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In der Freitagsstraße Nummer 13 saß Timmi Steiger, damals 14 Jahre alt, an seinem Schreibtisch. Er hatte Glück, dass seine Familie noch Geld genug hatte, um das Haus zu bewirtschaften. Denn es war das Jahr 1916, Kriegsjahr.

Timmi saß da und starrte in die Dunkelheit, die sich langsam auf den Dächern seiner Heimatstadt niederließ. Er musste sich beeilen. Bald war ihre Zeit. Er nahm einen Bleistift, einen Bogen Papier und fing an zu schreiben:

,,An meine Familie, meine Freunde und alle, die mich kennen: Dies werden wahrscheinlich meine letzten Worte sein.’’

Inzwischen füllte die Dunkelheit die Ecken des kleinen Zimmers, und man hörte ganz schwach ein Wispern, das sich allmählich im Raum erhob.

,,Ich habe lange überlegt, bis ich zu dem Entschluss gekommen bin, mich meinen Ängsten zu überlassen. Aber ich kann mich nicht mehr länger ihren Fängen entziehen.“

Das Wispern hob sich zu einem Raunen an. Doch Timmi beachtete es nicht. Er schien zu wissen, was da vor sich ging.

,,Die Nächte wurden unerträglich. Zuerst nur ungewohnt und lästig, glich es dann später eher einem Albtraum.’’

Die Schatten wurden länger und breiteten sich wie Fangärme aus. Das Wispern hatte einen bedrohlichen Unterton bekommen.

,,Sollte ich diese Nacht nicht überleben, verbarrikadiert mein Zimmer oder zieht weg von hier! Denn ich wünsche keinem das, was mir widerfahren ist, nicht mal meinen schlimmsten Feinden!’’

Der Raum war erfüllt von Schatten. Nur die Stelle, an der Timmis Stuhl und er selbst waren, blieb unberührt.

,,Es würde euch nur Unglück und Verderben bringen hierzubleiben. Ich bitte euch, liebe Familie, geht weg von hier!’’

Langsam ergriffen die Schatten von Timmi Besitz. Seine Augenlider wurden schwer, und er wurde niedergedrückt. Das Raunen schwoll gefährlich an, als der Bleistift aus der schlaffen Hand fiel, nachdem der letzte Satz geschrieben war:

,,Ich glaube, es spukt hier.



Euer Timmi Steiger.’’ 

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