. Langsam drehe Ich mich um und lege das Buch zurück an seinen Platz, ehe Ich mich nach Hause begebe.

In meiner Wohnung trinke Ich erst einmal etwas Kühles und setze mich hin. Ich ziehe meine Anatomie Unterlagen zu mir und schlage sie auf, auf der Suche nach einer möglichen Ursache für den Druck auf meiner Brust, welcher immer noch deutlich spürbar ist. Dann durchsuche Ich meine Psychologie Aufzeichnungen. Ein solches Gefühl wird meist durch Angst oder ähnliche Gefühle hervorgerufen. Seltsam, im Moment spüre Ich gar keine Angst mehr. Mittlerweile ist es Abend und Ich beschließe, Max zu mir zu holen um vielleicht noch ein Bier zu trinken, und natürlich um die heutigen Ereignisse schnell zu vergessen.

Als der Wecker mich am nächsten Morgen erneut unsanft aus dem Schlaf reißt, ist dieser komische Druck aus meiner Brust immer noch da. Ich versuche ihn zu ignorieren und mache mich auf den Weg in die Universität. Dort angekommen, fällt mir erst mein Spiegelbild in der Glastür auf. Mein Gesicht ist kreidebleich und Augenringe zeichnen sich deutlich ab. Ich renne auf die Toilette und lasse etwas Wasser über mein Gesicht laufen. Keine Wirkung. Sieht ganz so aus als würde ich an einem krassen Schlafmangel leiden, aber soweit ich mich erinnere bin ich recht früh ins Bett gegangen und habe auch durch geschlafen. Komisch. Vor dem Vorlesungssaal spricht mich sofort Max auf mein Äußeres an. „Junge, was ist denn mit dir passiert?“, fragt er mich lachend. „Keine Ahnung man. Hab wohl schlecht geschlafen.“, antworte ich mürrisch. Max merkt sofort dass Ich heute für seine üblichen Witzeleien nicht in der Stimmung bin, und schlägt auch eher einen ernsten Ton an, wofür Ich ihm sehr dankbar bin.

Während der Vorlesung werde ich immer müder. Mein Kopf wird schwer und sackt Richtung Tischkante. Als meine Stirn endlich den kühlen Tisch berührt, stöhne Ich erleichtert auf. Nur um sofort wieder von klirrendem Glas aufgeschreckt zu werden. Ich sehe mich vorsichtig im Hörsaal um. Alles wie gehabt, nur das Licht flackert und der Prof fehlt. Die anderen Studenten sitzen steif da und haben den Blick alle nach vorn gerichtet, als würde sie die Abwesenheit des Profs und das flackernde Licht nicht stören. „Hey, warum flackert das Licht und wo ist der Professor hin?“, frage ich deutlich in den Raum. Ich bekomme keine Reaktion. Stattdessen drehen sich alle Köpfe in meine Richtung. Knackende Geräusche aus den Reihen vor mir ziehen meine Aufmerksamkeit auf sich.

Panisch schreie ich auf, die Köpfe dieser Studenten haben sich tatsächlich um 180° gedreht um mich anzusehen. In den Gesichtern aller zeichnet sich ein wahnsinniges Grinsen ab, während die Augen weit aufgerissen und leer sind; die Gesichtsfarbe gleicht der von meinem, bleich, und mit deutlich sichtbaren Augenringen. Gelähmt vor Angst sitze Ich an meinem Platz. Kalter Schweiß läuft mir über den Rücken und auch hinter mir spüre ich die kranken Blicke meiner Mitstudenten. Plötzlich geht das Licht komplett aus und ich spüre ein dumpfes Pochen auf meiner Stirn, ehe mir eine warme, dickflüssige Flüssigkeit über das Gesicht tropft. Die Dunkelheit weicht einem sehr grellen Licht, und eine Hand rüttelt mir an der Schulter. Panisch schlage ich die Hand weg und blicke auf. In meinem Umkreis haben sich alle besorgt in meine Richtung gedreht.

Ihre Gesichter sind wieder normal. Links von mir sehe ich Max, dem die Angst noch ins Gesicht geschrieben ist. Ich fasse mir ins Gesicht und realisiere, dass die Flüssigkeit Blut ist. „Okay, wir bringen dich hier mal raus.“, flüstert Max und drängt mich vorsichtig zum Ausgang. Auf dem Flur angekommen, sprudeln sofort Fragen aus ihm raus: „Was war das denn für ne Nummer bitte?“. „Was ist passiert? Ich kann mich nur erinnern eingeschlafen zu sein.“, antworte Ich zittrig.

„Du hattest plötzlich ein krankes Grinsen, obwohl deine Augen geschlossen waren. Dann hast du geschrien und deinen Kopf voll auf die Tischplatte gezimmert.“, erzählt Max mit einem nervösen Lachen. Panisch erinnere ich mich an meinen Traum und die kranken Gesichter. Mein Kopf pocht unerträglich, mein Gleichgewichtssinn verabschiedet sich langsam. „Ich war nur müde und hatte einen Alptraum, Ich fahre jetzt wohl am besten nach Hause.“, log Ich. „Du willst noch fahren? Lass mal lieber, ich fahre dich.“, sagt Max entschlossen. „Nein, nein, mach dir keine Umstände, ich schaffe das.“, entgegne ich stur und wende mich ab. Mit einem schlechten Gewissen gehe ich entschlossen geradeaus. Im Auto angekommen, blicke ich mit einem leeren Blick auf das Gebäude, ehe ich den Motor starte und zügig nach Hause fahre.

