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Vorgeschichte

Die Menschheit erlitt einen gewaltigen, den vielleicht sogar entscheidendsten Schicksalsschlag der bisherigen Welthistorie, der durch einen das zentrale Nervensystem attackierenden Virus verursacht wurde. Einem davon Infizierten wurde, nach und nach, jegliches Urteilsvermögen in Stücke gerissen und wieder zu einem Ganzen vereint, das einzig und allein das Ziel, Menschen zu töten, verfolgt. Doch bevor es mal jemandem gelang, wurde das Gegenüber selbst zu einem Seinesgleichen und der Todeswunsch verblasste. Lange Zeit galt solch jemand als unheilbar und musste, um dem Grauen ein Ende zu setzen, getötet werden. Doch dann, 13 Jahre später, gelang der Durchbruch: Man entdeckte ein Heilmittel, das den Virus erfolgreich besiegen konnte. Zwar waren anfangs einige Ingredienzien dieses Mittels für den Tod von etwa 60 % der Erkrankten verantwortlich. Nur die Wenigsten, vielleicht ein Zehntel, erlebten auf Dauer keine Nebenwirkungen, der Rest musste mit Kreislaufproblemen, Nierenversagen und weiteren Komplikationen rechnen. Doch das war allemal besser, als dass die Infizierten als so etwas wie die Ausgeburten der Hölle umherliefen und wahllos Menschen konvertierten. Den Tiefpunkt erreichte die Menschheit kurz bevor das Wundermittel produziert wurde; die Zahl der Menschen sank von 7 Milliarden (7.000.000.000) auf eine beachtlich kleine Summe von 0,3 Milliarden (300.000.000).

Die Lage heute

Es war das Jahr 2012, der Virus galt als unwiderruflich vernichtet, und man versuchte den Planeten wieder aufzubauen. Einige betrachteten die Situation als eine Art Neuanfang, andere als Fortsetzung. Wie sie auch gesehen wurde, abstreiten konnte man die Tatsache, dass vor 15 Jahren ein gewaltiger Rückschritt erfolgte, keineswegs. Es entstand jedoch eine völlig andere Weltanschauung. Man schätzte die Dinge mehr. Man passte besser auf sich auf. Man war glücklicher über das, was man hatte, und nicht entsetzt darüber, was man nicht hatte. Man teilte, sowohl das Materielle als auch die Gefühle, mit den anderen. Man gliederte die Menschen nicht mehr nach Herkunft, Geschlecht oder Religion. Zumindest dachte man so, aus Prinzip. Die Schulen brachten den Kindern diese Tugenden und Normen bei, und auch die Eltern sollten ihnen diese Weisheiten des Lebens näherbringen.
Natürlich sah das unterhalb der meisten Menschen ganz anders aus. Man könnte sogar meinen, dass die Fremdenfeindlichkeit ausgeprägter denn je war, wenn man das Verhältnis der Anzahl von Menschen und Xenophobie in Betracht zieht. Ausbeutung, Mord und Totschlag standen an der Tagesordnung. Viele kamen plötzlich auf die wirre Idee, es sei nun einfacher gewesen die Weltherrschaft an sich zu reißen, da jetzt viel weniger Menschen existierten. Nun, vielleicht stimmte das sogar. Die Erde wurde zu einem gar unüberschaubaren Ort, an dem jede Ecke, jeder Fremde und auch jeder Freund deine letzte Bekanntschaft sein konnte. Doch wenn man Geld und Macht besaß, wurde sie zu deinem individuellen Spielplatz in dem man tun und lassen konnte, was man wollte.
Ich meine es ernst.


Außergewöhnliche Bekanntschaft

In den letzten Jahren, anfangs kaum, doch dann immer fortschreitender, verschwanden auf mysteriöse und unerklärliche Weise Menschen von der Erdoberfläche. Theorien besagten, dass sie von geheimen wissenschaftlichen Organisationen und Forschungsgruppen entführt und Experimente an ihnen vollzogen wurden. Das mag auch gestimmt haben, machte aber nur einen Bruchteil des Gesamten aus. Nur einige wenige, wohl noch vom beinahe gekommenen Weltuntergang traumatisierte Menschen mit schwachem Verstand, glaubten daran, dass die Verschwundenen von außerirdischen Lebensformen entführt worden sind. Sogar ein paar der schlausten Köpfe der Welt gingen dieser Theorie nach. Es gab sogar Personen die behaupteten, Kontakt mit den Aliens aufgenommen zu haben, doch auch diese waren wohl einfach nur verrückt geworden.

