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Ich wohnte an einem abgelegenen Waldstück. Für viele wäre es undenkbar oder gar unheimlich in einer einsamen kleinen Holzhütte zu leben, aber es machte mir nichts, im Gegensatz zu manch anderen, liebte ich die Natur.


Ich liebte es, wenn der Wind mir morgens meine langen, braunen Haare ins Gesicht peitschte und ich den Duft von frischen Blumen vernahm.


Ich liebte es, die Sonne zwischen den dichten Bäumen auf-und untergehen zu sehen. Wie die gelb-goldenen Sonnenstrahlen sich zwischen den Baumkronen brachen und mir warm ins Gesicht schienen.


Aber am meisten liebte ich den Gesang der Vögel, die schon in den frühen Morgenstunden ihr Lied der Freude und des Glücks sangen, dennoch gab es eine Vogelart, die mir ganz besonders gefiel und welcher ich am meisten zuhörte, selbst wenn es nur ein auf Dauer ätzendes Krächzen war, was mich jeden Morgen aus dem Schlaf riss: Die Krähen.


Etwas an ihnen – ich wusste leider selbst nicht genau, was es war – schien mich zu beeindrucken. Womöglich war es ihr schwarzes und glänzendes Gefieder, welches ich jeden Morgen und Abend aufs neue erblickte, wenn sie auf der Spitze des Baumes saßen und sich das Leib aus der Seele schrien, oder war es doch nur ihre Stimme die von Mal zu Mal immer lauter und krächzender wurde, so das es mir einen Schauer über den Rücken jagte, wenn ich Abends noch einen Spaziergang im Wald machte?


Was auch immer mir an diesen Vögeln gefiel: Es freute mich immer aufs neue sie zu sehen!


Doch eines Morgens, als ich – wie gewohnt – von meinen Lieblingstieren geweckt worden war, stellte ich fest, dass sich etwas verändert hatte: Das Krächzen schien noch intensiver und lauter zu sein als zuvor, jedoch waren meine Fenster verschlossen. Ich schob es auf die Müdigkeit und quälte mich langsam aus meinem Bett. Wie jeden Morgen ging ich zum Fenster und schob die Gardinen zur Seite. Die blutrote Sonne, die sich langsam zum Himmel empor hob verlieh mir ein beklemmendes Gefühl. Das tiefe Nachtblau gemischt mit etwas Violett und der purpurroten Sonne wirkte einerseits so unnatürlich, andererseits jedoch atemberaubend und wunderschön zugleich.


Als ich den Weg zur Arbeit antrat hörte ich es wieder: dieses Krächzen. Woher kam es nur? Waren es wirklich meine geliebten Freunde des Himmels, die diesen Schrei von sich gaben? Aber warum?


Ich schüttelte den Kopf und setzte meinen Weg fort. Sicher würde es aufhören, sobald ich das Ende des Waldes erreicht hatte. Glücklicherweise hatte ich es nicht sehr weit bis zum Friedhof, indem ich arbeitete. Es grenzte praktisch an mein zu Hause an.


Meine Hoffnungen machten sich jedoch zu nichte: Das Krächzen verwandelte sich zu einem qualvollem Kreischen, als stamme es nicht von meinen Natur-Freunden, sondern von einem Menschen! Schmerzerfüllt hielt ich mir die Ohren zu. Es war unerträglich und so von Schmerz und Hass geplagt, dass ich das Gefühl bekam mein Trommelfell würde platzen! Panisch blickte ich mich um. Wann? Warum? Was habe ich euch getan?! Schoss es durch meinen Kopf. Diese schrillen Schreie, welche immer mehr wurden und das Gekreische setzten mir zu. Starke Kopfschmerzen plagten mich. Sorgten dafür, dass ich nicht mehr klar denken konnte.


Plötzlich erblickte ich eine einzelne Krähe unmittelbar in meiner Nähe. Sie stand neben mir und musterte mich neugierig, sie legte ihren Kopf schief. Ihre Augen waren in ein unnatürliches schimmerndes Rot getaucht. Sie war die einzige, die ihren schwarzen Schnabel geschlossen hielt. Auf einmal flog sie ohne Vorwahrung auf mich zu und begann auf meinem Gesicht rumzupicken. Ich schrie auf vor Schmerzen und sackte zu Boden. Wie auf Kommando folgten direkt nach meinem Schrei ein ganzer Schwarm von den schwarzen Kreaturen und fielen über mich her.


Die eben noch blutrote Sonne, wurde in ein mattes und dunkles Schwarz getaucht...    


Geschrieben von: BlackRose16 (Diskussion) 11:20, 5. Mai 2017 (UTC)

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