Zuhause angekommen prüfe ich erst einmal die Wunde und verbinde sie. Nachdem sicher ist, dass sie nicht so schlimm ist, lege ich mich ins Bett und versuche beim Fernsehen ein wenig abzuschalten. Das muss wohl der Prüfungsstress sein, versuche Ich mir das Ganze zu erklären. Meine Klingel reißt mich aus meinen Gedanken. Langsam gehe ich zur Tür und öffne Sie. Das besorgte Gesicht meines Nachbarn begrüßt mich. „Guten Abend, ich hoffe ich störe gerade nicht? Oh weh, was haben sie denn mit ihrem Kopf gemacht?“, fragt er besorgt aber auch neugierig. „Ach das ist nichts, habe mir nur den Kopf gestoßen. Was kann ich für Sie tun?“, antworte ich mit einem müden Lächeln. „Nun, Ich wollte fragen ob bei Ihnen letzte Nacht etwas Ungewöhnliches passiert ist. Um circa 3 Uhr morgens hörte ich aus ihrer Wohnung laute hysterische Schreie.“, sagt der Nachbar vorsichtig. „Ich habe aber geschlafen, hatte ich vielleicht meinen Fernseher an?“, blicke Ich ihn fraglos an. „Nun, ich will Ihnen keine Angst machen, aber es hörte sich an als hätten sie geschrien. Es war jedenfalls deutlich ihre Stimmlage.“, antwortet der Nachbar knapp. Der Druck in meiner Brust macht sich deutlich zu spüren. Ich merke, wie ich überall am Körper Gänsehaut bekomme und mein gespieltes Lächeln verabschiedet sich von meinem Gesicht. „Ich kann mich jedenfalls an nichts erinnern, ich habe soweit ich weiß durchgeschlafen. Vielleicht Schlafwandel ich ja? Vielen Dank für die Besorgnis!“, antworte ich knapp und forsch und mache die Tür zu, ehe ich an dieser hinunter rutsche und liegen bleibe. Was ist gestern Nacht passiert?

Bevor ich mich schlafen lege richte ich eine Kamera auf mein Bett. Sollte nochmal etwas passieren, woran ich mich nicht erinnern kann könnte ich es wenigstens hier sehen. Mit einer unguten Vorahnung lege ich mich ins Bett, lösche das Licht und sehe nur noch wie die rote LED langsam vor meinem Auge verschwimmt.

Als der Wecker mich erneut aus dem Schlaf holt, merke ich sofort dass es mir besser geht. Fröhlich frühstücke ich und bemerke dabei, dass heute Samstag ist. Neugierig hole Ich die Kamera und sehe mir das Aufgezeichnete an. Eine gute Zeit lang passiert gar nichts, doch nach ein paar Stunden fängt irgendein Licht an zu flackern, dann huscht ein Schatten an der Kamera vorbei. Entsetzt falle ich in den Stuhl zurück und schlage meine Hand vor den Mund. Als nächstes sehe ich Etwas über meinem Bett schweben. Eine Hand mit langen krallen fährt hinab und packt mir an den Hals, hebt mich an. Tränen stehen mir in den Augen, ich bin drauf und dran die Kamera wegzuschleudern. Doch etwas in mir zwingt mich weiter zu zusehen. Die Hand hält mich in der Schwebe, als deutlich ein dämonisches Gesicht zu erkennen ist.

Es befindet sich direkt vor meinem Gesicht, und schreit mich an, mit meiner Stimme. Sofort verschwindet die Hand und das Gesicht, ich falle zurück aufs Bett. Panisch schalte ich die Kamera aus und renne ins Bad. Ich sehe mich im Spiegel, ein dumpfes Gefühl breitet sich in mir aus, als würde der Druck aus der Brust durch den ganzen Körper fließen. Stocksteif stehe Ich vor dem Spiegel und sehe mich an. Mein Gesicht ist blass, ein wildes Grinsen schmückt meinen Mundbereich und meine Augen sind weit aufgerissen und leer. Hektisch taste Ich mein Gesicht ab, während mein Spiegelbild es mir gleichtut. Ich kann weder ein Grinsen noch sonst irgendwas ertasten. Ich schließe die Augen und versuche mich zu beruhigen. Ich schlage sie wieder auf und blicke vorsichtig in den Spiegel.

Alles wieder normal. Erleichtert atme ich auf und will mir das Gesicht waschen. Ich halte meinen Kopf über das Waschbecken und bemerke nur noch, wie das Licht anfängt zu flackern. Dann sprudelt Blut aus dem Abfluss und trifft mich im Gesicht. Ich fange an zu schwanken, ehe ich ohnmächtig auf den Boden sinke.

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