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Eines Tages steuerte, ohne, dass es jemand der Forschungseinrichtungen für Astrologie und der SETI (Search for Extraterristrial Intelligence) mitbekam, ein unbekanntes Flugobjekt auf die Erde zu. Es war ein längliches, metallisches Objekt, das an einen Speer oder einen Kristall erinnerte. Es rammte, wie das Messer durch die Butter, in den Erdboden. Heraus trat ein ebenso unbekanntes Lebewesen, das den blauen Planeten erkunden wollte. ES entnahm Proben verschiedenster Elemente und Stoffe, wie dem Wasser, den Steinen, Pflanzen und Tieren. Einigen Lebensformen entriss es Körperteile und andere nahm es ganz mit auf sein Raumschiff. ES konnte die Regeln der physikalischen Gesetze widerlegen und flog von einem Ort zum anderen auf der Erdoberfläche, nahm hier und dort einen Menschen mit auf das Schiff und suchte weiter nach interessanten Dingen.
Doch an einen Ort, so hätte ES sich es ganz bestimmt gewünscht, hätte ES sich niemals hinbegeben: Ein merkwürdiger Ort, an dem sich die ZOMBIES aufhielten. Sie schafften es mit dem Virus klarzukommen, sie hatten ein Gedächtnis, Gesetze und sogar ein Gewissen. Sie waren praktisch wie Menschen, nur eben, dass sie quasi gar nicht sterben konnten, wenn man ihnen nicht ausversehen den Kopf vom Leib riss. Und ihr Fleisch war verwest; sie hatten kaum Zähne und wurden ziemlich schnell ziemlich alt, zumindest äußerlich. Sie hatten es irgendwie geschafft, dem Virus zu trotzen und eine Lebensgemeinschaft zu bilden. Doch hin und wieder gab es hier das Problem, dass der Virus die Oberhand gewann und einige „Menschen“ den Verstand verloren. Diese wurden als charakter-schwach abgestempelt, getötet und in eine Deponieanlage verfrachtet.
Einer, es war James Lockwurdy - zumindest nannte man ihn damals so, hatte es geschafft, dem Tod zu entrinnen und erwachte in einem Haufen aus tausend Leichen. Dieser besaß kein Unterleib mehr und hatte einen Arm verloren. Doch das war ihm egal, er wollte bloß nach Leben Ausschau halten um es zu TÖTEN. Er krabbelte wie ein Baby, dessen Beine und rechter Arm abhandengekommen sind, aus dem matschig-fauligen Haufen des Todes und überquerte, weiß Gott wie er das bewältigte, den Wall, der die Deponie ummauerte. Dort, irgendwo abseits der Menschheit, lag es im Sand der Wüste und wurde von den Sonnenstrahlen bescheint, die einem mit Gefühlen ausgestatten Menschen allen Verstand geraubt hätten, so heiß und qualvoll waren sie.
Doch er hatte keine Gefühle, geschweige denn einen Verstand und auch das war ihm egal. Selbst wenn sie den Fäulnisprozess um ein vielfaches beschleunigten und die Maden bereits viele Kilo von ihm gefressen hatten war es ihm egal, solange es noch den Willen zu TÖTEN besitzen durfte.
Einige Stunden und Kilometer später erreichte James eine Oase. Mit Pflanzen und sogar kleinen Tieren, wie etwa Vögeln und flauschigen Nagetieren mit schwarzen Knopfaugen. Zu der Zeit, als James noch ein richtiger Mensch - so wie von Gott geschaffen - war, hätte James diese Tiere bestimmt geheiratet, so sehr liebte er sie. Je kleiner und süßer, desto besser. Leider besaß er aber keine Haustiere, da er eine Allergie gegen Tierhaare jeglicher Art hatte. Und seit ihm seine Freundin einen Nacktmull zum 24. Geburtstag geschenkt hatte, war es aus mit dem Wunsch Tiere zu halten. Seine Freundin … Wie hieß sie noch gleich? Moment mal, ZOMBIES haben doch kein Gedächtnis, wie kann James da in Erinnerungen schwelgen? Sarah … Aber die ZOMBIE-Lebensgemeinschaft, von der er jetzt mindestens 5 oder 6 Kilometer entfernt sein musste, hatte es doch auch geschafft ein normales Leben zu führen. Wieso er, James Lockwurdy, nicht auch? Okay, bis auf ein Gliedmaß hatte er bereits alle anderen verloren, und einen Beruf wie Handwerker oder Dachdecker hätte er bestimmt nicht mehr ausüben können. Aber irgendwo im Büro hätte er sicherlich noch eine Stelle ergattern können, wenn er sich angestrengt hätte. Jetzt, wo er so das Wasser sah, wurden Erinnerungen wach. Dienstag, der 13. Juli 2002: der dümmste Einfall der Menschheitsgeschichte. Sarah und er hatten die Schule geschwänzt um gemeinsam schwimmen zu gehen. Sie fühlten sich überfordert und hatten sich daher zur Abwechslung mal eine Auszeit gegönnt. Sie hatten echt wahnsinnig Glück gehabt, wenn man die gar unmögliche nicht-Begegnung mit einem ZOMBIE meint, und wahnsinnig Pech, wenn man die versäumte Prüfung meint, die 25% der Gesamtnote ausmachte. Unterm Strich siegte aber das Glück, denn durch den gemeinsamen Tag vertieften sich die Gefühle des Paars, woraufhin sie sich ihr Leben ausmalten. Was hier geschieht ist das Hervortreten innerster Gefühle und Erinnerungen. Sogar für einen kurzen Augenblick dachte James, er hätte Kontrolle über sich und seinen Körper erhalten, zumindest das was davon übrig geblieben ist. Plötzlich, so fühlte es sich an, stachen von überall und an jeder nur erdenklichen Stelle Messer ein, die zuvor in Salzsäure getunkt waren mussten. Der Virus steckte zwar noch in jeder Faser und jeder Zelle seines Körpers, jedoch gewann für kurze Zeit sein Geist die Dominanz. James wusste selbst nicht was hier gerade geschah, aber er wusste eines: Er wollte erfahren wer aus ihm geworden ist. Oder sollte man lieber schreiben was? Er schlurfte zum Ufer des Gewässers und betrachtete sich im Spiegelbild der Wasseroberfläche. Phantomreiche Tränen entrannen seinen Tränendrüsen und tropften hinunter, sodass Wellen entstanden, die das Bild seines verunstalteten Gesichts verzerrten. Vielleicht war das auch besser so. In diesem Augenblick verlor James seine Kontrolle und unterwarf sich dem Virus. Alle Gefühle, Erinnerungen und sonst Menschliches verblasste, bis auf die Wut. James wurde so wütend, wie er es nie zuvor gewesen ist. Er hasste plötzlich das Wasser, die Pflanzen und die Tiere. Ja, er hasste sogar sich selbst. Er wollte die Tiere TÖTEN, doch zuvor wollte er ihnen Leid zufügen, für das was sie ihm angetan haben. Und noch antun würden. Er krabbelte so schnell er nur konnte, bei einer Geschwindigkeit die seine bereits verstorbene Großmutter (ja, sie wurde umgebracht, weil sie sich infiziert hatte; ihre Tapeten wurden mit ihrem Gehirn tapeziert), mit Leichtigkeit überstiegen hätte. James erwischte zwar keines der Tiere, war nun aber stolz auf sich und seine Taten. Ab jetzt war er wieder ein gefühl- und reueloses Monster.
Das Geheimnis dieser ZOMBIE-Lebensgemeinschaft war folgendes: Es passierte gelegentlich, so wie es James gerade widerfahren ist, dass Infizierte wieder zu sich kamen. Selten sogar über Tage hinweg. Eine medizinisch sehr begabte Persönlichkeit hatte sich diese Zeit zu nutzen gemacht und es geschafft ein Mittel zu finden, dass zwar nicht die Infektion heilt, aber den Bewusstseinsbefall annulliert. Er verabreichte es so vielen anderen Infizierten wie möglich auch, und so klappte es, dass eine ZOMBIE-Lebensgemeinschaft entstand, die ohne die tägliche Dosis dieses Mittels kläglich scheitern würde.

Die Zeit verstrich, und das Firmament nahm die kühle Farbe der Nacht an. James kroch über den mittlerweile kaltgewordenen Sand der Wüste, und das schon seit dem Vorfall heute, als er wieder seine Menschlichkeit erlangt hatte. Dies war zwar kein Einzelfall gewesen, - um genau zu sein geschah dies sogar relativ häufig - jedoch konnte sich James nicht an ein Detail dieser Gedächtnisaufschwünge erinnern. Ihm war weder Erschöpfung noch Lustlosigkeit anzusehen. Es hatte aber auch nicht den Anschein, als wollte er irgendetwas oder –wen erreichen. James Gesicht war mit einem Ausdruck versehen, der der nackten Gleichgültigkeit gleich kam. Nach einer weiteren Weile nahmen James Ohren ein Zirpen und einen Moment später seine Augen ein grelles Licht am Himmel wahr. Bloß einen Bruchteil einer Sekunde später, (ZOMBIES besitzen zwar kein Zeitempfinden, aber ein Kurzzeitgedächtnis, ein verdammt kurzes, scheint zu ihren Fähigkeiten zu gehören), stand ES da. Die Silhouette des Lebewesens deutete beinahe auf einen Menschen hin, doch eben nur beinahe. Dieser Organismus jedoch unterschied sich von ihnen. Worin der genaue Unterschied bestand, war unklar. Die Proportionen? Das musste es sein, die Arme waren nämlich zu lang und der Schädel zu dick. James war zwar im Zustand der Unwissenheit, er konnte keine Vergleiche zwischen Mensch und - das da anstellen, weil sein Gedächtnis in diesem Moment keine Informationen zu Menschen bereithielt, jedoch überfuhr ihn ein Gefühl der Angst. Dieses steckte wohl in seinen tiefsten Instinkten. James sah in das, was vor ihm stand, eine potenzielle Gefahr, und diese wollte er von der Erde entfernen. Nach einer kurzen Verzögerung, das war übrigens James letzter Gefühlsaustritt seines irdischen Lebens, geriet er in Raserei und attackierte das unbekannte Etwas. ES blieb regungslos dort stehen und beobachtete den Kunstgriff James‘. Ein fataler Fehler, wie ES es schon sehr bald am eigenen Leib erfahren wird. James schnitt seine fäulnisübersäten Zähne in das Frischfleisch seines Gegenübers. Eine bläulich-purpurne Flüssigkeit, die an Blut erinnerte, schoss empor. Doch sie erreichte niemals den Boden; es schien, als seien die Tropfen einfach in der Luft verpufft. Das Wesen schleuderte den nicht loslassenwollenden James mit einer gewaltigen Wucht gegen einen Fels, als es bemerkte, dass etwas nicht stimmte.

Zombiealien

Das kann doch gar nicht sein. ES, und seine Artgenossen, hatten bereits so ziemlich den gesamten Erdboden samt Gewässer erforscht, und es gab keinerlei Indizien für eine Substanz die - weh tat. Hatten SIE da etwas übersehen? Gab es tatsächlich etwas auf diesem primitiven Planeten, das noch zum Verhängnis führen konnte? SIE konnten sich, vom einfachsten Element, dem Wasserstoff, bis hin zu den kompliziertesten Strukturen, wie beispielsweise dem Bromodichloroamminnitritoplatin, alles erklären was sich auf dem blauen Planeten befand. Und jetzt das. Mit einem konzentrierten Blick zerfetzte ES James, sodass es im Umkreis von 10 Quadratmetern keine Blut- beziehungsweise Fleischfreie Zone mehr gab. Jetzt aber musste ES etwas unternehmen. Zum Glück befand sich direkt hinter dem Wesen sein Raumschiff, in dem sich eine Allheilmaschine befand.
Nach einer Unterziehung dieser, so dachte ES es sich, war ES rein.

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